4. Leseabschnitt S. 345 bis 444

Wandablue

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18. September 2019
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Brandenburg
Jetzt müssen wir zum Ende kommen. Lest das nicht, wenn ihr den Abschnitt noch nicht fertig habt!!!

Das Ende. Leider. So eine Enttäuschung. Es kündigte sich an.

Geschrieben ist es nett, darum kann ich das Buch nicht verreissen, - will ich auch gar nicht - aber: man erkennt schon, ob jemand tot ist oder nicht. Jeder seit Agathe Christie weiß, dass man einen Spiegel vor den Mund hält, der sich beschlagen wird. Und dass man Puls hat.

Und selbst wenn nicht ganz tot, wird jemand, den man für tot gehalten hat, nicht so viel Kraft haben, sich aufzuknüpfen, wieder einzuknüpfen, mit aller Gelassenheit abwarten können, wohin man transportiert wird, sich im kalten Wasser von allem befreien, auftauchen und einen langen Marsch, klatschnass, nach irgendwohin - mit kein Geld, kein Dings, kein Bums - und das merkt keiner - NEIN.

Davon mal abgesehen - hätte ich es gerne gesehen, die Autorin hätte - wenn sie den Roman schon so enden lässt, wie sie es tut - das Ganze weiter ausgezogen. Wie kann man damit leben? Das hätte mich interessiert.

Bleibt unterm Strich: dass ich mich amüsiert habe, weil sehr nett geschrieben, dass aber doch manches offen bleibt.

Z.B. auch die Nichtmehrannäherung zwisch Tochter und Mutter - fand ich unglaubwürdig.
Und die Fixierung auf Alexander finde ich auch höchst fragwürdig.
 

ulrikerabe

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14. August 2017
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@Wandablue hat genau das zusammengefasst, was mich auch gestört hat. Es ist schlicht und einfach unglaubwürdig, wie Hannah überleben konnte.

Was mich auch die ganze Zeit nachdenklich gemacht hat: Auf Seite 50 steht
[zitat]Andy sieht seine Männer das Boot ins Wasser schieben.
»Ihr Gärtner meinte, dass der See da draußen in der Mitte sehr tief ist«, sagt er.
Die Tochter des Hauses steht neben ihm. Sie hat sich als Jo vorgestellt, das musste er zugeben, dennoch konnte er nicht umhin, spöttisch zu grinsen, als er ihren vollen Namen in den Notizen seines Kollegen las: Jocelyn Lucia Venetia Holt.[/zitat]

und auf Seite 355 [zitat]»Wie heißt du denn?« »Jocelyn Camilla Verity Holt.«[/zitat]

Ich habe bis zum Schluss auf eine Offenbarung gehofft, aber ich fürchte, es ist nur schlechtes Lektorat.
 

Wandablue

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18. September 2019
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Und was war mit dem Jagdunfall? Da wird die ganze Zeit darauf herumgeritten - und dann gar nix mehr?

@ulrike: Na ja, das ist was Einmaliges - das kann ich verzeihen. Aufmerksam gelesen!
 
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ulrikerabe

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14. August 2017
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Und was war mit dem Jagdunfall? Da wird die ganze Zeit darauf herumgeritten - und dann gar nix mehr?

@ulrike: Na ja, das ist was Einmaliges - das kann ich verzeihen. Aufmerksam gelesen!

Stimmt der Jagdunfall, völlig unnötig!

zu den Namen: Ich fand Venetia so herrlich dekadent, dass es mir in Erinnerung blieb. Und den Namen Verity liebe ich seit ich vor etwa 35 Jahren Agatha Christies "Das Schicksal in Person" gelesen habe. ;)
 
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Sassenach123

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27. Dezember 2015
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Was soll ich sagen, ich habe etwa spektakuläreres erwartet. Das Ende hat mich nicht überrascht, es ist leicht nachzuvollziehen, aber das will man doch gar nicht bei so einer Hanlung im Vorfeld, die sehr viel Spannung erzeugt hat. Ich möchte überrascht werden!
Das Lady Holt mit ihrem Handgelenk dann zur Höchstform auflief, hat es auch nicht besser gemacht. Den Jagdunfall habt ihr @Wandablue @ulrikerabe bereits erwähnt, aber was ist mit den Fälschungen? Distanzieren sie sich jetzt von solchen kriminellen Machenschaften oder machen Sie weiter?
Naja, fürs Gemüt gab es ja ein perfektes Friede-Freude-Eierkuchen Szenario, dass ich in dem Umfang auch nicht gebraucht habe.
 

Wandablue

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18. September 2019
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Der Schluss ist für die Qualität des Buches wirklich ein Debakel. Die Fälschungen: da hab ich auch nicht verstanden, warum sie die gebraucht haben und nicht die Originale verkauft haben. Dekadentes Pack!
Den Kuchen essen wollen und ihn behalten. No!

So. Jetzt ziehen wir Punkte ab und schreiben Rezi. Ich hab extra auf euch gewartet mit der Publikation.
 

Mikka Liest

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14. Februar 2015
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Hilter am Teutoburger Wald
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Tja, ihr habt das Meiste, das mich gestört hat, schon wunderbar zusammengefasst. Besonders darüber, dass sie sich auswickelt, selber wieder einwickelt und es irgendwie noch hinkriegt, sich zu verschnüren, habe ich ungläubig geschnaubt. ⠀

Und dass jemand mit einem ohne Zweifel massiven Schädel-Hirn-Trauma in eiskaltem Wasser lange genug wartet und dann wieder auftaucht, ohne das Bewusstsein zu verlieren, bezweifele ich auch. ⠀

Mich hat auch Folgendes gestört: ⠀

Die durchtriebene, intrigante Hannah wurde SCHON MAL fast von einem Mitglied der Familie Holt getötet (sie ist sich ja sicher, dass das von Jo Vorsatz war), was SCHON MAL von den anderen Mitgliedern vertuscht wurde. Und dann treibt sie Virginia und Jo dermaßen in die Ecke, ohne ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten? Sie begibt sich in eine Situation, in der sie in der Minderheit ist, ohne sich zu bewaffnen oder zumindest fallen zu lassen, dass sie... Was weiß ich, irgendwo hinterlegt hat, wo sie ist, damit Virginia und Jo nicht auf dumme Gedanken kommen. ⠀

Als die tollen Messer erwähnt wurden, war mir sonnenklar, dass die irgendwie noch zum Einsatz kommen. Allerdings hatte ich erwartet, dass es auf irgendeine Art Ruby sein würde, die Hannah den Garaus macht – einfach, weil die Autorin sonst sehr gerne Parallelen zwischen Vergangenheit und Gegenwart aufbaut. ⠀

Ich fand auch schade, dass das ganze Buch hindurch immer wieder einfließt, welche Lügen Hannah Jo in ihrer Kindheit eingetrichtert hat und wie sehr sie deren Vertrauen in ihr eigenes Gedächtnis untergraben hat, und dann gibt es da am Schluss nicht die übliche "Heldenreise". Nachdem Jo erkennt, dass Hannah sie angelogen hat, hätte ich damit gerechnet, dass sie sich im Geheimen mit ihrer Mutter zusammentut und weiter vorgaukelt, sie wüsste von nichts, um Hannah zu stoppen. Dann wäre der Plan klassischer Weise erstmal gescheitert, und am Schluss hätte Ruby dann den Tag gerettet.⠀

So gibt es wahnsinnig viel Vorlauf, und dann verpufft es binnen weniger Seiten, weil Hannah aus irgendeinem Grund einfach ihre Deckung aufgibt. Sie liebt es doch, zu intrigieren und sich schlauer zu fühlen als die Menschen, die sie verachtet, da hätte es mehr zu ihr gepasst, dass sie versucht, Jo weiter auf ihre Seite zu ziehen.
 
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SuPro

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28. Oktober 2019
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Baden Württemberg
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Tja, soll ich das jetzt hier schreiben oder erst im Fazit?
Die Auflösung hat mich enttäuscht. Eigentlich zum Haare raufen!
Sie ist für mich nicht glaubwürdig und lässt zu viele Fragen offen...wie Wandablue ja auch schon schon erwähnt hat und wie viele von euch es empfinden.
Für mich ist es nicht vorstellbar, dass Hannah überlebt hat. Es wirkt zu konstruiert.
Ich fühlte mich gut unterhalten und ich war auch ziemlich gespannt und neugierig. Aber dann folgte die Enttäuschung... der Schluss hat Qualität und Niveau des Buches deutlich herabgesetzt. So würde Ich das jetzt mal formulieren.
Irgendwie habe ich das Ende so erlebt wie „Ende gut, alles gut“. So rund. Zu rund, aber eben nicht erstaunlich und überraschend, sondern fraglich.
 
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Xanaka

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12. Juli 2015
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Also mir hat das Ende gefallen. Es war ja im Grunde kein Krimi, sondern ein Roman. Ob das jetzt alles so glaubhaft sein muss, ist mir nicht unbedingt wichtig. Für mich ist das eher schriftstellerische Freiheit. Manche Dinge fand ich zwar grenzwertig, gerade wenn es um das Verhalten der Nanny ging. Sie war sich ja am Ende ihrer Position so sicher. Überrascht hat mich dann natürlich die Reaktion von Jo, sie sich vermutlich in dem Moment auch extrem unter Druck gesetzt fühlte.

Und wie damals die Nanny den Mordanschlag überlebte, da gab es in anderen Krimis auch schon Mordopfer die den Anschlag überlebt hatten.

Ich denke jetzt immer noch über die Rezension nach.
 
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milkysilvermoon

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13. Oktober 2017
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Leider ist das Ende einfach nur enttäuschend. Ich hatte mir etwas Raffinierteres oder zumindest Überraschenderes gewünscht. Stattdessen wurde es genauso so aufgelöst, wie ich es befürchtet hatte. Nicht nur dass die Aktion im Bootshaus und im See recht unrealistisch ist. Zum Schluss verhält sich Hannah auch unlogisch und inkonsistent, was ihr Verhalten angeht.

Und selbst wenn nicht ganz tot, wird jemand, den man für tot gehalten hat, nicht so viel Kraft haben, sich aufzuknüpfen, wieder einzuknüpfen, mit aller Gelassenheit abwarten können, wohin man transportiert wird, sich im kalten Wasser von allem befreien, auftauchen und einen langen Marsch, klatschnass, nach irgendwohin - mit kein Geld, kein Dings, kein Bums - und das merkt keiner - NEIN.

Und was war mit dem Jagdunfall? Da wird die ganze Zeit darauf herumgeritten - und dann gar nix mehr?

Die durchtriebene, intrigante Hannah wurde SCHON MAL fast von einem Mitglied der Familie Holt getötet (sie ist sich ja sicher, dass das von Jo Vorsatz war), was SCHON MAL von den anderen Mitgliedern vertuscht wurde. Und dann treibt sie Virginia und Jo dermaßen in die Ecke, ohne ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten? Sie begibt sich in eine Situation, in der sie in der Minderheit ist, ohne sich zu bewaffnen oder zumindest fallen zu lassen, dass sie... Was weiß ich, irgendwo hinterlegt hat, wo sie ist, damit Virginia und Jo nicht auf dumme Gedanken kommen.

So gibt es wahnsinnig viel Vorlauf, und dann verpufft es binnen weniger Seiten, weil Hannah aus irgendeinem Grund einfach ihre Deckung aufgibt. Sie liebt es doch, zu intrigieren und sich schlauer zu fühlen als die Menschen, die sie verachtet, da hätte es mehr zu ihr gepasst, dass sie versucht, Jo weiter auf ihre Seite zu ziehen.

Genau diese Dinge gingen mir auch durch den Kopf!

@Sassenach123 Im letzten Kapitel ist davon die Rede, dass sie mit Elisabeth „planen“. Klingt für mich so, als ob sie weitermachen. Die Frage ist halt auch, welche Alternativen sie haben. Die Familie ist verschuldet und braucht Geld. Und selbst wenn Virginia und Jo aufhören wollen, müssen die beiden anderen mitspielen, denn sie können sich gegenseitig erpressen. Da ist ein Ausstieg schwierig.
 

parden

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13. April 2014
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Niederrhein
www.litterae-artesque.blogspot.de
Huch, das war wirklich mal ein schwaches und unglaubwürdiges Ende - Ihr habt im Grunde schon alles dazu geschrieben. Ich schließe mich der kritischen Fraktion hier an, da wäre sicher mehr drin gewesen, und vieles blieb tatsächlich offen... Auch wenn es 'nur' ein Roman ist und kein Krimi gehört ein vorstellbares Ende für mich zu einer gelungenen Erzählung dazu - und hier gab es leider vieles, das wenig vorstellbar ist. Schade...