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  1. Renie

    Renie Moderator
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    4. Leseabschnitt: Seite 122 bis Ende
     
  2. parden

    parden Forumlegende

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    Was. Für. Ein. Verrat.

    Und meine Güte, kann Ekaterine Togonidze schreiben. Wie eindringlich, gerade die letzten Minuten im Leben der Schwestern.

    "Ich wollte allen ins Gesicht sagen: Auch ich bin eine von euch. Auch ich bin... ein Mensch." (S. 176)

    Die Lektüre macht betroffen. Sogar Rostom. Endlich.

    Mehr bleibt nicht zu sagen.
     
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  3. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    Der Verrat ist unglaublich, und letztlich drückt Linas Wunsch als Mensch betrachtet zu werden, die ganze Tragik ihres Schicksal in sich. Keine/r, vielleicht ihre Großmutter, die die beiden aber auch nie gestreichelt hat, hat sie als Menschen wahrgenommen - als zwei unabhängig voneinander denkende junge Heranwachsende mit Gefühlen und Sehnsüchten. Der Verrat Saschas muss so zwangsläufig zu Linas Selbstmord führen. Er hat ihr all das genommen, was sie sich erträumt hat.
    Diana erweist sich auch am Ende als die realistischere:
    "Hat sie denn nie begriffen, dass sie ihr ganzes Leben nur die eine von mir war." (178)
    Nur der Tod trennt sie. Obwohl Diana gerne weitergelebt hätte, verzeiht sie Lina, da sie weiß, dass sie in dieser Gesellschaft keine Chance auf ein menschenwürdiges Leben hat. Erst zum Ende hin, zeigt Rostom einen Hauch von Verantwortung und bemüht sich die Vergangenheit zu verstehen.
    Das Bild des "Doppelbaumes" hat mir auch sehr gut gefallen, der Apfel- und Pfirsichbaum, der symbolisch für die beiden steht.
    Wie interpretiert ihr den letzten Satz?
     
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  4. Sassenach123

    Sassenach123 Platin Mitglied

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    Für mich ist das Ende insofern überraschend, dass ich immer dachte Diana würde ihr Leben auf diese Art beenden. Lina und Diana haben schlimmes aushalten müssen. Wie können Menschen nur so grausam sein?
    Die Tatsache das Rostom nun endlich Herz zeigt kommt zwar zu spät, entschädigt mich aber dennoch.
    Die letzten Sätze des Romans sind sehr ergreifend. Ich bin wirklich froh dieses kleine Juwel gelesen zu haben. Wahnsinn!
     
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  5. milkysilvermoon

    milkysilvermoon Mitglied

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    Wenn man denkt, das Buch kann nicht tiefer erschüttern und schockieren, dann setzt die Autorin immer noch eins drauf. Die Lektüre bleibt definitiv im Gedächtnis und macht sehr nachdenklich.

    Mich hat es sehr betroffen gemacht zu lesen, was die Leute im Zirkus über die beiden dachten. Selbst diejenigen, die freundlich zu Diana und Lina waren, haben sie offenbar nie als Individuen gesehen und behandelt, sondern als eine Person mit zwei Köpfen. Dass die Zwillinge nicht als zwei Menschen, sondern als ein einziges Wesen betrachtet wurden, wird im letzten Leseabschnitt an mehreren Stellen noch mal so richtig deutlich.

    Der Verrat an den beiden ist einfach furchtbar. Und auch wenn es schon vorher den Hinweis darauf gab, ging mir der Suizid nahe.
     
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  6. milkysilvermoon

    milkysilvermoon Mitglied

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    Ich hätte auch eher auf Diana getippt, aber die Verletzung durch den Verrat war bei Lina natürlich viel größer. Insofern war das Ende absolut schlüssig.

    Für mich kam Rostoms Wandlung und Einsicht zu plötzlich.
     
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  7. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Ich habe den letzten Satz nicht verstanden. Vage drückt er Hoffnung aus.
    Die rechte Seite steht für Diana. Sie ist der Apfelteil. Und er blüht so stark, dass er Lina, den Pfirsichteil überdeckt. Also Diana lebt weiter trotz des Selbstmordes ihrer Schwester?

    Das hat mich auch berührt. Besonders da wir ja aus den Tagebucheintragungen wissen, dass die beiden sehr unterschiedliche Persönlichkeiten waren.

    Rostom hört im Bus Kommentare zum Zirkus, der schließen musste. "Sie sollen auch zweibeinige Tiere gehabt haben, wo die wohl gelandet sind."S.164
    Das bringt es auf den Punkt! Die siamesischen Zwillinge, vielleicht auch die Kleinwüchsigen usw. werden nicht als Menschen gesehen.
    Lina fragt in ihrem Gedicht:..."Zähl ich als Mensch oder gehöre ich nicht dazu?"
    Schön fand ich den Satz von Diana in ihrem Tagebuch: "Linas Gedichte sind viel weiser, viel größer als sie."

    Diese Frage: Zähl ich als Mensch? wird ja auch an den Leser gestellt. Wir haben von unserer "Verstörtheit" gesprochen, wenn wir siamesische Zwillinge sehen...für mich ist durch den Roman ein Stück Berührungsangst weggenommen worden. Ganz klar: Behinderte Menschen, egal wie sie aussehen gehören auch dazu! Wir Menschen sind nunmal sehr vielfältig.

    Zu Beginn des Romas habe ich gehofft, dass Rostom am Ende doch noch Mitgefühl für seine Töchter empfindet. Die Hoffnung wurde Gott sei Dank erfüllt. Er bittet sie sogar um Vergebung (Ent - schuld -igung)
    Sein Sinneswandel kommt für mich auch sehr plötzlich - da geht es mir wie @milkysilvermoon - unrealistisch aber trotzdem tut es gut.
     
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  8. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Ich dachte auch über längere Strecken, dass Diana die Pillen nehmen wird. Es wird ja auch angedeutet. Sie schreibt in ihrem Tagebuch immer wieder, dass sie nicht mehr aufwachen will.
    Lina hatte ja Freude an ihrem Leben...aber das basierte ja auf naiven Annahmen. Insofern war für sie der Verrat des Zauberers und auch der anderen Mitglieder verheerender.
     
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  9. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Du hast wieder genau die Stellen herausgesucht, die ich mir auch markiert habe. Das ganze Dilemma wird am Ende noch einmal allzu deutlich.
    Deiner Interpretation zum Baum kann ich mich völlig anschließen, eine andere fällt mir auch nicht ein. Ich finde das Bild so tröstlich, dass Diana irgendwie/irgendwo weiterlebt....
    Da die Sprache insgesamt ihre Poesie hat, passt dieser Schlussakkord.
     
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  10. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Noch ein Wort zu Zaza und Rostom:
    Im.letzten Abschnitt wurde ja klar, dass Zaza ein Verwandter ist. Ich glaube nun, dass er bewusst abgetaucht ist: er sah, dass die Großmutter dem Tode geweiht war. In Folge würde sie keine Rente mehr haben, von der er einkaufen könnte, denn mit Sicherheit hat er ich eine ordentliche "Provision" für seine Dienste berechnet...
    Dass er die Zwillinge auch noch bestehlen will: Dreist!!

    Ebenso berechnend ist Rostom. Elena war deutlich jünger als er, vielleicht sogar Studentin wie Ekaterina. Er hat sie ausgenutzt, hängen lassen, ihr das Geschenk wieder abgenommen und so weiter....
    Dass dieser Mensch sich am Ende durch gefühlige, sehr persönliche Tagebücher zum Umdenken bewegen lässt...? Schön für den Roman. Ein versöhnliches Ende.
     
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  11. Anjuta

    Anjuta Bronze Mitglied

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    Die eine ist krank, die andere nicht. Darunter leidet die andere enorm. Der Zusammenhalt ist wirklich enorm:
    S. 178: "Wir haben gemeinsam das Leben geschenkt bekommen, nur im Tod sind wir getrennt." Ist das wirklich so? Kann Lina tatsächlich Tabletten nehmen, ohne den Tod auch von Diana zu verursachen? Wohl nicht: Selbstmord wird unweigerlich hier gleichzeitig zum Mord. Diese existentielle Situation beschert uns der Roman von Ekaterine am Ende. Und treibt damit die wirklich unglaubliche Konstellation der beiden Schwestern in ihrem Miteinander auf die Spitze. Da heißt es für den Leser schon: ganz tief durchatmen!! Das geht ganz tief an die Substanz! Ein unvergleichliches Leseabenteuer geht so seinem Ende entgegen.
     
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