5. Leseabschnitt: "Eine leidenschaftliche Beziehung zu Worten" bis "Die Anfänge unserer Seltsamkeit" (ab S. 326)

Wandablue

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18. September 2019
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Jedenfalls in der gelieferten Form. Sie hätte diese Episode gerne etwas allgemeiner gehalten, einbringen können, i.S.v. in meiner Kindheit, in der ich zum Teil schwere Stunden erlebte, waren Bücher meine Welt und meine Zuflucht./Aber so detailliert läuft es dem zuwider, was dieses Buch eigentlich vermittelt. Anyway, ist nur eine Randbemerkung.
 

Lesehorizont

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Bücher und Feuer, keine gute Kombination, wie uns Vallejo erklärt, man mag sich gar nicht vorstellen was Feuer schon angerichtet haben, oder noch könnten. Und der Brand in der Bücherei von Alexandria? Was ist wirklich geschehen?
Da stimme ich Dir zu. In der Geschichte hat Feuer in dieser Hinsicht ja schon Übles angerichtet. Mein Bruder, der keine Bücher mag, droht mir immer meine Bibliothek abzufackeln und / oder macht Witze darüber, dass sie sich für den Kamin gut eignen würden :mad:
 
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Lesehorizont

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Mainz
Wenn ein Buch brennt, wenn ein Buch zerstört wird, wenn ein Buch stirbt, wird etwas von uns für immer verstümmelt. Wenn ein Buch brennt, sterben alle Leben, die es möglich gemacht haben, alle Leben, die darin enthalten sind, und alle Leben, denen dieses Buch noch Wärme und Wissen, Intelligenz, Genuss und Hoffnung hätte spenden können. Ein Buch zu zerstören, ist buchstäblich Mord an der menschlichen Seele.
Wahre Worte. Das Zitat hatte ich mir auch notiert.
Dieses Buch enthält so viel historisches Wissen, interessante Fakten. Man kann es immer wieder lesen.
Das ist auch der Grund, warum ich hier länger pausiert habe. Für mich ist es kein Buch, dass man bei stressigen Arbeitstagen nebenher lesen kann. Es braucht Zeit, die ganzen Informationen aufnehmen zu können. Gerade in diesem Abschnitt steckt so viel drin.

Da ihr alle an mir vorbei seid (oder Lesehorizont) kann ich ja ruhig sagen, dass ich Suizide aufgrund von Lektüren wie Die Leiden des jungen Werther oder Phaidon (hab nicht begriffen, was da drin steht) - für völlig unsinnig halte. Menschen, die sich deshalb umbringen, bei denen stimmte vorher schon etwas nicht. Und wenn es nicht das Buch gewesen wäre, hätte es eben einen anderen Auslöser gegeben.
Du hast sicher Recht, dass nicht allein solche Lektüren zum Selbstmord führen, dennoch tun sie wohl oft ihr Übriges bzw. können in einer verzweifelten Situation durchaus so eine Art "Zünglein an der Waage" sein, denke ich. Ich meine dazu mal eine Statistik gesehen zu haben, die dies bestätigt.

Ich kann mit vorstellen, dass gerade Verbote dazu verleiten, die alte Fassung zu lesen. Besser wäre es diese Bücher so zu lesen wie sie geschrieben wurden und im Kontext der damaligen Zeit einordnen. Das hilft m.E. auch Kindern zu verstehen, wie sich die Zeit verändert, um die Wahrnehmung in der heutigen Zeit einzuordnen.
Ganz meine Meinung! Ich bin auch für das Beibehalten der Originale und dann eben eine angemessene Auseinandersetzung damit, die im Fall von Kinderbüchern eben Erwachsene leisten müssen.
 

Sassenach123

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27. Dezember 2015
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Da stimme ich Dir zu. In der Geschichte hat Feuer in dieser Hinsicht ja schon Übles angerichtet. Mein Bruder, der keine Bücher mag, droht mir immer meine Bibliothek abzufackeln und / oder macht Witze darüber, dass sie sich für den Kamin gut eignen würden :mad:
Das ist gemein, auch wenn er damit nur droht und es nie tun würde. So sind sie….die Brüder:rofl
 

milkysilvermoon

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13. Oktober 2017
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Mir hat das auch nicht gefallen. Ich mag ihre Gegenwartsverweise und ihre Bezüge zu anderen literarischen oder filmischen Werken außerordentlich gern, aber ihre persönliche Biographie musste ich jetzt auch in dieser Form nicht haben. Die Passage in einem früheren Teil, wo sie z.B. von der Bibliothek in Florenz berichtet, fand ich sinnvoll, aber diese Grundschulepisoden empfinde ich als nicht ergiebig. Das hat für mich etwas Mitleid heischendes.

Ich hätte nicht benennen können, was mich daran gestört hat. Aber das könnte es sein…
 

milkysilvermoon

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13. Oktober 2017
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Ganz besonders spannend ist für mich ja immer wieder die "Übersetzung" - da hätte Frau Vallejo für mich ruhig noch etwas ausführlicher werden dürfen. "Übersetzung" ist tatsächlich in gewisser Weise ein schöpferischer und vor allem interpretatorischer Akt: Warum dieses Wort und nicht jenes, welche Sprachnuance ändert sich, welches Sprachniveau wird hier genutzt? Eine Übersetzung kann die ganze Wirkung eines Textes verändern.

Und zu guter Letzt natürlich: die Abänderung alter Text, um sie unserer empfindsamen "political correctness" anzugleichen. Ein heikles Thema, aber ich unterschreibe jedes Wort, das Frau Vallejo dazu äußert. Literatur ist auch Zeitzeuge eines Zeitgeists und wer sind wir eigentlich, dass wir uns dazu aufschwingen und nun meinen "Verbesserungen" in Klassikern anzubringen?

Ich sehe das sehr ähnlich wie die Autorin. Und das sind auch gute Beispiele dafür, dass es hier nicht nur um die Geschichte der Bücher geht, sondern auch die Gegenwart der Literatur.