2. Leseabschnitt: Seite 101 bis 175 (1. Buch, Kapitel 3)

Literaturhexle

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2. April 2017
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ob ihre Handlungen aus Intelligenz und Berechnung passieren, oder ob sie strohdoof ist und ihre niederen Instinkte für ihr Verhalten verantwortlich sind
Ich tippe mal auf Letzteres. Sie wirkt auf mich sagenhaft oberflächlich, wie diese ganze Bagage- abgesehen von Dick vielleicht. Dieser Müßiggang mit Flitter, Tanz und Unterhaltung wird auf Dauer eben auch dröge, nichts fordert diese Leute heraus.
Also alles, was nicht der Norm von Anthony und den Seinen entspricht, wird abfällig betrachtet
Absolut! Wir bekommen hier das Sittenbild einer ganz anderen Zeit gezeigt, das wir keinesfalls mit den heutigen Maßstäben der Political Correctness messen dürfen. Man hat sich wie selbstverständlich gewisser Stereotype bedient, jeder wusste, was gemeint ist, niemand hat das hinterfragt. Das überrascht mich in älteren amerikanischen Romanen immer wieder.
Insofern kommen nicht nur die Frauen in diesem Roman schlecht weg, sondern auch die Männer, Anthony im Besonderen.
Sehr schön analysiert, Renie. Ich lese den Roman tatsächlich als Satire auf diese Gesellschaft, die für unsere Begriffe völlig dekadent lebt. Es gibt (bis auf Dick, den Chronisten) keine Sympathiefigur. Die Männer sprechen abwertend über Frauen, niedere Stände und Juden. Was die Frauen sprechen, wissen wir noch nicht. Abgehoben sind sie alle!

Oh stop: Geraldine scheint mir auch ein anderes Kaliber zu haben. Die Tatsache, dass sie arbeitet und einem anderen Stand angehört, scheint sie "klüger" zu machen. Anthony geht in gewisser Weise anders mit ihr um, erzählt ihr sogar, was er von seinem Großvater hält. Ob ihm das noch vor die Füße fällt? Der Großvater scheint bei anderen Leuten durchaus angesehen zu sein, weil er mit seinem Geld Gutes tut. Ich bin gespannt, ob wir ihn noch besser kennenlernen.
 
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Literaturhexle

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2. April 2017
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Eure Langeweile kann ich bislang gar nicht nachvollziehen und ich hoffe, dass das auch so bleibt;)
Meines Erachtens sind die Charaktere wunderbar gezeichnet, ich kann mir diese "andere Welt" bestens vorstellen. Diese Leute spielen miteinander, man kann sie nicht wirklich ernst nehmen.
Gloria hat sich nun recht plötzlich für Anthony entschieden. Eine Laune? Tipp der Eltern? Wahre Liebe? Wir wissen es (noch) nicht.
Ich fühle mich gut unterhalten und lese gern weiter.

Ein Wort noch zu Geraldine: Sie kritisiert A. auch wegen seines Alkoholkonsums, gibt zu bedenken, dass sein Aussehen und seine Gesundheit darunter leiden könnten... Solch vernünftige Aussagen hat sonst noch niemand getroffen.
 

Sassenach123

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Ich lese hier von Menschen und einer Welt, die mir sehr fremd sind. Alles scheint sich nun dem Müßigang und der Zerstreuung zu widmen. Die Gespräche die unter den Personen geführt werden sind oft sehr oberflächlich. Dann diese ewige Fiktion von Gloria auf Gummibonbons, dem kann ich wenig abgewinnen. Wenn dies alles wirklich die Gesellschaftsschicht von Anthony, Gloria und Co widerspiegelt, dann kann ich darauf verzichten.
Momentan habe ich noch die Hoffnung, dass die Handlung ansprechender für mich wird, ansonsten werden das noch anstrengende Seiten
 
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Renie

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Gloria hat sich nun recht plötzlich für Anthony entschieden. Eine Laune? Tipp der Eltern? Wahre Liebe? Wir wissen es (noch) nicht.
Für diese Entscheidung fehlt mir auch jegliche Begründung. Diese angebliche Liebe kann ich nicht erkennen. Und ich werde den Verdacht nicht los, dass sie sich ihn in den Kopf gesetzt hat, wie einen schicken Pelzmantel, den sie haben will.
Sah Anthony eigentlich gut aus? Oder hat sie sich ihn schön geredet (und getrunken :D)
 
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Wandablue

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Für diese Entscheidung fehlt mir auch jegliche Begründung. Diese angebliche Liebe kann ich nicht erkennen. Und ich werde den Verdacht nicht los, dass sie sich ihn in den Kopf gesetzt hat, wie einen schicken Pelzmantel, den sie haben will.
Sah Anthony eigentlich gut aus? Oder hat sie sich ihn schön geredet (und getrunken :D)
Ich denke schon, dass er ganz gut aussieht. Sonst wäre er gar nicht in die engere Wahl gekommen. Er hat halt eins gemacht: er hat ihre Stöckchen, die sie geworfen hat, nicht aufgehoben. Damit wurde er interessant.
 

kingofmusic

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Ich habe heute im Bus den ultimativen Wandasatz gefunden. Also beim Lesen im Bus ha ha ha. Dick unterhält sich gerade mit Bloeckman, welcher im weiteren Verlauf sagt:
Viele Romane bestehen nur aus Geschwätz und Psychologie, und mit denen können wir natürlich nichts anfangen. (S. 131/132)
@Wandablue : Du weißt wie es gemeint ist, Wanda :D .

Morgen bin ich mit dem Abschnitt durch; dann gucke ich hier weiter. Aber das musste ich jetzt schon mal "raushauen" :D.
 
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kingofmusic

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Ihre Langweiligkeit erzeugt unsere Langeweile beim Lesen.
Eigentlich eher im Gegenteil: je tiefer ich eintauche in diese Gesellschaft, umso froher bin ich trotz meines königlichen Titels nicht Teil selbiger zu sein :D. Sicher gibt es spannenderes zu lesen, trotzdem kommt bei mir keine direkte Langeweile auf.
 
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