3. Leseabschnitt: Teil II. Kapitel 16 bis 29 (S. 188 bis 273)

Literaturhexle

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RuLeka

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Interessant ist ja, wie er dazu kam. Sein Ausgangspunkt war nicht Judenhass oder großdeutsche Träume, er wollte "lediglich" ein unabhängiges Flandern
Dies machte ihn für uns so interessant.
Die Relevanz liegt darin, dass er einer von Tausenden war. Ohne diese an sich bedeutungslosen Einzeltäter, wäre das Dritte Reich nicht möglich gewesen. Er steht stellvertretend für so viele andere.
Und das ist der Grund, warum man solche Geschichten in Variationen immer wieder erzählen muss.
 

buchregal

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Willem hat schon immer sein Ding durchgezogen und Mientje im Unklaren gelassen. Auch wenn sie ahnte, was da manchmal lief, hat sie es hingenommen. Doch die Beziehung zu Griet geht ein Stück weiter. Griet und Willem verbindet die gleiche Einstellung. Willem fertigt Listen über Listen und er kommt sich wichtig vor. Die Drecksarbeit machen andere. Aber er giert auch nach der Anerkennung seiner Vorgesetzten. Dafür machen ihm die Bewohner des Ortes inzwischen Angst.

Der Krieg nähert sich dem Ende und Willem ergreift feige die Flucht, als es eng für ihn wird.

Interessant finde ich, wenn die Töchter von Willem das Wort ergreifen. Sie haben eine ziemlich realistische Sicht auf ihren Vater.
 

buchregal

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Krass finde ich seine Liebschaft mit Griet. Schickt er tatsächlich Frau und Kinder in ihr Haus, während er sie zu sich holt, um sich mit ihr zu amüsieren?
Das ist schon sehr dreist. Ob ihm das überhaupt bewusst ist? Oder ist es ihm egal, das es sowieso nur um ihn geht?
Willem ist ein schrecklicher Ehemann. Mientje verweist er ständig auf ihren Platz als Hausfrau und Mutter, die sich nicht einmischen soll in seine „ Arbeit“, die das eh nicht versteht. Dabei ist Mientje viel weitsichtiger als er und hat eine ethische Richtschnur, was ihm zu fehlen scheint.
Willem ist wirklich schrecklich. Er hat einen Weg eingeschlagen, der ihm ein gewisses Ansehen und gutes Geld bringt. Das ist ihm wichtig. Was er mit seiner Tätigkeit anstellt und welches Leid das bringt, interessiert ihn nicht besonders, vor allem weil er seine Leute hat, die die Drecksarbeit machen. Eine ethische Richtschnur wäre ihm ständig im Weg gewesen.