4. Leseabschnitt: Kapitel 9 bis 12

Irisblatt

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15. April 2022
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Dieser LA hat mich genervt. Die dramatischen Befindlichkeiten von Julka und Marci sind einfach nur anstrengend zu lesen. Dass sich fast alles nur um Sex dreht, finde ich nur noch langweilig. Alle scheinen permanent nur ans Vögeln zu denken. Ich vermisse die vielseitige Erzählweise des ersten LA und hoffe, dass es nicht so weitergeht.
 

otegami

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17. Dezember 2021
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Ufffff, also diesen LA empfand ich als sehr langatmig: im Zentrum steht die Dreiecksgeschichte von Julka, von Marci und Garas, dem Bauern und wer gerade will oder nicht will, wie sich Julka dabei fühlt, wenn sie gerade will und wie sie sich fühlt, wenn sie nicht will. *Augenverdreh*
(Das hätte etwas komprimierter geschrieben werden können!)
Interessant fand ich Julkas Wissen um den Geruch einer Frau :helo , den Betrieb des Bordells in Lápos und Sätze wie 'Ihre Fantasie sauste wie ein Webstuhl und webte den ganzen Tag lang die kniffligsten Muster.'
 

Federfee

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13. Januar 2023
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Es klingt, als ob Julka selber Vorurteile habe, wie 'Zigeuner' sind: schwatzhaft, sagen nicht immer die Wahrheit. (Oder es ist Székely.)

Eine merkwürdige Dreiecksbeziehung, die Julka da eingegangen ist. Sie scheint beide Männer zu lieben und schläft mit beiden, mit Marci heimlich. Er scheint gewalttätig zu sein (gegenüber Julka und dem Pferd) und denkt schlecht über sie (Hure).

Julka kann ich nur schwer verstehen. Als Marci weg ist und sie nur noch ab und zu besuchen kommt, sehnt sie sich unglaublich nach ihm und weiß die stille Liebe von Garas nicht zu schätzen. Bisher erschien sie mir so fröhlich und lebenstüchtig, aber als Marci im Nachbarort als Geiger ist, tut sie nichts mehr und starrt nur noch aus dem Fenster oder liegt im Bett. Garas erweist sich weiterhin als unglaublich gütig und verständnisvoll.​

'Manche Fragen sollte man nicht stellen, wenn man mit der Antwort nicht zurechtkäme. (269)​
 

otegami

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17. Dezember 2021
2.018
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Julka kann ich nur schwer verstehen. Als Marci weg ist und sie nur noch ab und zu besuchen kommt, sehnt sie sich unglaublich nach ihm und weiß die stille Liebe von Garas nicht zu schätzen. Bisher erschien sie mir so fröhlich und lebenstüchtig, aber als Marci im Nachbarort als Geiger ist, tut sie nichts mehr und starrt nur noch aus dem Fenster oder liegt im Bett.​
Geht mir genauso!!!!! Das Mädle weiß nicht, was sie will! Gut, sie ist erst 20, aber ich hatte teilweise das Gefühl, sie wäre mitten in der Pubertät! :apenosee
Garas erweist sich weiterhin als unglaublich gütig und verständnisvoll.
Der gefällt mir am besten! (Er ist allerdings auch schon 'gereift', hat viel erlebt und gesehen in seinem Leben!) Boah, dieses Vertrauen, das er hat! :oops: Das hätten doch in so einer Situation die wenigsten! ;)
 

Federfee

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13. Januar 2023
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Das Mädle weiß nicht, was sie will! Gut, sie ist erst 20, aber ich hatte teilweise das Gefühl, sie wäre mitten in der Pubertät!
Wahrscheinlich ist das durch ihr Leben bedingt. Sie hat nie gelernt, Beziehungen zu Männern etwas rationaler zu sehen. Sie scheint völlig vom Gefühl und ihren Lüsten beherrscht zu sein.
(Er ist allerdings auch schon 'gereift', hat viel erlebt und gesehen in seinem Leben!)
Ich glaube nicht, dass es seine 'Reife' ist, auch wenn das sicher mit eine Rolle spielt. Ich denke, dass er einfach ein 'guter Mensch' ist.
 

RuLeka

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30. Januar 2018
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Eine merkwürdige Dreiecksbeziehung
Marci zieht sie sèxuell an, aber bei Garas findet sie etwas , das sie noch nie erlebt hat. Eine Zuneigung, die nicht nur auf genaues Abwiegen von Geben und Nehmen angelegt ist. „ Diese schweigsame und verlegene Freundlichkeit war aber kein Teil der Abmachung, es war eine Zugabe, und Julka war vom Leben nicht gerade mit Zugaben überhäuft worden.“
Marci dagegen ist der Typ Mann, der mich nervt. Immer nur auf das Eine aus und daraus bezieht er sein Selbstbewusstsein.
Das hätte etwas komprimierter geschrieben werden können!)
Hier hat der Roman definitiv Längen.
Das habe ich mich in diesem Abschnitt auch gefragt und ich tendiere eindeutig zu Székely.
Obwohl Szekely sehr wohl auf Seiten der „ Zigeuner“ ist, Ihre jahrhundertelange Diskrimierung anprangert, scheint er dieser Volksgruppe bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben. Heute könnte dieses Buch so nicht mehr geschrieben werden.
aber ich hatte teilweise das Gefühl, sie wäre mitten in der Pubertät! :apenosee
sehr emotional und triebgesteuert. Einerseits schon sehr abgeklärt und „ erfahren“, gleichzeitig Verhaltensweisen wie ein pubertierender Teenager.
Der gefällt mir am besten!
Mir ebenfalls. Menschenfreundlich und erfahren. Ihm ist das Wohlergehen anderer sehr wichtig, erkennt Ungerechtigkeiten, ist aber kein revolutionärer Heißsporn, davor bewahrt ihn seine Erfahrung.
Ich denke, dass er einfach ein 'guter Mensch' ist.
Das auf jeden Fall. Aber seine Erfahrungen haben ihn Vorsicht gelehrt.
 

Barbara62

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19. März 2020
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Baden-Württemberg
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Ufffff, also diesen LA empfand ich als sehr langatmig: im Zentrum steht die Dreiecksgeschichte von Julka, von Marci und Garas, dem Bauern und wer gerade will oder nicht will, wie sich Julka dabei fühlt, wenn sie gerade will und wie sie sich fühlt, wenn sie nicht will. *Augenverdreh*
(Das hätte etwas komprimierter geschrieben werden können!)
Wobei mich die Erinnerungen an den Sex mit 12 Jahren von Julka und Marci mit Panni weit mehr abstößt. Welche Fantasien lebt der Autor da aus?

Obwohl Szekely sehr wohl auf Seiten der „ Zigeuner“ ist, Ihre jahrhundertelange Diskrimierung anprangert, scheint er dieser Volksgruppe bestimmte Eigenschaften zuzuschreiben. Heute könnte dieses Buch so nicht mehr geschrieben werden.
Definitiv! Und zwar nicht wegen des Wortes "Zigeuner", das ist noch das Harmloseste.

Trotz meines inneren Widerwillens gegen die Bettszenen, vor allem, soweit es Kinder betrifft, finde ich den Rest sehr gut geschrieben. Szekély ist ein ausgezeichneter Beobachter und Erzähler, wenn er mal die Schilderung von Trieben verlässt. Vielleicht kriegt das Buch noch die Kurve?

Nachdem ich 2 Tage unterbrechen musste, habe ich die Kapitel für mich noch einmal sortiert. Kapitel 2 bis 12 spielen alle vor Kapitel 1, das war mir vorher nicht mehr so klar. In Kapitel 1 ist Marci schon im Bordell in L. und Garas bereits in einen Bauernaufstand verwickelt. Wir nähern uns nun zeitlich allmählich Kapitel 1.
 

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29. März 2022
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Trotz meines inneren Widerwillens gegen die Bettszenen, vor allem, soweit es Kinder betrifft, finde ich den Rest sehr gut geschrieben. Szekély ist ein ausgezeichneter Beobachter und Erzähler, wenn er mal die Schilderung von Trieben verlässt. Vielleicht kriegt das Buch noch die Kurve?
Mir geht es ähnlich.
Ich hoffe auch, dass hier die Natur dieser Dreiecksbeziehung einmal geklärt werden muss, um dann wieder eine Konzentration auf Anderes zu ermöglichen. Mal sehen.
 

Lesehorizont

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29. März 2022
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So, wie die Meisten hier, empfand ich diesen Abschnitt als recht langatmig. Ich hoffe, damit ist es jetzt erst mal in Sachen Dreicksbeziegung genug. Ich denke, hier kommt gut genug raus, wie sie zu Marci und wie sie zu Garas steht.
Mal sehen, wie es nun weiter geht und ob das Buch wieder zur anfänglichen Faszination zurückfindet...
 

luisa_loves-literature

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Alle scheinen permanent nur ans Vögeln zu denken. Ich vermisse die vielseitige Erzählweise des ersten LA und hoffe, dass es nicht so weitergeht.
Genau auf den Punkt gebracht. Es passiert irgendwie gar nichts (anderes mehr).
Julka, von Marci und Garas, dem Bauern und wer gerade will oder nicht will, wie sich Julka dabei fühlt, wenn sie gerade will und wie sie sich fühlt, wenn sie nicht will. *Augenverdreh*
Meine Güte - dieses ewige "und heut' Abend...hab' ich Kopfweh" - soll das uns Garas noch sympathischer machen? Der arme Bauer, der alles gibt und nun in diese seltsame Vaterrolle gedrängt wird? Bei mir funktioniert das - ich habe Mitleid.
finde ich den Rest sehr gut geschrieben.
Ja, auf jeden Fall. Das ist der absolute Pluspunkt des Romans.
 
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luisa_loves-literature

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Was mir allerdings weiterhin sehr gefällt - neben der Sprache - ist der Aufbau der Handlung. Es kann ja durchaus anstrengend und nervtötend und ich desorientierend sein, wenn der Text sich in Rückblenden ergeht oder mittendrin anfängt, um dann zurückzuspringen und irgendwann an dem "Jetzt"-Punkt wieder anzukommen. Das hat Székely meiner Meinung nach sensationell im Griff. Abgesehen von der Tatsache, dass ich wie @Barbara62 inhaltlich die Rückblenden nicht mag, finde ich sie strukturell doch wunderbar in den Text eingebettet und das versöhnt mich wieder.

Der Abschnitt war zweifelsohne langatmig, aber dass Székely erzählen, konstruieren und aufbauen kann, wird immer wieder deutlich - auch wenn er es hier zugegebenermaßen auch mit mindestens 25% weniger Seiten geschafft hätte.
 
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