3. Leseabschnitt: TEIL ZWEI - Seite 157 bis 183

Sassenach123

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27. Dezember 2015
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Alecs Mutter möchte ihren Sohn wieder in die feine Gesellschaft integrieren und möchte ihn dazu bewegen, das Verhältnis mit Joy nicht öffentlich zu leben.
Dabei wissen es doch eh die meisten, da wird es wenig bringen sie unter Verschluss zu halten. Sie will das Beste für ihren Sohn, gut, aber eigentlich war sie es, die die ganze Geschichte aus dem Ruder laufen lassen hat. Wer weiß wo alle nun stünden, wenn sie sich nicht eingemischt hätte
Geschockt war ich von der Meinung Carles Merrick: "Ein kleiner Schubs wir doch wohl in jeder Ehe noch erlaubt sein. Fast hätte ich ihr erzählt, dass ich Dich mal mit einer Wärmflasche bewusstlos geschlagen habe." :monocleo_O:apenosee:mad:
Ja, schrecklich. Ich vergesse immer wie alt der Roman ist, und dass es da leider noch anders lief. Aber mit einer Wärmeflasche jemanden bewusstlos schlagen, war wahrscheinlich sogar für damalige Verhältnisse heftig
Gut fand ich, dass Alec zu Joy steht und die Einladung seiner Mutter nicht annehmen will, wenn sie nicht auch eingeladen ist, was in dieser Situation ja auch richtig ist.
Hätte ich ihm eigentlich nicht zugetraut. Und ich glaube auch, dass er mittlerweile gar nicht so glücklich mit seiner Situation ist
Jetzt gibt es aufgrund der Schwangerschaft von Joy auch kein Zurück mehr, nun geht es darum, Macht auszuüben und zu verletzen
Ist das wirklich so? Theoretisch könnte er Joy ja sitzenlassen. Es spricht zwar für ihn, dass er sie heiraten will, aber er ist ja momentan noch verheiratet, und wenn die beiden sich versöhnen, wäre Joy die Dumme. Ich befürchte, dass es so kommen könnte, und die arme Joy am Ende mit ihrem Kind alleine da stehen könnte.
Ich hätte nicht gedacht, dass sie gleich ein Kind zeugen.
Ob das Absicht war? Ich denke es war ein Versehen. Aber wissen können wir es natürlich nicht
 

Gina_Lesefuchs

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21. April 2024
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Ob das Absicht war? Ich denke es war ein Versehen.
Ich gehe davon aus, dass das Baby ein "Unfall" war, denn uneheliche Kinder waren damals doch eine Schmach. Das kann Alec als verheirateter Mann nicht wirklich gewollt haben. Vermutlich war es ihm egal, was aber auch zeigt, dass Joy, deren Ansehen damit noch mehr beschädigt wird als sein eigenes, ihm nicht wirklich etwas beduetet.
 

Lesehorizont

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29. März 2022
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Mainz
Ein Abschnitt, der sich schnell las - auch wegen der Kurzform der Briefe.
Es gibt viel Klatsch und Tratsch im Zusammenhang mit der Trennung und Alec steht nun wegen seinem Abgang mit Joy ziemlich allein da.
Komisch, erst wollte er nichts von ihr, jetzt ist schon ein Baby unterwegs. Welch rasanter Wandel! Für mich, wenn ich ehrlich bin, wenig nachvollziehbar.
Alec hat also allerhand trouble, aber auch bei Betsy scheint es nicht gut auszusehen. Die Familie zerbricht. Nur der Sohn ist für die Weihnachtsfeier eingeladen.
Das Buch liest sich angenehm, hält aber bislang eigentlich nichts Neues bereit.
 

Lesehorizont

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29. März 2022
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Mainz
Es wird intrigiert und getuschelt, warum es dazu kam.
Das trifft es gut. Man merkt, dass in dieser Zeit das Geschehen um Betsy und Alec gegen die vorherrschenden Sitten verstößt.
Gut fand ich, dass Alec zu Joy steht und die Einladung seiner Mutter nicht annehmen will, wenn sie nicht auch eingeladen ist, was in dieser Situation ja auch richtig ist. Ob die beiden glücklich werden, ist eine andere Frage...
Da hat er mal Mut bewiesen. Er steht nun zu Joy und will als Einheit gesehen werden. Mir erschließt sich aber nicht, wie in kurzer Zeit ein solcher Gesinnungswandel erfolgte.
 

Nosimi

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27. März 2024
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Nun ist es aus meiner Sicht vorbei mit der Komödie.
ja, absolut. jetzt wird mit harten Bandagen gekämpft. das habe ivh auch bei praktisch allen Freunden und Bekannten festgestellt: die initiale Trennung kann novh so harmonisch ablaufen, wenn es dann ins Trennungsjahr geht und sich Freunde und bekannte positionieren, es ums Geld oder einen neuen Partner geht, dann wird es immer unschön.
Die Charaktere scheinen mir auch alle unglücklich zu sein:
diesen Eindruck hatte ich auch. alle scheinen unter dieser sitution zu leiden und keiner ist glücklich. nicht mal Joy, die ja alles zu haben scheint, was sie einst ersehnte.
Hätte er Betsy schon so gegen seine Mutter beigestanden, hätten sich die Dinge vielleicht anders entwickelt.
stimmt wohl. dieser Fehler ist nicht mehr rückgängig zu machen und es ist wirklich schade drum, denn Betsy und Alec haben ja auch mal aus Liebe oder zumindest Zuneigung geheiratet
Geschockt war ich von der Meinung Carles Merrick: "Ein kleiner Schubs wir doch wohl in jeder Ehe noch erlaubt sein. Fast hätte ich ihr erzählt, dass ich Dich mal mit einer Wärmflasche bewusstlos geschlagen habe."
Aber hallo! ich auch- Als wäre das hier ne Klieinigkeit und keine häusliche Gewalt!!!!
Das ganze Umfeld macht eine Versöhnung immer unwahrscheinlicher. Die Fronten werden härter.
für eine Versöhnung ist es denk ich auch zu spät. der Rosenkrieg hat begonnen. Und die Freunde und Bekannten machen es nicht besser.
So wichtig scheinen ihr die Kinder doch nicht zu sein. Sie sind nur ein Machtmittel, das sie einsetzt, um Alec zu verletzen.
Tatsächlich habe ich weder bei Alec noch bei Betsy den Eindruck, dass ihnen ihre Kinder wichtig sind oder etwas bedeuten. Sie gehören halt zum guten Ton der feinen englischen Gesellschaft. Erzogen werden sie von Nanny und später dem Internat, sie sollen möglichst wenig stören und möglichst gut ausgebildet werden, damit das angehäufte Vermögen in der Familie verbleibt. aber wie es ihnen geht (solange sie nivht offensichtlich schwer krank sind) ist zweitrangig
Gut fand ich, dass Alec zu Joy steht und die Einladung seiner Mutter nicht annehmen will, wenn sie nicht auch eingeladen ist, was in dieser Situation ja auch richtig ist. Ob die beiden glücklich werden, ist eine andere Frage...
da hat er mal gelernt, wie man mit seiner Frau umgeht und zu seiner Frau steht. auf der anderen Seite muss man auch sagen, dass er ja nichts mehr hat außer joy und sein unerschütterliches auftreten.
 

Nosimi

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27. März 2024
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Mit seinem flatterhaften, untreuen Wesen lebt sie aber schon länger! Sie wollte frei sein, wusste aber gar nicht, was sie unter Freisein verstand.
ich habe auch den Eindruck, dass sie einfach Bilanz gezogen hat, befürchtet hatte ihr Leben an einen Mann verschwendet zu haben, der ganz andere Ambitionen hat als eine gute (nein noch nicht mal glückliche, aber wenigsten freundliche) Ehe und dass die Kinder sie auch nicht erfüllen konnten. Durch das Angebot ihres Cousins hat sie von einer Zukunft geträumt, in der es um sie und ihre Wünsche geht und jetzt steht sie plötzlich vor einem Scherbenhaufen den sie nicht gewollt hatte. Der Cousin ist noch nicht wieder zurück mit seinem Antrag und wer weiß ob er es noch ernst meint, jetzt wo der gesellschaftliche Eklat die Szene bestimmt.
Ich ergreife jetzt einmal Partei für Betsy!
eine flammende Rede! Top!
Wie lange hat es gedauert, bis Frauen angemessenen Unterhalt fordern konnten. In England durften Frauen nicht einmal Erbschaften antreten. Ohne neuen Ehemann ist Betsy in einer schlechten Position, zumal ihre Eltern sich ebenfalls abwenden.
ja das ist wirklich traurig und tut mir sehr leid für sie, auch wenn ich sie nicht sympathich finde. das ist aber auch wirklich die stärke des Buches bzw. der Autorin die Charaktere so differenziert darzustellen.
Betsy hat sich das in ihrer Fantasie viel einfacher vorgestellt. Sie hat ein bisschen kokettiert und von Freiheit geträumt. Der adlige Cousin hat ihr Selbstbewusstsein gestreichelt.
Ganz genau. und jetzt schaut halt die Realität anders aus. einfach zu sagen: "du hast es so gewollt", ist viel zu einfach und auch schlicht ungerecht,
 

Nosimi

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Ob das Absicht war? Ich denke es war ein Versehen. Aber wissen können wir es natürlich nicht
Das glaube ich nicht. es war halt eine leidenschaftliche Nacht oder auch zwei bis drei und Verhütung nicht wirklich exsistent. und dann halte ich Joy halt auch für sehr naiv und zu naiv um sich da große Gedanken drüber zu machen, was die Schwangerschaft für sie bedeutet. Egal ob mit oder ohne Alec.
 

Nosimi

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27. März 2024
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Der Abschnitt war wunderbar unterhaltsam zu lesen und doch tun sich Abgründe auf. Niemand der Betroffenen ist mit der Situation glücklich, Freunde und Bekannte schießen sich schon auf Positionen ein, die Kinder werden instrumentalisiert und es scheint ein großer Scherbenhaufen zu sein. Es liest sich wie ein summender Bienestock, von Meinung zu Meinung, von Gerücht zu Gerücht. Mir gehts wie euch, ich freue mich als nächstes wieder auf ein bisschen Innenansicht der traurigen Protagonisten.
 

otegami

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17. Dezember 2021
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und Verhütung nicht wirklich exsistent.
Hmmmm, also als Marco Polo (gest. 1324) in China war, lernte er da schon Verhütung kennen: z.B. durch eine eingeführte, umgedrehte Orangenschale. Als er sein Wissen dann in Venedig weitergeben wollte :helo , waren die Venezianerinnen schier entsetzt: wie kann man nur verhindern wollen, dass dadurch ein Kind entstehen könnte.
 

RuLeka

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30. Januar 2018
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Hmmmm, also als Marco Polo (gest. 1324) in China war, lernte er da schon Verhütung kennen: z.B. durch eine eingeführte, umgedrehte Orangenschale. Als er sein Wissen dann in Venedig weitergeben wollte :helo , waren die Venezianerinnen schier entsetzt: wie kann man nur verhindern wollen, dass dadurch ein Kind entstehen könnte.
Was Du wieder alles weißt…
 
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otegami

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17. Dezember 2021
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Dennoch war es halt nicht wirklich gelebter Alltag zu verhüten.
Da stand auch die christliche Einstellung (und damals die große Macht der Kirche) dagegen. Verhütung? Da hätte man ja dann dafür auf ewig in der Hölle geschmort! :apenosee

Ja, ich kenne auch noch von Bekannten / Freundinnen diese Einstellung! :think
 
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Nosimi

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Da stand auch die christliche Einstellung (und damals die große Macht der Kirche) dagegen. Verhütung? Da hätte man ja dann dafür auf ewig in der Hölle geschmort! :apenosee
das stimmt natürlich. und das ist nicht zu unterschätzen, was Empfängnisverhütung im religiösen Kontext für ein großes Thema ist.
Aber auch heute noch sind die Menschen so unbedarft! ganz viele Freunde und Bekannte denken wenn überhaupt nur an schwangerschaftsverhütung und nicht z.B. an sexuell übertragbare Krankheiten. Ich bin ja Ärztin und ich kann es nicht glauben was ich für Gespräche mit erwachsenen, gebildeten Frauen und Männern führen musste über die Sinnhafitgkeit von Kondomen.
 
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otegami

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17. Dezember 2021
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Ich bin ja Ärztin und ich kann es nicht glauben was ich für Gespräche mit erwachsenen, gebildeten Frauen und Männern führen musste über die Sinnhafitgkeit von Kondomen.
:rolleyes: Du siehst mich jetzt ziemlich fassungslos! :apenosee (Das hätte ich jetzt in unserer - doch so 'aufgeklärten' Zeit - nicht vermutet! ;) )
 
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Nosimi

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27. März 2024
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:rolleyes: Du siehst mich jetzt ziemlich fassungslos! :apenosee (Das hätte ich jetzt in unserer - doch so 'aufgeklärten' Zeit - nicht vermutet! ;) )
Ich konnte das auch lange Zeit nicht glauben. Aber anscheinend sind die Zeiten der HIV-Pandemie Mitte der 80er wieder vergessen. Dabei leben fast 40 mio. Menschen weltweit mit dem Virus. Und es ist bei weitem nicht die einzige sexuell übertragbare Erkrankung. Wie naiv da viele heute immer noch sind ist mir unbegreiflich-
 
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