1. Leseabschnitt: Kapitel 1 bis 5 (S. 9 - 58)

milkysilvermoon

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13. Oktober 2017
1.815
5.118
49
Meine Neugier auf den Roman war so groß, dass ich gestern Abend gleich den ersten Abschnitt lesen musste. Die ersten Seiten und insbesondere den Einstieg fand ich grandios. Der Erzählstil gefällt mir sehr gut.

Die Geschichte wird getragen von einer gewissen Grundspannung. Man weiß, das Ganze muss einfach in eine Katastrophe münden. Man fragt sich nur, was genau noch passieren wird. Die Anziehung des Revolvers ist zu groß, als dass der Student die Waffe einfach nur bei sich liegen lassen kann.

Ich kann die Faszination für den Revolver absolut nicht nachvollziehen, doch diese Anziehungskraft wird ganz glaubhaft geschildert, sodass man die Empfindungen nachverfolgen kann und es nicht irgendwie absurd wirkt. Der Protagonist selbst ist mir in mehrfacher Hinsicht unsympathisch: Seine Einstellung zu Frauen, seine heuchlicherische Art auch gegenüber Freunden usw.
 

Anjuta

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8. Januar 2016
1.658
4.894
49
62
Essen
Auch ich habe LA 1 gelesen und finde den Erzählstil sehr interessant. Es dauert lange, bis wir etwas über den Ich-Erzähler erfahren Ist es ein Mann? Wahrscheinlich. Aber so richtig weiß man es als Leser erst ab ca. S 35 oder so. Dafür kennt man jede Kerbe und jedes Element des Revolvers - der eigentliche Held des Romans. Die Faszination für diese Waffe ist enorm und ich musste immer wieder an Reportagen über Waffen und die Waffenlobby in den USA denken. Und tatsächlich häufen sich im Buch auch kurze Hinweise auf die USA, Hinweise, die einfach nur eingeworfen werden, ohne sie in die Handlung einzubauen: in der Uni wird darüber diskutiert, in der Zeitung steht etwas usw usw. Das ist mir etwas platt. Ansonsten aber mag ich das Buch bisher. Dass das Ganze auf eine Katastrophe hinausläuft, das scheint unausweichlich, alles andere würde überraschen. Aber, mal sehen!
 

ElisabethBulitta

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8. November 2018
1.316
2.369
49
53
Eindeutig dominiert (zu Beginn) eine düstere Grundstimmung. "Der Dauerregen erschien mir wie ein Spiegel meiner Verfassung ..." (S. 9), der Ich-Erzähler, Nishikawa, läuft "ohne jeden Plan" (S. 11) durch die verwinkelten Gassen Tokios, von der glänzenden Metropole ist weit und breit nichts zu spüren. Und dann findet er im düstersten aller düsteren Winkel den Revolver, der ein bisschen Glanz in sein eintöniges Leben bringt, indem sie ihn zumindest innerlich zu verändern scheint. An einer Stelle, S. 47, wird die Waffe sogar (fast) personifiziert: "... würde mich der Revolver als sein Besitzer anerkennen?". Wörter wie "Ehrfurcht" lassen ihn sogar fast göttlich erscheinen. Nachdem er ihn ausgiebig beschrieben hat, poliert er die Waffe, ja bettet sie sogar auf Tüchern wie einen Schatz (das erinnert mich an Museen, wo Kostbarkeiten ausgestellt werden). Und Nishikiwa will dieses Geheimnis auch mich niemandem teilen, was einerseits wohl darauf zurückzuführen ist, dass er schon weiß, dass das Mitnehmen des Revolvers nicht die allerbeste Idee war, andererseits macht sein Besitz ihn aber auch zu etwas Besonderem/jemandem Besonderen.

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob Nishikawa zu irgendetwas oder irgendjemandem eine Beziehung hat. Die Mädels, die die beiden Studenten aufgabeln, werden unterteilt in hässlich und normal, auch nach der gemeinsam verbrachten Nacht erfährt man keinen Namen, ja es stellt sich nicht einmal die Frage nach demselben ... Ich glaube gar nicht, dass Nishikawa ein negatives Frauenbild hat, er hat schlichtweg keines. Genau wie er zu anderen Student*innen keine Beziehung zu haben scheint. Er ist im Prinzip genauso verloren, wie er zu Beginn bei seinem nächtlichen Spaziergang scheint. Einfach eine trostlose, triste Welt, die dargestellt wird.
Insofern kann ich schon verstehen, dass der Revolver Faszination ausübt.

Die Faszination für diese Waffe ist enorm und ich musste immer wieder an Reportagen über Waffen und die Waffenlobby in den USA denken. Und tatsächlich häufen sich im Buch auch kurze Hinweise auf die USA, Hinweise, die einfach nur eingeworfen werden, ohne sie in die Handlung einzubauen: in der Uni wird darüber diskutiert, in der Zeitung steht etwas usw usw. Das ist mir etwas platt.

An die Stellung der Waffen in den USA musste ich nicht denken. So wie der Revolver hier beschrieben wird, hat er durchaus etwas Ästhetisches, und es ist nicht zu leugnen, dass von Waffen eine gewisse Fazination ausgeht. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann, ist die Aussage des Professors, die "amerikanische Kultur" sei "großartig" weil "vielfältig". Ein bisschen lese ich hier zwischen den Zeilen, dass nicht nur Nishikawa selbst verloren ist, sondern auch Japan bzw. die japanische Kultur.

Sprachlich finde ich den Roman angenehm zu lesen und stimmig im Hinblick auf die düstere, verlorene Stimmung.
 

Sassenach123

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27. Dezember 2015
4.419
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Es ist wahnsinnig interessant wie der Autor es schafft die Spannung zu erzeugen. Der Revolver als Grundelement der Handlung, ähnliches ist mir noch nie begegnet. Der Protagonist scheint alles was er tut nach seinen Empfindungen bezüglich des Revolvers auszurichten. Die Vorstellung, beinahe schon der Wunsch die Waffe real abzufeuern, löste in mir eine böse Vorahnung aus. Der Reiz wird sicher nicht nur beim bloßen Besitz bleiben.....bin gespannt
 

parden

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13. April 2014
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Niederrhein
www.litterae-artesque.blogspot.de
Das erste Kapitel fand ich grandios - ein beeindruckender Einstieg in absoluter Trostlosigkeit. Ein zielloser Lauf durch regennasse und dunkle Straßen mündet in den Fund einer Leiche. Und nach dem ersten Schrecken dann die Faszination, die das Herz noch schneller schlagen lässt: der Revolver. Der Ich-Erzähler nimmt ihn mit ohne einen Gedanken an mögliche Folgen zu verschwenden, endlich passiert etwas im Einerlei der Tage - oder könnte zumindest passieren.

Die darauf folgenden Kapitel konnten mich nicht ganz so begeistern, da sich der Ich-Erzähler ziemlich gefühllos und oberflächlich präsentiert. Seine Obsession hinisichtlich des Revolvers - nun gut. Aber der Rest seines Lebens - passiert einfach. Eher zufällig getroffene Entscheidungen und ebenfalls ungeplante Begegnungen bestimmen den Alltag, Langeweile und Eintönigkeit herrschen vor. Der Ich-Erzähler wirkt wie jemand ohne eigenen Willen, dem meistens alles egal ist.

Erst dachte ich: wie blöd, dass hier gar kein Name verraten wird. Als dann einige Namen auftauchten, merkte ich: nicht nötig, kann ich mir eh nicht merken. Zwei Seiten weiter schon vergessen... o_O
 

milkysilvermoon

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13. Oktober 2017
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Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob Nishikawa zu irgendetwas oder irgendjemandem eine Beziehung hat. Die Mädels, die die beiden Studenten aufgabeln, werden unterteilt in hässlich und normal, auch nach der gemeinsam verbrachten Nacht erfährt man keinen Namen, ja es stellt sich nicht einmal die Frage nach demselben ... Ich glaube gar nicht, dass Nishikawa ein negatives Frauenbild hat, er hat schlichtweg keines.

Hmm, damit könntest du recht haben. Vielleicht sind sie ihm auch einfach total gleichgültig. Ein wenig gefühlskalt kommt er mir tatsächlich vor.

Erst dachte ich: wie blöd, dass hier gar kein Name verraten wird. Als dann einige Namen auftauchten, merkte ich: nicht nötig, kann ich mir eh nicht merken. Zwei Seiten weiter schon vergessen... o_O

Ha ha ha. :-D Aber ja, ich tue mich auch schwer damit, mir die Namen zu merken. Ich denke, das ist bei fremdländischen Namen, die man vorher noch nie gehört hat, oft so.
 

wal.li

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1. Mai 2014
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Interessant fand ich das "Vorblatt" oder wie man das nennen will. Der Autor schreibt, dass "Der Revolver" sein erstes Buch war und bereits 2002 erschien.
Ich finde es gut, dass auch ältere Bücher von Autoren noch übersetzt werden, wenn die neueren ganz gut angekommen sind.

Durch die Art wie geschrieben ist, empfinde ich eine gewisse Distanz zu dem Protagonisten. Wieso eine Waffe so einen Reiz hat, ist für mir nicht so richtig nachvollziehbar. Allerdings hatte ich auch noch nie eine Waffe in der Hand, außer auf der Kirmes. Da treffen die Teile häufig woanders als man meint.

Der Besitz der Waffe scheint den Studenten zu verändern. Vorher war er wohl zurückhaltend und nun tritt er selbstbewusster auf. Ich fürchte allerdings auch, es wird irgendwie böse enden. Was wohl mit dem Toten geschah? Wurde er umgebracht? Oder war er es selbst? In dem Roman stecken ganz schön viele Ansätze, über die man sich Gedanken machen kann.
 

kingofmusic

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30. Oktober 2018
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Mir gefällt das bisher gelesene besser als das letzte Leserundenbuch "Der größte Spaß...", auch wenn man beide Bücher nicht miteinander vergleichen kann :D. Mir kommt es grotesk vor, dass ein Gerät, das Menschen töten kann, so eine Faszination ausüben kann. Warum braucht der Mensch immer etwas, das "Kraft" ausstrahlt, um sich anderen gegenüber überlegen zu fühlen (wobei es meistens genau das Gegenteil ist)? Ich kann weder etwas mit Waffen noch mit PS-Bolliden etwas anfangen - beides lehne ich konsequent ab.
Ich bin gespannt, wo der zweite LA mich hinbringt.
 

Mikka Liest

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14. Februar 2015
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Hilter am Teutoburger Wald
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@milkysilvermoon

Ja, nicht wahr? Der Einstieg war der Hammer. Und sympathisch fand ich den Protagonisten auch nicht, kein Stück.

@Anjuta

Ich hatte irgendwie von Anfang an den Eindruck, es könnte sich nur um einen Mann handeln – wahrscheinlich ist das so eine eingefahrene Vorstellung: Interesse für Waffen = männlich. Was natürlich Quatsch ist, immerhin gibt es in den USA genug weibliche Waffenfanatiker.

In meinen Augen gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: entweder, er bringt tatsächlich jemanden um, oder das Buch endet damit, dass er sich selber tötet – oder beides. Aber viellleicht überrascht mich der Autor ja auch!

@ElisabethBulitta

Es liest sich irgendwie wie ein Film Noir, ich sehe das Ganze immer in Schwarzweiß vor mir. Nishikawa kommt mir auch sehr verloren vor, aber Mitleid bringe ich mit ihm nicht auf... Die abfällige Art, wie er über die "hässlichen" Mädchen nachdenkt, ist das Allerletzte.

Wenn ich an Japan denke, denke ich an Kampfsport und vielleicht noch traditionelle Waffen wie Katanas. Der Revolver fällt also aus meinem persönlichen Japanbild heraus, obwohl mir natürlich bewusst ist, das auch in Japan die Entwicklung der Waffen nicht stehengeblieben ist.

@Sassenach123

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der reine Besitz lange ausreicht... Sicher wird er bald mehr wollen, die Geanken gehen ja schon in die Richtung.

@parden

Das erste Kapitel ist schwer zu toppen! Die Kapitel danach fand ich auch etwas schwächer, aber immer noch sehr interessant.
Interssanterweise habe ich schon mehrere Bücher japanischer Autoren gelesen, in denen ein Protagonist selber scheinbar keinen Antrieb hat. In "Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki" zum Beispiel wird der Protagonist von seinen Freunden brutal und ohne Begründung verstoßen, und er nimmt das einfach hin, besteht nicht auf einer Erklärung und leidet schweigend, jahrelang.

Ich frage mich, ob das irgendeine Entwicklung in der japanischen Gesellschaft widerspiegelt. Man hört ja viel darüber, wie leistungsorientiert das Leben dort schon vom Kindergarten an verläuft, vielleicht führt das dazu, dass manche Menschen schon in jungen Jahren eine Art Burnout haben und mental aussteigen.

@wal.li

Ich kann den Reiz von Waffen auch nicht nachvollziehen.
Mein Vater war früher Jäger, deswegen hatten wir eine Waffe zuhause (die sicher eigentlich hätte weggesperrt sein sollen), mit der mein Bruder mit Vorliebe durch die Wohnung lief. Er fand das total toll – ich hatte Angst, dass da noch Munition drin ist und er aus Versehen abdrückt. In Amerika passiert sowas ja sehr oft, da hört man ímmer mal wieder, dass ein 3-Jähriger die Schwester erschossen hat und Ähnliches...

Wenn ich einen Revolver finden würde, würde ich das Ding sicher nicht mal anfassen, geschwiege denn mitnehmen!

@kingofmusic

Das unterschreib ich direkt, Waffen und Testosteron-Schlitten brauche ich auch nicht...
 
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ElisabethBulitta

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8. November 2018
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Wenn ich an Japan denke, denke ich an Kampfsport und vielleicht noch traditionelle Waffen wie Katanas. Der Revolver fällt also aus meinem persönlichen Japanbild heraus, obwohl mir natürlich bewusst ist, das auch in Japan die Entwicklung der Waffen nicht stehengeblieben ist.

Ich weiß nicht warum, aber für mich ist Japan noch immer der "westlichste" Staat (Ost-)Asiens (wenn man mal von Kasachstan etc. absieht, die aber zu meiner Schulzeit ja noch Teil der UdSSR waren). Allerdings muss ich zugeben, dass ich von Japan nicht wirklich viel Ahnung habe. Aber da die Japaner technisch sehr interessiert sind (und schon immer waren), wundert mich der Revolver an sich nicht. Wobei ich mit Revolver eher Wild West-Filme assoziiere und auch zu glaube, dass der Revolver durch Selbstlader sehr ins Hintertreffen geraten ist. Der "Vorteil" einer Schusswaffe gegenüber einem Schwert ist natürlich, dass sie effektiver ist und vor allem die Distanz zum "Opfer" vergrößert.

Mich hat eher beim Lesen gewundert (und ich muss zugeben, dass dieses mein erster Japaner ist), dass dem eigentlichen Text ein Vers aus der Offenbarung des Johannes vorangestellt ist und auf S. 25 z.B. von Thanatos die Rede ist. Das passt für mich so gar nicht zu Japan. Ich habe spaßeshalber mal nachgeschaut: Weniger als 1% der Japaner sind Christen (und es gibt sogar eine japanisch orthodoxe Kirche mit 30.000 Mitgliedern), und griechische Mythologie liegt ihnen bestimmt auch eher fern ...
 

parden

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13. April 2014
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@parden

Das erste Kapitel ist schwer zu toppen! Die Kapitel danach fand ich auch etwas schwächer, aber immer noch sehr interessant.
Interssanterweise habe ich schon mehrere Bücher japanischer Autoren gelesen, in denen ein Protagonist selber scheinbar keinen Antrieb hat. In "Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki" zum Beispiel wird der Protagonist von seinen Freunden brutal und ohne Begründung verstoßen, und er nimmt das einfach hin, besteht nicht auf einer Erklärung und leidet schweigend, jahrelang.

Ich frage mich, ob das irgendeine Entwicklung in der japanischen Gesellschaft widerspiegelt. Man hört ja viel darüber, wie leistungsorientiert das Leben dort schon vom Kindergarten an verläuft, vielleicht führt das dazu, dass manche Menschen schon in jungen Jahren eine Art Burnout haben und mental aussteigen.

Ein interessanter Denkansatz...
 

kingofmusic

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Ich weiß nicht warum, aber für mich ist Japan noch immer der "westlichste" Staat (Ost-)Asiens (wenn man mal von Kasachstan etc. absieht, die aber zu meiner Schulzeit ja noch Teil der UdSSR waren). Allerdings muss ich zugeben, dass ich von Japan nicht wirklich viel Ahnung habe. Aber da die Japaner technisch sehr interessiert sind (und schon immer waren), wundert mich der Revolver an sich nicht. Wobei ich mit Revolver eher Wild West-Filme assoziiere und auch zu glaube, dass der Revolver durch Selbstlader sehr ins Hintertreffen geraten ist. Der "Vorteil" einer Schusswaffe gegenüber einem Schwert ist natürlich, dass sie effektiver ist und vor allem die Distanz zum "Opfer" vergrößert.

Mich hat eher beim Lesen gewundert (und ich muss zugeben, dass dieses mein erster Japaner ist), dass dem eigentlichen Text ein Vers aus der Offenbarung des Johannes vorangestellt ist und auf S. 25 z.B. von Thanatos die Rede ist. Das passt für mich so gar nicht zu Japan. Ich habe spaßeshalber mal nachgeschaut: Weniger als 1% der Japaner sind Christen (und es gibt sogar eine japanisch orthodoxe Kirche mit 30.000 Mitgliedern), und griechische Mythologie liegt ihnen bestimmt auch eher fern ...
Das mit der Offenbarung des Johannes fand ich in der Tat auch merkwürdig, hab es aber eher als typischen "Diogenesromanopener" gesehen und mir nicht großartig Gedanken darüber gemacht :D:D:D.
 

ElisabethBulitta

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8. November 2018
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Das mit der Offenbarung des Johannes fand ich in der Tat auch merkwürdig, hab es aber eher als typischen "Diogenesromanopener" gesehen und mir nicht großartig Gedanken darüber gemacht :D:D:D.

Stammt der von Diogenes oder vom Autor? Jedenfalls passt es zum Roman, nachdem ich alles gelesen und mich mal damit auseinandergesetzt habe. Zumindest wenn ich's nicht im rein chistlichen Sinne interpretiere.
 

kingofmusic

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Stammt der von Diogenes oder vom Autor? Jedenfalls passt es zum Roman, nachdem ich alles gelesen und mich mal damit auseinandergesetzt habe. Zumindest wenn ich's nicht im rein chistlichen Sinne interpretiere.
Ja, ich habe ihn mir auch noch ein paar Mal durchgelesen und kann ihn mittlerweile mit Nishikawa und dem Revolver in Verbindung setzen. Er (Nishikawa) ist auch "lau" und wird vom Revolver manipuliert und "ausgespien"...
Die nächsten Zitate in einem Diogenes-Roman werde ich nun mit anderen Augen lesen :D.
 
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ElisabethBulitta

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Ja, ich habe ihn mir auch noch ein paar Mal durchgelesen und kann ihn mittlerweile mit Nishikawa und dem Revolver in Verbindung setzen. Er (Nishikawa) ist auch "lau" und wird vom Revolver manipuliert und "ausgespien"...
Die nächsten Zitate in einem Diogenes-Roman werde ich nun mit anderen Augen lesen :D.

Im Wörterbuch der Gebrüder Grimm (das zugegebenermaßen nicht mehr allzu aktuell, nichtsdestotrotz interessant ist) steht unter "lau" u.a.: "3) übertragen auf das innere leben des menschen, lässig, nicht feurig oder thatkräftig, ohne rechte theilnahme oder begeisterung." Das trifft es hier, denke ich.
 

Literaturhexle

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2. April 2017
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Gestern war ich in der Bibliothek, weil die ortsansässigen Buchhändler ihre Herbst-lieblinge vorstellten. Für aktive WR-Mitglieder sind die meisten ja alte Hüte (Dank an @Renie und @Helmut Pöll ;))...
Ich lese ja wenig Krimis, aber "Der Revolver" wurde extrem spannend vorgestellt, stand zur Ausleihe bereit, und den ersten Teil habe ich auch geschwind weg gelesen.
Das erste Kapitel fand ich grandios - ein beeindruckender Einstieg in absoluter Trostlosigkeit
Absolut! Nur der Fund und später der Besitz der Waffe geben dem Protagonisten etwas Freude. Alles andere scheint Monotonie- selbst sexuelle Abenteuer sind keine Höhepunkte (im Gegensatz zu seinem Freund).
Er versucht vieles, verstandesmäßig einzuschätzen und zu planen. Interessant finde ich die traumartigen Sequenzen, als er sich einmal das Schießen vorstellt und dann im Cafe mit dem Farbspiel in den Augen einschläft.
Das Buch strahlt eine bedrückende Atmosphäre aus. Trostlos. Nur die Waffe gibt N. Motivation und Hoffnung. Er scheint nach außen auch anziehender und strebsamer zu werden.
 

ElisabethBulitta

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8. November 2018
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Vom Grundsatz her muss es doch vom Autor stammen, oder? Ich war immer davon ausgegangen, dass solche Zitate Leitmotive des Autors sind. Ich lasse mich aber gerne belehren ;)

Ich bin bis dato davon ausgegangen, dass solche Zitate, die einem Motto gleichen, vom Autor/von der Autorin stammen. Aber @kingofmusic s Bermerkung hat mich zweifeln lassen. Vielleicht ist hier ja jemand klüger als wir?
 
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KrimiElse

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26. Januar 2019
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Das erste Kapitel fand ich grandios - ein beeindruckender Einstieg in absoluter Trostlosigkeit. Ein zielloser Lauf durch regennasse und dunkle Straßen mündet in den Fund einer Leiche. Und nach dem ersten Schrecken dann die Faszination, die das Herz noch schneller schlagen lässt: der Revolver. Der Ich-Erzähler nimmt ihn mit ohne einen Gedanken an mögliche Folgen zu verschwenden, endlich passiert etwas im Einerlei der Tage - oder könnte zumindest passieren.

Die darauf folgenden Kapitel konnten mich nicht ganz so begeistern, da sich der Ich-Erzähler ziemlich gefühllos und oberflächlich präsentiert. Seine Obsession hinisichtlich des Revolvers - nun gut. Aber der Rest seines Lebens - passiert einfach. Eher zufällig getroffene Entscheidungen und ebenfalls ungeplante Begegnungen bestimmen den Alltag, Langeweile und Eintönigkeit herrschen vor. Der Ich-Erzähler wirkt wie jemand ohne eigenen Willen, dem meistens alles egal ist.

Erst dachte ich: wie blöd, dass hier gar kein Name verraten wird. Als dann einige Namen auftauchten, merkte ich: nicht nötig, kann ich mir eh nicht merken. Zwei Seiten weiter schon vergessen... o_O

ich bin ganz bei dir - der Ich Erzähler ist ein Herumirrender, der nicht mal wirklich auf der Suche ist sondern „bespaßt“ werden möchte und schnell gelangweilt ist.
Die Frage nach dem Warum stellt sich nicht, sondern eher die Frage nach dem Ausweg: der Fund des Revolvers verspricht Aufregung, die anhält. Und Anregung auch für andere Dinge, wenn auch nicht so stark.

auf mich wirkt der Protagonist von Beginn an versehrt und nicht nur gelangweilt, aber man vermag nicht recht zu greifen was es ist, das mit ihm nicht stimmt. Er ist unsozial, aber für mich in einem weit über den „normalen“ Egoismus hinausgehendem Maße.
 
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