Rezension (5/5*) zu Crafael: Fantasy-Romance von Ewa Aukett

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Die Indie-Autorin Ewa Aukett hat bereits viele Leser mit ihren Werken begeistert. Deshalb habe ich mir einen längeren Text von ihr erwählt, um ihn hier vorzustellen. „Crafael“ nennt sich ihr Fantasy-Roman, der zu den Büchern zählt, die ich ohne Abstriche als „literarische Schätze“ bezeichnen möchte. Warum das so ist, lest ihr nun.

Die Geschichte nimmt ihren Anfang in den schottischen Highlands. Wir befinden uns in einer tausend Jahre zurückliegenden Vergangenheit. Eine dunkle Macht bedroht den Clan der McCallahans. Leandra, die Schwester des Clanführers, erhält jedoch überraschend Hilfe. Ein uralter Drache wird zu ihrem Begleiter und unterstützt sie auch im Kampf. Eines Tages werden die beiden an der Grenze des Landes der Dunkelalben überfallen und von den Soldaten des Crafael Ledoux gerettet. Zunächst ist Leandra von dem Fürsten der Dunkelalben nicht eben begeistert, obwohl er sich ihr gegenüber neutral verhält, doch nach und nach ergibt sich für die beiden ein gemeinsames Leben.
Was Leandra jedoch nicht weiß, ist, dass Crafael als Dunkelalb über Fähigkeiten verfügt, die ihr fremd sind. So kann er seine Seele vom Körper trennen und mit dieser durch die Zeit reisen. Als Leandra eines Tages auf dem Schlachtfeld aus dem Leben gerissen wird, beschließt Crafael, ihrer Seele durch die Zeiten zu folgen.

An diesem Werk gibt es nichts zu bemängeln. Vereinzelte Flüchtigkeitsfehler wird man kaum bemerken, da die Handlung einen völlig in ihren Bann zieht. Diese ist recht komplex, aber dennoch stets nachvollziehbar und verständlich geschildert. Anfangs verwirren die vielen mitwirkenden Figuren zwar ein wenig, aber das legt sich nach ein paar Seiten wieder. Außer Leandra und Crafael betreten nämlich noch weitere Charaktere die Bühne, aber nach und nach wird klar, was sie miteinander verbindet. Man befindet sich beim Lesen dieses Romans also auf einer faszinierenden und äußerst spannenden Entdeckungsreise, auf welcher man immer wieder mit überraschenden Wendungen und Fügungen belohnt wird.
Zu Beginn des Textes erscheinen zwar solche Begriffe wie „Drachenkriegerin“, „Highlander“ oder „Alben“, die gewisse Assoziationen bezüglich des Buchinhaltes wachrufen. Davon sollte man sich jedoch keinesfalls beirren lassen, denn die Handlung geht weit über das hinaus, was man für gewöhnlich in Fantasy-Romanen vorfindet. Die Geschichte ist romantisch und gefühlvoll, doch ebenso mysteriös und tragisch. Keine dieser Emotionen erscheint dabei gekünstelt oder konstruiert. Sie wirken stattdessen stets organisch und lebendig und reißen einen mit.
Ewa Aukett verfügt über einen überzeugenden, prägnanten Schreibstil, der keinerlei Wünsche offen lässt. Ihr Ausdruck passt perfekt zum jeweiligen Szenario und bewegt sich weit abseits ausgetretener Pfade. Wer einen gepflegten und versierten Umgang mit dem Medium Sprache zu schätzen weiß, wird sich hier sofort wohl fühlen.

„Crafael“ hat so viel an hervorragend ausgestaltetem Inhalt zu bieten. Das aufmerksame Lektorat tut sein Übriges zum rundum positiven Eindruck. Man hat hier das Gefühl, etwas Ganzes, Vollwertiges zu bekommen. „Crafael“ steckt voller Überraschungen, weshalb hier nicht nur die Fans der Fantasy unbedingt zugreifen sollten, sondern auch diejenigen Leser, die hochwertige Literatur lieben. Selten war eine so formvollendete Geschichte so günstig zu haben wie hier.

homo.nemetiensis

Zum Buch... (evtl. mit weiteren Rezensionen)
 

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