1. Leseabschnitt: TEIL EINS - Beginn bis Seite 79

Eulenhaus

Aktives Mitglied
13. Juni 2022
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Es sind die 30er Jahre in England. Scheidungen gibt es schon, aber sie sind schwierig und werden als unstatthaft angesehen.
Betsy teilt ihrer Mutter die Trennung von Alec mit. In ihrer Ehe sind sie nicht mehr glücklich, was auch die drei heranwachsenden Kinder spüren. Alec braucht eine passendere Frau, sie plant ein anderes Leben mit neuen Freunden. Sie wollen Freunde bleiben und die Sache schnell hinter sich bringen.
Die beiden Mütter sind absolut dagegen und planen eine Gegenoffensive. Vom baldigen Besuch der Mutter beunruhigt reagiert Betsy noch hektischer als sonst. Sie fühlt sich überfordert, seit jeher vom Leben ungerecht behandelt und will mit 37 Jahren ihre Freiheit zurück.
Der eher ruhige mit seinem Komponisten-Freund Johnnie als Librettist erfolgreich arbeitende Alec möchte keine Veränderung in seinem komfortablen Leben. Neben einigem Dienstpersonal arbeitet auch die in Alec verliebte Vorschullehrerin Joy in den Sommerferien bei ihnen. Wegen ihrer teils autoritären Art ist sie bei den Kindern unbeliebt. Mark, Kenneths Freund, ist mit dabei und Eliza fühlt sich allein gelassen. Sie beneidet die Jungen wegen ihrer besseren Bildungsmöglichkeiten. In der höheren Mittelschicht war die Schulbildung für Mädchen üblich, Studium und Berufstätigkeit aber eher selten.
Alec überredet seine Frau mit ihm an den Strand zu fahren, um ihre Eheprobleme zu überdenken. Er will an sich arbeiten und weitere Seitensprünge unterlassen.
 

otegami

Bekanntes Mitglied
17. Dezember 2021
2.018
7.101
49
71
Ich bin wohl erst auf Seite 25, aber dieses Buch hat mich schon am Haken! Genial finde ich die Charakterisierung von Emily Canning, Alecs Mutter - sie trifft haargenau auf meine (inzwischen verstorbene) Schwiegermutter zu! Wahnsinn!!!! (Ich dachte erst, die Autorin muss meinen 'Schwiegertiger' gekannt haben, jedoch deren 'Blütezeit' war erst nach dem Tod der Autorin. :helo )

'Zorn muss sich Luft machen. Notfalls bohrt sich der Dolch in die eigene Brust. Leichten Herzens marschierte Mrs Canning an den gestrengen Wächtern ihres Gewissens vorbei......' S. 21!

Das beschreibt sie haargenau! Ein Ausspruch in der Familie war: ihr müsste man das Telefonieren verbieten.' (Denn was sie alles mit ihrem Telefon anstellte, ohne Nachzudenken einfach anrief und bei vielen Menschen großen Schaden anrichtete, ging 'auf keine Kuhhaut'! Und (wie Emily) dann, wenn es unbequem wurde, schaltete sie blitzartig auf 'Opfer' um.

Ihr seht, das Buch hat für mich auch noch einen tieferen Bezug! :rofl Ich lese es mit viel Vergnügen! :cool:;)
 

Gina_Lesefuchs

Aktives Mitglied
21. April 2024
106
513
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Ich amüsiere mich auch königlich über das Buch. Hervorragend gelungen ist die Charakterisierung der handelnden Personen.
Margarete Kennedy scheint eine wahre Menschenkennerin gewesen zu sein.
Mich hat der Brief am Anfang sehr angesprochen. Lachen musste ich darüber, dass Betsy ihren Mann als "durchschnittlichen Beamten" attraktiver fand als als erfolgreichen Musiker.
Wie sich später herausstellt, missgönnt sie ihm sein Glück und Erfolg als Musiker, weil sie selbst davon geträumt hatte, erfolgreich und angesehen zu werden .
Am meisten musste ich allerdings über das Telegramm der Mutter lachen , weil das wirklich voll aus dem Leben gegriffen ist .
Einzig die Schilderung der aus Deutschland geflohenen jüdischen Familie Bloch bekommt im Nachhinein einen unangenehmen Beigeschmack, von dem die Autorin während des Schreibens noch nichts gewusst haben kann .
 

Gina_Lesefuchs

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Gina_Lesefuchs

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21. April 2024
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Ich bin wohl erst auf Seite 25, aber dieses Buch hat mich schon am Haken! Genial finde ich die Charakterisierung von Emily Canning, Alecs Mutter - sie trifft haargenau auf meine (inzwischen verstorbene) Schwiegermutter zu! Wahnsinn!!!! (Ich dachte erst, die Autorin muss meinen 'Schwiegertiger' gekannt haben, jedoch deren 'Blütezeit' war erst nach dem Tod der Autorin. :helo )

'Zorn muss sich Luft machen. Notfalls bohrt sich der Dolch in die eigene Brust. Leichten Herzens marschierte Mrs Canning an den gestrengen Wächtern ihres Gewissens vorbei......' S. 21!

Das beschreibt sie haargenau! Ein Ausspruch in der Familie war: ihr müsste man das Telefonieren verbieten.' (Denn was sie alles mit ihrem Telefon anstellte, ohne Nachzudenken einfach anrief und bei vielen Menschen großen Schaden anrichtete, ging 'auf keine Kuhhaut'! Und (wie Emily) dann, wenn es unbequem wurde, schaltete sie blitzartig auf 'Opfer' um.

Ihr seht, das Buch hat für mich auch noch einen tieferen Bezug! :rofl Ich lese es mit viel Vergnügen! :cool:;)
Emily Canning ist für mich auch der stärkste Charakter in der Erzählung.
Sie fühlt sich als Nabel der Welt und ist nicht in der Lage ,sich selbst zu reflektieren .
Allein, dass sie von Henrietta eine Entschuldigung erwartet und damit alles auf den Kopf stellt , spricht doch schon Bände .
 

Bücherfreundin

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6. November 2022
604
2.933
44
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Das Duell der Schwiegermütter ist schon grandios und herrlich komisch. Schön finde ich auch die aufschlussreichen Andeutungen im Text dazu - während Emiliy Henrietta eigentlich für ziemlich beschränkt hält, bemerkt diese scheinbar nicht einmal, wie sehr Emiliy auf sie herabschaut. Emily kann man ihre Gemeinheiten und ihre Dreistigkeit nur verzeihen, weil die Autorin uns wissen lässt, dass sie im Grunde eine sehr einsame Person ist…
 

Bücherfreundin

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6. November 2022
604
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Ich denke eher, dass sie dabei sein möchte, wenn während des Rosenkrieges schmutzige Wäsche gewaschen wird
Ja, das ist die Frage: will sie die Scheidung wirklich verhindern? Sie mochte ihre Schwiegertochter ja von Anfang an nicht - anderseits könnte ihr Ruf nicht leiden, wenn ihr Sohn geschieden wird? Wir sind noch in
den 1930-ziger Jahren, da gehörten Scheidungen noch nicht zum Alltag…
 

otegami

Bekanntes Mitglied
17. Dezember 2021
2.018
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Emily kann man ihre Gemeinheiten und ihre Dreistigkeit nur verzeihen, weil die Autorin uns wissen lässt, dass sie im Grunde eine sehr einsame Person ist…
Auch meine Schwiegermutter konnte ich nur noch bedauern! ;) Auf sie traf auch der Spruch von Ernst Ferstl voll zu: 'Wer andere schlecht machen muss, um selbst besser dazustehen, beweist damit anschaulich, dass in seinem eigenen leben einiges verkehrt läuft.'

Und jetzt mal eine Frage an die Runde:
Wie war / ist Euer Verhältnis zu Eurer Schwiegermutter?

Und (falls Eure Kinder schon liiert sind) wie versteht Ihr Euch mit den Schwiegereltern Eurer Kinder:
a) sehr gut
b) najaaaa, es reicht, wenn wir uns auf Familienfesten treffen (wir tun uns halt nix)
oder c) boah, wir gehen uns aus den Weg bis offener Kampf
 

otegami

Bekanntes Mitglied
17. Dezember 2021
2.018
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Lachen musste ich darüber, dass Betsy ihren Mann als "durchschnittlichen Beamten" attraktiver fand als als erfolgreichen Musiker.
Wie sich später herausstellt, missgönnt sie ihm sein Glück und Erfolg als Musiker, weil sie selbst davon geträumt hatte, erfolgreich und angesehen zu werden .
Das ist aber bestimmt nicht der einzige Grund! Ich vermute mehr bei ihr: die Angst vor Veränderung! (Die haben viele Menschen. ;) )

Genial finde ich übrigens (nachdem ich den LA zu Ende gelesen habe) die Szene am Ende auf dem Bahnhof - absolut filmreif!!!!!
Einzig die Schilderung der aus Deutschland geflohenen jüdischen Familie Bloch bekommt im Nachhinein einen unangenehmen Beigeschmack, von dem die Autorin während des Schreibens noch nichts gewusst haben kann .
Richtig!!!! Ging mir auch so! ;) Aber ich vermute, dass wir (denen die Geschichte bewusst ist) vielleicht auch da mehr reininterpretieren. Vielleicht ist es auch nur die übliche versnobte Sichtweise der engl. feinen Gesellschaft gegenüber Ausländern?!
 

parden

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13. April 2014
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Niederrhein
www.litterae-artesque.blogspot.de
Hervorragend gelungen ist die Charakterisierung der handelnden Personen.
Absolut. Es gelingt der Autorin, dass man die Denkweise jeder Person vor Augen hat (bis auf die Blochs, die bleiben noch im Dunkeln, aber die versteht man in ihrem ewigen Deutsch ja auch nicht... ;) ). Die heranwachsenden Kinder in ihrer Unterschiedlichkeit, die von den Eltern mehr mitbekommen, als denen bewusst sein dürfte - und sich dabei sehr unterschiedlich positionieren. Kenneth lässt nichts auf seine Mutter kommen, verachtet den Vater aber für seine ständigen Eskapaden, und Eliza ist von ihrer Mutter und deren sauertöpfischer Art genervt. Joy hat irgendwie niemand auf dem Schirm, von den Kindern wird sie nicht sonderlich gemocht, Betsy behandelt sie ausschließlich wie einen Dienstboten, und Alec hat offenbar nocht moralische Grenzen, so dass es wohl bei dem Kuss im Dunkeln bleiben wird - jedenfalls sieht es derzeit so aus. Interessant, wie schnell Bloch hinter all die kleinen Familiengeheimnisse gekommen ist. Lauschen ist allerdings wirklich nicht gentlemanlike. Alec registriert durchaus, wie unglücklich Betsy oft ist, weiß auch, dass er sich mehr kümmern und sich mehr anstrengen müsste, aber genau das wird ihm zu viel. Er will einfach nur seine Ruhe haben und genaus weiterleben wie bisher. Betsy - nun, ihr Fehlstart mit dem Brief bringt nun wohl eine Lawine ins Rollen, die kaum aufzuhalten sein dürfte. Ihre Schwiegermutter ist nun da - ein Auftritt auf dem Bahnhof, den sie nicht besser hätte inszenieren könnte. Passt 1A zu ihrem Charakter. Alec weiß, dass er sie postwendend in den nächsten Zug zurück hätte setzen müssen - aber auch das ist ihm zu anstregend. Er verfügt offenbar über einen gewissen Charme, aber mehr ist da nicht. Er versucht immer alles auszusitzen. Aus dem gemeinsamen Urlaub mit Betsy wird nun wohl nichts mehr?
 

RuLeka

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30. Januar 2018
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Auch ich amüsiere mich bei diesem Roman köstlich. Dabei ist es beeindruckend, welch großartige Menschenkennerin die Autorin ist. Beim Lesen bekommt man ein genaues Bild von jedem Einzelnen. Durch den Perspektivwechsel noch mehr.
Betsy, die Ehefrau, will die Scheidung. Aber im Grunde nicht, weil sich das Paar auseinandergelebt hat, sondern weil sie unzufrieden ist mit ihrem Leben. Aber wie Alec bemerkt, wird sich an ihrer Unzufriedenheit auch danach nichts ändern. Betsy scheint mir die Sorte Mensch zu sein, die nichts wirklich schätzt und genießen kann.
Alec dagegen wünscht keine Veränderung. Er hat einen Job, der ihn befriedigt und bei dem er gutes Geld verdient. Er mag Betsy immer noch, obwohl von Liebe nicht mehr viel spürbar ist. Nun hofft er, bei einer gemeinsamen Reise Betsy nochmals umstimmen zu können.
Doch die Tatsache, dass nicht Betsys Mutter ankommt, sondern seine, scheint den Plan umzuwerfen.
Neben den beiden Schwiegermüttern, die ganz wunderbar gezeichnet sind, dürfte Joy noch eine größere Rolle spielen. Sie ist heimlich in Alec verliebt, doch der ahnt noch nichts von seinem Glück.
Des weiteren noch die Kinder: Kenneth, der Liebling der Mutter, vergöttert seinen zwei Jahre älteren Freund. Dann die pubertierende Eliza, die sich unwohl fühlt in ihrem verändernden Körper und die selbstbewusste Daphne.
Die Familie Bloch wird aus dem Blickwinkel von Betsy und Alec wenig liebevoll beschrieben. Doch Emil, der genau beobachtet, scheint ein Mensch zu sein, der andere gut beurteilen kann und die richtigen Schlüsse zieht.
Alles in allem: eine spannende Konstellation und interessante Figuren. Da darf man gespannt sein, wohin sich die Geschichte entwickelt.
 

RuLeka

Bekanntes Mitglied
30. Januar 2018
7.096
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Alecs Mutter - sie trifft haargenau auf meine (inzwischen verstorbene) Schwiegermutter zu! Wahnsinn!!
Oh je, da muss man Dich im Nachhinein noch bedauern.
Lachen musste ich darüber, dass Betsy ihren Mann als "durchschnittlichen Beamten" attraktiver fand als als erfolgreichen Musiker.
Eigentlich hätte man erwartet, dass sie nun stolz ist auf ihn . Normalerweise ist ein „ durchschnittlicher Beamter“ nicht das, wovon Frauen träumen.
von dem die Autorin während des Schreibens noch nichts gewusst haben kann .
Ja, wir lesen das heute anders, weil wir wissen, wovor sie geflohen sind.
Sie fühlt sich als Nabel der Welt und ist nicht in der Lage ,sich selbst zu reflektieren .
Solche Menschen kennt man doch auch. Es gibt immer mehr davon.
Und jetzt mal eine Frage an die Runde:
Wie war / ist Euer Verhältnis zu Eurer Schwiegermutter?

Und (falls Eure Kinder schon liiert sind) wie versteht Ihr Euch mit den Schwiegereltern Eurer Kinder:
a) sehr gut
b) najaaaa, es reicht, wenn wir uns auf Familienfesten treffen (wir tun uns halt nix)
oder c) boah, wir gehen uns aus den Weg bis offener Kampf
Mein Verhältnis zu meiner Svhwiegermutter war nicht wirklich schlecht, also es gab kein offenes Zerwürfnis. Aber innig war es auf keinen Fall.
Und nächste Frage:
Mit der Schwiegermutter meines Sohnes verstehen wir uns sehr gut. Sie ist früh Witwe geworden und ist seitdem bei allen Festen immer bei uns ( Weihnachten etc.).
Bei den Schwiegermüttern unserer Tochter ist es etwas komplizierter, da die Eltern unseres Schwiegersohnes getrennt und wieder neu liiert sind. Bei der Hochzeit vor kurzem musste genau darauf geachtet werden, dass beide Teile der Familie nicht zusammentreffen. War nicht so einfach.
Der Kontakt von uns zu ihnen ist nicht so groß.
die Szene am Ende auf dem Bahnhof - absolut filmreif!!!!!
Ja, hat man richtig vor Augen.
ihr Fehlstart mit dem Brief bringt nun wohl eine Lawine ins Rollen, die kaum aufzuhalten sein dürfte
Guter Einstieg der Autorin: ein Brief mit weitreichenden Konsequenzen.
 

Nosimi

Aktives Mitglied
27. März 2024
175
880
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Lachen musste ich darüber, dass Betsy ihren Mann als "durchschnittlichen Beamten" attraktiver fand als als erfolgreichen Musiker.
Absolut! Ich habe auch zweimal lesen müssen, ob sich die gute Betsy tatsächlich lieber einen Beamten gewünscht hat, als einen erfolgreichen Lebemann. Aber ok, Geschmäcker sind ja verschieden.
Am meisten musste ich allerdings über das Telegramm der Mutter lachen , weil das wirklich voll aus dem Leben gegriffen ist .
Ganz nach dem Motto "Alle Räder stehen still, wenn mein starker Arm es will", will die Mutter erstmal die Scheidung aufhalten, mit Hilfe der Macht der Mütter auf die Kinder einwirken und die Schande abzuwenden. Dabei läuft sie bei Emily in die Falle....
Emily Canning ist für mich auch der stärkste Charakter in der Erzählung.
Sie fühlt sich als Nabel der Welt und ist nicht in der Lage ,sich selbst zu reflektieren .
Allein, dass sie von Henrietta eine Entschuldigung erwartet und damit alles auf den Kopf stellt , spricht doch schon Bände .
Finde ich auch! Vor ihr müssen wir uns noch in Acht nehmen! Wobei sie mir als Charakter auch sehr gefällt, sie wirkt auf mich wie eine Art Miss Havisham. Und ihre Motive, also wie sie zu der Scheidung überhaupt steht, sind noch ziemlich unklar.
Ja, das ist die Frage: will sie die Scheidung wirklich verhindern?
Ich könnte mir vorstellen, dass es Emily gar nicht so unrecht wäre, wenn sich Alec und Betsy scheiden ließen. Viel gehalten hat sie ja noch nie von ihrer Schwiegertochter. Tatsächlich wirkt mir aber Alec auch gar nicht so unglücklich in der Ehe, schließlich hat er sich ja recht gut ausleben können. Würde die Mutter also etwas wollen, was der Sohn nicht will, weil sie am Ende eigene Interessen hat?
Genial finde ich übrigens (nachdem ich den LA zu Ende gelesen habe) die Szene am Ende auf dem Bahnhof - absolut filmreif!!!!!
Diese Szene mochte ich auch sehr gern. Erst dachte ich es steigen vielleicht beide Mütter aus, dann habe ich mich dran erinnert, das ja Henriette recht krank bei ihrem Besuch bei Emily war. Jetzt kann der Spaß beginnen.
 

Nosimi

Aktives Mitglied
27. März 2024
175
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39
Auch ich amüsiere mich bei diesem Roman köstlich. Dabei ist es beeindruckend, welch großartige Menschenkennerin die Autorin ist. Beim Lesen bekommt man ein genaues Bild von jedem Einzelnen. Durch den Perspektivwechsel noch mehr.
Ich finde, du hast die einzelnen Charaktere sehr schön zusammengefasst
Die Familie Bloch wird aus dem Blickwinkel von Betsy und Alec wenig liebevoll beschrieben. Doch Emil, der genau beobachtet, scheint ein Mensch zu sein, der andere gut beurteilen kann und die richtigen Schlüsse zieht.
Und ein feiner Beobachter. Und durch diese beiden Menschen, die so völlig außerhalb des Geschehens stehen, bekommt man auch nochmal einen guten Blick auf die Familie. Und doch tun sie mir irgendwie leid. Sie wirken schon sehr einsam und traurig auf mich.
Alles in allem: eine spannende Konstellation und interessante Figuren. Da darf man gespannt sein, wohin sich die Geschichte entwickelt.
Absolut! Gefällt mir sehr gut.
 

Nosimi

Aktives Mitglied
27. März 2024
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Und jetzt mal eine Frage an die Runde:
Wie war / ist Euer Verhältnis zu Eurer Schwiegermutter?
Sehr gute Frage! Wir wohnen im Haus meiner Schwiegereltern und es ist relativ harmonisch. Wir leben oben, sie leben unten. Wir klingeln/klopfen, bevor wir die jeweils andere Wohnung betreten. Wir schauen uns täglich einmal beieinander um, wobei ich an stressigen Diensttagen nicht immer vorbeischaue, das übernimmt dann mein Mann. Wir können uns aufeinander verlassen.
Aber wir sind sehr unterschiedlich im Charakter, haben grundsätzlich andere Meinungen zu öffentlichen und politischen Themen und haben keinerlei überschneidende Hobbys oder Interessen. Unser Umgang ist freundlich und auf das familiäre füreinander Dasein und umeinander Sorgen begrenzt.
Allerdings ist mein Verhältnis zu meinen eigenen Eltern auch nicht immer leicht....
 

Nosimi

Aktives Mitglied
27. März 2024
175
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Ich mag das Buch sehr! Es erinnert mich an einen englischen Krimi ohne Mord. Viele spannende und recht unterschiedliche Charaktere mit eigenem Wünschen und Geheimnissen, ein Plan und die Garantie, dass es nicht so laufen wird wie geplant. Es liest sich wunderbar, die Charakterisierung gefällt mir sehr gut.
Allerdings ist nicht wirklich ein Sympathieträger darunter. Vielleicht die Blochs, wobei die auf mich auch sehr traurig wirken.
Aber sowohl Alec als auch Betsy sind nicht wirklich sympathisch. Letztlich sind beide Egoisten, jeder auf seine eigenen Bedürfnisse fokussiert.
Joy wirkt aktuell auf mich noch recht einfäätig und schlicht, vielleicht kommt da noch mehr.
Die Kinder sind ganz putzig und schön dargestellt mit ihren unterschiedlichen Problemen bzw. Herzausforderungen im Teeniealter, wirken aber noch ein bisschen blass auf mich.
Die beiden Großmütter sind klasse, aber auch nicht so sympathisch, die Einmischung ist vorprogrammiert!
Also nicht, dass ich unbedingt einen sympathischen Helden brauche um ein Buch gut zu finden, mir ist es nur gerade so beim Lesen aufgefallen, dass sie doch alle eher schwierige Charaktere sind.
Aber ich hab auch schon ein paarmal richtig Lachen müssen. Ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht.
 

Bücherfreundin

Aktives Mitglied
6. November 2022
604
2.933
44
58
Joy noch eine größere Rolle spielen. Sie ist heimlich in Alec verliebt, doch der ahnt noch nichts von seinem Glück.
Bisher scheint mir Joy eher eine tragische Figur zu sein. Sie existiert nur für ihre Liebe zu Alec, niemand nimmt sie wirklich zur Kenntnis. Trotz der äußerlichen Makellosigkeit wirkt sie isoliert im Geschehen. Ich bin gespannt, ob sie vielleicht noch zu großer Form aufläuft….