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3. Leseabschnitt: Beginn des Dritten Teils (S. 125) bis Kapitel IV. (S. 192)

Dieses Thema im Forum "Leserunde zu 'Die allertraurigste Geschichte'" wurde erstellt von Literaturhexle, 28. November 2018.

  1. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Hier diskutieren wir vom Beginn des Dritten Teils (S. 125) bis zu Kapitel IV. desselben Teils (S. 192).
     
  2. MRO1975

    MRO1975 Aktives Mitglied

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    Florence hat also entdeckt, dass Edward sein Herz an ein junges Mädchen weiterverschenkt hat. Sie rennt daraufhin zurück ins Hotel, sieht ihren Mann John zusammen mit einem Herrn (Mr. Bagshawe), der von ihrem früheren Fehltritt mit Jimmy weiß, und nimmt sich am selben Abend das Leben. Ihre Beweggründe bleiben unklar. John vermutet später, dass ihre Enttäuschung über Edward nicht ausschlaggebend war - aber warum ist sie dann zurück ins Hotel
    gerannt? Dass sie aus Angst vor der Enthüllung ihrer Affäre mit Jimmy gehandelt hat, glaube ich nicht so richtig. Mr. Bagshawe hatte John seine Beobachtung bereits mitgeteilt. Das konnte Florence aber nicht wissen und mit ihrem Selbstmord auch nicht verhindern. Vielleicht kam alles zusammen. Sie konnte den Gedanken nicht ertragen, von Edward abgelegt worden zu sein, und in den Augen ihres Mannes nicht länger die unschuldige, ehrwürdige große Dame spielen zu können. Ein Selbstmord wegen verletzter Ehre also?

    Der gute John wusste von dem allen allerdings zunächst noch nichts. Er glaubte, Florence hätte einen Herzanfall gehabt. Die Information über Florence Affäre mit Jimmy hat er wohl zunächst verdrängt.

    Der Erzähler springt jetzt in der Zeit hin und her, sodass mir die zeitlichen Abläufe und Abstände nicht ganz klar geworden sind. Ich meine verstanden zu habe, dass Edward kurze Zeit nach Florence ebenfalls verstorben ist. Woran oder warum er gestorben ist, wissen wir noch nicht. Jedenfalls besucht John Leonora in Branshaw und erfährt dort von ihr alle Details der Affäre und dass Florence Selbstmord begangen hat.

    Nachdem er von Florence Tod berichet hat, wendet sich Johns Erzählung der Geschichte von Nancy Rufford (der neuen Herzensdame von Edward und zudem sein und Leonoras Mündel) zu. Offenbar überlegte John, sie zu heiraten, doch reist er dann nach Amerika ab. Ein seltsame Anwandlung, die John auch nicht näher ausführt.
     
    #2 MRO1975, 5. Dezember 2018
    Zuletzt bearbeitet: 5. Dezember 2018
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  3. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Der Selbstmord von Florence ist mir auch nicht ganz klar. Der Erzähler liefert ja eine detaillierte Erklärung. Eifersucht auf Nancy und die Angst, dass ihr Verhältnis mit Jimmy rauskommt. Dass der Erzähler nie was vom Verhältnis mit Jimmy mitbekommen haben soll finde ich abwegig. Haben die drei nicht mal in Paris zusammen gelebt?
    Könnte es nicht sein, dass Florence entsetzt über den Charakter von Edward war? Immerhin ist sie Zeugin einer moralisch fraglichen Handlung geworden. Edward nähert sich körperlich seinem Mündel - auch wenn Nancy zu dem Zeitpunkt schon 21 war.
    Aber warum hatte Florence all die Jahre der Ehe in der Medizinflasche Zyankali?

    Auf S. 130 habe ich mir ein plus an die Seite gemacht (mache ich immer wenn mir eine Formulierung besonders gut gefällt) Hier beschreibt der Erzähler wie er die Reaktion von Polizei und Hotelbesitzer auf den Selbstmord erlebt hat. Schön diese kleinen Impressionen.

    Mir fällt immer mehr auf, dass der Erzähler auf Teufel komm raus diesen Edward verteidigt. S. 136: "Ich vermute, dies war das Ungeheuerlichste und Verruchteste, was Edward je in seinem Leben tat. (gemeint ist die Verführung von Nancy)..Aber.es ist mir unmöglich Edward Ashburnham anders zu sehen als einen redlichen, aufrechten und ehrenwerten Mann."
    Aber genau das ist er ja nicht!
    Mir kam folgender Gedanke: Der Erzähler hängt aus irgend einem Grund an Edward. Er will dessen dunklen Seiten nicht sehen, oder er rechtfertigt sie. Also muss er uns Leser auch dahingehend beeinflussen. Hier entspricht das Verwirrspiel, das der Erzähler mit uns treibt, seinem eigenen Verwirrspiel sich selbst gegenüber...

    Nach dem Tod von Florence wird klar, dass John sie nicht geliebt hat. Zumindest gibt er an, er habe seit ihrem Tod keinen Gedanken mehr an sie verschwendet. Er möchte als 45-jähriger nun das Mündel von Leonora heiraten, die gerade 22 Jahre alt ist. Diese Liebe zu dem Mädchen muss schon lange bestanden haben, Schließlich ist das erste was er sagt nach dem Tod von Florence: "Jetzt kann ich das Mädchen heiraten"
    John stellt es so dar, als ob er für die Liebe zu dem Mädchen gar nicht kann, als ob das ganz ohne eine bewusste Entscheidung abgelaufen sei...genau so stellt auch Edward den Übergriff an seinem Mündel dar.

    Der Erzähler wendet sich nun Nancy zu. Er berichtet von deren schrecklicher Kindheit. Der Vater körperlich aggressiv, die Mutter trinkt. Sie wird von Edward und Leonora als Mündel aufgenommen.
    Interessant fand ich, dass der Erzähler auch einen Briefwechsel mit dem heranwachsenden Mädchen hatte, nicht nur die Pflegeeltern.
    Nancy ist schon gestorben zum Zeitpunkt des Berichtes. Wie und wann sie gestorben ist, verrät uns der Erzähler noch nicht. Gut so, es bleibt spannend.

    Dann springt die Geschichte in die Vergangenheit zurück. Die Kindheit von Leonora in Irland wird geschildert, die Umstände der Eheschließung mit Edward. Die feudale Grundhaltung von Edward, der sich für alle verantwortlich fühlt und viel Geld ausgibt. Dies ist ja eine sehr sympathische Seite von ihm, wobei man aber auch verstehen kann, dass Leonora versucht das Geld zusammen zu halten.
    Jetzt werden noch mal die Affären von Edward geschildert. Der Erzähler rechtferigt die Verhaltensweisen von Edward.

    S. 178 spricht uns der Erzähler noch mal mit "stillem Zuhörer" an. Er sagt, dass die Liebschaften von Edward nur nebenher abliefen. "Aber ich glaube, dass ich es ihnen, mein stiller Zuhörer, sehr schwer gemacht habe, diesen Eindruck zu gewinnen. Jedenfalls hoffe ich, ich habe sie nicht auf den Gedanken gebracht, Edward Ashburnham sei ein pathologischer Fall gewesen. "
    Ja, doch, das war ja wohl beabsichtigt! Hier verwirrt uns der Autor wieder ganz bewusst, finde ich.

    So habe ich es auch verstanden. Das ist ganz schön gemacht und erhört die Spannung. Genau wie er ja auch schon andeutet, dass Nancy stirbt.
     
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  4. Sylli

    Sylli Aktives Mitglied

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    Mir kommen diese Figuren allesamt derart theatralisch vor, dass sie mir gar nicht wie reale Menschen erscheinen. Für mich wäre das eine Vorlage für ein Bühnenstück.
     
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  5. MRO1975

    MRO1975 Aktives Mitglied

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    Stimmt, das ist ein interessantes Detail, das ich vergessen hatte. Entweder Florence hatte dauerhaft ein schlechtes Gewissen und deshalb für den Fall ihrer Entlarvung vorgesorgt oder jemand anders hat die Flüssigkeiten ausgetauscht - Leonora vielleicht?
     
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  6. MRO1975

    MRO1975 Aktives Mitglied

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    Stimmt. Die Beweggründe sind mir auch nicht klar. Ist John in Edward verliebt?
     
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  7. Leseglück

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    Ein interessanter Gedanke.

    Man kann bei dem Buch herrlich spekulieren. Dass jemand die Flüssigkeit ausgetauscht haben könnte, ist mir noch nicht in den Sinn gekommen. Aber es ist möglich. Vielleicht war es der Erzähler selbst. Schließlich schreibt er an einer Stelle, dass Florence Angst hatte, dass er sie umbringen könnte.
     
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  8. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Ich verstehe was du meinst. Ich finde auch alles emotional unheimlich aufgelanden, theatralisch eben. Eigentlich bedaure ich alle Protagonisten, keiner ist zufrieden. Jeder wünscht sich sehnlichst etwas das er nicht haben kann.
     
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  9. Anjuta

    Anjuta Bronze Mitglied

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    In unserem dritten Teil geht es zunächst vor allem um den Selbstmord von Florence, den ihr Mann, der Erzähler, zunächst gar nicht als solchen erkennen will, sondern ihr schwaches Herz als Ursache des Todes erkennen möchte. Reichlich naiv ist diese Haltung wie so vieles in seinen Sichtweisen. Aber dessen Begrenztheit erkennt er durchaus auch selber:
    S. 182: Denn wer auf dieser Welt kann von dem Charakter eines anderen ein Bild geben? Wer auf dieser Welt weiß etwas über das Herz eines anderen - oder selbst über sein eigenes? Ich will damit nicht sagen, man könnte nicht ungefähr abschätzen, wie sich ein Mensch verhalten wird. Aber man kann nicht sicher voraussehen, wie sich ein Mensch in jedem beliebigen Fall verhalten wird - und solange man das nicht kann, ist ein Charakterbild niemandem zu etwas nütze."
    Ja, tatsächlich ist seine Menschenkenntnis und nach seiner Schilderung auch das der anderen Protagonisten sehr beschränkt. Aufgewachsen in abgeschirmten Umgebungen von Klöstern und Gutshöfen, hatten sie tatsächlich wenig Gelegenheit, sich in Menschenkenntnis und Weitblick zu schulen. Wohl ein großer Teil des Ursprungs allen Übels in den Beziehungsverwicklungen des Romans.

    Im weiteren Verlauf dann wird der Roman etwas sachlicher und weniger durch die Sicht- und Erzählweise des Erzählers verwirrt . Das ist auch klar: Er schildert die Vergangenheit der Ashburnhams, an der er selbst nicht teilgenommen hat und es so hier auch keine Rolle gibt, die es durch die Erzählhaltung zu verschleiern gilt. John war ja schlicht und einfach nicht beteiligt. So erfahren wir, wie sich Leonora und Edward kennen gelernt haben und was der Hintergrund ihrer Heirat war. Sodann erfahren wir auch, wie quasi hilf- und ausweglos Edward in seine Affairen geschlittert ist. Dabei besteht eine große Loyalität von John ggü Edward. Alle Fehltritte oder Verfehlungen werden von ihm irgendwie als ungewollt aber unausweichlich geschildert, als wäre Edward immer das Opfer übler weiblicher Machenschaften. Ich denke aber, dass ich nicht die einzige bin, die dem Erzähler auch da nicht auf den Leim geht. Edward ist mitnichten Opfer, sondern klar und deutlich Täter in diesem Geschlechterspiel außerhalb seiner Ehe mit Leonora.
     
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  10. Querleserin

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    Irgendwo schreibt der Erzähler auch, dass Edward seine Frau umgebracht habe. Aber ich denke, dass ist eher so gemeint, dass er sie wegen seiner Liebe zu Nancy emotional so verletzt hat, dass sie deshalb Selbstmord begangen hat.
     
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  11. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    Ich habe diesen Teil als sehr entspannend empfunden. Endlich mal eine Art roter Faden ;), dem man folgen kann.
    Eindeutig ist der Ich-Erzähler Edward gewogen, er hat keine objektive Sicht auf ihn.
     
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  12. Mikka Liest

    Mikka Liest Silber Mitglied

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    Das ist mir noch ein Rätsel – nach dem, was wir inzwischen über sie erfahren haben, kann ich mir nicht vorstellen, dass ihr Ehre so viel wert ist?

    Es ist erstaunlich, was dieser Mann alles verdrängen kann! Kann man wirklich so blauäugig sein, oder macht er uns wieder was vor?

    Das fand ich auch sehr merkwürdig! Bisher hatte man nicht den Eindruck, als hätte John auch nur irgendeine Beziehung zu diesem Mädchen, und jetzt will er sie heiraten? Oder auch nicht?
     
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  13. Mikka Liest

    Mikka Liest Silber Mitglied

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    Dazu kommt noch, dass sie da ja immer ihre Schlafzimmertür vor John verschlossen hat, was ja schon sehr merkwürdig ist . Aber mal ehrlich: geschlossene Tür hin oder her, so ganz lautlos geht Sex doch meistens nicht ab... Hat John da wirklich nie etwas gehört?!

    Ich weiß nicht... Nach dem, was wir inzwischen von ihr wissen, kommt sie mir nicht vor wie jemand, der große moralische Skrupel hat?

    Sie hat also die ganze Zeit geplant, sich notfalls umzubringen. Aber was war in ihren Augen dieser Notfall, der ja offensichtlich jeden Moment hätte eintreten können?

    Ich habe es im letzten Abschnitt schon ein paarmal vermutet, dass John eventuell homosexuell sein könnte, was er natürlich verdrängt, das war damals ja noch nicht so einfach.

    Ich finde es so merkwürdig, dass wir da vorher noch nie etwas von gehört haben!

    War das nicht auch so ähnlich, als er sich für Florence entschieden hat? Da hatte ich auch den Eindruck, als würde er es so darstellen, als habe er gar keine andere Wahl gehabt.

    Inzwischen sind schon ganz schön viele Charaktere gestorben! Ob da irgendwas nicht so ganz koscher ist?

    In dieser Hinsicht ist er tatsächlich ein sehr anständiger Mensch!

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ich halte es auch für möglich, dass er sich selbst bezüglich Edward wirklich so verblendet.
     
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  14. Mikka Liest

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    Oh ja, als Theaterstück kann ich mir das sehr gut vorstellen!
     
  15. Mikka Liest

    Mikka Liest Silber Mitglied

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    An diese Möglichkeit habe ich noch gar nicht gedacht! Aber es wäre natürlich möglich.
     
  16. Mikka Liest

    Mikka Liest Silber Mitglied

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    Das vermute ich ganz stark! Wobei der Autor das ja gar nicht hätte klar und deutlich aussprechen können, das wäre in der damaligen Zeit sicher ein großer Skandal gewesen.
     
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  17. Mikka Liest

    Mikka Liest Silber Mitglied

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    Das stimmt allerdings, darüber hatte ich noch gar nicht näher nachgedacht!

    Johns Loyalität zu Edward scheint wirklich unerschütterlich – und doch will er zwischendurch auf sein Grab spucken.
     
  18. Mikka Liest

    Mikka Liest Silber Mitglied

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    So habe ich das auch verstanden!
     
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  19. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Das habe ich während der letzten 50 Seiten auch genau so empfunden. Endlich trug die Handlung sich selbst und ich konnte mich an der feinen Sprachausführung, den bewusst ausgelegten Widersprüchen und unserem unzuverlässigen Erzähler erfreuen. Letzterer scheint sich manchmal um Kopf und Kragen zu reden, wenn er kleine Ereignisse ausrollt und bemüht ist, seinen Protagonisten Edward nur im besten Licht erscheinen zu lassen. Der Arme pendelt von Affäre zu Affäre und sucht doch nur die wahre Liebe, der er endlich treu sein darf. Herrlich! Manchmal müsste ich sogar schmunzeln!

    Ihr habt alles schon wunderbar ausdiskutiert. Ich stimme euch in weiten Teilen zu. Ich hoffe nun, die Spannung wird anhalten und am Ende zu einer Klärung kommen. Erfahren wir noch mehr über die suspekten Todesfälle? Warum ist es dem Erzähler überhaupt so wichtig, diese allertraurigste Geschichte zu erzählen? Ich hoffe auf ein befriedigendes Ende, das mich für die erlittenen Durststrecken entschädigt ;)
     
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