1. Leseabschnitt// Erster Teil: Die Jahre (S. 11 - 86)

claudi-1963

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29. November 2015
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In Vorarlberg gibt es Kässpätzle.

Der Begriff "Spätzle" ist jedenfalls schon bis Wien bekannt, bei uns würde man eher "Nockerl" sagen. Wobei die auch durchaus größer un dfester geformt sein können als typische Spätzle.

Aber das sind meist keine solchen Spätzle wie wir sie aus Schwaben kennen, sondern eher Knöpfle. Sie werden zwar dort so genannt, aber aussehen tun sie anders als ich sie von uns kenne.
 
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claudi-1963

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29. November 2015
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Ich muss mit dem Schluss anfangen. Ich bin völlig schockiert, dass die Schwägerin von Trina einfach das Kind mitnimmt. Was für eine schreckliche Vorstellung :(. Das Buch hat mich schon völlig gepackt, auch wenn ich einen Moment brauchte um hineinzukommen. Leider muss ich jetzt zu einem Termin. Ich werde mich heute Abend oder spätestens morgen Euren Beiträgen widmen

Ja ging mir auch so, ich konnte es nicht fassen, das die eigene Schwester das ihrem Bruder und der Schwägerin antut. Ich frage mich was sie dem Mädche gesagt haben damit sie mitgegangen ist oder haben sie, sie gar betäubt?
 
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claudi-1963

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29. November 2015
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Ist es nicht absolut grotesk, dass die Südtiroler die Faschisten hassen und sich auf Hitler freuen!

Ja ok die wussten ja bis dahin nicht was mit Hitler noch auf sie zukommt.
Ich finde den Pfarrer bemerkenswert.
[zitat] »Sagt euren Männern das, wenn ihr heiratet, und denkt auch selber dran: Wenn ihr euch nicht mit der Politik beschäftigt, beschäftigt sich die Politik mit euch!« [/zitat]

und auch sein Engagement für den Katakombenunterricht

Ein sehr weltlicher Geistlicher wie mir scheint.

Leider gilt dieser Spruch auch heute noch.
 
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Yolande

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13. Februar 2020
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Ja ging mir auch so, ich konnte es nicht fassen, das die eigene Schwester das ihrem Bruder und der Schwägerin antut. Ich frage mich was sie dem Mädche gesagt haben damit sie mitgegangen ist oder haben sie, sie gar betäubt?
Naja, sie war ja wohl noch nicht so alt, sie ging schon in die Schule, aber das genaue Alter wird nicht genannt (oder habe ich mal wieder etwas überlesen o_O??). Ich schätze sie mal auf 7 oder 8, wenn man ihr da etwas von einer Reise erzählt und dass sie dann auch wieder ein eine Schule gehen darf. Sie kannte die Tante ja, war jeden Tag bei ihr, somit war sie vertraut mit ihr
 

claudi-1963

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29. November 2015
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Die Geschichte Südtirols weist Parallelen zum Elsass auf. Dieses Gebiet war im 19. und 20. Jahrhundert immer mal wieder Teil von Deutschland und wurde danach wieder Frankreich zugeteilt. Auch hier wurden Straßen usw. umbenannt, Amtssprachen geändert usw. Balzano zeigt uns hier eindrucksvoll, was so etwas für die Bevölkerung bedeutet.

Ich denke Südtirol ist fast noch extremer, den ich glaube das Elsass hat sich ganz gut mit Frankreich angefreundet. Man tritt hier nur noch wenig Leute die Deutsch sprechen oder vielleicht wollen sie es auch nicht.
Bei Südtirol dagegen sprechen sehr viele deutsch und das nicht nur wegen den vielen deutschen Touristen, sondern weil italienisch nicht ihre eigentliche Muttersprache ist. Natürlich wird es weniger in den letzten Jahren, doch wie gesagt in den kleinen Tälern spürt man noch immer die Kluft zwischen den Tirolern und Italien.

Auch wenn ja einige Dinge darauf hinweisen, dass das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter nicht so entspannt war. Von daher würde es mich nicht wundern, wenn Marica freiwillig mit ihrer Tante und ihrem Onkel mitgegangen ist.
Ansonsten finde ich es überaus spannend, etwas (mehr) über den italienischen Faschismus zu lernen! Ich bin jetzt voll drin in der Geschichte und freue mich auf das Weiterlesen. :cool:

Es kann gut sein das die Tante ihr vorgeschwärmt hat, dass sie dort wieder zur Schule darf, aber das kann doch keine Liebe einer Mutter ersetzen.

Hm. Ich denke eher, dass Marica häufiger bei Tante und Onkel geblieben ist. Das hätte eine gewisse Selbstverständlichkeit. Natürlich wird die Erzählerin jedes Wort, jede Geste dieses Abends tausendmal abgewogen haben. Alles verlief in Zeitlupe. Dass sie nicht geschlafen hat in jener Nacht fühlte sich im Nachhinein wie ein siebter Sinn an.

Ich bin gespannt, ob wie noch Klarheit bekommen. Erich wirkt aber zu ehrlich für eine solche Intrige und Trines Eltern lieben die eigene Tochter sicher mehr als die Schwester des Schwiegersohnes.

Ich wüsste nicht ob ich bei dem Bauchgefühl das Trini hatte Marica dortgelassen hätte. Eine Mutter spürt sowas wenn estwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

Naja, sie war ja wohl noch nicht so alt, sie ging schon in die Schule, aber das genaue Alter wird nicht genannt (oder habe ich mal wieder etwas überlesen o_O??). Ich schätze sie mal auf 7 oder 8, wenn man ihr da etwas von einer Reise erzählt und dass sie dann auch wieder ein eine Schule gehen darf. Sie kannte die Tante ja, war jeden Tag bei ihr, somit war sie vertraut mit ihr
Das vermute ich auch, dass sie ihr irgendwas versprochen haben. Trotzdem muss sie ja dann irgendwann mitbekommen haben, das etwas nicht stimmt. Was sie ihr dann da wohl erzählt haben, ob sie ihre Eltern schlecht gemacht haben? Oder das sie Marica hergegeben haben, weil das Geld nicht gereicht hat? Sicher werden sie sowas ihr erzählt haben.
 
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Ich wusste über diese Ereignisse bisher überhaupt nichts und finde sie äußerst interessant. Ich hatte zwar eine verschwommene Ahnung, dass es in Südtirol darum ging, ob man eher deutsch oder lieber italienisch sein will, aber dass die Faschisten eine Zangs-Italianisierung durchgeführt habe, war mir neu.
Als Österreicherin und im entsprechenden Senioren-Alter erinnere ich mich noch an persönliche Gespräche zum Thema, auch in Italien, um die andere Seite zu hören.
 

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Ich denke Südtirol ist fast noch extremer, den ich glaube das Elsass hat sich ganz gut mit Frankreich angefreundet. Man tritt hier nur noch wenig Leute die Deutsch sprechen oder vielleicht wollen sie es auch nicht.
Oh doch, sie sprechen ein sehr sympathisches, charmantes Elsässer-Deutsch, ein Dialekt mit speziellen Ausdrücken, aber durchaus zu verstehen, sogar für mich als Wienerin. Aber es ist nicht so ernsthaft als Statement zu verstehen, wie in Südtirol, und die Alltagssprache ist definitiv Französisch.
 

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Da kann ich Dir nur zustimmen und eigentlich erreicht man durch diesen Zwang gerade das Gegenteil.
Ich sage oft, Irland wäre wohl niemals über so viele Jahrzehnte so strikt und konservativ erzkatholisch geblieben, wäre damals nicht der Glaube durch die protestantischen Engländer verboten und bekämpft worden. Daher war in meinen Augen der katholische Glaube ein Statement gegen die Engländer. Es war in Südtirol ja nicht nur der große Unterschied in der Mentalität zwischen Südtirol und Italien, sondern es wurden bewusst Menschen aus dem tiefsten Süditalien nach Südtirol geholt, dadurch waren die Unterschiede noch krasser. Dazu noch die Unterdrückung und völlige Ungleichbehandlung.
 

RuLeka

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Ich wusste über diese Ereignisse bisher überhaupt nichts und finde sie äußerst interessant. Ich hatte zwar eine verschwommene Ahnung, dass es in Südtirol darum ging, ob man eher deutsch oder lieber italienisch sein will, aber dass die Faschisten eine Zangs-Italianisierung durchgeführt habe, war mir neu.
Ich habe vor einigen Jahren den Roman „ Eva schläft“ von Francesca Melandri gelesen. Hierin geht es ebenfalls um die Geschichte Südtirols, deshalb weiß ich darüber schon manches. Wer sich also für dieses Thema weiter interessiert, empfehle ich das Buch. Es hat mir damals sehr gut gefallen und ich habe es an Leute verschenkt, die öfter in Südtirol wandern.
 

kingofmusic

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30. Oktober 2018
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Ich habe vor einigen Jahren den Roman „ Eva schläft“ von Francesca Melandri gelesen. Hierin geht es ebenfalls um die Geschichte Südtirols, deshalb weiß ich darüber schon manches. Wer sich also für dieses Thema weiter interessiert, empfehle ich das Buch. Es hat mir damals sehr gut gefallen und ich habe es an Leute verschenkt, die öfter in Südtirol wandern.
Danke dir für den Tipp! :cool:
 

Barbara62

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19. März 2020
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Baden-Württemberg
mit-büchern-um-die-welt.de
Das ihre eigene Schwägerin dann ihre Tochter einfach mit nach Deutschland nimmt, fand ich einfach unfassbar. Wie kann man das einer Mutter und dem eigenen Bruder antun ihnen das Kind zu rauben? Ich vermute mal, dass die beiden keine Kinder bekommen konnten, und dachten, das ist die Gelegenheit sie einfach mitzunehmen. Dass Trini und Erich verzweifelt sind, kann ich gut verstehen. Besonders da es ja vor dem Krieg schwierig war, sie ausfindig zu machen, anders als heutzutage.
Ich denke, die beiden Kindesentführer haben sich die Sache schön geredet. Die Tochter wollte ja weg, da sie nicht mehr in die Schule gehen konnte. Wahrscheinlich haben sie es vor sich selbst als gute Tat hingestellt.
 

Zunderköchin

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Ich finde das Verhalten von Trinas Eltern "nun iss doch in Ruhe" und auch Erich sehr eigenartig, ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass alle es gewusst haben, nur Trina selbst nicht. Andererseits war sie keine sehr begeisterte Mutter, vielleicht hielten es alle für "das Beste" für Marica.
Ich fand nun wieder gar nicht, dass sie keine begeisterte Mutter war. Sie war doch so glücklich mit ihrer Tochter und hat sie sogar unterrichtet.
 

Zunderköchin

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Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass ich keinen niedergeschriebenen Text vor mir habe, sondern dass Trina erzählt. Die Sprache ist eher einfach, eher gesprochene Sprache.
Das kann ich genauso bestätigen.
Ich mag diese Sprache nicht. Außerdem habe ich das Gefühl, dass der Inhalt des Buches (laut Klappentext) jetzt mit dem ersten Abschnitt bereits beendet ist.
 

Zunderköchin

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Ich bin bereits nach dem ersten Abschnitt etwas enttäuscht von dem Buch. Die Thematik ist super auch gut recherchiert und in vielen Einzelheiten dargestellt.
Der Schreibstil ist mir viel zu kurz. Kaum etwas über die Hochzeit und die Geburt der Kinder.
Auch ist das Buch in so einem Kommentar-Stil geschrieben und es kommen kaum Gefühle vor.
Nun ist ja der erste Abschnitt als Brief Trinas an ihre Tochter geschrieben. Vielleicht ist der Stil ja im zweiten Abschnitt besser.
 

Circlestones Books Blog

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Ich fand nun wieder gar nicht, dass sie keine begeisterte Mutter war. Sie war doch so glücklich mit ihrer Tochter und hat sie sogar unterrichtet.
Zitat Seite 62 "Auf dich und deinen Bruder aufzupassen war mir bald zu viel. Ich litt, weil mir die Zeit fehlte. Während ich mit euch beschäftigt war, dachte ich, verpasste ich so viele schöne Dinge auf der Welt, die ich später, wenn ihr groß sein würdet, nicht nachholen könnte." Das zu Hause Unterrichtet werden fand Marica nicht so toll, Zitat Seite 75 "Das passte dir nicht, du warfst mir vor, ich sei besitzergreifend ..." Das war ja auch der Grund, warum Marica unbedingt weggehen wollte (allerdings viel lieber mit der eigenen Familie, Mutter, Vater, Bruder, denke ich), sie wollte nicht bleiben, wo sie nicht einmal mehr in die Schule gehen konnte.
 

parden

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13. April 2014
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www.litterae-artesque.blogspot.de
Der Roman liest sich flott weg, und man bekommt einen guten Einblick in die damaligen Zustände in dem kleinen Tiroler Dorf. Ich finde es sehr interessant, welche Informationen hier durch die LR hinzukommen, auch ich wusste bis dato herzlich wenig über die historischen Zusammenhänge. Faschismus vs. Faschismus - der eine verteufelt, der andere ein Hoffnungsträger...

Ich finde es spannend, dass hier ein männlicher Autor aus der Perspektive einer Frau schreibt. Und zwar so, dass ich ganz eng bei der Erzählerin bin, auch wenn vieles nur grob skizziert und angerissen wird. Das Erwachsenwerden in dem Dorf, die Bedrohung durch die Besetzer, die Entfremdung untereinader, die Ansätze von Widerstand, das Weggehen vieler Dorfbewohner und die Anfeindungen untereinander - all dies stand beim Lesen deutlich vor meinen Augen. Die Entführung der Tochter ist harter Tobak, wie man das als Mutter verwinden soll - keine Ahnung. Fast wie die Zwangsadaoptionen in der damaligen DDR...
 

KrimiElse

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26. Januar 2019
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Ist es nicht absolut grotesk, dass die Südtiroler die Faschisten hassen und sich auf Hitler freuen!
Das fand ich vollkommen schräg, und ich habe das auch nicht gewusst. Ich bin von der Situation, dass Mussolini die Deutschen so sehr ausgrenzte, sowieso äußerst überrascht, auch das war mir nicht wirklich klar.
 

KrimiElse

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26. Januar 2019
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Ich habe vor einigen Jahren den Roman „ Eva schläft“ von Francesca Melandri gelesen. Hierin geht es ebenfalls um die Geschichte Südtirols, deshalb weiß ich darüber schon manches. Wer sich also für dieses Thema weiter interessiert, empfehle ich das Buch. Es hat mir damals sehr gut gefallen und ich habe es an Leute verschenkt, die öfter in Südtirol wandern.
Vielen Dank, es ist direkt auf die Wunschliste gewandert.
 

KrimiElse

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26. Januar 2019
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Die Geschichte Südtirols weist Parallelen zum Elsass auf. Dieses Gebiet war im 19. und 20. Jahrhundert immer mal wieder Teil von Deutschland und wurde danach wieder Frankreich zugeteilt. Auch hier wurden Straßen usw. umbenannt, Amtssprachen geändert usw. Balzano zeigt uns hier eindrucksvoll, was so etwas für die Bevölkerung bedeutet.
Vom Elsass weiß ich ein bisschen mehr, weil ich dort schon mehrfach gewesen bin. Und weil Freunde von uns da wohnen. Aber du hast absolut recht, der Autor zeigt deutlich, wie die Bevölkerung herumgeschubst wird, ihre Kultur nicht mehr pflegen darf und schlimmstenfalls verschoben/abgeschoben wird.