1. Leseabschnitt: Beginn bis Seite 94

Christian1977

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8. Oktober 2021
2.827
13.871
49
47
Ich finde das Buch bislang unterhaltsam, wenn auch in gewisser Weise absurd. Vielleicht soll aber diese Absurdität auch gerade aufzeigen, wie absurd das Geschäft Profifußball ist?

Überraschend finde ich, dass der Protagonist Mark Wolfe erst durch die Perspektive einer - so vermute ich - Nebenfigur eingeführt wird. Gelungen auch, wie unterschiedlich die Erzählstimmen sind. Lakesha einerseits mit ihrem kurz gehaltenen Business-Sprech, die alles zu durchschauen glaubt und sich psychologisch offenbar recht weit vorn sieht, wenn sie Mark eine "Selbstwertkrise" zuspricht und auch noch seine weißen Haare für sich kommentiert. Witzig und überspitzt alles, ich musste häufig lachen.

Mark hat zwar denselben Job, ist und klingt aber völlig anders. Ein Grübler, bei dem ständig der Biologe durchscheint. Ein ängstlicher, recht weltfremder Mann, den die Probleme der Welt zu erdrücken scheinen (jetzt analysiere ich ihn schon wie Lakesha). Seine Sprache ist elaboriert, alles möchte er darlegen und begründen. Das ist einerseits unterhaltsam, andererseits wirkt es etwas schwafelig. Immerhin war er bei den wissenschaftlichen Fab Four nicht Ringo.

Sein Besuch in Europa wird zum Kulturschock. Betrunkene Engländer sind für ihn "Eingeborene". In einer Fußballerfamilie blamiert er sich mit dem unerwünschten Spitznamen "Man U", der in England nur verwendet wird, um Manchester United zu verschmähen.

Geoff ist ne Pfeife, der niemals etwas zurückzahlen wird, da bin ich mir sicher. Es leuchtet mir einfach nicht ein, warum Mark diesen Auftrag für Geoff ausführen möchte. Er kennt ihn kaum und wird nach Strich und Faden veräppelt und ausgenommen. Andersherum wäre Mark der Letzte, den ich für eine solche Aufgabe einsetzen würde. Mark ist nun echt nicht der Typ für das korrupte Fußballgeschäft. Aber zur Absurdität des Ganzen, siehe oben.

Mir fehlt bislang die Tiefe des Textes,die kann ja noch kommen. Dafür mag ich die Mischung aus Fiktion und realen Spielern wie Giresse oder Drogba. Dadurch gewinnt der Roman wiederum an Authentizität. Und ich mag Mark schon irgendwie in seiner Umständlichkeit und Naivität.

Preisfrage: Warum spielt der Roman Anfang 2015 und nicht jetzt? Ich vermute, damit niemand auf die Idee kommt, die Videos von Godwin könnten per KI erstellt worden sein. Deshalb auch Marks vorangegangene Auslassungen über KI. Klug gemacht von Joseph O'Neill.
 

petraellen

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11. Oktober 2020
530
1.512
44
Der Roman beginnt mit einer zunächst unbekannten, namenlosen Ich-Erzählerin. Sie leitet mit ihrer Coleiterin Annie die P4 — Group Genossenschaft technischer Redakteure in Pittsburgh.
Die P4-Group ist als Genossenschaft organisiert, was bedeutet, dass die Mitglieder gemeinsam Eigentümer sind und Mitspracherecht haben. Jedes Mitglied zahlt eine monatliche Pauschale sowie einen jährlichen Beitrag, der auf einem Prozentsatz seiner Einkünfte basiert. Der Beruf des technischen Redakteurs wird als hart beschrieben, und nicht jeder ist dafür geeignet. Dies führt zu einer beträchtlichen Fluktuation innerhalb der Genossenschaft.

Die Gründer dieser Group sind vier Frauen, zwei davon leiten die Genossenschaft. Die Ich-Erzählerin ist eine davon. Das Problem in der Group ist „Männermangel“, was von der Group als peinlich empfunden wird, denn sie legen wert darauf, keine Feministinnen zu sein.

Die Ich-Erzählerin Lakesha Williams, auf S. 23 erscheint erstmals der Name, beschreibt das Großraumbüro als Teil eines Versuchs, ein "Arbeiterparadies" zu schaffen. Dazu gehören „Think Pod" und lange Bänke auf denen man mit Kopfhörer zur Wand sitzen und „wandsurfen“ kann. Ausgiebig wird der moderne und zukunftsorientierte Arbeitsplatz beschrieben. Und zu dieser modernen Genossenschaft gehört es auch, dass die Büroräume von den Mitgliedern selbst geputzt werden müssen. Und zwar von allen. Auch der Chef wird eingeplant.

Dieser erste Abschnitt ist für mich eine satirische, humorvolle Einleitung. Allerdings hatte ich auch das Gefühl beim Lesen, in eine Sekte gelandet zu sein und Mark Wolfe fällt da aus der Rolle.

Das ist erstmal der Abschnitt „L“
 
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Barbara62

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19. März 2020
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Baden-Württemberg
mit-büchern-um-die-welt.de
Ich habe erst das erste Kapitel "L" gelesen, daher lese ich eure Kommentare erst später. Allerdings habe ich ein Verständnisproblem mit der Arbeitssituation von Mark.

Zunächst dachte ich an eine Art Coworking Space von Selbständigen, aber das ist es nicht. Einerseits sind die Genossenschaftsmitglieder Rechenschaft schuldig, was wie ein Angestelltenverhältnis wirkt, und es gibt die beiden Chefinnen Annie und die Ich-Erzählerin Lakesha Williams, es gibt Urlaubstage, eine gemeinsame Kundenaquise usw., andererseits wird aber auch von einer Art selbständiger Tätigkeit gesprochen.

Ich bin etwas verwirrt. Ist das eine typisch amerikanische Arbeitssituation?
 

petraellen

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11. Oktober 2020
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Ist das eine typisch amerikanische Arbeitssituation?
Im Jahr 1936 entwarf Wright für SC Johnson Wax das erste Großraumbüro-Gebäude der Welt. Hier saßen nun rund 250 einfache Angestellte in einem Raum zusammen.
Der Ursprung war Amerika. Wir haben es übernommen. Es hat sich dann immer weiter entwickelt. Dann kam Corona und man dachte es gibt mehr Homeoffice. Doch das Großraumbüro erlebte einen Aufschwung, da Unternehmen offene, weitläufige Flächen mit Grünpflanzen und Sitzecken einrichteten, um Mitarbeiterinteraktion zu fördern und Kosten zu senken. Eine Harvard-Studie zeigte jedoch, dass Mitarbeiter in solchen Büros weniger persönlich kommunizieren und stattdessen Chats und Mails nutzen. ich sehe die Beschreibung in "L" mehr als Satire. Je nach Projekt sind in Firmen auch Freiberufler anzutreffen.
 

Emswashed

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9. Mai 2020
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Ich dachte es geht um Fußball - war mein erster Gedanke im ersten Abschnitt, erleichtert, aber auch irritiert. Das große L steht also für Lakesha, das M für Mark. Sie wechseln sich hier beim Erzählen ab, also ist Marks Job, neben dem Fußball, wohl auch ein Hauptthema.
Beide Parts sind sehr analytisch, das mag ich, aber ich brauche meine Zeit, um mich darauf einzulassen.

Grundsätzlich finde ich Marks Arbeitsverhältnis ziemlich interessant. Auch dass zwei Frauen die Firma leiten, könnte für Abwechslung sorgen. Sie entscheiden bestimmt anders als Männer und hätten unproduktive Mitarbeiter allein anhand ihrer Zahlen wahrscheinlich schon längst entlassen. Lakesha macht dem Leser klar, dass sie das Problem mit Mark von mehreren Seiten sieht. Bin gespannt, ob das "wirtschaftlich" aufgeht.

Und dann kommt das große M zu Wort. Sein Halbbruder ist schnell zu durchschauen, doch ich verstehe nicht, warum Mark, der das Alphamännchen auf der Arbeit so sehr raushängen ließ, sich hier verarschen lässt. Schließlich durchschaut er doch die Taktik seines Bruders, Honig ums Maul schmieren, doch sofort.

Ich mag den Schreibstil, ich mag den immer wieder durchblitzenden Humor und ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht. Zumal ich beruhigt feststelle, dass wir uns nicht die ganze Zeit auf dem Rasenplatz befinden.
 

Christian1977

Bekanntes Mitglied
8. Oktober 2021
2.827
13.871
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47
warum Mark, der das Alphamännchen auf der Arbeit so sehr raushängen ließ, sich hier verarschen lässt.
Ich habe ihn interessanterweise überhaupt nicht als Alphamännchen empfunden, eher sogar das Gegenteil - also ohne "Alpha" ;). Ich habe das Gefühl, dass dieser Ausbruch gegenüber dem Wachmann eher eine Reaktion seiner kompletten Verunsicherung im Hinblick auf die Welt ist.
 

alasca

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13. Juni 2022
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11.172
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Anders als erwartet geht es erstmal einmal nicht um Fußball, sondern um einen Mann in der Krise, zunächst aus der Perspektive seiner "Genossenschafts"leiterin Lakesha (übrigens ein "schwarzer" Name). Der Roman zieht einen direkt rein, weil man wissen will, warum Wolfe sich so seltsam verhält.

Wir erleben einen Mann, der dünnhäutig ist und die Welt als chaotisch und düster erlebt; die Dummheit und Kurzsichtigkeit der Menschheit macht ihn persönlich betroffen, während er mit größtmöglicher Nüchternheit auf sich selbst schaut.

Sein Bruder Geoff ist wenig vertrauenerweckend und verhält sich erschreckend irrational, eigensüchtig und manipulativ. Und in London, wo eine absurde Situation die andere jagt, geht es endlich doch um Fußball. Schöner Cliffhanger des Leseabschnitts, weil man sich fragt, wie es mit Lefevbre jetzt weitergeht. Ruft Geoff an? Und wenn nicht, was macht Mark? Zahlt er den Franzosen aus eigener Tasche? Ich befürchte es. Mark verhält sich die ganze Zeit wider besseren Wissens. Typisch für Menschen, die schlecht nein sagen können. Dazu passt auch, dass er ansonsten so sehr entschieden auftritt - eine Art Überkompensation von Menschen, die schlecht Grenzen setzen können. Wenn sie es tun, dann eine Spur zu nachdrücklich.

Nach zwei, drei Büchern, die sich eher mühsam lasen, nun mit Godwin mal wieder eins, das sich ganz von selbst liest. Bis jetzt mag ich den Roman sehr - sprachlich, inhaltlich, atmosphärisch.
 

alasca

Bekanntes Mitglied
13. Juni 2022
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Grundsätzlich finde ich Marks Arbeitsverhältnis ziemlich interessant. Auch dass zwei Frauen die Firma leiten, könnte für Abwechslung sorgen. Sie entscheiden bestimmt anders als Männer und hätten unproduktive Mitarbeiter allein anhand ihrer Zahlen wahrscheinlich schon längst entlassen.
Eben nicht.
Lakesha macht dem Leser klar, dass sie das Problem mit Mark von mehreren Seiten sieht. Bin gespannt, ob das "wirtschaftlich" aufgeht.

Und dann kommt das große M zu Wort. Sein Halbbruder ist schnell zu durchschauen, doch ich verstehe nicht, warum Mark, der das Alphamännchen auf der Arbeit so sehr raushängen ließ, sich hier verarschen lässt. Schließlich durchschaut er doch die Taktik seines Bruders, Honig ums Maul schmieren, doch sofort.
Er ist der Typ, der sich sehr entschieden gibt - weil er eigentlich nicht nein sagen kann. Die Entschiedenheit soll unterbinden, dass jemand es versucht. Aber wenn man es versucht, ist es ganz einfach.
 
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Barbara62

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19. März 2020
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Baden-Württemberg
mit-büchern-um-die-welt.de
Wir erleben einen Mann, der dünnhäutig ist und die Welt als chaotisch und düster erlebt; die Dummheit und Kurzsichtigkeit der Menschheit macht ihn persönlich betroffen, während er mit größtmöglicher Nüchternheit auf sich selbst schaut.
Ich empfinde ihn als depressiv und seine Frau behandelt ihn auch so. Sie versucht, ihn aufzubauen und zu stützen und er ist klug genug, das zu durchschauen.

Muss man die Beschreibung der Männer-WG und der absonderlichen Themen der Dissertationen verstehen? :think Ist das Ernst oder Satire?

Was heißt "schwarzer Name", @alasca?

Was finden Frauen wie die kluge Sushila nur an Männern wie Mark?

Ich bin noch nicht ganz durch, habe aber schon mal bei euch gespickt. Ganz so einfach liest es sich für mich nicht. Vor allem bin ich mir nicht sicher, ob ich bei Szenen wie der Autofahrt lachen soll, oder es mir wegen Marks offensichtlich krankhafter Züge im Hals stecken bleibt.
 
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petraellen

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11. Oktober 2020
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Wolfe wird im ersten Teil “ L“ als seltsam, aber auch charismatisch beschrieben. Anderseits schreibt ein Kunde, er sei außerordentlich unhöflich und wenig hilfsbereit. Doch Wolfe ist sich sicher, nicht er, sondern der Kunde stellt „dumme und respektlose Forderungen“ vgl. S 15.
Er durchläuft eine Phase emotionaler Instabilität und mangelhafter Selbsterkenntnis, ist die Meinung der Group. Vgl. S 17
Im zweiten Kapitel „M“ kommt Mark Wolfe als Ich-Erzähler zu Wort. Er bringt zunächst die jüngsten Ereignisse mit einem Vorfall in Verbindung, den er vor dem Vorfall mit Pete hatte. Im Winter sah er eine durch eine Schaufensterscheibe eine Frau ein Eis essen. Dann erblickt er sich im Schaufenster wie in einem Spiegel. Er erkennt einen verwahrlosten wirkenden Mann mittleren Alters, dem es unerträglich ist, zu sehen, wie eine alte Frau Eiscreme sich schmecken lässt. vgl. S- 27
Dann ruft sein Halbbruder an und bittet ihn, nach England zu kommen, da er ein .interessantes Geschäft wittert. Mark Wolfe fährt, obwohl er es nicht für richtig hält. Doch seine Frau überredet ihn das zu tun, da er seine Bruder lange nicht gesehen hat. Es stellt sich heraus, dass sein Bruder Geoff ein Video besitzt, das einen Jungen zeigt, der überragend Fußball spielt. Mark soll helfen diesen Jungen zu finden. Unterstützt wird er von dem Franzosen Lefebvre.
Weiter wird in diesem Kapitel über seine Ehefrau geschrieben, Kennenlernen Verhältnis zu ihr. Auch auch über seinen Bruder erhalten wir ausgiebig Informationen, der gänzlich anders ist als er.
Die ersten beiden Kapitel haben mich streckenweise ziemlich genervt. Das ist nicht meine Lektüre. Ich weiß überhaupt nicht, was die ausschweifenden Beschreibungen sollen. Mich lässt der Roman im Moment ratlos zurück. Mal sehen wie es weitergeht mit mir und dem Roman.
 

Wandablue

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18. September 2019
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Brandenburg
Wie schön, dass ich gar keine Erwartungen hatte und keine Ahnung davon, was oder wer "Godwin" ist. Den Anfang mit dieser Gewerkschaft, diese Geschäftsidee, finde ich sehr interessant. Hier einige Einlassungen darüber, dass Frauen aus Idealismus arbeiten. Sehr einkunftsträchtig ist das Business nämlich nicht. Ich hoffe sehr, dass wir noch einmal darauf zurückkommen!
Businessfrau Williams trifft auf den Genossen Mark Wolfe mit Hund Pearson. Ich mag die Art, wie O'Neill so nebenbei beschreibt: "Pittsburger Viertel sind von Stolz und Konkurrenzdenken geprägt". Damit hat er mich gleich am Haken, der Autor.
Ich finde keine Übereinstimmung zwischen den geschilderten psychischen Ungleichgewichten von Mark Wolfe im ersten Kapitel und seinem Auftreten im Folgenden. Hat er im ersten Kapitel stark und autark gewirkt, kommt er im Folgenden als jemand rüber, der den Michel mit sich machen lässt und reichlich "Monk" ist. Der Autor lässt mich in Wolfs Studienzeit zurückblicken, in der er herumhing, sich Illusionen hingab und nichts fertigbrachte. (Das wirkliche Leben war nicht die Stärke der Menschen seiner Wohngemeinschaft, S. 68). Momentan beschäftigt er sich mit der "Finsternis der Dummheit." Es folgen treffende Beschreibungen der Gesellschaft. Die Finsternis der Dummheit finde ich wirklich toll! So wahr!

Ich mag O'Neills Sarkasmus. Er hat einen typischen Antihelden geschaffen. Spitzen gegen den Profifussball folgen.
Frage: Wird O'Neill den Bogen zurück schaffen, zu dem Business der technischen Redakteure. Ein interessanter Beruf übrigens. Kannte ich nicht. Aber jemand muss tatsächlich diese ganzen Gebrauchsanweisungen schreiben. Ich dachte nur nicht, dass man sich dabei "Redakteur" nennen kann.
 
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Wandablue

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18. September 2019
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Brandenburg
Geoff ist ne Pfeife, der niemals etwas zurückzahlen wird, da bin ich mir sicher. Es leuchtet mir einfach nicht ein, warum Mark diesen Auftrag für Geoff ausführen möchte. Er kennt ihn kaum und wird nach Strich und Faden veräppelt und ausgenommen.
Antiheld eben. Sehr ärgerlich.

Allerdings hatte ich auch das Gefühl beim Lesen, in eine Sekte gelandet zu sein
Sorry, das verstehe ich nicht. Meinst du mit Sekte das Geschäftsmodell der vier Frauen?

Das große L steht also für Lakesha, das M für Mark.
Wenn ich DICH nicht hätte! So was blick ich nie. Danke.

Beide Parts sind sehr analytisch, das mag ich, aber ich brauche meine Zeit, um mich darauf einzulassen.
ich nicht. Mag ich so sehr diese Art von Erzählen. Wie bei Hernan Diaz Treue!

warum Mark, der das Alphamännchen auf der Arbeit so sehr raushängen ließ, sich hier verarschen lässt. Schließlich durchschaut er doch die Taktik seines Bruders, Honig ums Maul schmieren, doch sofort.
Stimmt. Diesen Bruch habe ich auch so empfunden. Mal gucken ... wir behalten das im Hinterkopf.


Zumal ich beruhigt feststelle, dass wir uns nicht die ganze Zeit auf dem Rasenplatz befinden.
Ich glaube, das wird ein ganz wunderbarer unterhaltsamer Roman.

Typisch für Menschen, die schlecht nein sagen können. Dazu passt auch, dass er ansonsten so sehr entschieden auftritt - eine Art Überkompensation von Menschen, die schlecht Grenzen setzen können. Wenn sie es tun, dann eine Spur zu nachdrücklich.
Hm. Vllt.

Nach zwei, drei Büchern, die sich eher mühsam lasen, nun mit Godwin mal wieder eins, das sich ganz von selbst liest.
Stimmt.
 

Wandablue

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18. September 2019
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Brandenburg
Ich glaube, ich sehe das zu krass. Ja vielleicht das Geschäftsmodel. Aber ich denke du hast recht, es ist ein Geschäftsmodel und mehr nicht. Im Moment werde ich mit dem Roman nicht so richtig warm.
Ich hab mich auch gefragt, welche Dienstleistungen von der "Gewerkschaft" überhaupt erbracht werden. Sie - stellen Büroräume zur Verfügung - gestalten den Internetauftritt und - führen Gehaltsverhandlungen.
Möglicherweise bringen sie auch Kunden und dazu passende Schreiber zusammen.
 

Wandablue

Bekanntes Mitglied
18. September 2019
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Brandenburg
Muss man die Beschreibung der Männer-WG und der absonderlichen Themen der Dissertationen verstehen? :think Ist das Ernst oder Satire?
Satire. Die Situation langhaariger Herumhänger und illusionärer Weltverbesserer, die aber ihr Studium nie zu Ende kriegen, die gibt es leider wirklich häufiger als man denkt. Es ist überaus witzig dargestellt.
 

petraellen

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11. Oktober 2020
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Ich hab mich auch gefragt, welche Dienstleistungen von der "Gewerkschaft" überhaupt erbracht werden. Sie - stellen Büroräume zur Verfügung - gestalten den Internetauftritt und - führen Gehaltsverhandlungen.
Ich denke Kollektiv ist passender. Auf S. 11 " [...] das in einem Kollektiv wie der Group, wo wir unsere eigenen Vorstellungen davon hatten, was Wert ausmacht, noch interessanter wird."
 

Barbara62

Bekanntes Mitglied
19. März 2020
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Baden-Württemberg
mit-büchern-um-die-welt.de
doch ich verstehe nicht, warum Mark, der das Alphamännchen auf der Arbeit so sehr raushängen ließ, sich hier verarschen lässt.
Findest du wirklich, dass er ein Alphamännchen ist? Dem Pförtner und dem Kunden hat er vielleicht zurecht die Meinung gegeigt, gegenüber Lakesha knickt er ein und seine Frau hat zuhause die Hosen an.
 

Barbara62

Bekanntes Mitglied
19. März 2020
4.276
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Baden-Württemberg
mit-büchern-um-die-welt.de
Nein, das denke ich nicht. S.o. habe ich mal aufgelistet, was für Dienstleistungen sie anbieten.
Mir ist vor allem die Frage von Anstellung und Selbständigkeit unklar, verbunden mit der Mitgliedschaft in der Genossenschaft. So ganz erschließt sich mir die Idee hinter dem Geschäftsmodell nicht. Lukrativ scheint es jedenfalls nicht zu sein.

Durchweg sind die Frauen im Roman bisher die wesentlich stärkeren Persönlichkeiten. Grinsen musste ich über die Freundin von Nikhil: Kaum ist sie aufgetaucht, hat sie ihn aus der WG herausgeholt, er musste seine Dissertation beenden und ist jetzt Professor in Stanford. Im Freundeskreis meiner Töchter habe ich Ähnliches häufiger erlebt.