2. Leseabschnitt: TEIL EINS - Seite 80 bis 156 (Ende Teil Eins)

Eulenhaus

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13. Juni 2022
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Bei einem Badeausflug mit den Kindern stellt Alec fest, dass Eliza ihm am liebsten ist. Der mehr der Mutter zugetane Kenneth sieht unter Marks Einfluss seinen Vater kritisch. Der zwei Jahre jüngere leicht beeinflussbare Kenneth ist von Mark abhängig. Marks Interesse an Eliza missfällt ihm.
Vom entsetzten Kenneth beobachtet bändelt Alec mit Joy an. Der eitle Mark ist ihm in dieser Situation keine Hilfe.
Von seiner Mutter erfährt Alec vom früheren Interesse Lord St. Mullins an Betsy und stellt sie zur Rede. Sie gibt zu, nach einer Scheidung die Hochzeit mit ihrem Cousin zu planen. Es kommt zu einem heftigen Streit. Seine Affären hat sie zu tolerieren, doch ihre Heiratspläne findet er unzumutbar.
Aus der Komödie wird ein Drama, der Rosenkrieg beginnt.
Die beiden älteren Kinder geraten in Streit über die Trennung der Eltern. Daphne ist weniger berührt, sie achtet auf Geheimhaltung, das Thema darf in der Schule nicht bekannt werden. Dort hat man eine „einflussreiche Persönlichkeit“ S.149 als Vater zu haben, ein Seitenhieb auf die Verhältnisse in der oberen Mittelschicht.
Kenneth reist ab ins Internat, für ihn und Eliza ist die behütete Kindheit vorbei. Sie sind keine Familie mehr.
 

Gina_Lesefuchs

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21. April 2024
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Von seiner Mutter erfährt Alec vom früheren Interesse Lord St. Mullins an Betsy und stellt sie zur Rede.
Nach meinem Verständnis bringt Alec seine Mutter erst auf die Fährte von Betsy und ihrem Cousin. Schließlich redet Alec sich seiner Mutter gegenüber um Kopf und Kragen, um vo seiner Knutscherei mit Joy im Garten abzulenken.
Emily Gardner findet dann nur heraus, dass Lord St. Mullen auch aktuell noch an einer Hochzeit mit Betsy interessiert ist, und reibt das ihrem Sohn genüsslich unter die Nase.
 

Gina_Lesefuchs

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21. April 2024
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Ich könnte mir das Buch gut als Tür-auf-Tür-zu-Komödie vorstellen.
Schön finde ich, dass die Autorin durchgehend alle Sichtweisen beleuchtet. Dadurch kann ich mich beim Lesen gut in die handelnden Personen hineinversetzen.
Die Eifersucht von Kenneth, als Mark sich Eliza und der Musik zuwendet, ist so charakteristisch für einen Teenager. Ken tat mir schon leid, als er dann seinen Vater und Joy in flagranti entdeckt hat. Die Geschichte mit dem verschwundenen Garagenschlüssel habe ich allerdings nicht ganz verstanden. Hat das eine tiefere Bedeutung oder kommt das noch?
Dass es bei Alec und Joy nun doch noch funkt, habe ich schon erwartet. Überrascht hat mich allerdings, dass die beiden gemeinsam durchgebrannt sind. Ich hätte Alec eher so eingeschätzt, dass er sich nach der Nacht im Gartenhaus heimlich von allen Frauen davonschleicht.
Mir ist die Absicht von Emily Gardner nach wie vor nicht ganz klar: War sie wirklich der Meinung, die Scheidung zu verhindern, indem sie Alec von der angeblich geplanten Hochzeit Betsys mit Lord St. Mullen erzählt? Wäre ja ein merkwürdiger Plan, oder?
Und ist sie nun von der Trennung wirklich so betroffen, oder schauspielert sie das nur?
 

RuLeka

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30. Januar 2018
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Aus der Komödie wird eine Tragödie.
Besonders die Kinder scheinen darunter zu leiden. Zwischen Kennerth und Eliza kommt es deshalb sogar zu einem Bruch. Die Trennung erschüttert beide und sie können das Geschehene nicht richtig einordnen.
Das zeigt sich bei Kenneth darin, dass er einerseits schockiert ist über das Verhalten seines Vaters. Gleichzeitig hat er mit seinen eigenen erwachenden sexuellen Gefühle zu kämpfen.
Hier merkt man, dass der Roman schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Die Jugendlichen von heute dürften nicht so angewidert reagieren auf die beobachteten Szenen wie es hier Kenneth und Mark tun. Wobei die Tatsache, dass der eigene Vater eine andere Frau küsst, auch heute Bestürzung bei Kindern und Jugendlichen auslösen würde.

Mir gefällt hier, dass der Leser immer schlauer ist als die handelnden Figuren, denn wir wissen von jedem, was er macht und denkt.
Es ist nicht ohne Komik, Alec durch seine Überlegungen zu begleiten, wie er angemessen auf Joys Brief reagieren soll, um dann seine harschen Bemerkungen zu hören.
Auch hat es etwas Tragisch-Komisches, wie Alec und Betsy eigentlich bereit sind, ihrer Ehe noch eine Chance zu geben und sich dann doch trennen. Denn zeitlich stimmen ihre Gefühle nicht überein. Als Betsy die Scheidung will, möchte Alec seine Frau halten. Und als Betsy sich wieder mit dem Gedanken anfreundet, ihr Leben weiter als Ehefrau und Mutter zu führen, erfährt Alec von ihrem „ Abkommen“ mit dem reichen Cousin und dann will er die Trennung.

Joy ist eine naive junge Frau, die so fixiert ist auf ihre Gefühle zu Alec, dass sie nicht die Konsequenzen bedenkt.

Und die arme Schwiegermutter hat leider das Gegenteil von dem erreicht, was sie wollte.

Ich lese weiterhin sehr gerne und mit Spannung weiter.
 

RuLeka

Bekanntes Mitglied
30. Januar 2018
7.055
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Der mehr der Mutter zugetane Kenneth sieht unter Marks Einfluss seinen Vater kritisch. Der zwei Jahre jüngere leicht beeinflussbare Kenneth ist von Mark abhängig. Marks Interesse an Eliza missfällt ihm.
Auch die Kinder und Jugendlichen werden von der Autorin sehr gut und psychologisch stimmig beleuchtet.
Der eitle Mark ist ihm in dieser Situation keine Hilf
Auch der ist noch ein Jugendlicher, der durch seine eigene familiäre Situation belastet ist. „ Sein Berstand war früh gereift, sein Herz aber verkümmert.“
Aus der Komödie wird ein Drama
So habe ich es auch empfunden.
Ich könnte mir das Buch gut als Tür-auf-Tür-zu-Komödie vorstellen
Einerseits ja. Aber wir hätten dann nicht die Innensicht der einzelnen Figuren.
Und ist sie nun von der Trennung wirklich so betroffen, oder schauspielert sie das nur?
Ich glaube schon, dass sie keine Trennung wollte, nur ging ihre Strategie nicht auf. Sie wollte ihren lethargischen Sohn etwas anstupsen, dass er seiner Frau mal Paroli bietet und sich energisch gegen deren Scheidungswillen einsetzt. Doch er ist beleidigt, dass seine Frau schon Pläne hat für die Zeit ohne ihn. Und zuvor meinte er noch, seine Frau beschützen und unterstützen zu müssen und nun sieht er in ihr nur eine Frau, die ganz gezielt sich einen reichen Mann angelt.
 

parden

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13. April 2014
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www.litterae-artesque.blogspot.de
Mir gefällt sehr, dass man hier sowohl die Innensichten der einzelnen Personen präsentiert bekommt, aber ebenso die Außensicht durch andere, d.h. wie sie von außen auf andere wirken. Mark z.B., der klug-arrogant-selbstbewusst wirkt, ist im Inneren ein unsicherer Junge, was er aber nie nach außen dringen lassen würde. So erhält man wirklich auf wenigen Seiten ein umfassendes Bild der Charaktere, das finde ich sehr gelungen.

Die Absicht der intriganten Mutter - sie wollte doch die Trennung / Scheidung verhindern oder etwa nicht?! Was für eine Idee, ihrem Sohn mitzuteilen, dass Betsy bereits anderweitige Heiratspläne hat, sobald die Scheidung vollzogen ist. Alec fühlt sich in seiner Ehre gekränkt. Sehr witzig - bei all seinen Affären. Nicht zu fassen. Mit der Küchenpsychologie der Mutter ist es jedenfalls nicht so weit her wie sie dachte. Was hat sie denn erwartet?! Immerhin ist sie bedröppelt abgereist und Betsy hat nun ihre Ruhe. Gewundert hat mich allerdings, dass sie nach dem Streit und Alecs Ankündigung, dass er weg will, so gut geschlafen hat. Erst die Entdeckung der neuesten Affäre von Alec mit Joy lässt sie erblassen.

Die Blochs im Hintergrund bekommen verdammt viel mit.

Mir gefällt der Roman weiterhin sehr gut.
 

parden

Bekanntes Mitglied
13. April 2014
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www.litterae-artesque.blogspot.de
Mir gefällt hier, dass der Leser immer schlauer ist als die handelnden Figuren, denn wir wissen von jedem, was er macht und denkt.
Ja, absolut. Das wirkt so leicht und gleichzeitig so gekonnt. Ich kann mir die Charaktere alle gut vorstellen...

Es ist nicht ohne Komik, Alec durch seine Überlegungen zu begleiten, wie er angemessen auf Joys Brief reagieren soll, um dann seine harschen Bemerkungen zu hören.
Ja, hier gibt es oft gleichzeitig tragische wie komische Situationen, auch das wirkt sehr gelungen.

Die Eifersucht von Kenneth, als Mark sich Eliza und der Musik zuwendet, ist so charakteristisch für einen Teenager. Ken tat mir schon leid, als er dann seinen Vater und Joy in flagranti entdeckt hat. Die Geschichte mit dem verschwundenen Garagenschlüssel habe ich allerdings nicht ganz verstanden. Hat das eine tiefere Bedeutung oder kommt das noch?
Die Autorin versteht es, alle Altersguppen gleich treffend zu charakterisieren, es wirkt alles sehr authentisch. Der Garagenschlüssel - ich könnte mir denken, dass das die einzige Rebellion war, die Kenneth eingefallen ist. Offen den Skandal ansprechen? Geht nicht. Sein Freund Mark ist ihm auch keine Hilfe. Aber er will dem Vater doch das Leben schwerer machen, eine eher indirekte Rebellion. So habe ich das interpretiert. Schräg allerdings, dass Alec sich zwar über das aufmüpfige Verhalten seines Sohnes wundert, dabei aber zu keinem Zeitpunkt auf die Idee kommt, dass es Kenneth war, dessen Schritte er nach seinem Kuss mit Joy gehört hat. Wie wenig einfühlsam ist der Vater eigentlich? Er ist in jedem Fall sehr ichbezogen.
 

Bücherfreundin

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6. November 2022
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Mark z.B., der klug-arrogant-selbstbewusst wirkt, ist im Inneren ein unsicherer Junge, was er aber nie nach außen dringen lassen würde
Mark ist als Charakter gut fassbar, finde ich auch. Die Bewunderung, die Kenneth ihm entgegenbringt, empfinde ich persönlich allerdings schon fast als übertrieben. Kenneth ist in jedem Fall ein unsicherer Mensch, der in seinem Vater bisher keine echte Stütze hat…
 

Gina_Lesefuchs

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21. April 2024
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Mit der Küchenpsychologie der Mutter ist es jedenfalls nicht so weit her wie sie dachte. Was hat sie denn erwartet?!
Das habe ich mich auch gefragt.
Der Garagenschlüssel - ich könnte mir denken, dass das die einzige Rebellion war, die Kenneth eingefallen ist.
Damit magst du recht haben, guter Gedanke. :thumbsup
Mark ist als Charakter gut fassbar, finde ich auch. Die Bewunderung, die Kenneth ihm entgegenbringt, empfinde ich persönlich allerdings schon fast als übertrieben
Ist so eine übertriebene Bewunderung nicht ganz typisch für Teenager?:think
 
Zuletzt bearbeitet:

otegami

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17. Dezember 2021
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Emily Gardner findet dann nur heraus, dass Lord St. Mullen auch aktuell noch an einer Hochzeit mit Betsy interessiert ist, und reibt das ihrem Sohn genüsslich unter die Nase.
Wie kommst Du auf den Namen Emily Gardner? Du meinst doch die Mutter von Alec, oder? Emily Canning!
Und ist sie nun von der Trennung wirklich so betroffen, oder schauspielert sie das nur?
Tja, sie ist von den Auswirkungen ihrer Intrigen überrumpelt worden. (Weit Vorausschauen liegt ihr ja nicht und dass alles seine Konsequenzen hat!)
Hier merkt man, dass der Roman schon einige Jahre auf dem Buckel hat. Die Jugendlichen von heute dürften nicht so angewidert reagieren auf die beobachteten Szenen wie es hier Kenneth und Mark tun. Wobei die Tatsache, dass der eigene Vater eine andere Frau küsst, auch heute Bestürzung bei Kindern und Jugendlichen auslösen würde.
Das sehe ich genauso! Es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob der Jugendliche genau Bescheid über die sexuellen Abläufe weiß oder ob er beobachtet, wie sein Vater mit einer anderen als seiner Mutter rumknutscht.
Doch er ist beleidigt, dass seine Frau schon Pläne hat für die Zeit ohne ihn. Und zuvor meinte er noch, seine Frau beschützen und unterstützen zu müssen und nun sieht er in ihr nur eine Frau, die ganz gezielt sich einen reichen Mann angelt.
Wahnsinn, w a s Alec da für Wörter zu seiner Frau einfallen: 'Flittchen' und 'Hure'! (Dass er selbst Affären hatte, ist ihm offensichtlich dabei total entfallen. :cool: )
Auch seine Bezeichnung 'Schlappschwanz' für Max finde ich äußerst amüsant! (Selbstreflexion liegt ihm offensichtlich nicht!)
Der Garagenschlüssel - ich könnte mir denken, dass das die einzige Rebellion war, die Kenneth eingefallen ist.
Sehe ich auch so! ;) (Er wird ja auch sehr unsicher geschildert.)
Schräg allerdings, dass Alec sich zwar über das aufmüpfige Verhalten seines Sohnes wundert, dabei aber zu keinem Zeitpunkt auf die Idee kommt, dass es Kenneth war, dessen Schritte er nach seinem Kuss mit Joy gehört hat. Wie wenig einfühlsam ist der Vater eigentlich? Er ist in jedem Fall sehr ichbezogen.
Volltreffer!!!! Außer seinem 'ich' nimmt er außen herum nichts wahr!
Mark ist als Charakter gut fassbar, finde ich auch. Die Bewunderung, die Kenneth ihm entgegenbringt, empfinde ich persönlich allerdings schon fast als übertrieben.
Wäre mir persönlich auch zu viel, empfinde ich aber normal für das Alter. (Sie sind ja beide noch in der Findungsphase ihrer Persönlichkeit.) Auch Mark ist ja nicht diese starke Persönlichkeit, für die er sich ausgibt. (Ist auch kein Wunder bei seiner Geschichte.)
 

Bücherfreundin

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6. November 2022
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Ich hoffe sehr, dass Joy nach der nächtlichen „Mauerszene“ mit Alec so allmählich mal aufwacht. Wäre schön, wenn sie ein wenig mehr Format entwickelt . Der Mann ihrer Träume ist bisher nichts als eitel und bequem - aber, wie wir alle schon festgestellt haben: Sympathieträger sind hier Mangelware. Obwohl: Wie wäre es mit Eliza? Die Kleine ist so unermüdlich hoffnungsvoll…
 

RuLeka

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30. Januar 2018
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Anjuta

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8. Januar 2016
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Essen
Mir gefällt hier, dass der Leser immer schlauer ist als die handelnden Figuren, denn wir wissen von jedem, was er macht und denkt.
Ja das schafft wirklich diese ständig wechselnde Perspektive. Sie bringt uns Einsichten in alle möglichen Standpunkte von allen irgendwie beteiligten Personen innerhalb der Familie und einigen ausgewählten Freunden. Aber Familie ist wirklich der Handlungsort dieses 2. LAs. Was macht diese Scheidungsentscheidung mit dem Personengefüge in der Familie? Wie wird dies aufgenommen? Das entwickelt der Roman in einer psychologisch intensiven und in einer schriftstellerisch künstlerischen Art und Weise.
 
7. Dezember 2023
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17
Mir ist die Absicht von Emily Gardner nach wie vor nicht ganz klar: War sie wirklich der Meinung, die Scheidung zu verhindern, indem sie Alec von der angeblich geplanten Hochzeit Betsys mit Lord St. Mullen erzählt? Wäre ja ein merkwürdiger Plan, oder?
Da zweifelte ich auch etwas an dem Dreh, den die Geschichte an der Stelle nimmt. Hat sich Emily durch ihre Intrigen selbst ausgetrickst?