1. Leseabschnitt: Teil Eins 1983 (Beginn bis Seite 124)

Literaturhexle

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2. April 2017
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Also! Unterstellung. Sie hatte ja mehrere Abtreibungen und könnte bei demselben Arzt gewesen sein.
Gab es da nicht den Dialog zwischen Mutter und Lu?
"Ich dachte du hättest es wegmachen lassen."
"Ja, aber es hat nicht geklappt."
Ich mag jetzt nicht suchen gehen. Aber für mich war das klar. Zwei Abtreibungen kurz hinternander? Das macht doch kein Mensch!
Es muss eine missratene ABtreibung gewesen sein.
 
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Wandablue

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18. September 2019
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Brandenburg
Gab es da nicht den Dialog zwischen Mutter und Lu?
"Ich dachte du hättest es wegmachen lassen."
"Ja, aber es hat nicht geklappt."
Ich mag jetzt nicht suchen gehen. Aber für mich war das klar. Zwei Abtreibungen kurz hinternander? Das macht doch kein Mensch!
Es muss eine missratene ABtreibung gewesen sein.
Wieso kurz hintereinander? Habe ich nicht so gelesen. Sie hat es schon mal gemacht. Wann wissen wir nicht. Vllt als sie anfing zu arbeiten? Medizinisch ungebildet, nehme ich es einfach mal so hin, dass es auch mal "nicht klappt" mit der Abtreibung. Es sei denn, es berichtigt jemand.
 

Wandablue

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18. September 2019
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Brandenburg
So sehe ich das auch. Dann habe ich dich falsch verstanden. Sie hatte eine Abtreibung VOR Ela und eine danach. Ob aus der dann die Schwester entstanden ist? Könnte sein.
Ja, doch, natürlich. Sie hat ja abgetrieben, war dann ganz zuversichtlich - und ist jetzt am Boden zerstört, weil es doch nicht "geklappt" hat. Ich hätte mich gefreut, wenn Dröscher diesen Wechsel der Gefühle (himmelhochjauchend zutodebetrübt) besser herausgearbeitet hätte - es hätte zur Glaubwürdigkeit der Person beigetragen.
 

alasca

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13. Juni 2022
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So sehe ich das auch. Dann habe ich dich falsch verstanden. Sie hatte eine Abtreibung VOR Ela und eine danach. Ob aus der dann die Schwester entstanden ist? Könnte sein.
Nein, die nach Ela war getrennt von dem gescheiterten Abtreibungsversuch. Es war also der Versuch einer dritten Abtreibung. Der eine ganze Zeit nach der zweiten passiert.
 
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Literaturhexle

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2. April 2017
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Nein, die nach Ela war getrennt von dem gescheiterten Abtreibungsversuch. Es war also der Versuch einer dritten Abtreibung. Der eine ganze Zeit nach der zweiten passiert.
Muss ein interessantes Hobby sein. So richtig fehlt mir das Verständnis dafür. Einmal ja, aber mehrfach?
Nun, ich will kein Moralapostel sein :rolleyes:
 
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milkysilvermoon

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13. Oktober 2017
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Ich bin gerade etwas zu müde, um all‘ eure Beiträge im Detail zu lesen. Das mache ich morgen, bevor ich mit dem zweiten Abschnitt anfange. Versprochen.

Aber schon mal so viel: Dieses Buch treibt den Blutdruck nach oben. Fatshaming in Reinkultur. Schon im ersten Teil wird nicht nur deutlich, wie sehr der Vater die Mutter ständig wegen ihres Gewichts beschämt. Es wird auch klar, dass es vor allem die Frauen sind, die auf ihre Figur achten müssen. Ein Mann darf ruhig einen Bierbauch vor sich herschieben. Eine Frau muss vorzeigbar sein.
 

Wandablue

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18. September 2019
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Ein Mann darf ruhig einen Bierbauch vor sich herschieben. Eine Frau muss vorzeigbar sein.
Du meinst die Szene am Strand?
Das hat die Autorin aber ziemlich plakativ eingefügt. Relevant für den Roman wäre es gewesen, wir hätten einen entsprechenden Dialog gehabt.
Ausserdem ist das längst nicht mehr so, Jungs gehen zum Bodybuilding. Aber das nur nebenbei.
Aber ich weiß schon, was du meinst, ja, unwillkürlich wird man mitgerissen ... das macht die Autorin ganz gut.
 

Emswashed

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9. Mai 2020
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Ist zum Teil immer noch so. Hat meine Mutter auch nicht getan. Die Frauen waren neidisch auf ihre Töchter. Meine Mutter hat mal gesagt: Ich wünsche dir, dass du auch einen Krieg mitmachen musst. Dann weißt du mal, wie das ist.

Dröscher ist 10 Jahre jünger wie ich, aber ich durfte mir auch von meiner Mutter anhören, dass ich gefälligst mit einem Kleinkind zu Hause bleiben müsste, weil ihr es damals genauso ergangen sei.
Ich war hauptsächlich nur wütend, das Paradox dieser Situation war mir nicht bewusst.
Frauen bewahren die Traditionen, unter denen sie schon gelitten haben. Ich dachte dass sei ein "katholisches" Problem: wenn du nicht leidest, wird dir das Himmelreich niemals offen stehen.
Ein funktionierendes Sexualleben obwohl ständig Krach ist?

Auch das ist wohl eher eine mechanische Pflichterfüllung gewesen. Hätte sie sich geweigert, hätte er sich zu ihrer Schuld scheiden lassen können.
Sie hätte durchaus sagen können, dass sie sich was anderes wünscht und Parfüm ihr am Hinterreifen vorübergeht. Möglichst in Gesellschaft der anderen, damit er es nicht trotzdem immer wieder tun kann.

Auch das wieder ein Anstandsding. Man beschwert sich nicht über Geschenke, egal wie doof sie sind.
 

milkysilvermoon

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13. Oktober 2017
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ich bin mir noch nicht im klaren, WIE dick die Mutter ist. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie Adipositas hat. Sie macht sich gerne flott zurecht, trägt hohe Schuhe, bekommt anerkennende Blicke vom Tankstellenwärter... Ein paar Wochen Kur und sie ist gleich geschrumpft.
Ich schätze höchstens Größe 44-46.
Keinesfalls FETT. Darum geht es wahrscheinlich auch nicht wirklich, es steht weit mehr hinter diesem Mobbing.

Die Autorin sagt, sie hatte in einer früheren Version Kilozahlen drin. Sie wollte dann aber doch lieber, dass wir uns selbst vorstellen, wie schwer die Mutter sein könnte. Adipös ist aber sicher nicht gemeint.

Unbedingt. Die Mutter wird in die Defensive gedrängt. Mit der Figur kann sie sich bei ihm "rächen". Vielleicht ist der Speck eine Form des Aufbegehrens? Oder von Frustessen. Manche Leute fangen an zu trinken, andere essen...

Ich denke, die Mutter ist ein „guter Futterverwerter“, also nimmt schnell zu. Es kommt noch hinzu, dass sie bei Frust zum Essen tendiert. Das zeigt die Szene mit dem Nudelsalat. Aber Rache ist das Essen wohl eher nicht.

Es gab natürlich auch schon längst Kindergärten und Kinderbetreuungen.

Ja, aber um 12 Uhr war Schluss. Und erst ab drei Jahren. Damals blieb ohne familiäre Unterstützung keine Zeit, dass alleinstehende Mütter arbeiten können. Da war allenfalls ein kleiner Nebenjob drin.

Du meinst die Szene am Strand?
Das hat die Autorin aber ziemlich plakativ eingefügt. Relevant für den Roman wäre es gewesen, wir hätten einen entsprechenden Dialog gehabt.
Ausserdem ist das längst nicht mehr so, Jungs gehen zum Bodybuilding. Aber das nur nebenbei.
Aber ich weiß schon, was du meinst, ja, unwillkürlich wird man mitgerissen ... das macht die Autorin ganz gut.

Ja, ich meine vor allem die Szene am Strand. Und ja, natürlich sind auch Männer heute viel körperbewusster. Aber es wird nach wie vor mit zweierlei Maß gemessen. Bei Frauen ist die Optik immer noch wichtiger als bei Kerlen. Das fängt schon im Kindesalter an.
 

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29. März 2022
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Mainz
Ja, ich meine vor allem die Szene am Strand. Und ja, natürlich sind auch Männer heute viel körperbewusster. Aber es wird nach wie vor mit zweierlei Maß gemessen. Bei Frauen ist die Optik immer noch wichtiger als bei Kerlen. Das fängt schon im Kindesalter an.
Ich glaube inzwischen gelten gewisse Schonheitsideale für beide Geschlechter. Sie unterscheiden sich nur. Männer haben fit und durchtrainiert zu sein, es gibt einen Trend zum Fitnesswahn. Frauen haben primär auch schlank zu sein, daher der ganze Trend zur Magersucht bei jungen Frauen: Je schlanker, desto besser.
Mache im kommenden Semester wieder ein Seminar zu Individualisierung und Pluralisierung in der Gesellschaft und greife da immer Beispiele aus dem "echten" Leben raus, u.a. eben auch Schönheitsideale.