1. Leseabschnitt: Beginn bis 6. Kapitel incl. (Seite 9 bis 62)

Wandablue

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18. September 2019
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Brandenburg
Nach all den tollen positiven Eindrücken kommt ein nicht so toller von mir. Ich habe mich mit dem Einstieg schwer getan, die erste Szene lass ich mal weg, weil das momentan nicht richtig einordnen kann in den Kontext des Romans.
Der Roman erinnert mich stark an "Arminuta", es gibt einige Parallelen aber stilistisch große Unterschiede. Mal schauen, ob ich mit dem 2. LA besser zurechtkomme.
Vielleicht stören mich die zu definierten Charaktere: Malnata, das Straßenkind, Francesca, das schöne Kind aus gutem Hause, die böse Mutter, der schwache Vater, Carla, die nur wegen des niedrigen Lohnes im Haushalt bleiben durfte, der böse Obsthändler, der seinen Sohn misshandelt, der Faschist Colombo mit seiner Familie ...
Zu plakativ?
Guter Einwand. Wir achten mal darauf.
 

Federfee

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13. Januar 2023
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Mir gefallen die Andeutungen. Die Erzählerin versteht noch nicht alles, wir aber schon.
Man ist einmal mit in die Kirche und zum Einkaufen gegangen und schon hat man das Gefühl, die ganze verlogene, klatschende Sippschaft zu kennen.
Das gefällt mir gut. Allerfeinstes 'show don't tell'.
Ich glaube, dass "malnata" eines der Worte ist, die vielerlei Bedeutungen haben.
'mal' bedeutet auch 'böse, schlecht'. Das passt für mich besser als 'krank'.
Für mich ist dieser Roman bislang völlig phrasenlos.
Mir ist auch nichts aufgefallen (außer öfters mal 'halt' - ich hab' da halt eine Allergie) :smilehorn
 

Maesli

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29. März 2024
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Vielleicht klischeehaft (für Mailänder Verhältnisse). Zu starke Unterschiede, zu deutliche Grenzlinien. Die Handlung hätte sich auch vor oder nach der Faschistenzeit zutragen können: diese Rahmenbedingung finde ich irgendwie unbedeutend, denn sie hat nichts mit der Geschichte an sich zu tun und lenkt ab.
 

RuLeka

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30. Januar 2018
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Die Handlung hätte sich auch vor oder nach der Faschistenzeit zutragen können: diese Rahmenbedingung finde ich irgendwie unbedeutend, denn sie hat nichts mit der Geschichte an sich zu tun und lenkt ab
Ich finde die bisher gut in die Handlung integriert. Auch Geschichten über das Erwachsen-Werden sind im historischen Kontext verankert. Schließlich spielen die Rahmenbedingungen immer eine Rolle, seien es Wirtschaftskrisen, Krieg, politische Indoktrination oder weniger gravierende.
 

Maesli

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29. März 2024
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Das wird wahrscheinlich auch der Grund gewesen sein, warum die Autorin diesen Zeitabschnitt gewählt hat. Für mich defacto aber unbedeutend. Das könnte heute genauso stattfinden.
 
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Barbara62

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19. März 2020
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Sicherlich! Wenngleich mir oft graust vor ihrem liebevollen Umgang - und die Eltern häufig sagen "es ist doch nur ein Kind, dem Kind den richtigen Umgang keinesfalls vermitteln " - dem Tier dürfte das schnuppe sein. Erziehung kommt von ziehen! Ich möchte mal wieder ein Buch über Erziehung lesen! Kein Sachbuch. Einen Erziehungsroman.
Wobei es interessant ist, dass Hunde sich von kleinen Kindern oft sehr viel mehr gefallen lassen als von Erwachsenen.

Wie wäre es mit einem Alters-Aupair? Das gibt es inzwischen, dann hast du es live und in Farbe.
 

Maesli

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29. März 2024
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Bin da nicht deiner Meinung - aber ist für mich sowieso nicht so ausschlaggebend.

Meine Mailänder Verwandschaft lebt noch heute eine Religiosität, die uns im erzkatholischen Südtirol vor Neid erblassen lassen könnte. Obrigkeitshörigkeit - klar, nicht mehr Faschismus, aber ... und der Aberglaube gehört zur italienischen DNA ;)!
 

Barbara62

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19. März 2020
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Baden-Württemberg
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Das wird wahrscheinlich auch der Grund gewesen sein, warum die Autorin diesen Zeitabschnitt gewählt hat. Für mich defacto aber unbedeutend. Das könnte heute genauso stattfinden.
Dann hätten wir aber nur den Arm-Reich-Unterschied, so kommt die politische Einstellung dazu, die zu dieser Zeit von größter Tragweite war: für oder gegen den Duce. Ich finde schon, dass die Zeitumstände gut eingebunden sind.