2. Leseabschnitt: 7. bis 9. Kapitel (Seite 63 bis 115) - Ende Erster Teil

Lesehorizont

Bekanntes Mitglied
29. März 2022
2.692
10.240
49
53
Mainz
Das war mir auch aufgefallen. Maddalena kommt mir viel älter vor. aber ich vermute, die Autorin hat es ihr so 'in den Mund gelegt'.
Zwischendrin hat mich die Altersfrage auch etwas beschäftigt...
Beides ja. Ihr Verhalten ist ein Schutzschild, das sie sich zugelegt hat. Ein Kind, und das ist sie ja noch, braucht Liebe und Anerkennung von außen.
Für eine "gesunde Entwicklung" in jedem Fall. Ansonsten trägt man wohl Wunden davon, die schlimmstenfalls nie wieder richtig verheilen.
Je weiter ich lese, desto sicherer fühle ich mich zu behaupten, dass es tatsächlich eine Mädchenfreundschaft ist.
Ich bin da noch unentschlossen. Außerdem würde ich so eine Mädelsfreundschaft nicht unterschätzen. Großes Gewicht hat diese Freundschaft so oder so...
 

alasca

Bekanntes Mitglied
13. Juni 2022
3.480
11.176
49
Ich nicht. Das ist wohl sehr abhängig von der Persönlichkeit. Ich könnte mir bei mir sehr gut vorstellen, dass ich an Ihrer Stelle gedacht hätte, ich würde sterben.
Sehe ich auch so. Wir können uns heute diese fundamentale Ahnungslosigkeit gar nicht mehr vorstellen.
Für mich passt es, weil sie so viel Zeit mit Ernesto verbringt, der mit ihr über solche Themen spricht.
Und deshalb ist es auch ein Nachplappern, aber ohne intellektuelles Fundament.
 

Literaturhexle

Moderator
Teammitglied
2. April 2017
20.058
52.090
49
So, ich habe alle eure Kommentare gelesen. Vieles sehe ich genauso, aber längst nicht alles. Mittlerweile habe ich den Eindruck in einer Art Roman angekommen zu sein, den ich sonst meide. Mir wird hier zuviel auf dem Präsentierteller gezeigt, zuviel Drama aufgelegt, das ich nicht glaubwürdig finde.

Das fängt schon an, als die wichtigen Colombos zum Essen geladen werden. Die Signora rümpft die Nase beim Anblick des Spitzendeckchens... - ziemlich platt und stereotyp oder nicht?
Francesca mag das Fleisch nicht essen, sammelt es auf dem Schoß- Klar: Das Bündel fällt hin, Carla stolpert, der Wein entleert sich auf den wichtigen Gästen... Sorry, das ist mir too much. Ebenso das herbeigezauberte Fieber. Anschließend läuft sie in der Stadt rum - das kommt doch raus, da hier jeder jeden kennt.

Dann die romantische Note: Erst ist F. von Noes Duft betört, später wird es ihr im Nacken ganz heiß, weil Maddi ihre Hand berührt... Bewusst werden Fährten ausgelegt. Das gefällt mir nicht, es fühlt sich nicht echt an. "Ihre feuchte Handfläche auf meinem unteren Rücken ließ mich zittern." :rolleyes:"Ihre Finger, die sich mit meinen verschränkten, ließen eine plötzliche Wärme in mir aufsteigen, die sich in meinem Nacken zusammenballte." :rolleyes: Und das alles anno 1935.

"Mit einem Mal beneidete ich sie um ihr Zuhause. ... und man konnte darin tanzen." Das klingt für mich schnulzig. Dann das andere Extrem: Die Mutter ignoriert die Tochter, stellt ihr nicht mal einen Teller hin. Drama, baby, drama.
Luigia und Ernesto das Bilderbuchpaar. Ich hatte schon befürchtet, dass Ernesto an der gefährlichen Schikane ums Leben kommt. Glück gehabt!

Das Auftreten der ersten Menstruation empfinde ich leider genauso dramatisch. Da schießt gleich ein ganzer Blutschwall aus dem Mädchen heraus und verteilt sich. Vorher war natürlich nichts zu merken und zu sehen. Erst am See vor Publikum.

Vielleicht bin ich zu streng. Phrasen mögen mir keine auffallen, aber diese zahlreichen Beifall heischenden, irgendwie unauthentischen Szenen fallen mir auf. Das hat ZDF Vorabendniveau und so etwas mag ich nicht lesen. Natürlich habe ich auch Marker an den von euch diskutierten Stellen gesetzt. Da war auch manches gut, aber ich will mich hier ja nicht wiederholen, sondern eure Eindrücke ergänzen.
 

Literaturhexle

Moderator
Teammitglied
2. April 2017
20.058
52.090
49
Aber: Er bekennt sich zu seinen Schwächen, in diesem Fall offenbar eine Herzschwäche.
Für mich kam das Herzleiden rüber wie ein Vorwand. Die größten Nazis haben nie an der Front gestanden. Sie wussten ihr Leben hinter Schreibtischen zu schützen.
M.´s Mutter verhält sich absolut inakzeptabel ihrer Tochter gegenüber.
Meiner Meinung nach wirkt das wenig realistisch. Es ist zu krass, die Mutter ist eine Schablone.
Ihre gemischten Gefühle, als auf dem Fahrradlenker von Noé unterwegs ist, deuten darauf hin.
Hach ja, romantische Gefühle überall ♥ ♥♥
Herzschwäche hat wohl Symbolfunktion.
Ja, das habt ihr gut erkannt.
Stolz dürfte auch in unserer Generation selten gewesen sein.
Ja, stolz war ich nie. Es gehörte zum Leben dazu. Kein Initiierungsfest, aber auch kein Trauerflor. Normal halt.
Die erste Regel. Na ja, ich finds immer grenzwertig, so was zu beschreiben.
Grenzwertig nicht. Aber es nimmt mir zu viel Raum ein. Die Szene ist zu gewollt weiblich.
 

Barbara62

Bekanntes Mitglied
19. März 2020
4.278
16.444
49
Baden-Württemberg
mit-büchern-um-die-welt.de
Und deshalb ist es auch ein Nachplappern, aber ohne intellektuelles Fundament.
Das sehe ich ebenso. Maddalena bewundert Ernesto grenzenlos und liebt ihn für die Zuwendung, die er ihr schenkt. Außerdem nimmt er sie ernst und spricht über Politik mit ihr. Sie würde jede seiner Positionen übernehmen. Wieviel sie davon wirklich begriffen hat? Sicher nur einen Teil.

Meiner Meinung nach wirkt das wenig realistisch. Es ist zu krass, die Mutter ist eine Schablone.
Sind nicht alle Figuren hier Schablonen?

Grenzwertig nicht. Aber es nimmt mir zu viel Raum ein. Die Szene ist zu gewollt weiblich.
Drama pur.
Wobei die Szene später noch eine zusätzliche Bedeutung bekommt.
 

Federfee

Bekanntes Mitglied
13. Januar 2023
2.567
10.669
49
Mittlerweile habe ich den Eindruck in einer Art Roman angekommen zu sein, den ich sonst meide.
Vielleicht bin ich zu streng. Phrasen mögen mir keine auffallen, aber diese zahlreichen Beifall heischenden, irgendwie unauthentischen Szenen fallen mir auf.
Du hast es früher gemerkt als ich.
Sind nicht alle Figuren hier Schablonen?
Tatsächlich habe ich das zunehmend auch so empfunden (jetzt vorgegriffen, sorry), anfangs noch nicht. Da habe ich nach Sinn und Hintersinn gesucht.
 

Wandablue

Bekanntes Mitglied
18. September 2019
10.346
23.976
49
Brandenburg
So, ich habe alle eure Kommentare gelesen. Vieles sehe ich genauso, aber längst nicht alles. Mittlerweile habe ich den Eindruck in einer Art Roman angekommen zu sein, den ich sonst meide. Mir wird hier zuviel auf dem Präsentierteller gezeigt, zuviel Drama aufgelegt, das ich nicht glaubwürdig finde.

Das fängt schon an, als die wichtigen Colombos zum Essen geladen werden. Die Signora rümpft die Nase beim Anblick des Spitzendeckchens... - ziemlich platt und stereotyp oder nicht?
Francesca mag das Fleisch nicht essen, sammelt es auf dem Schoß- Klar: Das Bündel fällt hin, Carla stolpert, der Wein entleert sich auf den wichtigen Gästen... Sorry, das ist mir too much. Ebenso das herbeigezauberte Fieber. Anschließend läuft sie in der Stadt rum - das kommt doch raus, da hier jeder jeden kennt.

Dann die romantische Note: Erst ist F. von Noes Duft betört, später wird es ihr im Nacken ganz heiß, weil Maddi ihre Hand berührt... Bewusst werden Fährten ausgelegt. Das gefällt mir nicht, es fühlt sich nicht echt an. "Ihre feuchte Handfläche auf meinem unteren Rücken ließ mich zittern." :rolleyes:"Ihre Finger, die sich mit meinen verschränkten, ließen eine plötzliche Wärme in mir aufsteigen, die sich in meinem Nacken zusammenballte." :rolleyes: Und das alles anno 1935.

"Mit einem Mal beneidete ich sie um ihr Zuhause. ... und man konnte darin tanzen." Das klingt für mich schnulzig. Dann das andere Extrem: Die Mutter ignoriert die Tochter, stellt ihr nicht mal einen Teller hin. Drama, baby, drama.
Luigia und Ernesto das Bilderbuchpaar. Ich hatte schon befürchtet, dass Ernesto an der gefährlichen Schikane ums Leben kommt. Glück gehabt!

Das Auftreten der ersten Menstruation empfinde ich leider genauso dramatisch. Da schießt gleich ein ganzer Blutschwall aus dem Mädchen heraus und verteilt sich. Vorher war natürlich nichts zu merken und zu sehen. Erst am See vor Publikum.

Vielleicht bin ich zu streng. Phrasen mögen mir keine auffallen, aber diese zahlreichen Beifall heischenden, irgendwie unauthentischen Szenen fallen mir auf. Das hat ZDF Vorabendniveau und so etwas mag ich nicht lesen. Natürlich habe ich auch Marker an den von euch diskutierten Stellen gesetzt. Da war auch manches gut, aber ich will mich hier ja nicht wiederholen, sondern eure Eindrücke ergänzen.
Köstlich! Alles wahr!
Ich könnte mir vorstellen, dass der Roman in Italy erfolgreich ist, weil die Italiener möglicherweise wenige Romane über ihren Widerstand haben. Aber ich weiß es nicht. Vermute es nur.
 

Literaturhexle

Moderator
Teammitglied
2. April 2017
20.058
52.090
49
dass der Roman in Italy erfolgreich is
Der Roman wird auch hier erfolgreich sein. Schau dir mal die Rezis bei LB an: ausschließlich 4 und 5 Sterne. Ich kann das auch verstehen, freue mich über jeden auch bei uns, dem er gefällt (nicht vermiesen lassen;)!!!)
Aber meins ist das nunmal nicht. Ich mag es subtiler lieber.