Rezension (5/5*) zu Der Dichter des Teufels: Roman von Tanja Schurkus

L

lord-byron

Gast

Rasend die Finger und jene Herzen
die lauschen im Lichte der Kerzen
flackernd und wild irret sein Blick
und kehrt aus dem Wahne nicht mehr zurück.

Sein Fluch ist die Geige
sie sitzt ihm im Nacken
Er gab seine Seele und brachte ein Opfer
ein junges Blut -
Nun quält ihn die Geige
mit unsterblichem Ruhm.

Tosender Beifall dringt in seine Ohren,
die Geige, er senkt sie und weiß:
Seine Seele ist auf immer verloren. (ca. Seite 59)

Man schreibt das Jahr 1812, als der junge Ferdinand Hochzeit mit seiner geliebten Braut Lucinde feiert. Da sie die Hochzeitsnacht nicht in Lucindes ehemaligen Dorf verbringen möchten, machen sie sich auf den Weg zu einer Herberge. Zuvor müssen sie durch einen dunklen Wald, in dem immer wieder Menschen verschwinden. Doch sie kommen unbehelligt im Gasthof an und gerade als sie die Hochzeitsnacht vollziehen wollen, wird Ferdinand bewusstlos geschlagen und Lucinde geraubt. Der junge Bräutigam kann sich nur noch an einen unglaublichen Gestank erinnern und an dämonische Fratzen. Er macht Meldung bei dem französischen Gendarm Picaud und erbittet dessen Hilfe. Gemeinsam machen sich die Beiden auf den Weg um herauszufinden, was mit Lucinde geschah. Hat es etwas mit dem Verschwinden der vielen Menschen in dem Wald zu tun? Sind hier wirklich Dämonen am Werk? Oder kann man doch alles ganz natürlich erklären?

Tanja Schurkus ist mit ihrem Buch "Der Dichter des Teufels" ein toller und spannender historischer Krimi gelungen, der einfach nur Spaß gemacht hat. Er spielt in einer Zeit, in der einige Teile Deutschlands zu Frankreich gehörten. Einer Zeit, in der Kaiser Napoleon sich aufmacht um Russland zu besiegen. Darum wird der im Krieg schwer verletzte Picaud als Gendarm im Harz eingesetzt, denn für den Dienst an der Waffe taugt er durch seine Knieverletzung nicht mehr.

Picaud fand ich einfach klasse. Wenn er wieder nach deutschen Worten sucht oder Sprichwörter und sonstiges durcheinander wirbelt. Ein Mensch der denkt, dass die Deutschen schreckliche Barbaren sind, und nicht in der Lage ein schmackhaftes Essen oder einen genießbaren Wein zuzubereiten. Aber er trägt das Herz auf dem rechten Fleck und hat mich mit seinen Äußerungen so manches mal zum Lachen gebracht.

Von Lucinde erfährt man leider nicht so viel, da sie gleich am Anfang der Geschichte entführt wird. Ferdinand ist zwar etwas ungestüm und die Angst um seine Braut treibt ihn bald in den Wahnsinn, aber auch er ist ein netter Kerl, der sein Leben für seine Liebste geben würde. Und Marie, die in der Geschichte eine wichtige Rolle spielt, fand ich auch absolut großartig. Natürlich gibt es auch widerliche Fieslinge und gemeine Bösewichte oder auch aufgeblasene Großkotze.

Das Buch hat wirklich alles, was ein spannendes und unterhaltsames Buch ausmacht. Ganz toll fand ich, etwas mehr über diese Zeit zu erfahren, in denen die Franzosen über Teile Deutschlands herrschten. Der Kriminalfall ist gut durchdacht und man weiß wirklich ganz lange Zeit nicht, ob alles mit rechten Dingen zu geht, oder ob hier wirklich übernatürliche Wesen am Werk sind.

Ich vergebe für dieses großartige Buch 5 von 5 Punkte, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung für alle, die gerne historische Krimis lesen. Ich hoffe sehr, dass es noch viele weitere Bücher mit dem Gendarm Picaud geben wird, denn er ist mir sehr ans Herz gewachsen.

© Beate Senft

lord-byron

Zum Buch... (evtl. mit weiteren Rezensionen)
 
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