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3. Leseabschnitt: Kapitel 3 bis Ende (S. 213)

Dieses Thema im Forum "Leserunde Milchmann" wurde erstellt von Literaturhexle, 13. Februar 2020 um 14:19 Uhr.

  1. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Hier diskutieren wir den zweiten Teil von Kapitel 3.
     
  2. Anjuta

    Anjuta Bronze Mitglied

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    Gleich zu Beginn dieses LA ist wieder so ein Motiv, das mir das Lächeln ins Gesicht getrieben hat. James Bond als Inbegriff alles Britischen kennt man natürlich nicht, hat man nicht gesehen, möchte man nicht sehen (oder wenn, dann im Verborgenen). Ich konnte mir bei aller Schwärze des Humors (typisch britisch!:p) ein Lachen nicht verkneifen.
     
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  3. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    Ja, das fand ich auch köstlich :).
     
  4. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Zusammenfassung:

    Ein weiterer Rückblick gilt Irgendwer McIrgendwas. Die Erzählerin hat ihn bereits zweimal abblitzen lassen, als Folge stalkt er sie, spricht sogar Morddrohungen aus. Er ist ein Lügner, Aufschneider, hält sich für einen Staatsverweigerer. Früher waren die Staatsverweigerer die Guten, die Ehrenmänner, die sich für die Rechte der Minderheit einsetzten. Je mehr Idealisten im Kampf fielen, desto stärker wuchsen die Vorbehalte gegenüber den Nachfolgern, standen sie doch häufiger auf der Gangsterseite des Verweigerertums. Zudem gab es immer mehr Schaden und Leid, die die Skepsis der Normalbürger steigen ließ. Die Organisation verschärfte die Methoden: improvisierte Gerichtsverhandlungen, Paranoia, Denunziantenapparat.
    (Diesen Abschnitt fand ich extrem aufschlussreich darüber, wie es zu einem solchen System des Misstrauens und der Unterdrückung kommen konnte.)

    Im Dunstkreis der Verweigerer waren jederzeit Frauen zu finden, die sich von Einfluss und Macht angelockt fühlten, sog. Groupies.

    Genau für solch ein gefallenes Groupie-Mädchen wird die Erzählerin von ihrer Mutter gehalten. Zunächst fand ich die Argumente und Warnungen der Mutter vernünftig, sie schien sich ernsthaft zu sorgen. Am Ende kam aber heraus, dass es ihr im Grunde nur um den Trauschein geht: Würde MM sie heiraten, könnte man ihre Stellung durchaus tolerieren. Es ist also nicht die persönliche Sorge, sondern die Angst, was die Leute sagen könnten, wovon die Mutter angetrieben wird. Wäh!

    Die Erzählerin hat festgestellt, dass sie mittlerweile auch in der Öffentlichkeit anders wahrgenommen wird. Im Trinkschuppen (interessante Wortschöpfung!) wird sie von einigen Groupies umzingelt und in ihre neue Aufgabe "eingewiesen" - nicht als Rivalin, sonders als Vertraute. Sexspiele, Schmerzen, Unterwerfung scheinen dazuzugehören. Die Erzählerin wirkt fast paralysiert angesichts dieser Begegnung:
    Sie nannten mich beim Namen, beim Vornamen, und damit war alles Trennende aufgehoben (S. 165)


    Die Gerüchte der Affäre mit dem MM sorgen aber dafür, dass McIrgendwas den Rückwärtsgang einlegt. Er erkennt MM als den Stärkeren an.

    Nun wieder zum 3. Treffen mit dem MM, der plötzlich neben ihr an der zerbombten Kirche steht. Erneut tut er so, als wolle er ihr einen Gefallen tun und sie nach Hause bringen. Sehr klar weiß die Protagonistin, dass sie NICHT in dieses Auto einsteigen darf. Es tauchen vier weitere Männer in unterschiedlichen Entfernungen auf. Das ganze ist kein Zufall.
    Ebenso plötzlich, wie er erschienen ist, verschwindet der MM auch wieder, offensichtlich haben die Männer noch etwas vor...
    Die Erzählerin erleidet einen Zitteranfall, ihr Körper wehrt sich vehement gegen die Präsenz des MM.

    Auf dem Heimweg sammelt sie der echte Milchmann auf. Er gilt als übergeschnappt, weil er sich eben nicht alles gefallen lässt. Er ist allgemein als sehr hilfsbereit bekannt und seit der Schulzeit mit der Mutter unserer Erzählerin befreundet. Die Erzählerin spürt, dass sie ihm vertrauen kann. Er erklärt sich selbstverständlich bereit, den Katzenkopf zu versorgen. Interessanterweise bittet er seinerseits die Erzählerin, sich besser um ihre kleinen Schwestern zu kümmern. Er hält sie für sehr intelligent und hat Angst, dass sie sich mit ihrer Neugier schaden könnten. Es wunderte mich, dass die Erzählerin so wenig über ihre Schwestern weiß. Wahrscheinlich ist das der Erziehung und der Gesellschaft geschuldet. Beim Nachdenken stellt sie aber fest, dass der echte MM mit seinen Vermutungen richtig liegen könnte.
    Nun wagt sich der Ältere aus der Deckung. Er fordert sie indirekt auf, sich nicht alles gefallen zu lassen. Er empfiehlt einen Besuch bei den Themenfrauen. Diese sind öffentlich ziemlich geächtet. Sie setzen sich für die Rechte der Frauen ein, bekamen früher regelmäßig Besuch von einer Feministin aus der Stadt. Die Gerüchteküche unterstellt ihnen zahlreiche Verwerfungen. Dennoch hat die Staatsmacht es nicht geschafft, die kleine Gruppe zu liquidieren. Am Ende haben es die normalen Frauen das verhindert. Man liebt sie nicht, aber sterben sollen sie auch nicht. Es scheint unter den Frauen doch eine Art Solidarität zu geben.
    Zunächst widerstrebt es der Erzählerin, an die Themenfrauen nur zu denken: Sie möchte einfach nicht auffallen, während die Themenfrauen aufbegehren und den Status Quo in Frage stellen...
    Der echte MM hat eine sehr beruhigende Wirkung auf die Protagonistin. Hoffentich hat sie an ihm einen Freund gefunden!
     
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  5. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Vielen Dank für die Zusammenfassung @Literaturhexle !

    In diesem LA wird noch mal erzählt, wie groẞ die Macht dieser "Bezirksverweigerer" in der Gemeinschaft war. Die einzige Grenze für ihre Macht war, dass sie auf die Unterstützung der Gemeinschaft angewiesen waren. Als Eizelnerkonnte man nichts gegen sie unternehmen, nur wenn man sich ein Unterstützernetzwerk schaffte, hatte man eine Chance sich zu wehren.

    Was für eine Erleichterung für mich, als auf S. 181 der Echte Milchmann auftaucht. Er zählt in der Gemeinschaft zu den Übergeschnappten, für mich allerdings ist er der erste normale Erwachsene in der Geschichte. Er erfasst die Bedeutung, die der Katzenkopf für unsere Protagonistin hat, er reagiert auf das Klicken im Busch, er erkennt die Begabung der drei kleinen Schwestern und weiẞ um das Stalkerproblem mit dem vermeintlichen Milchmann und empfiehlt der Erzählerin, mit ihrem Problem nicht allein zu bleiben, indem sie sich an die "Themenfrauen" wendet.
    Was die Klugheit der keinen Schwestern betrifft, so hatte ich mich auf S.110 schon gewundert, welche eloquenten Fragen zum Hormonhaushalt sie an die Mutter gestellt hatten :) Heute ist Intelligenz so wichtig, dass man sich gar nicht vorstellen kann, wie unwichtig gute Noten für die Mutter waren. Beeindruckend, dass die schwestern versuchen, die Sichtweise des Gegners nachzuvollziehen.

    Neben dem "Echten Milchmann" ist das Auftauchen der Themenfrauen eine weitere Hoffnung für mich. Ist es nicht toll, dass der Mann, der die Icherzählerin terrorisiert und der "echte" Freund, beide Milchmänner genannt werden:)
     
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