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1. Leseabschnitt (bis S. 92)

Dieses Thema im Forum "Leserunde Weltliteratur "Washington Square"" wurde erstellt von supportadmin, 3. Januar 2019.

  1. supportadmin

    supportadmin Administrator

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    1. Leseabschnitt (bis S. 92)
     
  2. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Moderator

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    #henry james schildert die Familie des New Yorker Arztes Dr. Sloper, der seine Frau und sein erstes Kind verloren hat und nun mit seiner Tochter und Schwester in seinem Haus lebt.

    Sloper ist sehr angesehen, verkehrt in den besten Kreisen, ist gebildet, ein "Überflieger", wie man heute sagen würde. Besonders sympathisch ist er mir nach den ersten Seiten aber nicht. Er scheint den Wert Anderer ausschließlich nach dem Nutzen zu bemessen, den sie für seine Außenwirkung haben könnten. Das gilt auch für seine Tochter.
    Hin und wieder empfand er Verbittterung bei dem Gedanken, ein Allerweltskind hervorgebracht zu haben, und manchmal ging er sogar so weit, eine gewisse Befriedigung aus der Vorstellung zu beziehen, dass seine Frau es nicht mehr erlebt hatte.

    S. 16.
     
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  3. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Moderator

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    So, die Tochter hat auf einer Party einen netten jungen Mann kennengerlernt, der ihr den Hof macht. Vater Sloper neckt sie zuerst, aber schnell keimt in ihm der Verdacht auf, dass der junge Mann nicht standesgemäß sein konnte und nur in den Tag hinein lebt. Ein Alptraum für den Doktor. Bin gespannt, wie sich die Sache weiter entwickelt und welche Geschichte uns #henry james da noch serviert.
     
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  4. kingofmusic

    kingofmusic Mitglied

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    Das kann ich genauso unterschreiben. Allein das von Dir genannte Zitat fand ich grauselig, dass ein Vater überhaupt so etwas denken kann.
    Allerdings spiegelt das auch meiner Meinung nach sehr gut die "Anerkennung" von Mädchen und Frauen um 1830 herum wider. Bisher lässt sich das Buch aber angenehm lesen auch wenn Henry James eine etwas "steifere" Ausdrucksweise als (im direkten Vergleich) Charles Dickens hat.
     
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  5. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Moderator

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    Ich denke auch, dass das hier mit reinspielt. Durften Frauen damals eigentlich eine Ausbildung beginnen bzw. einen Beruf ausüben? Oder galt das als unschicklich?@kingofmusic
     
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  6. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Moderator

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    P.S: scheint nicht so zu sein. Die Geschichte am Washington Square spielt ja noch Jahrzehnte vor Abschaffung der Sklaverei in den USA.
     
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  7. kingofmusic

    kingofmusic Mitglied

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    @Helmut Pöll: Ich hätte jetzt auch gesagt "Nein". Was ich aber durch die Biografie weiß, ist, dass Henry James sich in den meisten seiner Romane mit den Rechten der Frauen und deren Anerkennung befasst hat - er war also ein sehr liberaler und progressiv denkender Mann, was meiner Meinung nach daran liegt, dass er aus einer sehr gebildeten und belesenen Familie stammt.
     
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  8. MRO1975

    MRO1975 Aktives Mitglied

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    Das Gespräch zwischen dem Doktor und Morris hatte es ja ganz schön in sich. Dass man sich derart unverblümt Wahrheiten ins Gesicht geschleudert schleudert hat, hätte ich angesichts des zeitlichen Settings nicht erwartet.

    Warum kümmert es den Doktor überhaupt, was Morris wahres Motiv ist? Um das Geld seiner Tochter zu schützen gab es doch sicherlich Möglichkeiten, ein Treuhandfond oder ähnliches...

    Habt ihr euch mal gefragt, warum der Erzähler aus einer Perspektive ca. 50 Jahre nach den erzählten Begebenheiten erzählt. Warum der zeitliche Abstand?
     
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  9. kingofmusic

    kingofmusic Mitglied

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    Das Stilmittel des Ich-Erzählers hat er auch in "Das Durchdrehen der Schraube" angewandt. Warum, weiß ich allerdings nicht - dazu stand auch nichts in seiner Biografie...Woran machst Du den zeitlichen Abstand fest?
     
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  10. kingofmusic

    kingofmusic Mitglied

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    Sie gestand, daß sie für Literatur nicht besonders viel übrig habe. Morris Townsend pflichtete ihr bei, daß Bücher langweilig seien. Nur müsse man, wie er sagte, eine ganze Menge davon lesen, ehe man das herausfand.

    Bei diesem Abschnitt musste ich ja fast lauthals lachen, aber da ich im Bus saß, hab ich´s mir verkniffen :D.
    Mal gucken, ob man uns Literaturnerds auch irgendwann sagen hört "Bücher sind langweilig, aber ich musste erst 3.598 Stück davon lesen, bevor ich´s gemerkt habe." :D:D:D
    Ich liebe Ironie und wenn sich Schriftsteller selber ein Stück weit auf´s Korn nehmen können.
     
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  11. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Das habe ich mich auch gefragt. Will er sie vor dem Unglück bewahren, einen Ehemann zu haben, der sie nicht wirklich liebt. Bestimmt nicht, denn dafür liebt er wiederum seine Tochter nicht genug.
    Wenn es wirklich nur um das Geld gegangen wäre, hätte man sicher mit einem Ehevertrag etwas machen können.
    Ich denke, der Vater war einfach bösartig zu seinem Kind. Er wollte es leiden sehen. Oder zumindest wollte er seiner Tochter seinen Willen aufzwingen. Klingt zwar grausam, aber ich finde es gibt mehrer Hinweise dafür.
     
  12. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Interessant. Danke für die Information. Ja das passt. Ich hatte bei der Lektüre auch das Gefühl, dass der Autor ganz auf der Seite der Hauptfigur ist.
     
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  13. MRO1975

    MRO1975 Aktives Mitglied

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    Der Erzähler streut hin und wieder Bemerkungen ein, aus denen hervorgeht, dass er aus größerem zeitlichen Abstand erzählt. Bspw. auf S. 21 sagt er, dass das 1835 bezogenen Haus „vor 40 Jahren“ die Verkörperung der neuesten Errungenschaften darstellte. Es gabe auch noch ein paar andere Stellen.

    Eine Erklärung wäre, dass die Erzählung die Zeitspanne bis 1875 umfasst - das wäre aber eine lange Verlobungszeit. ;)
     
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  14. kingofmusic

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    Ich hatte heute morgen in Kapitel 8 auch einen Hinweis gefunden - da hieß es
    ...und vor dreißig Jahren hatte in New York...
     
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  15. kingofmusic

    kingofmusic Mitglied

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    Meinst Du, dass es in den 1830er Jahren schon Eheverträge gab? Ich glaube nicht, dass ein Mann sich da auf so etwas eingelassen hätte...Vielleicht täusche ich mich da auch, aber ich kenn die Natur des Mannes *hüstel* :D.
     
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  16. kingofmusic

    kingofmusic Mitglied

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    Ich will Dr. Sloper um Gottes Willen nicht verteidigen (ich kann ihn auch nicht leiden - allein schon wegen der Aussage, dass Catherine geistig minderbemittelt ist), aber was er am Ende von Kapitel 11 sagt, nämlich dass Morris auch ein größeres Vermögen (ob es ihm gehört oder nicht) durchbringen und verprassen würde, halte ich für die vernünftigste und (leider auch) nachvollziehbarste Aussage, die er bisher in dieser Geschichte getätigt hat.
     
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  17. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Moderator

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    Sehe ich auch so. Wart ihr schon bei der Stelle, wo er das Gespräch mit Mrs. Montgomery führt über ihren Bruder Morris? @kingofmusic
     
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  18. kingofmusic

    kingofmusic Mitglied

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    Nein @Helmut Pöll, das muss jetzt wohl im zweiten Leseabschnitt kommen. Der geht bei mir bis S. 199 - 195 wäre mittendrin :)
     
  19. MRO1975

    MRO1975 Aktives Mitglied

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    Die Beweggründe des Vaters sind mir nicht klar. Dass es ihm um das Glück seiner Tochter geht, nehme ich ihm nicht ab. Das passt überhaupt nicht zu seinen Auussagen, die er früher über Cathrine getätigt hat. Eigentlich ist sie ihm doch egal - ein Mädchen, weder besonders intelligent und noch nicht einmal hübsch. Was treibt ihn also an?
     
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  20. kingofmusic

    kingofmusic Mitglied

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    Vielleicht die Angst, nicht mehr "gebraucht" zu werden. Er ist wahrscheinlich (im Grunde seines Herzens) einsam und will bzw. kann sich das nicht eingestehen und kriegt jetzt Panik, bald keinerlei Einfluss mehr auf Catherine ausüben zu können.
     
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