2. Leseabschnitt: Kapitel 6 bis Kapitel 11 (S. 79 bis S. 160)

SuPro

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28. Oktober 2019
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...uups. Jetzt bin ich überrascht, weil ich hier noch keinen Beitrag finde. Normalerweise bin ich immer etwas später dran. Aber vielleicht sieht man daran auch, dass mich das Buch von Anne Müller gepackt hat.
Mir gefällt diese feinfühlige, warmherzige und unaufgeregte Art, wie sie von einem eigentlich ganz unspektakulären und normalen Leben erzählt. Das was hier passiert kann man überall finden. Es ist nichts außergewöhnliches. Aber wie es beschrieben wird, ist für mich außergewöhnlich und besonders schön.
Im Verlauf bekommen wir immer mehr Einblicke in das Innenleben von Ada. Indem ich sie immer besser kennenlerne, kann ich mich in sie einfühlen. Ich mag sie und irgendwie bedaure ich sie. Sie, die zeitlebens um die Liebe von Männern kämpfte, diese Männer aber nicht erreichte. Egal ob Maxim, Hannes, ihren Vater oder Arthur.
Ich hoffe so sehr, dass sie die Kurve kriegt, sich von Arthur trennt, nach New York geht und letztlich den Mann findet, mit dem sie eine echte Beziehung führen kann. (Da kommt wahrscheinlich die romantische Ader bei mir durch.)
Neugierig bin ich auf jeden Fall, wie es weitergeht.

Ich finde es interessant, über Maxim den Maler zu lesen. „Das Objekt ihrer Begierde“. „Maxim war es, der sie zu Kunst gebracht hatte.“ (S. 149)
Und ich musste wirklich schmunzeln, als Ada die Liste von Toni gefunden hat. Auf der das Buhlen um Maxim so eindrücklich nachzulesen ist.

Die Schwestern sprechen über ihre Geheimnisse und das finde ich so unglaublich echt dargestellt. Nichts Großes und Schreiendes. Keine riesigen Beichten. Es ergibt sich einfach. So erfährt Ada, dass ihr Mann sie betrogen hat und Toni erfährt, dass Ada eine Geliebte ist.

Der Tag mit Artur könnte die Bedeutung eines Wendepunkts bekommen. Mal sehen. Er bringt Ada zum Nachdenken und hält ihr doch so einiges vor Augen.
„Und auf einmal kam ihr der Gedanke, dass Arthur der Windfang in ihrem Leben war, der verhinderte, dass die Liebe zu ihr hereinwehte .“ (S. 140)

Auch das Wiedersehen mit Hannes, mit dem Ada in der Abizeit zwei Jahre lang zusammen war und von dem sie schwanger wurde und der sie damals mit einer anderen jungen Frau betrog, fügt sich meines Erachtens ganz unaufdringlich in die Geschichte ein.
Das ist es, was mir so gefällt. Nichts erscheint krampfhaft hergeholt.
Das Eine fügt sich ins Andere und alles scheint irgendwie verzahnt.

Ich bin neugierig darauf, was aus Adas Initialzündung für ein neues Projekt wird. Führt es zu dem Aufenthalt in New York oder wird es im Sande verlaufen?

Und zuletzt: der Aufsatz zum Mauerfall von Toni hat mich schwer beeindruckt und sehr berührt.
 

Sassenach123

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27. Dezember 2015
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Ich finde es interessant, über Maxim den Maler zu lesen. „Das Objekt ihrer Begierde“. „Maxim war es, der sie zu Kunst gebracht hatte.“ (S. 149)
Und ich musste wirklich schmunzeln, als Ada die Liste von Toni gefunden hat. Auf der das Buhlen um Maxim so eindrücklich nachzulesen ist.
Bin auch schon durch, habe es bisher nur nicht geschafft....
Bei der Geschichte um den Maler konnte ich mich richtig gut in Adas Gefühle als beginnender Teenager hineinversetzen. Natürlich ist Maxim kein wahrer Kandidat für eine echte Liebe, aber an dieses Gefühl, wenn es das erste mal im Bauch kribbelt, erinnert man sich gern zurück und die Autorin schafft die passende Athmosphäre.
 

Sassenach123

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Ada und ihr halber Mann verbringen einen Tag gemeinsam im Elternhaus. Ada genießt ihn, dennoch ist ihr klar, dass Arthur sich nicht von seiner Frau trennen wird. Wird es ihr weiterhin genügen die Nebenfrau zu sein?
Nora Hoffmann wollte scheinbar vor einigen Jahren das Haus verkaufen. Was hat sie dazu bewogen es doch zu behalten?
Toni wirkt immer sehr diszipliniert, in einigen Situationen des Lebens sicher hilfreich, in anderen würde ich ihr mehr Spontanität wünschen.
Als die Begegnung mit Hannes erzählt wurde, habe ich kurz befürchtet, das die alte Liebe wieder aufflammen könnte. Das hätte mir nicht gut gefallen.
 

SuPro

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Bin auch schon durch, habe es bisher nur nicht geschafft....
Bei der Geschichte um den Maler konnte ich mich richtig gut in Adas Gefühle als beginnender Teenager hineinversetzen. Natürlich ist Maxim kein wahrer Kandidat für eine echte Liebe, aber an dieses Gefühl, wenn es das erste mal im Bauch kribbelt, erinnert man sich gern zurück und die Autorin schafft die passende Athmosphäre.
... Ja, das stimmt. Da kann ich mich nur anschließen.
 
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Bibliomarie

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10. September 2015
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Ich habe gestern spät den Abschnitt gelesen, bin aber nicht mehr zum Posten gekommen.

Je mehr ich über sie lese, desto mehr mag ich Ada. Ich finde es eine schöne und warmherzige Schilderung. Es gefällt mir sehr, wie Adas Denken und Fühlen dargestellt wird.

Der gestohlene Tag: ich glaube, er macht Ada deutlich, was sie vermisst und mit Arthur nie haben kann. Einen Alltag, mal gemütlich den Abend verbummeln und spät zusammen aufwachen, gemeinsame Unternehmungen in der Öffentlichkeit - das alles wird es nicht geben und sie spürt zunehmend, dass ihr das fehlt. Arthur spürt es auch, aber wie Ada auch richtig erkennt, er wird es nie ändern.

Der Satz vom Windfang, den @SuPro zitiert, habe ich als Schlüsselsatz empfunden. Solange sie die Geliebte bleibt, wird sie nie jemanden in ihr Leben lassen.
Dabei finde ich Arthur nicht mal unsympathisch, ich denke, er liebt Ada wirklich, aber er liebt eben auch seine Familie. Da spiegelt sich die Situation, die sie als Kind mit ihrem Vater erlebte.
 

Bibliomarie

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Die Schwestern sprechen über ihre Geheimnisse und das finde ich so unglaublich echt dargestellt. Nichts Großes und Schreiendes. Keine riesigen Beichten. Es ergibt sich einfach. So erfährt Ada, dass ihr Mann sie betrogen hat und Toni erfährt, dass Ada eine Geliebte ist.

Die Situation gemeinsam im Haus ihrer Kindheit bringt eine Nähe und Vertrautheit zurück, die in den Jahren wohl verloren gegangen ist. Vielleicht können sie das über den Hausverkauf hinaus retten.
 

Bibliomarie

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Ada genießt ihn, dennoch ist ihr klar, dass Arthur sich nicht von seiner Frau trennen wird. Wird es ihr weiterhin genügen die Nebenfrau zu sein?

Ich denke, dass dieser Tag für Ada eine Offenbarung war. So schön harmonisch und leidenschaftlich, aber eben ein gestohlener Tag. Sie muss sich eingestehen, dass es nie mehr werden wird und sie immer nur den sechzehntel Arthur bekommt. Der Gedanke wird immer stärker, dass ihr das nicht reicht.
 

RuLeka

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30. Januar 2018
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Ich bin auch schon weiter mit dem Lesen, aber im Moment muss ich eine Kirschenschwemme verarbeiten und heute hatten wir die Enkelinder.
Der Roman gefällt mir immer mehr. Anfangs habe ich vermutet, dass er eine eher etwas kitschige Geschichte erzählt. Aber die Autorin umschifft diese Gefahr sehr gut. Z.B. endete das Wiedersehen mit der alten Jugendliebe nicht im Bett, sondern es wird einfach eine nette Begegnung beschrieben, mit Erinnerungen an früher.
Der Tag mit Arthur ist für beide wunderschön, zeigt aber deutlich die Grenzen dieser Beziehung.
Ada kommt dem Leser immer näher, sie gefällt mir und ich verfolge mit Spannung ihre Geschichte.
 

RuLeka

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. Da spiegelt sich die Situation, die sie als Kind mit ihrem Vater erlebte.
Allerdings war ihr Vater radikaler, er hat sich für die Geliebte entschieden. Deshalb kann Ada Arthur sein Verantwortungsbewusstsein seiner Familie gegenüber nicht zum Vorwurf machen. Im Gegenteil, er gewinnt dadurch. Aber die Geliebtenrolle ist für sie auf Dauer zu wenig.
 

Bibliomarie

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Ich bin auch schon weiter mit dem Lesen, aber im Moment muss ich eine Kirschenschwemme verarbeiten

Das weckt Jugenderinnerung an das Elternhaus mit Garten und Obstbäumen, die immer verarbeitet werden mussten. Ich denke heute oft mit Wehmut daran zurück, wenn ich auf dem Markt Obst und Gemüse kaufe und den viel besseren Geschmack auf der Zunge habe. (Erinnerung verklärt sogar die Grüne-Bohnen-Schwemme ;))
 
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Bibliomarie

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Allerdings war ihr Vater radikaler, er hat sich für die Geliebte entschieden. Deshalb kann Ada Arthur sein Verantwortungsbewusstsein seiner Familie gegenüber nicht zum Vorwurf machen. Im Gegenteil, er gewinnt dadurch. Aber die Geliebtenrolle ist für sie auf Dauer zu wenig.

Die Entscheidung fällt nicht im Zorn, eher im Gegenteil. Aber ihr wird deutlich bewusst, was ihr fehlt und dass es sie mit Arthur nicht erleben kann und das Verhältnis ihr auch die Möglichkeit nimmt, für andere Beziehungen frei zu sein. Ich finde, dieser Entscheidungsprozess ist sehr gut beschrieben.
 

Sassenach123

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Allerdings war ihr Vater radikaler, er hat sich für die Geliebte entschieden. Deshalb kann Ada Arthur sein Verantwortungsbewusstsein seiner Familie gegenüber nicht zum Vorwurf machen. Im Gegenteil, er gewinnt dadurch. Aber die Geliebtenrolle ist für sie auf Dauer zu wenig.
Das Gefühl habe ich auch. Und durch die Erlebnisse in den letzten Tagen und die Tatsache, dass sie vieles Revue passieren lässt, scheint ihr einiges in einem anderen Licht zu erscheinen.
 

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Allerdings war ihr Vater radikaler, er hat sich für die Geliebte entschieden. Deshalb kann Ada Arthur sein Verantwortungsbewusstsein seiner Familie gegenüber nicht zum Vorwurf machen. Im Gegenteil, er gewinnt dadurch. Aber die Geliebtenrolle ist für sie auf Dauer zu wenig.
Es ist nur schade, dass wir nie erfahren werden wie der Vater diesen Entschluss erlebt hat. War es die richtige Entscheidung, oder plagten ihn immer wieder Selbstzweifel? Das Toni mit ihm keinen Kontakt mehr wollte, wird sicher auch nicht leicht gewesen sein.
 

RuLeka

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Das weckt Jugenderinnerung an das Elternhaus mit Garten und Obstbäumen, die immer verarbeitet werden mussten. Ich denke heute oft mit Wehmut daran zurück, wenn ich auf dem Markt Obst und Gemüse kaufe und den viel besseren Geschmack auf der Zunge habe. (Erinnerung verklärt sogar die Grüne-Bohnen-Schwemme ;))
Ich liebe meinen Garten und unsere Obstbaumwiese, aber im Sommer reißt die Arbeit nicht ab. Doch eigenes Obst und Gemüse ist schon toll.
 
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Renie

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19. Mai 2014
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renies-lesetagebuch.blogspot.de
Mir gefällt diese feinfühlige, warmherzige und unaufgeregte Art, wie sie von einem eigentlich ganz unspektakulären und normalen Leben erzählt. Das was hier passiert kann man überall finden. Es ist nichts außergewöhnliches. Aber wie es beschrieben wird, ist für mich außergewöhnlich und besonders schön.
Ich habe bei diesem Buch die Erfahrung gemacht, dass man sich keinen Gefallen tut, wenn man zwischendurch immer mal ein paar wenige Seiten liest. In dieser Situation befand ich mich nämlich seit Beginn der Leserunde. Ich hatte selten Zeit, mehrere Seiten am Stück zu lesen, sodass mich die Unaufgeregtheit und das Unspektakuläre dieses Buches in den kurzen Lesemomenten fast schon gelangweilt hat. Erst, wenn es mir gelang, mir mehr Lesezeit für dieses Buch zu nehmen, hat mich die tiefenentspannte Stimmung dieses Buches vereinnahmt und ich bin in der Geschichte abgetaucht. Daher: so seicht der Roman auch erscheinen mag, er macht irgendwas mit mir.
 

KrimiElse

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26. Januar 2019
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buchmafia.blogspot.com
Ich habe bei diesem Buch die Erfahrung gemacht, dass man sich keinen Gefallen tut, wenn man zwischendurch immer mal ein paar wenige Seiten liest. In dieser Situation befand ich mich nämlich seit Beginn der Leserunde. Ich hatte selten Zeit, mehrere Seiten am Stück zu lesen, sodass mich die Unaufgeregtheit und das Unspektakuläre dieses Buches in den kurzen Lesemomenten fast schon gelangweilt hat. Erst, wenn es mir gelang, mir mehr Lesezeit für dieses Buch zu nehmen, hat mich die tiefenentspannte Stimmung dieses Buches vereinnahmt und ich bin in der Geschichte abgetaucht. Daher: so seicht der Roman auch erscheinen mag, er macht irgendwas mit mir.
Da hast du absolut recht, ich hatte zum Glück Gelegenheit, am Stück zu lesen, sonst wäre es mir wohl viel zu seicht gewesen.
Dennoch - um @Barbara62 neue Wortschöpfung zu benutzen: mir ist es etwas zu hängemattig. Auch wenn ich mich inzwischen gut in die Geschichte gefunden habe und weniger „Widerstand dagegen“ leiste, mich weniger stoße an für mich zu durchschaubaren und vorhersehbaren Konstruktionen und mich auch nicht mehr so sehr an der für meinen Geschmack zu eckigen Sprache stoße (Die fließt mir einfach zu wenig, ein bisschen mehr Hängematte wäre hier schön) verliere ich nicht das Gefühl, dass mir für eine gute Geschichte doch etwas fehlt. Es ist unaufgeregt und nicht langweilig, das stimmt, aber mir fehlt ein bisschen Poesie. Irgendwie ist alles so geradlinig...
 

KrimiElse

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26. Januar 2019
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Ich bin neugierig darauf, was aus Adas Initialzündung für ein neues Projekt wird. Führt es zu dem Aufenthalt in New York oder wird es im Sande verlaufen?
Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie sich auf ihren ursprünglichen künstlerischen Weg zurück begibt und nach New York geht. Damit dürfte die Affäre mit Artur beendet sein, vielleicht stellt sie ihn vor die Wahl mitzugehen und er muss klar Farbe bekennen, vielleicht tut sie das nicht. Es wird ihr sicher nicht das Herz brechen, denn sie krabbelt bereits aus ihrem Loch heraus...
 
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