3. Leseabschnitt: Teil IV (Seite 108 bis 151)

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Glaube ich sofort. Ich komme bei Hörbüchern auch sehr schnell raus. Merke, dass sich Gedanken selbstständig machen und ich seit Minuten nichts mehr vom Gehörten aufgenommen habe.
Ich habe es noch nie mit Hörbüchern versucht. Ich glaube, ich brauche immer ein haptisches Buch, sonst schweifen meine Gedanken ab, schätze ich.
 

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29. März 2022
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Mainz
Gute Mathematiker sind oft gute Musiker und umgekehrt. Beide Disziplinen sind in derselben Hirnregion angesiedelt.
Musik besteht in ihrem Kern auch aus Luftschwingungen, deren Frequenzen man absolut berechnen kann. Der Zusammenhang zwischen Musik und Mathematik ist zweifellos vorhanden, das wollte ich nie bezweifeln. Was ich nicht weiß ist, ob die musikalischen Regeln wirklich endlich sind.schließlich werden ständig neue Stile mit neuen Regeln geboren.
Das finde ich sehr spannend, war mir so nie bewusst. Wieder was dazu gelernt :)
 

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29. März 2022
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In diesem Abschnitt ging es mir teilweise zu mathematisch zu, da bin ich eher für philosphische Reflexionen zu haben.
Die konkreten Zusammenhänge zwischen Mathematik und Musik waren mir unbekannt. Ich kenne nur den Vergleich der Musik mit Kultur. Beides ist ohne Fehlen einer Partitur (Regelwerk) unverständlich.
Die Kommunikationsdynamik gefällt mir nach wie vor. Ich finde, sie wirkt als eine Art Beschleuniger. In all dem Stress der Zeit kann ich aber durchaus etwas Temporeiches gebrauchen.
Phasenweise erscheint es mir nach wie vor, als würde Alissa mit dem Therapeuten Spielchen treiben. Manchmal bin ich auch überrascht, dass er sich Privates entlocken lässt. Ist das nicht etwas unprofessionell? Manchmal habe ich den Eindruck, dass Alicia steuert, nicht er. Aber ich weiß natürlich auch, dass man Patienten erzählen lassen soll.
Ich bin gespannt, wie es weiter geht und lese gerne weiter :)
 
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Irisblatt

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In "Der Passagier" ist es wohl so, dass Bobby Alicia betrauert, die zu dem Zeitpunkt bereits Selbstmord begangen hat. Wir dürfen also wohl davon ausgehen, dass Bobby aus dem Koma erwachen wird.
Ob das tatsächlich so ist, ist für mich inzwischen eine der spannendsten Fragen. Vor der Lektüre von Stella Maris hätte ich dem zugestimmt. Jetzt bin ich mir da nicht mehr sicher und ich sehe den Passagier in einem völlig neuen Licht.
Kurz: Meine Wahrnehmung hat sich verändert ;) Was sagt das über die Realität aus???? :think
Das Feuilleton hält den Vorgängerroman für besser als Stella Maris oder jedenfalls ist man der Meinung, dass letzterer zugänglicher wäre, hätte man vorher den Passagier gelesen.
Mir gefällt Stella Maris besser. Den "Passagier" fand ich sehr schwierig auf unterschiedlichen Ebenen. Vermutlich müsste ich nach Stella Maris den Passagier ein zweites Mal lesen, wozu mir wahrscheinlich das Durchhaltevermögen fehlt.
 

Irisblatt

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Ich habe es noch nie mit Hörbüchern versucht. Ich glaube, ich brauche immer ein haptisches Buch, sonst schweifen meine Gedanken ab, schätze ich.
Ich höre Hörbücher inzwischen gerne, aber ausschließlich während der Fahrt im Auto. An allen anderen Orten, neigen meine Gedanken auch zum Abschweifen. Außerdem dürfen die Bücher sprachlich und inhaltlich nicht zu kompliziert sein. Ich glaube nicht, dass ich Stella Maris oder dem Passagier in der Hörversion folgen könnte.
 

Irisblatt

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15. April 2022
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Mathematik, Bach und Musik ist nicht zufällig gewählt. Musik und Mathematik passen hervorragend zusammen. Mc Carthy schreibt nicht nur exelente Dialoge, sondern setzt auch Symbolik ein. Stella Maris im ersten Teil hatte ich schon geschrieben. Hier bei Bach zeigt es sich, wie eng Mathematik und Musik miteinander verknüpft sind. B-A-C-H = 14 (Die Summe der Buchstaben) .
Man denke nur auch an die Rhythmik, die Intervalle, die unterschiedlichen Strukturen in Musikstücken, an den Instrumentenbau oder die verschiedenen Tonstrukturen. In der Musik lassen sich viele mathematische Inhalte aufzeigen. 14 läßt sich auch sehr gut durch zwei teilen: ergibt sieben. Wir haben sieben Sitzungen. Die sieben steht für: "Die Sieben ist die Summe von drei und vier, von Geist und Seele einerseits sowie Körper andererseits, also das Menschliche." Zufall bei Mc Carthy? Ich meine nein.
Ich finde deine Gedanken sehr interessant, aber mir fehlt da gerade komplett der Zugang. Wie bist du denn auf die Idee gekommen Bach in Ziffern zu übertragen und darauf, dass die 14 eine Bedeutung haben könnte? Und was hat die 14 mit Musik zu tun (außer dass Bach Komponist war)? Ich stehe auf dem Schlauch.
 

Literaturhexle

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Außerdem dürfen die Bücher sprachlich und inhaltlich nicht zu kompliziert sein.
Das ist der Punkt. Ich höre beim Spazierengehen und bei der schnöden Hausarbeit. Also nebenbei. Da darf es nicht zu schwierig sein.
Ich glaube nicht, dass ich Stella Maris oder dem Passagier in der Hörversion folgen könnte.
Ich habe es mit dem Passagier versucht: Fehlanzeige. Stella Maris hätte ich vermutlich abgebrochen oder verrissen, so oft, wie ich hier Passagen mehrfach gelesen habe.
 

petraellen

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11. Oktober 2020
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Ich finde deine Gedanken sehr interessant, aber mir fehlt da gerade komplett der Zugang. Wie bist du denn auf die Idee gekommen Bach in Ziffern zu übertragen und darauf, dass die 14 eine Bedeutung haben könnte? Und was hat die 14 mit Musik zu tun (außer dass Bach Komponist war)? Ich stehe auf dem Schlauch.
Johann Sebastian Bach kombinierte gerne. In den Kompositionen Bachs trifft man oft auf die Verwendung einer bestimmten Tonfolge: A-B-H-C aufsteigend, absteigend C-H-B-A, das Kreuszmuster ist dann B A C H und hier fällt der Zusammenhang mit dem Namen Bach auf.

Die Kunst seiner Fuge ist ein Werk, das aus 14 Fugen und vier Kanons besteht.


Die Zahl Sieben erscheint als Septime in der Musik .


Als Septime, auch Septim, Septe oder Sept (von lateinisch septimus: „der siebente“) bezeichnet man in der Musik ein Intervall, das sieben Tonstufen einer diatonischen, heptatonischen Tonleiter umspannt (z. B. C H). (Wikipedia)


Die Zahl Sieben ist natürlich auch in verschieden Symbolen zu finden. Einfach mal googeln. Das führt zu weit, alles hier aufzulisten.


Jeder der sieben Gaben des Heiligen Geistes entsprach eine der sieben freien Künste: Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie.
 
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Literaturhexle

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Dass die Gesetze der Musik vollständig sind, das nehme ich ebenso wie @alasca so hin. Fest steht, dass Bach ein Regelkünstler war, der für die komplette Klassik sowie für alles, was nachfolgte, bahnbrechend war. Man hat doch iwann die 9-Ton-Musik erfunden, den Jazz, Rap... - dafür gelten doch immer wieder neue Regeln, hätte ich gedacht?
So, ich habe mit meiner Klavierlehrerin über diese Frage gesprochen. Sie würde die These, dass die Regeln der Musik vollständig und endlich sind, unterschreiben. In der arabischen Welt gehören Vierteltonschritte zur Kultur, bei uns basiert alles auf den 12 bekannten Tönen in Halbtonschritten. Sie würde auch alle neuen Stilrichtungen unter dieses grundsätzliche Regelwerk stellen. Bachs Musik war auch deshalb federführend, weil er sich so akribisch an die Regeln gehalten hat und mit seinem wohltemperierten Klavier Grundlagen schuf, die Jahrhunderte überdauern. Die Nähe von Musik und Mathematik ist offenkundig. Den großen Unterschied sieht die Musikerin darin, dass in die Musik das Gefühl Eingang findet. Es kommt auch immer auf die Interpretation eines Stückes an. Reine Noten spielen zu können macht noch keinen Musikgenuss aus...
Das weiß niemand besser als ich. Das ist der Grund, warum ich mich stundenlang plage, um das Beste aus dem Instrument (und mir;)) herauszuholen.

Diese kleine Fachsimpelei wollte ich euch noch nachreichen. Allerdings ohne Gewähr, dass ich nicht doch etwas Wichtiges auf dem Heimweg verschlampt habe...
 

alasca

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Was verstehst du unter "Linearität des Lebens"? Dass wir geboren werden und sterben?
Ja, genau. Bis zur Pubertät (oder dem jungen Erwachsenenalter) geht es aufwärts, danach nur noch bergab. Und wenn wir eine Idee von uns, von der Welt und davon haben, wie das Leben gelebt werden sollte, geben wir den Löffel ab.
 

Literaturhexle

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Danke! Dacht´ ich´s mir doch. Du spielst also Klavier? *tiefer-neidisch-trauriger-Seufzer*
Leider habe ich in der Jugend erst mit 13 begonnen, nur 4 Jahre anständig geübt und dann geschmissen. Nun nehme ich sicherlich schon über 15 Jahre konsequent Unterricht... Die Zuwächse sind überschaubar (meiner Meinung nach), die Ansprüche hoch (man hat eben das geschulte erwachsene Gehör), vergessen ist aber alles wieder schnell...
Also neidisch sein muss man in meinem Fall nicht. Man kann Dinge im Alter nicht nachholen, die man in der Kindheit versäumt hat... Aber es macht mir Spaß und ich betrachte es als Gehirnjogging :p
 

alasca

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Leider habe ich in der Jugend erst mit 13 begonnen, nur 4 Jahre anständig geübt und dann geschmissen. Nun nehme ich sicherlich schon über 15 Jahre konsequent Unterricht... Die Zuwächse sind überschaubar (meiner Meinung nach), die Ansprüche hoch (man hat eben das geschulte erwachsene Gehör), vergessen ist aber alles wieder schnell...
Also neidisch sein muss man in meinem Fall nicht. Man kann Dinge im Alter nicht nachholen, die man in der Kindheit versäumt hat... Aber es macht mir Spaß und ich betrachte es als Gehirnjogging :p
Bei mir ist es ähnlich mit dem Malen. Das habe ich vor 2 Jahren wieder begonnen - seit dem Abitur, trotz bescheinigtem Talent, nichts mehr gemacht. Diese 40+ Jahre lassen sich nicht nachholen, all die versäumte Übung. Ich werde nie aus der Hüfte skizzieren, es dauert ewig, bis ich ein Sujet erfasst habe.

Aber dennoch: Ich merke, wie die Synapsen tanzen, wenn ich male. Und Fortschritte gibt es auch. :party
 

Literaturhexle

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Aber dennoch: Ich merke, wie die Synapsen tanzen, wenn ich male. Und Fortschritte gibt es auch. :party
Man wird ja mit den Jahren auch geduldiger, gibt sich Mühe, hat einen längeren Atem. Es ist nicht alles schlecht. Mein Mann staunt immer, dass ich am Klavier ins Schwitzen komme :rofl
(Das sind die tanzenden Synapsen)
 
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alasca

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Man wird ja mit den Jahren auch geduldiger, gibt sich Mühe, hat einen längeren Atem. Es ist nicht alles schlecht. Mein Mann staunt immer, dass ich am Klavier ins Schwitzen komme :rofl
(Das sind die tanzenden Synapsen)
Hm. Ist Klavierspielen nicht auch ziemlich physisch? Ich komme beim Malen auch manchmal ins Schwitzen.
 

Irisblatt

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So, ich habe mit meiner Klavierlehrerin über diese Frage gesprochen. Sie würde die These, dass die Regeln der Musik vollständig und endlich sind, unterschreiben. In der arabischen Welt gehören Vierteltonschritte zur Kultur, bei uns basiert alles auf den 12 bekannten Tönen in Halbtonschritten. Sie würde auch alle neuen Stilrichtungen unter dieses grundsätzliche Regelwerk stellen. Bachs Musik war auch deshalb federführend, weil er sich so akribisch an die Regeln gehalten hat und mit seinem wohltemperierten Klavier Grundlagen schuf, die Jahrhunderte überdauern. Die Nähe von Musik und Mathematik ist offenkundig. Den großen Unterschied sieht die Musikerin darin, dass in die Musik das Gefühl Eingang findet. Es kommt auch immer auf die Interpretation eines Stückes an. Reine Noten spielen zu können macht noch keinen Musikgenuss aus...
Das weiß niemand besser als ich. Das ist der Grund, warum ich mich stundenlang plage, um das Beste aus dem Instrument (und mir;)) herauszuholen.

Diese kleine Fachsimpelei wollte ich euch noch nachreichen. Allerdings ohne Gewähr, dass ich nicht doch etwas Wichtiges auf dem Heimweg verschlampt habe...
Gilt das auch für sogenannte "Neue Musik", die sich für ungeübte Hörer:innen oft dissonant anhört? (Vielleicht auch für geübte, weil sie eben nicht harmonisch klingen soll?) Habt ihr auch über solche Stilrichtungen gesprochen?
 

Irisblatt

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Ja, genau. Bis zur Pubertät (oder dem jungen Erwachsenenalter) geht es aufwärts, danach nur noch bergab. Und wenn wir eine Idee von uns, von der Welt und davon haben, wie das Leben gelebt werden sollte, geben wir den Löffel ab.
Woran machst du fest, dass Alicia unter dieser Linearität leidet? Ich hatte eher den Eindruck, sie leidet unter der Unmöglichkeit die Welt, wie sie ist, zu erkennen und daran, dass selbst die Mathematik kein Handwerkszeug dafür bietet.
Außerdem leidet sie, weil ihr Bruder, den sie liebt und der der einzige Mensch ist, der sie versteht, unerreichbar für sie im Koma liegt.