3. Leseabschnitt: Seite 149 bis 221

Emswashed

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9. Mai 2020
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Etwas wandelt sich in Maarten im 3.LA. Auf S.156 schreibt er 'einleitend': "Das vermittelte mir das Gefühl, dass dies, auch was mich betraf, der Beginn einer Freundschaft zwischen uns war."

Er wechselt sozusagen die Seiten und spielt das "idiotische" Spiel seiner Nachbarn mit. Er wirft sarkastische Bemerkungen in die Gespräche, die aber niemandem auffallen... oder? Denn es beginnen kleine Sticheleien, die zunächst mal sein Fahrrad betreffen.

Aber Nicolien fällt in alte Muster zurück und verbannt lieber die alte Freundin Roosje, anstatt mal ein Minute andere Argumente zuzulassen.

Im Großen und Ganzen ändert sich aber auch in diesem Abschnitt nichts am Konzept des Buches, welches im Klappentext als Puzzlestück bezeichnet wird, ich aber eigentlich als Tagebuchaufzeichnungen entlarven möchte. Die Bruchkanten in den kurzen Abschnitten, die Unvollständigkeit des Erzählten und das Fehlen von Erklärungen (z. Bsp. des Gedenktages) sprechen meiner Meinung nach dafür. Ich fühle mich da an manchen Stellen als unfreiwilliger Zuschauer, der sich dieses kreisende Elend eigentlich nicht länger anschauen möchte.
 

Literaturhexle

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2. April 2017
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Für mich kristallisiert sich das Thema dieses Buches allmählich heraus: Es geht um Diskriminierung und Anti-Diskriminierung. Damit ist der Roman erstaunlich aktuell: Er spiegelt im Kleinen, nämlich primär in der Ehe von Nicolien und Maarten (manchmal erweitert um das schwule Paar), womit wir im Großen gerade zu kämpfen haben: Mit der Bemühung um Wokeness, um Fainess allen gesellschaftlichen Außenseitern und Randgruppen gegenüber. Nicolien ist die Vertreterin der aggressiven Antidiskriminierungsbewegung, Maarten vertritt den weniger ideologischen, leiseren, aber mehrheitlichen Teil der Gesellschaft.
Nach der Auffassung von Nicolien und Petrus sind alle diskriminierten Gruppen als integer, als "gut" anzusehen. Das von ihnen erlittene Unrecht ist so groß, dass man den Einzelnen keiner gründlichen Überprüfung unterziehen muss. Aber ist das nicht auch eine Form von Vorurteil oder Stereotyp? Das zumindest ist die Meinung von Maarten. Er plädiert dafür, das Individuum für sich selbst und seine Taten zu bewerten.

Insbesondere Nicolien ist so verblendet in ihren Ansichten, dass bei ihr der Zweck die Mittel heiligt. Sie fühlt sich als Verfechterin für die gute Sache, wenn sie für die Underdogs kämpft. Sie beleidigt ihren Mann, wird sogar handgreiflich. Ihre Wortwahl entspringt der Gosse, wenn sie erst einmal in Fahrt ist. Sie ist zu keinerlei Selbstkritik fähig. Das größte Zugeständnis: "Du weißt doch, dass ich es nicht so meine..."

Man hätte dieses Buch locker um 100 Seiten kürzen können. Die Dialoge sind sehr ähnlich und inhaltlich redundant. Die Aussage gefällt mir aber zunehmend. Auch die Diskrepanz zwischen dem Anspruch an andere und an sich selbst sehe ich gesellschaftlich oft als riesengroß an. Gerade auf den letzten Seiten des LA zeigt Maarten, dass er eben nicht schnell verurteilt, sondern sich kritisch fragt: Wie hätte ich unter diesen Umständen gehandelt? Das darf natürlich nicht dazu führen, dass man einen Eichmann von Schuld freispricht! Aber man darf auch nicht jeden Nichtjuden dafür verurteilen, dass er nicht in den aktiven Widerstand gegangen ist oder, um das Heute mit einzubeziehen, jeden Russen, der nicht öffentlich gegen den Krieg Stellung nimmt. Man muss die Bedingungen der Zeit unbedingt mit einbeziehen. Die Menschen hat schlichtweg auch Angst, die in einer Diktatur nicht unbegründet ist.
Nicolien macht es sich einfach. Sie lehnt jede Reflexion ab und wiederholt ihre Glaubenssätze. Schade, dass (mal wieder) einer Frau diese "einfältige" Rolle zukommt.

Jetzt schaue ich mal, was mir sonst noch so einfällt. Aber ich glaube nun zu wissen, warum dieses Buch veröffentlicht wurde. Das Thema ist hoch aktuell.
 

Literaturhexle

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2. April 2017
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Wir bekommen zunehmend ein differenzierteres Bild der Charaktere. Der meist smart erscheinende Peer war in jüngerJahren ein schwieriger Zeitgenosse. Er hat die Kundschaft aus dem Gasthaus seiner Eltern vertrieben, war in einer "Einrichtung" 189, seine Mutter ist froh über den positiven Einfluss von Petrus. Auch der Besuch von Mutter und Schwester fällt sehr kurz aus, das Verhältnis scheint nicht das beste zu sein.

Petrus scheint tatsächlich früh zu altern, was an verschiedenen Szenen deutlich wird (Wiederholungen, Vergesslichkeiten). An der Demenz hat sich der Autor bereits in dem Roman "Die Mutter von Nicolien" abgearbeitet.

Man muss auch bedenken, dass die Zeitabstände zwischen den einzelnen Szenen viel größer geworden sind im Vergleich zu den ersten LA. Sie zeigen eine gewisse Entwicklung. Man bezeichnet sich zwar als Freunde, stößt jedoch immer wieder an Grenzen. Das betrifft primär die Sicht von Maarten/Nicolien, aber die andere Perspektive kennen wir auch nicht. Nicolien hat die Neigung, ALLES zu entschuldigen, weil "Underdogs werden immer ausgebeutet." Es sind diese Glaubenssätze, mit denen sie jede vernünftige Diskussion beendet - zu Lasten ihres Mannes. Man spürt aber auch, dass seine Reizschwelle sinkt und die Aggressionen zunehmen. Das wurde sehr eindrücklich gezeigt.

Die permenenten, im Kreis laufenden Gespräche zwischen Nicolien und Maarten sind zermürbend - auch für uns Leser ("Doublette vergangener Gespräche" 194) . Manchmal hat man den Eindruck, auch Nicolien bekäme etwas Einsicht, insbesondere, als sie sich in ihrer Urlaubsplanung beeinträchtigt sieht. Aber am Ende will sie es den Nachbarn Recht machen, sie geht jedem Konflikt mit Peer/Petrus aus dem Weg, leider nicht mit ihrem Mann (diese Kraftausdrücke!)... Ihn schmeißt sie wiederholt raus, verbietet ihm das Wort und heult, wenn er wirklich mal raus geht. Furchtbar hysterisch!!!

Ich kann diese Nähe, die beide Parteien suchen, absolut nicht nachvollziehen! Lediglich Maarten ist zu einer objektiven, präzisen Beurteilung der Männer fähig, die ich ebenso treffen würde. Beispiele:
Ich fand sie exaltiert. Weder Peer noch Petrus lag meiner Meinung nach besonders viel an anderen Menschen. 182
Ich fand es charakteristisch für ihr Verhältnis: ein dement werdender alter Mann, begleitet von einem etwas debilen jüngeren Mann. 188
Petrus Verhalten erinnerte mich...: eine maßlose Zurschaustellung der eigenen Hilflosigkeit, um Hilfe zu bekommen. 192

Charakteristisch für die Harmonie der zwei Paare dieses Zitat:
Dennoch blieb die Stimmung gut, weil Peer ihm sofort recht gab, Nicolien ohnehin nicht das Bedürfnis hatte, ihm zu widersprechen, und ich mich zurückhielt. 191

Ebenso charakteristisch Nicoliens Einstellung, die einem Dogma gleichkommt:
Deshalb mag ich Peer und Petrus so. Weil ich weiß, dass sie nicht so sind. Und ich werde sie deshalb bis zu meinem letzten Blutstropfen verteidigen. 193
Dagegen Maarten sehr reflektiert:
Die Heiligsprechung Peers und Petrus´, sowie in ihrem Gefolge aller Homosexuellen, war in meinen Augen das Spiegelbild dessen, was Roosje tat. 203
Dabei zeigen die beiden Männer immer wieder ihre mangelnde Empathie, Egoismus und ihre Rücksichtslosigkeit. Bsp. Mountainbike, nicht Nachfragen wegen ärztl. Untersuchung, Nicht-Zuhören,...

Was die ehelichen Zwistigkeiten betrifft, scheint Maartens Geduldsfaden dünner zu werden. Am Ende lenkt er aber stets wieder ein. Ich bin mittlerweile gespannt, wie das ausgeht.
 

Emswashed

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9. Mai 2020
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Es geht um Diskriminierung und Anti-Diskriminierung.

In den Diskussionen die NM und PP miteinander und NM unter sich führen, geht es vielleicht darum, aber die Argumente sind sehr schwach und drehen sich im Kreis. Außerdem werden Personen ohne Erklärung ins Spiel gebracht, die ich nicht kenne und deren Taten und Einstellungen ich daher auch nicht beurteilen kann.
Zudem wird hier ständig das Judentum mit Homosexualität gemischt, was mir dann doch auch ein wenig zu engstirnig ist. Das bekommt ja fast den Eindruck, als wenn die Niederländer wirklich nur diese zwei "Sorgenkinder" hätten (Arnon Grünberg geht fast in dieselbe Richtung).
 

Lesehorizont

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29. März 2022
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Mainz
Ich bin wohl alleine, wenn ich das Buch nach wie vor sehr gerne lese. Die sich wiederholenden Streitszenen haben für mich etwas Groteskes. Ich kann mir das Buch wunderbar als Verfilmung vorstellen und sehe nach wie vor eine starke Paralle zum "Gott des Gemetzels".
Ich habe immer wieder den Eindruck, dass die Streitigkeiten zwischen M. und N. bei den Nachbarn in ähnlicher Weise vorkommen und dann noch mal quer zwischen den Paaren.
Diskriminierung ist ein wiederkehrendes Thema - für mich aber eher ein Beispiel, an dem sich die Stretigkeiten entzünden bzw. Differenzen deutlich werden.
Klar ist die Parallelisierung des "Schicksals" von Juden und Homosexuellen recht oberflächlich.
Die Charaktere gewinnen an Tiefe. N. ist, wie sie ist. Wieso nimmt Maarten das so hin bzw. warum ist keine Veränderung möglich?
Ich frage mich nach wie vor, wie Peers Vergangenheit aussieht und wie es zur Namensänderung kam? Petrus leidet offensichtlich an aufkommender Demenz.

Wenn der Autor hier noch mehr Hintegründe für die permanenten Streitereinen und deren Ursachen liefert, finde ich das Buch sehr gelungen. Mal sehen...

Ich kommentiere evtl. erst morgen weiter.
 

dracoma

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16. September 2022
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Dabei zeigen die beiden Männer immer wieder ihre mangelnde Empathie, Egoismus und ihre Rücksichtslosigkeit. Bsp. Mountainbike, nicht Nachfragen wegen ärztl. Untersuchung, Nicht-Zuhören,...
Da zeigt sich trotz gemeinsamer Unternehmungen keine Entwicklung. P+P sind und bleiben egozentriert und empathielos. Und rücksichtslos: Ms Rad wird einfach umgeschubst, damit sie ihre Mountainbikes unterbringen können.
Und auf der anderen Seite lesen wir ständig von der Unsicherheit des heterosexuellen Paares, sich richtig zu verhalten.

Die Urlaubserzählung S. 174 fand ich ausgesprochen komisch! Wie P+P das Interesse der anderen einfach voraussetzen und ihren Urlaub akribisch beschreiben! Maarten frotzelt sie an, provoziert sie sogar (z. B. wo sie im Zug gesessen hätten), aber sie sind völlig humorlos.
 

dracoma

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16. September 2022
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Nach der Auffassung von Nicolien und Petrus sind alle diskriminierten Gruppen als integer, als "gut" anzusehen.
An dieser Stelle bekommt das Buch endlich etwas Gewicht.
Vorher war es schon das Gespräch mit Roosje, in dem Maarten ihre "Dummschwätzerei" aufs Korn nimmt. Sie ist vorurteilsbehaftet, aber M. erkennt die Ängste, die hinter ihrem Vorurteil stehen. Er lehnt daher N.s heftige Verurteilung ihrer Freundin ab und meint, dass jeder das Recht hat, seine Ängste zu äußern; es sei gefährlich, seine Ängste nicht äußern zu dürfen.
Er lehnt Roosjes Haltung ab, aber er lehnt auch die "Heiligsprechung" aller diskriminierten Gruppen ab, wie seine Frau das macht. Für ihn sind P+P und andere keine "Helden", sondern "normale Menschen" (S. 205), die individuell betrachtet werden sollten.
So wie er die Heiligsprechung der Diskriminierten ablehnt, lehnt er aber auch die Verurteilung der Diskriminierenden ab. Die findet er vorschnell und er fordert "Selbsterforschung": wie hätte ich in dieser Zeit, in dieser Situation gehandelt?

Ich frage mich nach wie vor, wie Peers Vergangenheit aussieht und wie es zur Namensänderung kam?
These 1: Peer war kriminell und änderte daher seinen Namen.
These 2: Sein Vater hatte Dreck am Stecken und Peer legt daher dessen Namen ab.
Man hätte dieses Buch locker um 100 Seiten kürzen können.
Das finde ich auch. Eine eingedampfte Erzählung hätte auch mehr Biss gehabt.

Die Nachbarn treiben aber in diesem LA das Ehepaar zur Gewalt. M rastet aus und wird handgreiflich.
N dagegen legt verbal zu: ihre Schimpftiraden werden immer ordinärer, das Wort "Drecksweib" wird inflationär benützt und auch auf M.s Mutter ausgeweitet.
Finde ich heftig.
 

Sassenach123

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27. Dezember 2015
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So, ich werde eure Beiträge erstmal noch ignorieren, da ich noch nicht komplett durch bin, doch ich muss einfach ein paar Dinge loswerden…..
Nicolien ärgert mich immer mehr. Machte sie Maarten in den vorherigen Abschnitten ständig Vorwürfe, dass er eben nicht auf Peer und Petrus eingeht, hält sie ihm nun genau dies vor. Vorher hätte sie es gut gefunden, wenn Maarten auf Peers Tipps bezüglich der Irlandreise eingegangen wäre, nun hält sie ihm vor, dass er es tat. Sie findet immer einen Grund Maarten nieder zu machen. Interessant, dass ihr mittlerweile vieles auch auf die Nerven geht, sie will diesen engen Kontakt gar nicht mehr.
Wohin soll alles führen, ich ärgere mich ständig, dennoch will ich trotzdem wissen wie es weitergeht mit dieser Freundschaft. Wobei? Kann man es eine Freundschaft nennen, ist es nicht eher eine Bekanntschaft? Ich würde gerne einmal die Sicht von Peer und auch Petrus erfahren auf dieses Konstrukt m aber ich befürchte, das wird nicht geschehen
 

Julea56

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7. Juli 2023
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Die Nachbarn treiben aber in diesem LA das Ehepaar zur Gewalt. M rastet aus und wird handgreiflich.
Das fand ich auch ganz schrecklich und für mich wird das Lesen des Buches ein wenig qualvoll inzwischen. Ich fand auch die Formulierung des Erzähler, dass er seine Faust auf Nicolien Wange legt, echt interessant. Wie genau meint er das denn? Dass er kurz davor ist, ihr einen Faustschlag zu verpassen?

Eine weitere auffällige Stelle fand ich, als Maarten von dem Müllsack mit der roten Flüssigkeit schreibt und er diesen Brief schreibt, dass ein Mord in der Wohnung ja ok sei, man aber dann wenigstens die Leichenteile entsorgen müsse. Das wirkt wie eine Vorausdeutung oder die sich aufbauenden Aggressionen, vielleicht sogar auf allen Seiten. Inzwischen sind die Gespräche der Nachbarn untereinander immer (noch) weniger von Rücksichtnahme geprägt, Maarten kann mit seiner Meinung immer weniger hinter dem Berg halten. Und auch das Verhalten wird rauer, was man z.B. am Umgang mit Maarten Fahrrad sieht.
 

Julea56

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7. Juli 2023
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Ihre Wortwahl entspringt der Gosse, wenn sie erst einmal in Fahrt ist. Sie ist zu keinerlei Selbstkritik fähig. Das größte Zugeständnis: "Du weißt doch, dass ich es nicht so meine..."
Ich finde die Stelle auch so unerträglich, als sie Maarten Mutter beschimpft und dabei keinerlei Respekt mehr zeigt. Wirklich unerträglich, diese Frau.

Die Begründung, dass ihr Mann sie ja kennen müsse und sie nicht ernst nehmen dürfe, finde ich einfach nur kindisch.
 

Literaturhexle

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2. April 2017
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Die Begründung, dass ihr Mann sie ja kennen müsse und sie nicht ernst nehmen dürfe, finde ich einfach nur kindisch.
Das sind zwar so typische (und insofern auch stereotype) Verhaltensmuster: ich wende Gewalt an, entschuldige mich und "ich habe es doch nicht so gemeint...."), aber es ermüdet einfach in der Dauerschleife. Lachen kann ich darüber einfach nicht.
 

dracoma

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16. September 2022
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Ich finde die Stelle auch so unerträglich, als sie Maarten Mutter beschimpft und dabei keinerlei Respekt mehr zeigt. Wirklich unerträglich, diese Frau.
ich finde diese Sprache natürlich auch absolut unmöglich. Aber was M.s Mutter angeht: vielleicht hat Nicolien da ja Recht? Vielleicht will sie sich nur rächen für die Ablehnung durch die Schwiegermutter, wenn sie M. mit seiner Mutter vergleicht?

Es ist so, dass in dem Roman einige Leerstellen offenbleiben, u. a. auch diese.
 

dracoma

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ich wende Gewalt an, entschuldige mich
Bei dem Wort "entschuldigen" bin ich ganz streng :smilehorn. Eben habe ich in der Zeitung gelesen, dass sich ein Pfleger bei den Angehörigen seines ( toten) Opfers entschuldigt hat. Das war's dann wohl, oder?
Nicolien sieht das auch so: sie bittet schließlich nicht um Ent-Schuldigung, sondern mit ihrer "Entschuldigung" ist die Sache für sie wieder in Ordnung, und sie verschwendet keinen Gedanken daran, wie ihr Opfer das wohl sieht.
 

Julea56

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Lachen kann ich darüber einfach nicht.
So meinte ich das mit dem Kindischsein gar nicht, sie weigert sich für mich einfach, erwachsen zu sein und entsprechend zu reagieren. Lachen kann ich darüber ebenfalls nicht, ich quäle mich tatsächlich ein wenig durch das Buch gerade und würde am liebsten "spicken",. wie es endet.
 

Julea56

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7. Juli 2023
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vielleicht hat Nicolien da ja Recht? Vielleicht will sie sich nur rächen
Da stimme ich dir zu, die zahlreichen Leerstellen, die auch der Erzähler verursacht, indem er letztlich nur seine subjektive Sicht der Dinge schildert. Auch wie genau, in welchem Tonfall usw. er jeweils agiert, ist ja nicht unbedingt der Wahrheit entsprechend, sofern der Roman tatsächlich so stark autobiographisch ist. Naja, ich lese mal weiter... :)
 

Literaturhexle

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2. April 2017
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Aber was M.s Mutter angeht: vielleicht hat Nicolien da ja Recht?
Das mag sein. Aber es hat doch keine Art, den Sohn dieser Schwiegermutter, den man sich zudem selbst erwählt hat, dermaßen frontal mit den "Sünden" seiner Mutter zu konfronieren?! Zumal ich Maarten nicht annähernd so rassistisch empfinde, wie ich Nicolien als extremistisch empfinde...
Ihre Vorwürfe sagen insgesamt mehr über sie selbst aus als über die anderen :rolleyes:
 

dracoma

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16. September 2022
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Aber es hat doch keine Art, den Sohn dieser Schwiegermutter, den man sich zudem selbst erwählt hat, dermaßen frontal mit den "Sünden" seiner Mutter zu konfronieren?!
Natürlich ist das nicht schön, das bestreite ich nicht! Und dass Nicolien eine ausgesprochen nervige Person ist, das bestreite ich auch nicht.
Aber es gibt schlimme Schwiegermütter. Und das Verhältnis Nicoliens zu ihrer Schwiegermutter ist eine der Leerstellen, die wir als Leser füllen müssen.