3. Leseabschnitt: Silvester bis Februar (Seite 139 bis 215)

Xirxe

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19. Februar 2017
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Prima. Gut aufgemerkt.
Und? Bekomme ich jetzt ein Fleißkärtchen ;)? Aus dem Alter für solche Anmerkungen bin ich definitiv raus, ein schlichtes 'Danke (für den Hinweis)' hätte es auch getan ;)
Über Russland liest man relativ selten, deshalb finde ich es gut, dass J.Phillips uns mal was Modernes von dem Land mitteilt.
Naja, da gibt es doch eine Reihe Bücher, die von insbesondere von emigrierten RussInnen bzw. ehemaligen SowjetbürgerInnen in den letzten Jahren geschrieben wurden. Ich habe beispielsweise gelesen
Buchinformationen und Rezensionen zu Rote Kreuze von Sasha Filipenko
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Tolles Buch, spielt zu Stalins Zeit, aber auch gegenwartsbezogen.Krimi aus der Zeit des Kalten Krieges, der auch gesellschaftliche Hintergründe beleuchtetAktuell, Erwachsenwerden in Leningrad bzw. Russland.Über Emigranten und ihre Vergangenheit in Russland/SU.Als Waise in der Ukraine (ehemalige SU) aufwachsen.Schon etwas älteres Buch, das in der ehemaligen SU (Kirgistan) spielt und sehr authentisch ist. Es hat sich nicht viel verändert.
Die nachfolgenden Bücher sind ebenfalls ziemlich aktuell (letzte drei, vier Jahre glaube ich) und wurden alle ziemlich gut bewertet.Ich bin mir sicher, da wird es ein, zwei Bücher geben, die Gnade vor Deinen Augen finden ;)
 
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Wandablue

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18. September 2019
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Mich stört das Wort „ Eingeborene“ auch, aber „ Einheimische“ ist zu schwach. Es handelt sich hier um die indigenen Gruppen von Kamtschatka.
Das wiederum ist zu lange. Indigene klingt nach Flora und Fauna. Letztendlich sind die Einheimischen die, die schon lange da sind und dort sind.
[zitat]Was ich nicht so mag. Die kurzen Sätze. Vor allem die ständige, ausufernde Erwähnung so vieler Nebensächlichkeiten, Essen, Zähneputzen, whatsoever, (bin zu faul, es olls aufzuschreiben) reißen mich aus dem Lesefluss. [/zitat]

So verschieden sind die Leserinnen - ich mag solche Kleinigkeiten besonders. Ich würde kein Buch lesen wollen, das ausschließlich von solchen relativ bedeutungslosen Alltagstätigkeiten handelt, aber in Maßen mag ich solche Schilderungen sehr, sie sagen für mich immer viel aus.

Im Prinzip, sagt Radio Eriwan, gebe ich dir recht. Aber hier ist es too much oder an der falschen Stelle. Ich merkte wirklich, dass ich, jedesmal, wenn ich eine Art Geschmeidigkeit beim Lesen entwickelte, ich gestört wurde.
 
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Wandablue

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18. September 2019
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Brandenburg
Und? Bekomme ich jetzt ein Fleißkärtchen ;)? Aus dem Alter für solche Anmerkungen bin ich definitiv raus, ein schlichtes 'Danke (für den Hinweis)' hätte es auch getan
Oh je. Ausgeschrieben hätte der Satz gelautet: Gut aufgepasst, erstaunlich, was du entdeckt hast. Das ist mir entgangen.
Wäre das gegangen?
 

parden

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13. April 2014
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Man gewinnt den Eindruck, dass Kamschatkas Ehen am besten funktionieren, wenn die Männer nicht da sind.
:D

Bei Laune wird Natascha zunächst von einer Frau aus der Nachbarschaft gehalten, die ebenfalls Strohwitwe ist.
Und auch da trifft deine These von der 'falschen' Freundin wieder zu. Zumindest distanziert sich Natascha gleich wieder von ihr, als diese ihre Familie (negativ) zu bewerten beginnt...

Es scheint Kamschatkas Frauen nicht vorherbestimmt zu sein, ein glückliches Leben zu führen.
Dieses Kapitel ist mir sehr nahe gegangen. Aber eines wundert mich doch. Der 27.2. scheint ein schwarzes Datum im Leben von Rewmira zu sein. Gibt es solche Zufälle?
Mir war es der Dramatik hier doch zu viel. Genau am selben Tag? Klingt für mich nach übertriebenem Drehbuch...

Ich war erschrocken, dass Frauen sogar damit rechnen müssen, umgebracht zu werden, wenn eine derartige Neigung ans Licht kommt. Welches Jahr schreiben die da? Der bloße Verdacht reicht.
Russland und Homosexualität ist ja kein unproblematisches Thema - Putin schürt den Hass auf Homosexuelle regelrecht, Nationalisten machen Jagd auf sie. Und in solch einer abgelegenen Gegend wie Kamtschatka, ländlich zumeist, wird gegen solche Praktiken (Jagd auf Homosexuelle, Verbrennungen...) vermutlich eher noch weniger eingeschritten als sonst schon.

Allerdings ist es VÖLLIG überflüssig, dass Gatte 2 am Todestag von Gatte 1 und Leben kommt. Diese zusätzliche Dramatik hätte sich JP lieber mal gespart und wäre glaubwürdiger geblieben.
Mein Reden...

Das ist nicht seltsam, das ist in Russland und anderswo in russischen Saunen üblich.
Und ich dachte schon, Badekleidung in der Sauna gibt's vielleicht nur in Anwesenheit von Amerikanerinnen... ;)

Und auch hier dieses Hinterhertrauern nach der Wandlung des Systems: S. 207: "... einem idyllischen Dorf, mit Menschen, die noch Prinzipien hatten, in einer lebendigen ewenischen Tradition, einer sozialistischen Nation mit großen Errungenschaften. Diese Nation war zusammengebrochen und an ihre Stelle war eine große Leere getreten." Es ist also nicht nur die selbstgerechte Walentina, die die alte Ordnung bevorzugt hätte, sondern auch die "Ureinwohnerin" Rewmira.
Ja, diesen Absatz habe ich mir auch markiert...
 

Wandablue

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18. September 2019
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Russland und Homosexualität ist ja kein unproblematisches Thema - Putin schürt den Hass auf Homosexuelle regelrecht, Nationalisten machen Jagd auf sie. Und in solch einer abgelegenen Gegend wie Kamtschatka, ländlich zumeist, wird gegen solche Praktiken (Jagd auf Homosexuelle, Verbrennungen...) vermutlich eher noch weniger eingeschritten als sonst schon.
Das war mir nicht klar. Von daher schon sehr gut, dass der Roman darauf aufmerksam macht.
Seltsam eigentlich. Der Kommunismus ist doch in dieser Hinsicht immer offen gewesen, oder nicht? Da er doch gegen Religion im engeren und weiteren Sinne agiert/e - und diese die konservative Sicht fahren - müsste Putin/Kommunismus doch eine andere Schiene fahren.
 

parden

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Abgesehen vom letzten Kapitel, das zwar einerseits berührend und durchaus eindringlich geschildert war, wo ich aber angesichts des doppelten Todestages nur noch 'Och nö!' denken konnte, entwickelt der Roman für mich einen ganz eigenen Sog. Die Kapitel stehen für sich, die Zeit vergeht zusehends, die verschwundenen Kinder spielen nur (noch) am Rande eine Rolle, und ich bezweifle fast, dass ihr Schicksal aufgeklärt wird - ähnlich wie bei Lilja, und doch gibt es durch kleine Nebensätze, leise Erwähnungen, eine Bezugnahme auf Personen aus anderen Kapiteln. Geschickt konstruiert... Ein paar Monate sind jetzt aber noch übrig. Mal schauen, was da noch kommt...
 

parden

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Das war mir nicht klar. Von daher schon sehr gut, dass der Roman darauf aufmerksam macht.
Seltsam eigentlich. Der Kommunismus ist doch in dieser Hinsicht immer offen gewesen, oder nicht? Da er doch gegen Religion im engeren und weiteren Sinne agiert/e - und diese die konservative Sicht fahren - müsste Putin/Kommunismus doch eine andere Schiene fahren.
Hier sei mal Wikipedia zitiert:
Homosexualität ist in Russland gesellschaftlich überwiegend tabuisiert; homosexuelle Handlungen sind jedoch legal. Mit dem Argument des Kinderschutzes wurde die sogenannte homosexuelle Propaganda in der Öffentlichkeit in manchen Regionen Russlands schon von 2006 bis 2013 unter Verbot gestellt. Am 30. Juni 2013 unterzeichnete Präsident Wladimir Putin ein Gesetz auf föderaler Ebene, das jegliche positiven Äußerungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen oder über Medien wie das Internet unter Strafe stellt. Der Staat erkennt keine gleichgeschlechtlichen Partnerschaften an und verbietet seit dem 3. Juni 2013 auch die Adoption durch gleichgeschlechtliche Ehepaare im Ausland.

Und hier noch ein etwas älterer Artikel, der die Problematik noch verdeutlicht:
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-07/russland-homosexuelle-video/komplettansicht

Aber es lässt sich sicher noch viel mehr dazu finden...
 

Literaturhexle

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2. April 2017
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Prinzip, sagt Radio Eriwan, gebe ich dir recht. Aber hier ist es too much oder an der falschen Stelle. Ich merkte wirklich, dass ich, jedesmal, wenn ich eine Art Geschmeidigkeit beim Lesen entwickelte, ich gestört wurde.
Hm. Ich merke da gar nichts. Bin mit dem Schreibstil völlig einverstanden:D
Putin schürt den Hass auf Homosexuelle regelrecht, Nationalisten machen Jagd auf sie.
Schock schwere Not!
 
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ulrikerabe

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14. August 2017
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Ich hatte nicht den Eindruck, dass Lada Mascha als Frau liebt, sondern als Freundin. Sie hat die Freundin vermisst und fühlt sich eigentlich sehr unwohl oder zumindest unsicher, sie nach der langen Abwesenheit wiederzusehen. (Der Verlust von Freundschaft fühlt sich schon auch ein bisschen wie Liebeskummer an. Ich weiß das.)

Sonst gibt es natürlich auch wieder Überschneidnugen beim Personal. Der Polizeibeamte, mit dem Walentina immer wieder in Kontakt stand, ist mit seiner Frau bei der Silvesterparty dabei. Die Krankenschwester die Walentina betreute ist die Cousine von Alla (die Mutter von Natascha, Denis und Lilja) und in dem Februar Kapitel Protagonostin.
Dass Lilja die Geliebte von Mascha sein könnte, möchte ich nicht glauben.

Ganz zeitgemäß kommen hier auch Verschörungstheoretiker vor. Denis glaubt wohl an einen Entführung durch Außerirdische, sowohk bei seiner Schwester, als auch bei den Mädchen, die aktuell verschwunden sind.

[zitat]"Die Golosowskaja Schwestern hatten sich verletzlich gemcht, indem sie allein spazieren gegangen waren - dieser eine Fehler hat ihnen das Leben gekostet."[/zitat] Hier offenbart sich wieder der Pauschalvorwurf, dass Frauen udn Mädchen selbst schuld sind, wenn ihnen Gewalt angetan wird. Wären sie doch "brav" zuhause geblieben. Das Opfer für die Tat verantwortlich zu machen ist immer noch die beste Verteidigunsgstrategie (allein, zu spät, zu leicht bekleidet.....) :(
 

Die Häsin

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11. Dezember 2019
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Denis ist für mich schwer vorstellbar. Ich hielt ihn spontan erst mal für einen Jugendlichen, aber er scheint ja erwachsen zu sein. Ich kenne selbst ein paar Leute, die an UFOS glauben, vielleicht glaubt der eine oder die andere davon auch an Entführungen durch Außerirdische, aber ich kenne niemanden, der überhaupt kein anderes Gesprächsthema weiß.

Denis' Besessenheit hat mich an Fox Mulder aus "Akte X" erinnert, dessen verschrobener Charakter auch nachhaltig dadurch geprägt wurde, dass er als Jugendlicher die Entführung seiner Schwester "durch Aliens" miterlebte. Aber sogar Mulder redet hin und wieder über andere Themen. :rolleyes:
 
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Literaturhexle

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2. April 2017
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Denis ist für mich schwer vorstellbar. I
Er muss in irgendeiner Form gehandicapt sein. Entweder es ist eine leichte geistige Behinderung oder auch Autismus. Seine Schwester macht sich ja auch Gedanken darüber, dass sie sich um ihn wird kümmern müssen, wenn die Mutter nicht mehr lebt. Er kann wohl eine bestimmte Art von Arbeit tun, scheint aber sehr eingeschränkt in seinen Möglichkeiten.
 
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Xirxe

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19. Februar 2017
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So geht es mir auch. Ich habe mich nur nicht dazu geäußert, weil ich mir nicht sicher war.
Auf mich machte es den Eindruck, als sei sie durchaus zu ihr hingezogen, aber als wäre ihr noch nicht so richtig klar, wo ihre Prioritäten liegen - Männer, Frauen, Beide? Mascha war sich hingegen schon recht früh bewusst und hat ihre Entscheidung getroffen.
 

Anjuta

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8. Januar 2016
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Essen
Ja, russische Namen sind für Nichtrussen beimLesen wirklich eine Hürde fürs Verständnis. Ein paar Infos:
Russen führen drei statt wie wir zwei Namen.
1. Vorname
2. Vatersname
3. Nachname

Vorname: zB Natalja, den Vornamen benutzen gute Freunde und Verwandte, entspricht unserer Du-Form, allerdings werden die wenigen Vornamen, die im Russischen zur Auswahl stehen, vorzugsweise in Koseformen verwendet, und zwar ständig wechselnd. Natalja heißt eben auch Natascha oder Tascha, Ivan heißt eben auch Vanja oder Vanjuscha, immer aber ist es die gleiche Person. Anna wird übrigens dabei ua zu Anjuta. ;)

Vatersname: der Name des Vaters mit der Endung -evitsch oder -ovitsch für Männer (Ivanovitsch, wenn der Vater Ivan heißt bzw. Mit der Endung -ovna oder -evna (Ivanovna) für Fraun. Wird eine Person im Russischen gesiezt, dann spricht man sie an mit Vor- und Vatersname (zB Natalja Ivanovna), der Familienname spielt dabei keine Rolle. So heißt Putin idR in Russland Vladimir Vladimirovitsch, wenn die Russen über ihn sprechen.

Familienname: spielt ganz selten eine Rolle bei der Ansprache einer Person

Fazit: eine Mixtur aus Vorname in den vielen gängigen Koseformen sowie Kombination von Vorname und Vatersname kommt in russischen Romanen in wechselnder Form vor, um ein und dieselbe Person zu bezeichnen. Das führt zu vielen Verwirrungen!
Ich hoffe, das hilft ein wenig.
 

Barbara62

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19. März 2020
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Baden-Württemberg
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Lada und Mascha an Silvester ...
Dieses Kapitel war für mich nicht so stark wie die anderen. Soll ich nochmal etwas zum Thema "Freundinnen" sagen? Ich tu es einfach: Mascha und Lada waren beste Freundinnen, genauso wie die Dritte im Bunde (ich habe vergessen, wie sie heißt). Und kaum schafft es Mascha aus der Provinz Kamschatka in die zivilisierte Großstadt, sind die besten Freundinnen abgeschrieben. Insbesondere Lada hat dieses Verhalten gekränkt. Jetzt taucht Mascha aus heiterem Himmel wieder auf und die Freundinnen versuchen, sich wieder einander anzunähern. Mascha ist lesbisch und Lada auch? Zumindest scheint dies ein No go in Kamsch. zu sein.

Ich habe das so gelesen, dass Mascha Lada geliebt hat und nicht "nur" als Freundin mit ihr weiterleben konnte. Sie hat eingesehen, dass Lada ihr nicht geben konnte, was sie von ihr wollte. Das Weggehen war deshalb eine Flucht. Lada hat das damals nicht verstanden, nun erst begreift sie.

Hinweisen möchte ich auf die Fortsetzung der vermeintlichen Krebserkrankung Walentinas:
[zitat]Den ganzen Morgen kamen stoßweise unzählige Patienten: Die kurz angebundene Walentina Nikolajewna zur Bestrahlung, ein Teenager... S. 205[/zitat]
Sehr geschickt, oder? Da wir ein Cliffhanger aus einem der vorhergehenden Monate ganz nebenbei aufgelöst. Sie hat Krebs und wird bestrahlt. Mehr muss man im Moment nicht wissen. Eine Therapie erstreckt sich über viele Wochen.

Ganz genau! Es ist doch wie "Mit Blick aufs Meer" von Elizabeth Strout. Genau so macht sie es auch!
 
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RuLeka

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30. Januar 2018
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Ja, russische Namen sind für Nichtrussen beimLesen wirklich eine Hürde fürs Verständnis. Ein paar Infos:
Russen führen drei statt wie wir zwei Namen.
1. Vorname
2. Vatersname
3. Nachname

Vorname: zB Natalja, den Vornamen benutzen gute Freunde und Verwandte, entspricht unserer Du-Form, allerdings werden die wenigen Vornamen, die im Russischen zur Auswahl stehen, vorzugsweise in Koseformen verwendet, und zwar ständig wechselnd. Natalja heißt eben auch Natascha oder Tascha, Ivan heißt eben auch Vanja oder Vanjuscha, immer aber ist es die gleiche Person. Anna wird übrigens dabei ua zu Anjuta. ;)

Vatersname: der Name des Vaters mit der Endung -evitsch oder -ovitsch für Männer (Ivanovitsch, wenn der Vater Ivan heißt bzw. Mit der Endung -ovna oder -evna (Ivanovna) für Fraun. Wird eine Person im Russischen gesiezt, dann spricht man sie an mit Vor- und Vatersname (zB Natalja Ivanovna), der Familienname spielt dabei keine Rolle. So heißt Putin idR in Russland Vladimir Vladimirovitsch, wenn die Russen über ihn sprechen.

Familienname: spielt ganz selten eine Rolle bei der Ansprache einer Person

Fazit: eine Mixtur aus Vorname in den vielen gängigen Koseformen sowie Kombination von Vorname und Vatersname kommt in russischen Romanen in wechselnder Form vor, um ein und dieselbe Person zu bezeichnen. Das führt zu vielen Verwirrungen!
Ich hoffe, das hilft ein wenig.
Danke für die Erläuterungen.