3. Leseabschnitt: TEIL ZWEI - Seite 157 bis 183

otegami

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17. Dezember 2021
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Sie will die Scheidung, weil sie sein flatterhaftes, untreues Wesen nicht mehr erträgt - OK.
Mit seinem flatterhaften, untreuen Wesen lebt sie aber schon länger! Sie wollte frei sein, wusste aber gar nicht, was sie unter Freisein verstand.
(Damit wir uns richtig verstehen: Alec wäre für mich auch kein Mann gewesen - das Durch-Lavieren, immer den bequemsten Weg wählen (ob mit seiner Mutter oder auch sonst), hätte mich wahnsinnig gemacht)
 

Maesli

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29. März 2024
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Mit seinem flatterhaften, untreuen Wesen lebt sie aber schon länger! Sie wollte frei sein, wusste aber gar nicht, was sie unter Freisein verstand.
(Damit wir uns richtig verstehen: Alec wäre für mich auch kein Mann gewesen - das Durch-Lavieren, immer den bequemsten Weg wählen (ob mit seiner Mutter oder auch sonst), hätte mich wahnsinnig gemacht)
Vielleicht fehlt mir da ein Baustein. Ich verstehe es so, dass die Zeit JETZT reif für die Scheidung ist. Man trennt sich ja erst in neuesten Zeiten sofort, wenn was nicht passt. Ich könnte mir vorstellen, dass sie schon ziemlich lange damit hadert und versucht, bevor sie zu alt wird und keine Zukunft mehr für sich aufbauen kann, die Reißleine zu ziehen. Das nur zum besseren Verständnis meiner Zuneigung für sie.
 

otegami

Bekanntes Mitglied
17. Dezember 2021
2.017
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Man trennt sich ja erst in neuesten Zeiten sofort, wenn was nicht passt.
:rofl Ja, kann man öfters beobachten!
Ich könnte mir vorstellen, dass sie schon ziemlich lange damit hadert und versucht, bevor sie zu alt wird und keine Zukunft mehr für sich aufbauen kann, die Reißleine zu ziehen. Das nur zum besseren Verständnis meiner Zuneigung für sie.
Und wie beide vor der Ankunft von Emily am Strand miteinander gesprochen haben, wurde sie wieder wankelmütig und konnte sich ein weiteres Leben mit Alec vorstellen. (Also in meinen Augen dachte sie, alles ist besser als ein Leben mit ihm, aber genaue Vorstellungen hatte sie nicht: Ehe mit Max? Najaaaa, der liebt sie vielleicht, aber sie ihn nicht. Alleine? Kann sie sich offensichtlich überhaupt nicht vorstellen!
 
7. Dezember 2023
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Nun also ein kleiner Brief-Roman im Roman. Sehr gutes Stilmittel für die Turbulenzen, die die Trennung im Umfeld von Betsy und Alec mit sich bringen. Der Teil 2 heißt auch treffend "Zorn".
Auch ich hätte ein Personenregister für hilfreich gefunden, denn nun zieht es immer weitere Kreise in den Bekanntenkreis, die bisher allenfalls nur am Rande erwähnt waren. Aber die Parteien und Beziehungen erschließen sich trotzdem, da eine schriftliche Diskussion entsteht.
Interessant finde ich die Auffassung der Männer, hier seiner Freunde.
Sein Kollege und Freund Johnnie Graham setzt sich zunächst für die Schlichtung von Alec und Betsy ein, vor allem weil er sich selbst in seiner offenbar unglücklichen Ehe spiegelt. Auch er hätte wohl Lust, mit einer jüngeren Frau durchzubrennen. S. 162 "Du kannst keine Frau in Betsys Alter verlassen, nicht nach so vielen Jahren. Das ist nicht gerade ermutigend für uns, die wir die Zähne zusammenbeißen und bei der Stange bleiben." Und dann wirft er ihm noch eine falsche Behandlung seiner Frau vor, als wäre sie ein Haustier. "Du hast ihr immer zu viel Spielraum gelassen, deshalb bist du selbst schuld, wenn sie jetzt auf den Putz haut."
Über Charles Merrick, der eine frauenfeindliche und gewalttätige Einstellung hat (S. 180 "Ein kleiner Schubs wird doch wohl in jeder Ehe nich eraubt sein."), wurde ja schon geschrieben. Für seine Frau ist er ja nach wie vor ein "Liebster", was Charles in seiner Art bestätigen dürfte.
Diese stereotypischen Anspielungen hat Kennedy sicherlich absichtlich eigebaut, um Gesellschaftskritik in den Dreißigern zu äußern. Man darf nicht vergessen, dass selbst unsere deutsche vielgerühmte Grundordnung erst 1977 vorsah, dass eine Frau ohne Erlaubnis des Mannes arbeiten durfte. Erst ab 1969 galt eine verheiratete Frau als geschäftsfähig! Auf der Insel waren die Verhältnisse in den Dreißigern entsprechend. Hinzu kommen die Klassenunterschiede, die der Adel ja bis heute manifestiert. Aber das wurde hier ja auch schon genannt.
Mal sehen, wie der 3. Teil - "Getrennt" - weitergeht.
 
7. Dezember 2023
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Alec und Joy leben in wilder Eher und erwarten ein Baby, was zu der damaligen Zeit eigentlich undenkbar war.

Zwei Dinge sind mir unangenehm aufgestoßen (außer der oben erwähnten Frauenfeindlichkeit): Alec hat unverantwortlich ein Kind gezeugt, was nun zusätzliche Probleme mit sich bringt. Betsy will zwar die Kinder ganz für sich haben, ist aber nicht mal in der Lage, sie alle drei zu Weihnachten zu sich kommen zu lassen, nur ihren Liebling Kenneth. Das spricht nicht gerade für sie.

Ich hätte nicht gedacht, dass sie gleich ein Kind zeugen. Aber die Rückrechnung vom Mai als Niederkunftstermin ausgehend macht ja deutlich, dass sie ja keine Zeit verloren haben und es sofort "geklappt" hat.

Geschockt war ich von der Meinung Carles Merrick: "Ein kleiner Schubs wir doch wohl in jeder Ehe noch erlaubt sein. Fast hätte ich ihr erzählt, dass ich Dich mal mit einer Wärmflasche bewusstlos geschlagen habe." :monocleo_O:apenosee:mad:
Das ist schlimm. Aber warum eine WÄRMFLASCHE? Soll das ein komödiantischer Kniff sein, um das ernste Thema gleich wieder zu relativieren? Etwas kurios.

Gut fand ich, dass Alec zu Joy steht und die Einladung seiner Mutter nicht annehmen will, wenn sie nicht auch eingeladen ist, was in dieser Situation ja auch richtig ist. Ob die beiden glücklich werden, ist eine andere Frage...​
Alec nabelt sich tatsächlich etwas ab. Das fand ich auch überraschend.
Alec und Betsy haben bisher ein privilegiertes Leben geführt, Krisen wie diese kannten sie bestenfalls vom Hörensagen. Jetzt gibt es aufgrund der Schwangerschaft von Joy auch kein Zurück mehr, nun geht es darum, Macht auszuüben und zu verletzen, darin stehen die Noch-Eheleute einander in nichts nach, finde ich.
Anfangs dachte ich noch, Betsy wahrt die Fassung und macht aus der Veränderung, die ja schon lange Thema war, das Beste für sich. Aber da sind wir wieder bei dem Thema, dass sie nicht selbstsicher oder planvoll genug ist. Jetzt einen Rosenkrieg auf Kosten der Kinder anzuzetteln ist von beiden rücksichtslos und auch ein wenig chaotisch.
Mir wird Betsy immer unsympathischer. Grund: die Sache mit den Kindern. Ihren Liebling Kenneth lässt sie nach Paris kommen, die beiden Mädchen werden zu den Großeltern abgeschoben. Und das an Weihnachten!
Für mich wandelt sie sich dadurch vom Opfer zur (Mit-)Täterin.
 

Maesli

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29. März 2024
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Ich ergreife jetzt einmal Partei für Betsy!

Wir sind in England um 1936 - keine Ahnung wie es dort war, und mit ein bisschen Ahnung wie es bei uns war

Was erwarten wir uns von Betsy?
Dass sie eine selbstsichere, kluge, kinderliebende, fehlerfreie Frau ist, die einen Beamten geheiratet hat, der zum Star mutierte (was ihr ja nicht gefallen hat aber darauf hatte sie wohl keinen Einfluss), der sie von Anfang an betrog (so habe ich es verstanden), sie aber vor allem wegen der Familie und der gesellschaftlichen Gepflogenheiten alles stoisch über sich ergehen lies und immer so weitermachen sollte, nur weil er ihr ein angenehmes Leben bietet?
Es mag sein, dass ich das jetzt etwas überspitzt rüberbringe, aber ich habe Verständnis für sie und halte zu ihr. Sie wollte die Scheidung, in einer Zeit, in der wahrscheinlich rechtlich und finanziell alles nicht so ganz klar geregelt war. Wenn ich an Italien denke, wo die Scheidung erst ab 1971 möglich ist...
Wir nehmen zur Kenntnis, dass eine andere Frauen bewusstlos geschlagen wurde, dennoch mit Liebling angesprochen wird und wundern uns, warum die nicht sofort von ihrem Mann geflüchtet ist?
Wahrscheinlich liegt es an der Ungewissheit und der Angst, das durchmachen zu müssen, was jetzt Betsy blüht. Ich bin nämlich der Auffassung, dass eine Trennung, ohne Einmischung der unerträglichen Schwiegermutter und dem Getratsche des Bekanntenkreises, sehr wohl hätte anders ablaufen können. Und dahingehend sehe ich auch die versteckte Kritik der Schriftstellerin.

Betsy ist ein Mensch, mit ungewisser Zukunft (deshalb auch ihr zögern, bzw. ihre Planlosigkeit), sie muss ziemlich Druck aushalten (deshalb flieht sie aus London), erfährt keinen Halt durch ihre Eltern, gesellschaftlich geschnitten (sie hätte Alecs Eskapaden aushalten und akzeptieren müssen !!) und macht nun Fehler, die wahrscheinlich unter einer geregelten, diskreten Trennung niemals gemacht worden wären.
Zweifelsohne hat sie eine solche Wendung nicht vorhersehen können oder wollen, wenngleich sie bei ihrer Schwiegermutter sofort die größten Befürchtungen hatte - und dennoch, abgesehen von ihrem etwas befremdliches Verhalten gegenüber der Kinder, muss ich sie in Schutz nehmen.

Sorry für mein Plädoyer - manchmal geht mein Temperament mit mir durch.
 

RuLeka

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30. Januar 2018
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Diese stereotypischen Anspielungen hat Kennedy sicherlich absichtlich eigebaut, um Gesellschaftskritik in den Dreißigern zu äußern.
Diese Briefe bieten der Autorin die Möglichkeit, die englische Mittelstandsgesellschaft ( satirisch) darzustellen.
Sorry für mein Plädoyer - manchmal geht mein Temperament mit mir durch.
Dafür brauchst Du Dich überhaupt nicht zu entschuldigen. Deine Argumente für Betsy sind durchaus zutreffend. Wir beurteilen Betsy von unserer heutigen Warte aus.
Ich finde es von der Autorin sehr klug, nicht Partei zu ergreifen. Hier ist keiner nur Opfer oder nur Täter. Eine Scheidung, weil einer den anderen betrügt, wäre langweilig.
 

Federfee

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13. Januar 2023
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Ne, nix 'sorry', ich finde es richtig gut, dass du das so schreibst, denn es bringt einen zum Nachdenken.. ob man zustimmt, ist eine andere Frage, aber ich finde es schön, wenn es hier Anregungen zum Diskutieren gibt oder seinen Standpunkt nochmal zu überdenken. Also: richtig gut von dir!!

Was erwarten wir uns von Betsy?
Dass sie eine selbstsichere, kluge, kinderliebende, fehlerfreie Frau ist,
Tatsächlich urteilt man zu schnell und zu wenig differenziert. Deine Einwände muss man im Auge behalten beim Weiterlesen.
Betsy ist ein Mensch, mit ungewisser Zukunft (deshalb auch ihr zögern, bzw. ihre Planlosigkeit), sie muss ziemlich Druck aushalten (
Stimmt, wahrscheinlich hatte sie es sich so nicht vorgestellt, wenn sie sich überhaupt etwas gedacht hat. Es scheint jedenfalls so, als ob sie schon mal per se - durch die gesellschaftlichen Verhältnisse - in einer schlechteren Position ist.
abgesehen von ihrem etwas befremdliches Verhalten gegenüber der Kinder,
Tja, das kann ich zwar erklären, aber nicht gutheißen.
 

Bücherfreundin

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6. November 2022
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Betsy macht es einem nicht leicht, sie zu verstehen, das finde ich auch. Zu Beginn hat sie Alec noch an ihrer Seite, fühlt sich aber nicht ausreichend bewundert und erlaubt sich deshalb, an eine Ehe mit ihrem Cousin zu denken - dann wäre sie immerhin eine Lady. Als Alec dann mit Joy verschwindet, wird es brenzlig für sie, denn jetzt wird seine außereheliche Beziehung öffentlich. Von der Sache mit Chris Adams wusste man zuvor nur gerüchteweise in der besseren Gesellschaft - aber Joys Schwangerschaft zeigt nun allzu eindeutig, dass er untreu ist. In Betsys Augen ist das wohl eine zu große Kränkung … So oder so, ihr Zickzack-Kurs ist schon bemerkenswert.
 

Literaturhexle

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2. April 2017
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Mich hat überrascht, dass Alec seiner Mutter nun Paroli bietet, indem er es ablehnt, ohne Joy zu einer Party zugehen oder sie zu verleugnen.
Da habe ich auch meine Schwierigkeiten. Das zeigt zwar ein gewisses Rückgrat, passt aber nicht zur Figur, wie sie bislang vorgestellt wurde.
Das grenzt schon an Bösartigkeit, da wir ja gelernt haben, dass Alec zu Eliza ein sehr gutes Verhältnis hat.
Hmmmmm. Darf Betsy nicht ein bisschen revanchistisch sein? Alec ist mit einer sehr jungen, naiven Frau zusammen, die ein Kind von ihm bekommt... Ich kann mir anno 1935 gut vorstellen, dass eine Mutter da Angst um das Seelenheil und moralische Bedenken hat, wenn es um ihre heranwachsenden Töchter geht. Mittelbar erfahren wir ja auch, dass Joy mit Haushalt und Gastgeberpflichten überfordert ist. Die Wunden sind einfach noch zu frisch.
sie alle drei zu Weihnachten zu sich kommen zu lassen, nur ihren Liebling Kenneth. Das spricht nicht gerade für sie.
So dachte ich auf den ersten Blick auch. Aber Betsy geht es RICHTIG schlecht. Sie sprach von einem Nervenzusammenbruch. Der Verlust des Partners (der mit Joy Fakten geschaffen hat, die sich nicht mehr umkehren lassen), der materiellen Sicherheit, des gesellschaftlichen Umfelds, Ächtung durch die eigenen Eltern...
Betsy ist gerade psychisch labil. Sie schafft kein "Familienweihnachten". Allerdings kommuniziert sie das offenbar nicht richtig an ihre Töchter.
Opfer sind wie immer die Kinder. Insofern finden wir die Strukturen von damals auch heute,
Was bemerkenswert ist!
um Gesellschaftskritik in den Dreißigern zu äußern.
So empfinde ich das auch! Kennedy macht sich Luft. Die patriarchalen Strukturen schreien zum Himmel, auch wenn die gutsituierten Frauen sich längst daran gewöhnt haben.
Interessant finde ich die Auffassung der Männer, hier seiner Freunde.
Toll, dass du das mal zusammenträgst! Ich habe auch Markierungen an all diesen Stellen.
Ich hätte nicht gedacht, dass sie gleich ein Kind zeugen
Klar. Die waren doch scharf aufeinander wie Nachbars' Lumpi;)
Aber warum eine WÄRMFLASCHE?
Die Wärmflasche in den 30ern sahen noch anders aus: Metall, hart, schwer mit Wasser gefüllt. Vergleichbar mit einer Bratpfanne, nur kompakter. Ich glaube, er meint das ernst. Ein Schubserchen die Treppe runter ist nix gegen einen Angriff mit dem Wärmebolzen.
Und dahingehend sehe ich auch die versteckte Kritik der Schriftstellerin.
Ich staune bei Klassikern dieser Art immer wieder über die Fortschrittlichkeit der Autorinnen. Sie erkennen die Ungerechtigkeit, thematisieren sie. Und doch hat es noch Jahrzehnte gedauert, bis sich was geändert hat.
In meiner Jugend waren die Frauen Schuld, wenn die Männer fremdgingen - aus naheliegenden Gründen... Nicht zu fassen!
Sorry für mein Plädoyer - manchmal geht mein Temperament mit mir durch.
Nein, dein Plädoyer ist absolut gerechtfertigt. Man muss sich in Betsy vor dem Hintergrund der Zeit einfühlen. Alles nicht so einfach. Dass Kennedy sie nicht als Heilige darstellt, spricht für ihre Menschenkenntnis und ihre Authentizität.
Wir beurteilen Betsy von unserer heutigen Warte aus.
Genau.
als ob sie schon mal per se - durch die gesellschaftlichen Verhältnisse - in einer schlechteren Position ist.
Wie lange hat es gedauert, bis Frauen angemessenen Unterhalt fordern konnten. In England durften Frauen nicht einmal Erbschaften antreten. Ohne neuen Ehemann ist Betsy in einer schlechten Position, zumal ihre Eltern sich ebenfalls abwenden.
So oder so, ihr Zickzack-Kurs ist schon bemerkenswert.
Betsy hat sich das in ihrer Fantasie viel einfacher vorgestellt. Sie hat ein bisschen kokettiert und von Freiheit geträumt. Der adlige Cousin hat ihr Selbstbewusstsein gestreichelt.
Hätte sich die unleidige Mrs Cunning nicht eingemischt, wäre die Sache längst nicht so eskaliert. Es ist bitter, dass diese Frauen alle in ihren Rollen festkleben. Da gibt es kein äußeres Leben, keine Interessen, keine Abwechslung. Betsy war langweilig, ihrer Ehe überdrüssig, ohne ihren Mann zu hassen. Sie wollte alles einvernehmlich lösen und sieht sich jetzt mit der harten Realität konfrontiert. Vielleicht erfahren wir später noch mehr von ihrer Perspektive.
 

parden

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13. April 2014
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Niederrhein
www.litterae-artesque.blogspot.de
Ihr habt schon alles geschrieben zu den turbulenten Briefwechseln. Ein kluger Kniff der Autorin, da stimme ich Euch zu. Gerüchte, Halbwahrheiten, moralische Empörung bei Halbwissen - da geht einiges zu Bruch. Der Keil wird immer tiefer getrieben zwischen Betsy und Alec, ohne dass diese etwas dagegen unternehmen können (falls sie es denn wollten).
 
7. Dezember 2023
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Schau mal hier, dann verstehst du's... ;)
Ah, okay. Das sieht schmerzhaft aus. Danke für die Aufklärung. (Eine andere Vermutung von mir war jetzt noch, dass Kennedy die Wärmflasche (hot-water bottle) wählte, um den Fehler des Täters zu unterstreichen. Im Englischen gibt es die Redewedung, "in hot water" zu sein, im dem Sinne, dass man sich in einer misslichen Lage befindet. Aber da interpretiere ich wohl zu viel hinein. Am Ende passt dieses Utensil schlicht am besten zu einem Wohlstandshaushalt und in die Hand eines rücksichtslosen Ehemannes.)
 

Bücherfreundin

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6. November 2022
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Meine Großmutter hatte so ein Teil noch im Vorrat. Massives Stück, das aber gewiss auch seinen Dienst tat.
Möchte ich ehrlich gesagt nirgends wohin legen, wenn’s mir schlecht geht. Das ist so schwer, da hat man ja hinterher ein Loch im Bauch. Bestenfalls geeignet, um die Bettlaken im Winter vorzuwärmen, finde ich…
 

Sassenach123

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27. Dezember 2015
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Die Briefe sind kleine Aufreger auf beiden Seiten. Jeder scheint gefallen daran zu finden mitzumischen und die Gerüchteküche anzuheizen. Selbst die von Betsy hinzugezogene Freundin/ Bekannte, die sich ja erst noch bedeckt hält, plaudert alsbald aus dem Nähkästchen. Die reinen Fakten wie wir sie kennen, sind dabei nebensächlich, am Ende kommen sehr viele halb gare Geschichten heraus.
Betsy zieht sich zurück, will nur Kenneth zu Weihnachten sehen. Hart für die beiden Mädchen, wie kann eine Mutter so handeln. Es entschuldigt dabei nicht, dass sie es schwer hat.
Alec wirkt auf mich nicht sonderlich glücklich. Ich hoffe sehr, bald wieder etwas aus dem Innenleben der beiden Ehepartner zu lesen
 
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