1. Leseabschnitt: Beginn bis Seite 63

Literaturhexle

Moderator
Teammitglied
2. April 2017
15.545
35.833
49
1. Leseabschnitt:

Anfang des Buches bis "... ein Fleck, der schwarz und glühend zugleich war und das Laken fraß." (S. 63)
 

Eulenhaus

Mitglied
13. Juni 2022
84
336
24
Ich mache mit bei der Leserunde, weil ich nach intensiverer Beschäftigung mit Mein Herz so weiß das Buch als anregende und auch spannende Lektüre empfinde. Vorher habe ich mich bei zwei anderen Büchern des Autors mit der teilweise ausschweifenden Erzählweise mit langen Sätzen etwas schwer getan.
 

Eulenhaus

Mitglied
13. Juni 2022
84
336
24
Das Buch beginnt mit der eindrücklichen Schilderung des Selbstmords Teresas, der Tante des Ich-Erzählers Juan.
Eine Zeitebene ist die Gegenwart, die andere erzählt von den Ereignissen vor 40 Jahren.
Nach dem Tod Teresas beschreibt Marias das Durcheinander in der wohlhabenden Familie und den befreundeten Personen. Detailreich werden die Gedanken der Anwesenden dargestellt (bemerkenswert die Eistorte), dann erst kommt, nach Kölnisch Wasser duftend, Ranz, derEhemann.
Er sei zum zweiten Mal Witwer geworden wird gesagt.
Auf ihrer Hochzeitsreise, die sie auch nach Havanna - Heimat der Großmutter- führt, wird vor allem Juan Teilnehmer und Ohrenzeuge eines Streitgesprächs zwischen einem spanischen Geschäftsmann und seiner kubanischen Geliebten. „… Bring sie endlich um, du musst mich hier rausholen.“
Diese Szene wird zum Schlüsselerlebnis.
 
  • Like
Reaktionen: Barbara62
G

Gelöschtes Mitglied 7863

Gast
Ja, die Eistorte, der ein Stück fehlt, und der gleichzeitig verschwundene Wein ...

Ich finde die Sprache wunderschön, sie fließt so harmonisch und transportiert die liebevolle Fürsorge Juans für seine Frau. Wenn er über Miriam spricht, klingt er anders.
 
  • Like
Reaktionen: Barbara62

Eulenhaus

Mitglied
13. Juni 2022
84
336
24
Zur Sprache: Juan spricht vier Sprachen, als Dolmetscher/in sind er und Luisa es gewohnt , zuzuhören. Diese Berufswahl war dem Autor wohl wichtig, um die Bedeutung der Sprache hervorzuheben.
 
  • Like
Reaktionen: Barbara62

alasca

Bekanntes Mitglied
13. Juni 2022
1.330
3.955
49

alasca

Bekanntes Mitglied
13. Juni 2022
1.330
3.955
49
Bis jetzt gefällt es mir überhaupt nicht. Die leiernden Sätze, die ständigen Wiederholungen von aus meiner Sicht völlig irrelevanten Details aus allen möglichen, ebenso irrelevanten Blickwinkeln, das alles finde ich äußerst ermüdend. Die interessanten Handlungsfragmente sind genau das, sie sind in der Textmasse eingebettet, ja verschüttet und verlieren dadurch an Eindrücklichkeit.

Ich habe schon mal auf S. 30 oder so das Buch an die Seite gelegt und gedacht, nein, das tue ich mir nicht an, es macht keinen Spaß. Hab mich dann doch durch den LA gequält, immer in der Hoffnung, dass es besser wird, wird es aber nicht: die gleichen sinnlosen Aufzählungen, diesmal all der Themen, die einem Dolmetscher begegnen können, und das nur, um zu beweisen, dass der Job trotz der thematischen Vielfalt eintönig ist ... was soll das?
 
  • Like
Reaktionen: Barbara62

alasca

Bekanntes Mitglied
13. Juni 2022
1.330
3.955
49
Ja, die Eistorte, der ein Stück fehlt, und der gleichzeitig verschwundene Wein ...

Ich finde die Sprache wunderschön, sie fließt so harmonisch und transportiert die liebevolle Fürsorge Juans für seine Frau.
Vor allem transportiert sie das Unbehagen, das er in seiner taufrischen Ehe empfindet, und dass er sich durch ihre Regungen gestört fühlt beim Belauschen von Guillermo und Miriam. Fürsorge drückt er auch aus, aber die fand ich wenig überzeugend und überschattet durch seine Ressentiments.
 
  • Like
Reaktionen: Barbara62

Die Häsin

Bekanntes Mitglied
11. Dezember 2019
3.457
11.228
49
Rhönrand bei Fulda
Ich muss sagen, dass mich damals bei der Erstlektüre der Stil sogar besonders angesprochen hat. Das ganze Erzählen hatte so einen Hauch Überbesorgtheit an sich, so wie jemand erzählt, der Angst hat, dass man das Erzählte irgendwie gegen ihn verwenden könnte, wenn er nicht genau aufpasst - jedes Detail wurde mit entnervender Genauigkeit referiert, als ob es auf jede Kleinigkeit ankäme - so wie jemand im Polizeiverhör spricht. Es klingt wohl komisch, wenn ich das so sage, aber ich fand das beim ersten Lesen sehr reizvoll. Damals schrieb ich selbst eine Vielzahl kurzer Erzählungen und kann mich erinnern, dass ich in einer versucht habe, das nachzuahmen.

Heute komme ich damit wohl nicht mehr zurecht, oder es liegt daran, dass ich die Konzentration nicht in erforderlichem Maß aufbringe - ich hoffe letzteres, dann wird es vielleicht auch wieder besser.

Im Augenblick habe ich das Buch wieder weggestellt; tut mir sehr leid. Ich mache später nochmal einen Versuch.
 

pengulina

Aktives Mitglied
22. November 2022
210
624
44
66
Trägt Miriam eigentlich ein gelbes Kleid?
Ich überlege die ganze Zeit, ob mir die Szene mit einer Frau im gelben Kleid auf der Straße aus Marías in Erinnerung ist oder doch aus einem Ortheil oder einem Kirchhoff. Haben die irgend etwas mit Kuba geschrieben?
 

Wandablue

Bekanntes Mitglied
18. September 2019
7.026
14.897
49
Brandenburg
Da ich gerade mein Bücherregal sortierte, kam es wieder ans Tageslicht.
Ich habe jetzt erst angefangen und das Unglück mirerlebt. Mein erster Eindruck ist toll. So zu erzählen, mit diesem Einzelheiten, das traut sich doch heute keiner mehr.
Jetzt geht es weiter ...
 

Wandablue

Bekanntes Mitglied
18. September 2019
7.026
14.897
49
Brandenburg
Bis jetzt gefällt es mir überhaupt nicht. Die leiernden Sätze, die ständigen Wiederholungen von aus meiner Sicht völlig irrelevanten Details aus allen möglichen, ebenso irrelevanten Blickwinkeln, das alles finde ich äußerst ermüdend. Die interessanten Handlungsfragmente sind genau das, sie sind in der Textmasse eingebettet, ja verschüttet und verlieren dadurch an Eindrücklichkeit.

Ich habe schon mal auf S. 30 oder so das Buch an die Seite gelegt und gedacht, nein, das tue ich mir nicht an, es macht keinen Spaß. Hab mich dann doch durch den LA gequält, immer in der Hoffnung, dass es besser wird, wird es aber nicht: die gleichen sinnlosen Aufzählungen, diesmal all der Themen, die einem Dolmetscher begegnen können, und das nur, um zu beweisen, dass der Job trotz der thematischen Vielfalt eintönig ist ... was soll das?
Nein, es geht ums Erzählen an und für sich. Erinnert mich an die frühen Russen. Die Handlung ist nicht nebensächlich, aber auch nicht wichtiger als alles, was gesehen und gehört wird.
Und Aufzählungen von Belanglosigkeiten ist keineswegs aus der Mode gekommen. Ich lese es auch bei K.Bilkau "Nebenan" - Shortlist 2022. Furchtbar. Denn leider nicht mit derselben Sprachbegabung.
 
  • Like
Reaktionen: Literaturhexle

Die Häsin

Bekanntes Mitglied
11. Dezember 2019
3.457
11.228
49
Rhönrand bei Fulda
Ich kann mich erinnern, in "Anna Karenina" ein Kapitel gelesen zu haben, in dem über eine Jagd erzählt wurde, und zwar aus der Sicht eines Hundes. Gemessen an heutigen Lesestandards vermutlich ein weitgehend überflüssiges Kapitel, aber von einer wunderbaren Farbigkeit, eine richtige Perle - ich habe alles um mich herum vergessen beim Lesen. Verglichen damit hat Marias' Erzählduktus etwas eigentümlich Steifes, Gezwungenes. Wie gesagt, ich habe bei ihm immer das Gefühl, eine Art Verteidigungsschrift zu lesen. Mein Versuch, diesen Stil nachzuahmen - es ist umpfzig Jahre her - ergab dann auch eine Erzählung in Ich-Form aus der Perspektive eines ziemlich zwanghaften, gestörten Menschen. Das war recht lehrreich ....

Ich würde gern meine Lektüre fortsetzen, in den nächsten Tagen bzw. Wochen aber nicht - es geht familiär ziemlich heftig zu und erstmal muss ich mich ja an Stella Maris halten.