3. Leseabschnitt: Buch Zwei, Erster Teil (Seite 117 bis 194)

Circlestones Books Blog

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Eine beinahe abeschlossene Geschichte in der Geschichte, gebannt und begeistert habe ich sie gelesen - sie erklärt viel über Elimane, wer er ist, woher er kommt, gleichzeitig ist es eine eigene Geschichte, die für mich einen besonderen Sog und Reiz hat. Auch die Gedanken von Elimanes Mutter am Ende dieses Abschnitts, eine Grübeln beinahe ohne Satzzeichen, Nachdenken ohne Atem zu holen, mit einer für mich überraschenden Enthüllung,
Gleichzeitig zeigt dieser Abschnitt auch die Problematik zwischen den Afrikanern und den Franzosen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Mission, der Missionar, der auch Elimane drängt, in Paris zu studieren, wie schon sein Vater geht Elimane in ein Land, das seine, Elimanes, Kultur, und sein Heimatland unterdrückt.
 

GAIA

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Ich kann mich @Circlestones Books Blog nur anschließen und möchte noch ergänzen, dass ich es besonders toll finde, wie der Autor in der Lage ist, verschiedene Erzählstimmen zu implementieren. Das zeigt m.E. noch mehr, dass die Fremdwörterattacken des ersten Abschnitts ganz deutlich selbstironisch die Wortwahl eines aufstrebenden Autors spiegeln sollten. Er kann aber auch anders und ich wurde auch total in die Geschichte gezogen. Jetzt lese ich wirklich nicht nur mit Interesse sondern auch richtiger Spannung weiter.
Übrigens macht der Autor zu Beginn des LA auch wieder das, was er zuvor gemacht hat. Im Erzählinhalt gibt er vor, was er stilistisch machen wird. Am Anfang bin ich gar nicht hinterher gekommen, wer jetzt eigentlich wem was erzählt. Was sagt hier Siga zu Diégane, was hat ihr der Vater erzählt, was erzählt uns Diégane? Moment mal, ist da jetzt der 130jährige Vater mit im Raum? Hä? Nein, denn wie gesagt wird, können Erzählungen gleichzeitig existieren, können sich Geschichten und Zeiten überlappen. Erst dachte ich "Ach du schande, wenn das jetzt so weitergeht..." Aber nein, es gefällt mir total, was der Autor hier macht und ich folge ihm unglaublich gern in die nächsten Facetten seines Romans.
 

Literaturhexle

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Moment mal, ist da jetzt der 130jährige Vater mit im Raum? Hä? Nein, denn wie gesagt wird, können Erzählungen gleichzeitig existieren, kö
Es ist so genial! Man muss aufpassen wie ein Luchs! Aber kommen in dieser Erzählweise nicht die afrikanischen Mythen zum Ausdruck, der Glaube an die Unsterblichkeit der Geister, dass man seiner Herkunft nicht entfliehen kann? Ich bin relativ unbedarft in afrikanischer Literatur, aber ich mag tatsächlich diesen nebulösen Stil, die mythischen Erklärungen.

Habe ihr auch die Parallele zu "Nachleben" von Abdulrazak Gurnah gesehen? Auch Assamane fühlt sich den Franzosen, die ihn unterrichteten, zu Dank verpflichtet und tritt an ihrer Seite 1914 in den Krieg ein, der nicht seiner ist. Während Gurnahs Protagonist seine kleine Schwester verlässt, verlässt Assamane Frau und ungeborenes Kind. Beide im Glauben, dass der Krieg schnell vorbei ist, beide verschwinden auf Nimmerwiedersehen. Das war also alles, nur kein Einzelfall!
Die einen sahen eine Chance, der Enge zu entkommen, die anderen den Verkauf der afrikanischen Seele. Diese verschiedenen Perspektiven, das Verschwimmen von Realität, Übernatürlichem und Traumhaftem, empfinde ich als sehr fesselnd und bewegend.

Ousseynou sucht das klärende Gespräch mit seiner Tochter. Es befinden sich so viele nachdenkenswerte Sätze im Text:
Jeder Mensch auf der Erde muss seine Frage finden.
Unsere Kultur ist beschädigt. Der Stachel (der weißen Zivilisation)sitzt in ihrem Fleisch, und es ist unmöglich, ihn herauszuziehen ohne zu sterben.
Doch vor allem machte die französische Schule (und das war immerhin ihre Mission) einen kleinen weißen Schwarzen aus ihm. 145
Unser Leben gehört uns in genau dem Moment, in dem es uns verlässt. 165
Wir können unsere Geschichte nie abschütteln, selbst wenn sie uns Schande macht.
Und vieles, vieles mehr. Die Philosphiererei über die Blinden (S.169), die Schilderung des jungen Elimane, die Ängste seines (Zieh-)Vaters, die kryptischen Weissagungen.
Am Ende glaubwürdig, dass die Tochter dem siechenden Vater nicht verzeihen kann. Wie auch? Trotzdem wird das Gespräch Antworten geben auf ihre Frage: Warum hasst du mich?

Die Parallelen unseres ersten Erzählers, Diégane Ltyr Faye, zu Elimane werden immer deutlicher.

Spannend die Liebesgeschichte zwischen den Zwillingsbrüder und Mossane, die sich entscheidet und doch nicht entscheidet... Die die Antwort auf die Frage der Vaterschaft mit in die Erde nimmt, uns aber beantwortet in einem langen, atemlosen Redeschwall...

Ich bewundere dieses Buch jetzt schon. Weil es so einzigartig, so originell ist, weil mir seine Sprach- und Stimmenvielfalt gefällt. Weil man genau lesen muss... Hach, herrlich! Passt wunderbar in diese dunklen Tage!
 

petraellen

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Nun endlich kommt mehr Struktur in den Ablauf. Bisher hatten wir Tagebucheinträge, Kritiken, Kommentare und auch ein Interview innerhalb des Tagebuches. Immer aus Sicht des Spurensuchenden Diégane Latyr Faye.
Doch nun in diesem 3. LA sind wir eingetreten in das Labyrinth des Unmenschlichen. Wir sind der Aufforderung gefolgt.

Diégane Latyr Faye ist der Aufforderung gefolgt.

„Tritt ein in „Das Labyrinth des Unmenschlichen“ (S. 116)

Nun erfahren wir mehr über die Vergangenheit Elimanes und des Romans.

Ich finde der Roman ist genial aufgebaut. Sigrid D. erzählt ihre Geschichte, die in Verbindung mir Elimane steht. Es läßt sich eine Struktur erkennen. Der Perspektivwechsel ist gelungen.

Sie erzählt von ihrem Vater, den sie hasste und erzählt die Geschichte, die ihr Vater ihr erzählt hat, wie Elimane ins Leben der Familie trat. Wir erfahren von der Familiengeschichte die zurückgeht bis in das Jahr 1898 (S. 139) Und vor allem auch von Elimane, als Kind, als Jugendlicher. Und auch von der Existenz des Romans. Doch bereits hier wird Elimane, nachdem er nach Frankreich gegangen ist, schon vermisst. Erst hat er seiner Familie noch regelmäßig geschrieben, doch dann nach kurzer Zeit versiegen seine Nachrichten. Seine Mutter verfällt dem Wahnsinn und lebt unter einem Mangobaum, bis auch sie verschwindet. Sie nimmt ein Geheimnis mit, denn nur sie weiß, wer der richtige Vater von Elimane ist.

Nachdem der Anfang etwas verwirrend war, fange ich an, den Aufbau zu verstehen. Ich bin gespannt wie es weitergeht. Bisher habe ich den Eindruck einen poetischen Roman, aber auch das Gefühl einen psychologischen Thriller zu lesen. Auch die Geschichte um Siga herum löst Rätsel, die in den vorherigen LA entstanden sind.
 

Literaturhexle

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Zunächst war ich sauer auf Ousseynou. Wie kommt er dazu, Mossane den Brief und das Buch ihres Sohnes zu unterschlagen?!
Später wird ein Schuh draus: O. tut es, weil Mossane in einem schlechten Allgemeinzustand ist. Sie sagt uns später, dass nur das Warten auf ein Lebenszeichen sie am Leben erhält und sie gehen wird, sobald das Warten ein Ende hat.
Ousseynou handelt also eigentlich bedacht, wenn auch egoistisch irgendwie. Allerdings hätte er den Brief nicht vernichten müssen.

Es gefällt mir, wie kleine Fäden wieder aufgenommen und fortgeführt werden.
 

GAIA

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Habe ihr auch die Parallele zu "Nachleben" von Abdulrazak Gurnah gesehen?
Definitiv!
Das war also alles, nur kein Einzelfall!
Genau. Und wird das nicht auch so gesagt im Text? Dass so viele Afrikaner diesen Fehler begangen haben. Übrigens habe ich durch diese Textpassagen richtig Lust bekommen, das im SuB wartende

Buchinformationen und Rezensionen zu Nachts ist unser Blut schwarz: Roman von David Diop
Kaufen >
zu lesen. Aber diesen Dezember wird das nix mehr bei meinem Pensum. ;)
Die die Antwort auf die Frage der Vaterschaft mit in die Erde nimmt, uns aber beantwortet in einem langen, atemlosen Redeschwall...
Was ich noch toll fand: Elimares Mutter und (Zieh-)Vater haben ja nie das Buch gelesen, aber unbewusst hat Elimare seinem Ziehvater ein Denkmal gesetzt, denn er war derjenige, der nicht auf die Schule der Weißen ging, sondern die Geschichten der Vorfahren lernen sollte. Und dann geht es in diesem Debütroman, in Frankreich geschrieben, gerade um den Gründungsmythos aus der native-senegalesischen mündlichen Überlieferung! Ich bin begeistert.
 

Christian1977

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8. Oktober 2021
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Auch die Gedanken von Elimanes Mutter am Ende dieses Abschnitts, eine Grübeln beinahe ohne Satzzeichen, Nachdenken ohne Atem zu holen, mit einer für mich überraschenden Enthüllung,
Das war für mich auch eine große Überraschung. Wie zuvor musste ich erst einmal überlegen, wer überhaupt spricht. Denn ich ging zunächst davon aus, dass das wieder ein Teil aus Elimanes Buch ist. Gleichzeitig habe ich mich nach der Enthüllung gefragt, wer (außer uns) diesen Text überhaupt liest? Ich denke, niemand? Da haben wir so viel Wissensvorsprung.
Am Anfang bin ich gar nicht hinterher gekommen, wer jetzt eigentlich wem was erzählt. Was sagt hier Siga zu Diégane, was hat ihr der Vater erzählt, was erzählt uns Diégane? Moment mal, ist da jetzt der 130jährige Vater mit im Raum?
Das ging mir auch so. Es ist komplex, macht aber Freude, die Erzählfäden zu entwirren.
 

Christian1977

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8. Oktober 2021
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Neben dem Herausfinden der erzählenden Figuren fragte ich mich in diesem Abschnitt sehr lange, welche Bedeutung er überhaupt für den Roman hat. Als sich Stück für Stück Elimanes Geschichte darin entpuppte, war ich begeistert vom klugen Aufbau.

Der Roman fordert Konzentration. Das gilt genauso für die Biographeme. Aber man wird als Leser dafür auch belohnt.

Auch ohne Elimanes Geburt hätte ich diesen Abschnitt gemocht. Die Geschichte der ungleichen Brüder hat mich berührt. Ousseynou kommt bei Siga sehr schlecht weg. Er war ihr von Beginn an ein schlechter Vater. Aber seine Lebensgeschichte ist die eines traurigen Mannes, der Fehler macht, aber seine Ideale nicht verrät. Ich mochte ihn.
 

petraellen

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Dieser Abschnitt zeigt auch die Auswirkungen der Kolonialzeit.

Sigas Vater lebt in einer Welt, die anfängt von Weißen beherrscht zu werden. Gleichzeitig wird ihm gelehrt, seine traditionelle Kultur kennen zu lernen. (S. 141)
Tokô Ngor, der Onkel, bereitet Sigas Vater und seinen Bruder vor, was die Zukunft unter der weißen Herrschaft bringen wird.

Hier zeigt sich, dass bereits der Bruch zwischen Tradition und willkürliche Herrschaft deutlich wird.

„Es ist ist traurig zu sagen, aber sie beherrschen uns schon. (S. 141) Die Kolonisierung hat begonnen, „ mit Gewalt und List“.

Deutlich kristallisiert sich nun der Kern des Romans heraus, zwischen schwarzer Tradion, Kultur und weißer Herrschaft.

Die Zweiteilung stellt der Autor Mohamed Mbougar Sarr mit seinen Figuren der Zwillinge Assane Koumakh und Ousseynou Koumakh dar. Assane geht in die Schule der Weißen doch Ousseynou bleibt und ist bereit seine Kultur nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.


„Du, Assane Koumakh, wirst aufbrechen in die Welt draußen, um dort neues Wissen zu erwerben, und du, Ousseynou Koumakh, wirst hierbleiben und das Wissen unserer Welt beschützen.“ (S. 143)


Es ist die Zeit des Beginn der Kolonialherrschaft. 1895 wurde die Kolonialföderation Franz. Westafrika mit Verwaltungszentrum Dakar gebildet.

1905 stirbt Tokô Ngor in der Hoffnung, dass beide Brüder neues westliches Wissen und Tradition und Kultur verbinden werden. Doch schon die Trauer der beiden Brüder über den Tod Tokô Ngor zeigt den entstandenen Riss und die Distanz, nicht nur zwischen den Brüdern , sondern westlicher und traditioneller Kultur.
 
Zuletzt bearbeitet:

petraellen

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1915 wird Elimane geboren. Sein Vater Assane zieht in den Krieg mit Frankreich und kehrt nicht zurück, Elimane lebt bei seinem Onkel und lernt die traditionellen Kulturen. Er besucht eine französische Schule und bringt dort Höchstleistungen. Er geht nach Frankreich, um zu studieren.
Seine Mutter trägt ein Geheimnis mit sich, dass auf den Titel schliessen läßt: tief in ihrem Inneren, trägt sie „die geheimsten Erinnerungen der Menschen“, ihre Erinnerungen, mit sich.
Bisher ist der Roman sehr gelungen, lebendig geschrieben und läßt eintauchen in historische Hintergründe.
 

Irisblatt

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Habe ihr auch die Parallele zu "Nachleben" von Abdulrazak Gurnah gesehen?
Ich habe beim Lesen ständig daran denken müssen.
Ich bewundere dieses Buch jetzt schon. Weil es so einzigartig, so originell ist, weil mir seine Sprach- und Stimmenvielfalt gefällt.
Ich finde es großartig. Die vielen hochgestochenen Wörter zu Beginn gehören zu dieser Sprachvielfalt, die in diesem Fall das ambitionierte Wesen des jungen Autors Diégane sehr gut beschreibt.
Ich mag das Buch sehr. Es ist spannend, komplex, atmosphärisch, voller ungeahnter Wendungen. Ich kann, bei aller Konzentration, die es fordert, sehr gut in diese Geschichte abtauchen.
 

Wandablue

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Aber seine Lebensgeschichte ist die eines traurigen Mannes, der Fehler macht, aber seine Ideale nicht verrät. Ich mochte ihn.
O ist der, der in der alten Kultur verharrt. Er ist auch der, der Angst hat vor Neuem. Assane und seine Nachkommen nehmen die neue Kultur auf, haben aber alte Wurzeln. Wir bräuchten jetzt etwas Verbindendes.
Man kann auch nicht sagen, wie O behauptet (und mit ihm viele), dass die Begegnung mit Europa für Afrika nur negativ gewesen wäre. Es war unmöglich, im Alten zu verharren. Ist es immer.
Vllt stellt Sarr einfach nur diese zwei Dinge einander gegenüber. Das Alte. Das Neue. Aber nichts bleibt unverändert, man kann nicht in einer Tradition für immer verharren.
 

Wandablue

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18. September 2019
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Wie seht ihr die Darstellung des Erblindens von Ousseynou? Es liest sich wie ein Märchen. Meine Interpretation: er fiel tatsächlich in den Fluss, irgendwie gelingt es ihm, wieder ins Boot zu kommen, aber er hat eine Teilamnesie und kann sich daran nicht erinnern.
Seltsam, dass er erblindet, aber Assane nicht. Das ist bei eineiigen Zwillingen eigentlich nicht möglich.
Es ist vieles "nicht möglich", was in dem Buch vorkommt.
 

Irisblatt

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Man kann auch nicht sagen, wie O behauptet (und mit ihm viele), dass die Begegnung mit Europa für Afrika nur negativ gewesen wäre. Es war unmöglich, im Alten zu verharren. Ist es immer.
Veränderungen sind immer notwendig. Das Problem ist, dass Europa Afrika nicht auf Augenhöhe begegnet ist - es hat Afrika und ander Länder dazu benutzt, die eigene Macht auszubauen.
 

Irisblatt

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15. April 2022
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Wie seht ihr die Darstellung des Erblindens von Ousseynou? Es liest sich wie ein Märchen. Meine Interpretation: er fiel tatsächlich in den Fluss, irgendwie gelingt es ihm, wieder ins Boot zu kommen, aber er hat eine Teilamnesie und kann sich daran nicht erinnern.
Seltsam, dass er erblindet, aber Assane nicht. Das ist bei eineiigen Zwillingen eigentlich nicht möglich.
Es ist vieles "nicht möglich", was in dem Buch vorkommt.
Ich nehme da das Buch beim Wort. Er ist dem Flussgeist (?) begegnet und gerade noch mit dem Leben davon gekommen. Vielleicht ist es auch als eine Art Initiationsritual zu verstehen. Der Erblindete musste sich zwangsläufig anderen Dingen zuwenden - seinen inneren Fähigkeiten - er fängt danach seine Ausbildung zum Seher und Heiler an.
 

Wandablue

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Brandenburg
Befremdlich finde ich die Emotionen von Ousseynou. Warum hasst er seinen Bruder von Anfang an? (Unglaubwürdig). Die spätere Entwicklung, er schnappt ihm die Frau weg, ist nachvollziehbarer. Aber Hass, Gleichgültigkeit über den Tod hinaus? Sehr befremdlich. Es ist, als ob er dessen Existenz auslöschen möchte. Aber das widerspricht dem Kodex, dass die Bande des Blutes alles sein sollen und sind. Bis hin zum Ahnenkult! Dh. dass selbst Ousseynou mit seinen alten Traditionen nicht klar kommt bzw. sie im Widerspruch zu seinen tatsächlichen Gefühlen stehen. Bzw. seine Gefühle stehen im Widerspruch zu dem, was er lehrt und denkt. Bzw. denken will.
Dann Sippenhaft - alles, was von Assane kommt, ist abzulehnen. Das wiederum lehne ich ab. Was für eine rassistische Einstellung! (siehe oben, er kommt in Konflikt mit seinen Werten).
Dann DIE FRAGE. Die Lebensfrage. Diese Lebensfrage finde ich geradezu lächerlich. Warum er? Gehts noch, das ist doch keine Lebensfrage! Wer kriegt die Frau? Nachvollziehbar die Gegensätze generell, wenn man es abstrakt nimmt: Ein Teil Afrika lehnt sich in den Westen, ein Teil Afrika schottet sich ab.
Übergriffig und bevormundend der Umgang mit Elimanes Brief und Buch.