1. Leseabschnitt: Teil 1 Anfang bis Seite 77

Wandablue

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18. September 2019
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Brandenburg
Das ist ein sehr schöner, spannender, phrasenloser Auftakt.
Natürlich - seit Panem erinnert alles ein wenig an Panem. Es geht um ein Auswahlverfahren. Strenge Schulzucht mit Uniformzwang und Lehrautorität, die nicht in Frage gestellt werden darf. Schüchterne Aussenseiterin, die es todsicher in den Conseil schaffen wird. Wo sind wir? In der fanzösischsprachigen Schweiz stelle ich mir vor, aber bei einem Kanadier als Autor unwahrscheinlich. Die Himmelsrichtungen Norden und Süden fehlen.
Im Westen geht es in die Zukunft, im Osten in die Vergangenheit. Wer vom Westen her zu Besuch kommt, schaut zurück und kann evtl. liebgewonnene Angehörige noch einmal "erleben". Die Täler sind Parallelwelten, dh. überall wohnen diesselben Menschen, nur in verschiedenen Zeiten.
Spannend.
 

Renie

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19. Mai 2014
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Wo sind wir? In der fanzösischsprachigen Schweiz stelle ich mir vor, aber bei einem Kanadier als Autor unwahrscheinlich.
Aus meinem Französisch LK vor tausend Jahren habe ich noch in Erinnerung, dass für einen nicht gerade kleinen Teil der Kanadier Französisch die Muttersprache ist. In Montréal und Québec wird bspw. Französisch gesprochen. Daher passen diese französischen Begriffe für mich. Ich finde sie sogar in dem deutschen Text très chic.
Die Himmelsrichtungen Norden und Süden fehlen.
.. sowie der Rest der Welt. Momentan gibt es nur diese drei Täler. Ein Außerhalb existiert in diesem Buch bisher nicht. Daran muss ich mich erstmal gewöhnen.
 

Renie

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19. Mai 2014
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Die Geschichte ist spannend gemacht. Diese Idee Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit parallel stattfinden zu lassen und "Zurück in die Zukunft"-mäßig die Dimensionen wechseln zu können, fasziniert mich. Ich ertappe mich immer wieder dabei, dieses Szenario durchzuspielen, muss aber feststellen, dass es mir an Fantasie fehlt, um die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, ausführlich zu erfassen. Da bin ich doch sehr froh, dass Odile mir bereits im ersten LA einige Denkansätze zu den Vor- und Nachteilen einer Zeitreise liefert.
Anfangs hatte ich ein paar Bedenken bzgl. des Alters der Protas, weil ich altersmäßig sehr weit entfernt bin. Doch momentan habe ich nicht den Eindruck, dass wir es mit einem Jugendbuch zu tun haben. Noch hoffe ich, dass die Zielgruppe vom Alter her sehr weit gefasst ist.
Diesmal habe ich übrigens die Buchbeschreibung auf der Rückseite gelesen - keine Ahnung warum, denn sonst mache ich es nicht. Und ich muss feststellen, dass die wenigen Informationen diesmal hilfreich waren. Ich bin mir nicht sicher, ob ich alles verstanden hätte. Allein schon die Frage "Wenn du die Erlaubnis hättest, das Tal zu verlassen, in welche Richtung würdest du gehen?" erhält mit dem Vorwissen eine tiefere Bedeutung. Ohne Vorwissen ist sie einfach nur banal.
 

Wandablue

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Brandenburg
"Wenn du die Erlaubnis hättest, das Tal zu verlassen, in welche Richtung würdest du gehen?" erhält mit dem Vorwissen eine tiefere Bedeutung. Ohne Vorwissen ist sie einfach nur banal.
Aber nein. Man muss oft, erst mal etwas stehen lassen - es wird doch nach und nach erklärt. Mit Jugendbuch bist du vllt nicht weit weg, ich habe zahllose Auswahl-Prüfungsbücher gelesen; aber mal gucken, wo es wirklich hingeht.
 

Anna625

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4. August 2020
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Der Einstieg hat mir gut gefallen. Ich weiß aber noch nicht so ganz, was ich von der Möglichkeit halte, in die Vergangenheit oder Zukunft der anderen Täler reisen zu können, und ob ich das nutzen würde (sofern denn der Antrag bewilligt wird). Sicher wäre das spannend, aber ich kann mir gut vorstellen, dass das für einiges Durcheinander sorgt, das deutet sich ja schon darin an, dass Odile die aktuellen Besucher erkannt hat und jetzt etwas weiß, was sie nicht wissen dürfte. Es wird auf jeden Fall spannend zu erfahren, nach welchen genauen Kriterien entschieden wird, wer kommen darf und wer nicht. Und ich frage mich, ob es da für alle Täler einheitliche Regelungen gibt, ob irgendwo eine Art "Regierung" sitzt, die gewisse Dinge festlegt, oder ob das vollständig im Ermessen der unterschiedlichen Conseillers liegt. Bisher habe ich eher den Eindruck, dass sich jedes Tal irgendwie selbst regiert und ansonsten kaum Kontakt besteht...? Dann würde mich aber interessieren, wie es funktioniert, einen Antrag einzureichen.
 

Anna625

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Anfangs hatte ich ein paar Bedenken bzgl. des Alters der Protas, weil ich altersmäßig sehr weit entfernt bin. Doch momentan habe ich nicht den Eindruck, dass wir es mit einem Jugendbuch zu tun haben.
Bis auf das Alter wirkt es auf mich bis jetzt nicht wie ein Jugendbuch (aber auch nicht explizit wie ein Nicht-Jugendbuch^^). Ich hoffe dass das so bleibt und alle Altersgruppen angesprochen werden.
 

Barbara62

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Bisher habe ich eher den Eindruck, dass sich jedes Tal irgendwie selbst regiert und ansonsten kaum Kontakt besteht...? Dann würde mich aber interessieren, wie es funktioniert, einen Antrag einzureichen.
Geduld, das wird alles noch erklärt.

Bis auf das Alter wirkt es auf mich bis jetzt nicht wie ein Jugendbuch (aber auch nicht explizit wie ein Nicht-Jugendbuch^^). Ich hoffe dass das so bleibt und alle Altersgruppen angesprochen werden.
Ich hatte in der ersten Hälfte des Buches den Eindruck, ein Jugendbuch zu lesen, denn die meisten Themen der Protagonistin lassen sich für mich in dieses Genre einordnen. Da ich damit nicht gerechnet hatte, war ich erstaunt. Was nicht heißt, dass ich nicht auch gerne ab zu ein gutes Jugendbuch - oder All-age - lese.
 
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Ich habe mich einfach in die Geschichte fallen lassen und bleibe erst mal neugierig. Bislang gefällt mir, was ich lese, soweit gut.
O. hat das Auswahlverfahren zum Conseil erst mal überstanden, doch der Kreis der AnwärterInnen wird Woche für Woche weiter ausgedünnt. Ich habe aber das Gefühl, dass sie zumindest weit kommen wird, nicht nur, da ihre Mutter fest davon überzeugt ist.
Es gibt also Parallelwelten, wo Zeit keine Rolle zu spielen scheint. Zumindest nicht in dem uns vertrauten Sinn. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft scheinen sich zu durchkreuzen. Ich bin gespannt, wie diese Idee weiter gesponnen wird...
 

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Die Geschichte ist spannend gemacht. Diese Idee Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit parallel stattfinden zu lassen und "Zurück in die Zukunft"-mäßig die Dimensionen wechseln zu können, fasziniert mich.
Mich auch. Das eröffnet natürlich unendliche Möglichkeiten, die vorzustellen mir noch nicht möglich ist.
Doch momentan habe ich nicht den Eindruck, dass wir es mit einem Jugendbuch zu tun haben. Noch hoffe ich, dass die Zielgruppe vom Alter her sehr weit gefasst ist.
Wie ein Jugendbuch wirkt die Geschichte nicht auf mich. Ich denke eigentlich auch nicht, dass sich die Geschichte in diese RIchtung entwickeln wird. Vielleicht ist es eher eine Dsytopie für Erwachsene.
 

Barbara62

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Momentan gibt es nur diese drei Täler. Ein Außerhalb existiert in diesem Buch bisher nicht. Daran muss ich mich erstmal gewöhnen.
Ich hatte es so verstanden, dass sich die Reihe der Täler in jeder Richtung unendlich fortsetzt, immer um 20 Jahre nach hinten oder nach vorn. Aber außerhalb dieser Reihe scheint es nichts zu geben.
 

Wandablue

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Im Westen geht es in die Zukunft, im Osten in die Vergangenheit
Nein, andersrum. Logischerweise kann man es so rum oder so rum denken. Mein Gedanke war, im Osten geht die Sonne auf, das ist also der Anfang, in der Mitte ist das Tal x, im Westen geht die Sonne unter, also hier endet es.
Dann wäre Osten die Vergangenheit, Westen die Zukunft.

Der Autor denkt aber einfacher.
Abendland, Westen, Gestern, Vergangenheit
Morgenland, Osten, Morgen, Zukunft.

Da muss ich mich erst dran gewöhnen. Ich finds unlogisch.
 

Anna625

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Ich hatte es so verstanden, dass sich die Reihe der Täler in jeder Richtung unendlich fortsetzt, immer um 20 Jahre nach hinten oder nach vorn. Aber außerhalb dieser Reihe scheint es nichts zu geben.
Hatte ich auch so verstanden. Wurde schon etwas dazu gesagt, ob man jeweils nur in die direkten "Nachbartäler" reisen kann? Oder könnte man dann theoretisch auch um mehrere hundert Jahre springen?
 

Wandablue

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Oder könnte man dann theoretisch auch um mehrere hundert Jahre springen?
S.60 gibt es eine Grafik dazu.
Man kann theoretisch bis an den Ursprung der Welt springen und ein Zeitparadoxon herbeiführen - denn zu dieser Zeit gibt es den Springer nicht. Damit verschwindet er von der Landkarte und zwar in allen Tälern, er löscht damit seine Nachkommen aus.
 

Wandablue

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Dann würde mich aber interessieren, wie es funktioniert, einen Antrag einzureichen.
Das werden wir sicherlich noch erfahren. Spannende Fragen, die du dir und uns stellst.
Es ist eigentlich sinnlos, in ein anderes Tal zu reisen, weil man nur gucken darf, aber nichts verändern. Was hab ich davon, wenn ich noch mal sehe, wie mein x mein y oder mein z ausgesehen hat? Wenn ich keinen Kontakt aufnehmen darf. Und was hab ich davon, zu wissen, wie es x y z oder mir in der Zukunft ergehen wird? Man würde ganz bestimmt etwas ändern wollen, und wenn es nur mehr Sport machen, weniger oder mehr Essen oder sich in jemanden anderen verlieben ist, wenn derjenige welcher, vllt ein Drogi geworden wäre oder gewalttätig - deshalb sind Reisen in die Zukunft bestimmt noch mehr reglementiert.
Interessant finde ich es, dass wir in einer Diktatur leben.
 

Wandablue

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Buchinformationen und Rezensionen zu Die Auslese - Die komplette Trilogie von Joelle Charbonneau
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Man muss in einem harten Ausleseverfahren Prüfungen bestehen. Ganz beliebt als Jugendbuchthema.
 

Querleserin

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30. Dezember 2015
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Wadern
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Inhaltlich habt ihr das Meiste schon zusammengefasst und auch die Fragen, die ich mir gestellt habe, diskutiert. Würde ich wirklich in die Vergangenheit reisen wollen, um einen geliebten Menschen noch einmal sehen zu dürfen? Wenn ich weder mit ihm sprechen darf noch die Zeit verändern darf? Würde es mich nicht allzu sehr belasten und die Trauer noch verstärken. Insofern hat mich Odilies Aufsatz beeindruckt. Sie hat genau diesen Gedanken ausgesprochen.
Ich hatte es so verstanden, dass sie v.a. den ersten Schritt des Auswahlverfahrens geschafft hat, weil sie die Besucher, Edmes Eltern erkannt hat und ihr Lehrer wegen des Notizzettels, den er versehentlich erhalten hat, das weiß. Damit sie nicht darüber spricht, wurde sie unter die Fittiche des Conseils gestellt. Insofern glaube ich auch, dass sie weiterkommt. Sie hat ja bereits einen Auftrag.
Für mich ist es allerdings neben der Dystopie bzw. des Fantasy-Aspektes (Zeitebenen) ein klassisches Jugendbuch. Sie wird sich in Edme verlieben und in ein Dilemma geraten - mein Vermutung.