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  1. Renie

    Renie Moderator
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    3. Leseabschnitt: Kapitel 13 bis Kapitel 21 (S. 141 bis S. 249)
     
  2. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    Die Entwicklung Lorenzos, die sich bereits angekündigt hat, schreitet fort:
    Wie meine Sandburg zerfiel nun die Welt, in der ich geboren und aufgewachsen war, meine stolze, heroische, faschistische Welt, die uns alle wie ein Bollwerk schützen und in eine ruhmreiche Zukunft führen sollte, innerhalb von wenigen Wochen zu Staub. (143)

    Die Ereignisse überschlagen sich, da die Front jetzt auf italienischem Boden liegt, der Duce abgesetzt worden ist und sich die neue italienische Regierung gegen die einstigen Verbündeten aus Deutschland wenden. Auf einmal will keiner mehr ein Faschist gewesen sein - die Leute freuen sich, sehr zum Entsetzen Francos, aber auch Lorenzo, da Mussolini
    das lebende Symbol aller Werte [war], für die wir gelernt hatten zu brennen: Loyalität, Disziplin, Ehre, Vaterland. (146)

    Allerdings ist er auch glücklich, da die Rassengesetze enden, so dass Daniele mit ihm aufs Gymnasium gehen kann und auch Matteo nicht mehr in Gefahr schwebt.
    Doch dann stürzt Italien ins Chaos, da die die Regierung und der König flüchten, so dass aus den verbündeten Deutschen Besatzer werden - und die Rassengesetze wieder gelten.
    Lorenzo beweist großen Mut, wenn er Daniele vor der Deportation bewahrt und auf dem Dachboden versteckt.
    Der Roman nimmt an Fahrt und Spannung auf, da sich die Frage stellt, ob es Lorenzo gelingen wird, Daniele bis zum Kriegsende durchzubringen. Eine große Verantwortung lastet auf ihm.
    Interessant ist weiterhin das Verhältnis zu Franco, der für die Ehre Italiens kämpfen will. Lorenzo differenziert zwischen dem brutalen und grausamen Verhaltens von Francos Onkel, der offenkundig seine Tante vergewaltigt hat - was Lorenzo jedoch nicht ahnt - und Francos Patriotismus und erhält die Freundschaft.
    Was verband uns noch? Vielleicht war es der Faschismus unserer Kindheit. Die Mythen, das Vaterland, die Ehre. (248)

    Mir gefällt, dass die Autorin nicht schwarz/weiß malt, so zeigt die Szene, in der die deutschen Soldaten Danieles Zeichnungen kaufen, deren menschliche Seite.
     
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  3. Momo

    Momo Platin Mitglied

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    Ja, das finde ich auch. Das gelingt der Autorin total gut, sich in alle Figuren, ganz gleich auf welcher Seite sie stehen, hineinzuversetzen. Gut und Böse gibt es hier nicht, es gibt so viel dazwischen. Und es ist auch so. Wir alle haben in uns Abgründe, und würden wir in solche schweren Zeiten leben, könnten wir jetzt auch nicht sagen, wie wir mit dieser ganzen politischen Problematik umgehen würden, deshalb finde ich, geht die Autorin fair mit ihren Figuren um.

    Die Autorin ist mir ein großes Vorbild und bin dankbar über dieses Buch.
     
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  4. MRO1975

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    Diese geschichtliche Wendung hätte man sich nicht besser ausdenken können. Dadurch gerieten alle in akute Gefahr, die den Sturz Mussolinis unterstützt oder offiziell gebilligt hatten. Auch Lorenzos Familie...
     
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  5. MRO1975

    MRO1975 Aktives Mitglied

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    Zu Anfang hat Lorenzo sich dieses Unterfangen sicherlich nicht so schwierig vorgestellt. Doch er bleibt auch bei der Stange als er feststellen muss, dass es fast unmöglich ist, genug Essen zu besorgen. Schön finde ich die Idee, dass die beiden ihr „Wissen“ an ihre Mitschüler und Franco verkaufen.
     
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  6. Renie

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    Das stimmt, obwohl für mich in dieser Szene die Ironie im Vordergrund stand: Ein Deutscher kauft die Zeichnung eines Juden :)
     
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  7. Renie

    Renie Moderator
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    Der Stimmungswechsel war unglaublich. Zuerst sind die Leute erleichtert, freuen sich und sind glücklich, dass die Gefahr vorbei ist. Und von jetzt auf sofort sind sie den Gefahren erneut ausgesetzt. Sie dachten, sie wären gerettet, waren sie aber noch lange nicht. Ganz im Gegenteil, das Leben und die Gefahren wurden immer schlimmer. Heftig!
     
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  8. renee

    renee Aktives Mitglied

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    Man kann sagen in diesem Kapitel wird aus dem Kind Lorenzo ein junger Erwachsener. Er ergreift Verantwortung, denkt differenzierter über gewisse Vorgänge, entwickelt sich. Diese Veränderung der Figur des Lorenzo hat mir sehr gefallen.
     
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  9. renee

    renee Aktives Mitglied

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    Was mir auch sehr gefallen hat ist die Beleuchtung geschichtlicher Verhältnisse von Italien, die Entmachtung des Duce, die vermeintlich sorgenfreie Zeit danach, die Machtübernahme durch die Deutschen, die Folgen dieser Machtübernahme auf die Zivilbevölkerung, und gleichzeitig auch die sehr ehrliche Betrachtung des Verhaltens der Bevölkerung, je nach Machthaber, ein auf diese abgestimmtes Verhalten sozusagen, auch die ehrliche Betrachtung der verschiedenen Rollen der unterschiedlichen Partisanengruppen, fand ich an diesem Abschnitt sehr gelungen, informativ und hat mir sehr gefallen.
     
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  10. renee

    renee Aktives Mitglied

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    Ebenso gut gemacht und sehr bezeichnend für den Wechsel in Lorenzos Entwicklung war für mich das Kümmern Lorenzos um Matteo und Daniele, das Erwachen um das politische Geschehen und die Sorgen, die er sich um die beiden macht. Einen besonderen Stellenwert bekommen in meinen Augen die verschiedenen Strategien Lorenzos für seinen Schützling das Essen herzubekommen, sich einmal seine schulischen Hilfestellungen für andere in Essen ausbezahlen zu lassen und die Bilder Danieles an Deutsche zu verkaufen sind schon sehr geschickte Handlungen. Fast etwas zu geschickt für sein Alter. Aber gut, wer weiß auf was man alles kommt, wenn man unter Druck steht.
     
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  11. renee

    renee Aktives Mitglied

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    Entsetzt war ich von dem Geschehen um die Verhaftung von Chiara und ihrem Verhalten danach, was nach einem traumatischen Geschehen klingt. Interessant finde ich wie in dem Buch die Figur der Chiara mit diesem Geschehen in der momentanen Notlage umgeht.
     
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  12. renee

    renee Aktives Mitglied

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    Interessant finde ich auch die Figur des Gespenstes, des Deutschen der Daniele beim Transport wegschickt und später Lorenzo die Bilder von Daniele abkauft. Da kommt sicher auch noch etwas.
     
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  13. renee

    renee Aktives Mitglied

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    Ebenso interessant gezeichnet finde ich die Veränderungen, der die Beziehung zwischen Franco und Lorenzo unterworfen sind. Bin auch hier gespannt wie diese Beziehung weiter gezeichnet wird.
     
  14. Renie

    Renie Moderator
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    Gerade dieses vorzeitige Erwachsenwerden finde ich schrecklich. Mein Sohn ist im selben Alter. Er und Lorenzo sind dermaßen weit voneinander entfernt, was die Entwicklung und Reife angeht. Schrecklich, was Krieg mit Kindern macht.:confused::(
     
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  15. renee

    renee Aktives Mitglied

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    Diese Situation ist definitiv schrecklich. Es ist furchtbar so etwas erleben zu müssen. Aber in dieser Situation hat sich Lorenzo gut verhalten, hat gut reagiert, hat Menschlichkeit bewiesen und genau dass hat mir gefallen.
     
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  16. milkysilvermoon

    milkysilvermoon Aktives Mitglied

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    Das ist mir auch aufgefallen. In der Literatur und besonders in Filmen ergibt sich oft das Bild, dass alle Deutschen ohne Abstufungen einfach nur böse damals waren. Hier merkt man, dass sich die Autorin sehr mit der tatsächlichen Geschichte befasst hat, also gut recherchiert hat, und es ihr um ein differenziertes Bild geht.

    Ja, er wirkt für sein Alter sehr reif und musste in nur kurzer Zeit erwachsen werden. Einerseits mag ich seinen Sinneswandel ebenfalls, andererseits auch traurig, dass er kein Kind mehr sein kann.
     
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  17. parden

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    Ihr habt schon wieder alles Besprechenswerte gut herausgearbeitet. Mir gefällt ebenfalls, dass es hier nicht platt ein Gut und Böse gibt, sondern - und das ist ja oft das Irritierende - oftmals ein Sowohl als Auch. Dass Lorenzo so an der Freundschaft zu Franco festhält, finde ich bemerkenswert. Immerhin hält dieser an dem Faschismus fest, will wieterhin für Vaterland und Ehre kämpfen - und hat einige üble Gesellen in seiner Familie. Hoffentlich bekommt sein Onkel noch die Abreibung, die er verdient... Arme Chiara.
     
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  18. Sassenach123

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    Das ist mir auch aufgefallen. Er stellt nun vieles in Frage, schaut hinter die Fassade. Und, was mir am besten gefällt, er steht zu seiner Meinung, er schwimmt nicht mit dem Strom, es ist sehr mutig von ihm Daniele zu helfen. Viele würden sicher auch gern helfen, aber sie trauen sich nicht.
     
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  19. Sassenach123

    Sassenach123 Platin Mitglied

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    Der Roman fesselt mich enorm, es wirkt alles wie aus dem Leben gegriffen, als hätte es Lorenzo wirklich gegeben. Während des Lesens bin ich immer wieder froh, dass wir in der jetzigen Zeit leben. Die Sichtweise ist für mich sehr interssant, als Deutsche habe ich den Krieg doch eher aus unserer Perspektive wahrgenommen, wie es für die Italiner war, lässt sich aber durch diesen Roman sehr gut erahnen.
    Wie wird es nun weitergehen? Ich hoffe sehr, dass wir uns von keiner liebgewonnenen Person trennen müssen. Wir befinden uns im Jahr 1944, bis Kriegsende kann noch eine Menge geschehen.
     
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