1. Leseabschnitt: Anfang bis Kapitel 12 (Anfang bis S. 96)

alasca

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13. Juni 2022
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Ich gestehe mal:

Ich bin aufgrund von Familienstress so ungeeignet für ein Buch über eine solche Familienaufstellung, dass ich heute morgen schon darüber nachgedacht habe, ob ich euch bitten soll, dass mir jemand das Buch abnimmt.
Meine Schwiegermutter ist in einer Verfassung, die von uns allen aktuell viel fordert (zur Zeit in der Klinik, von da aus demnächst in Pflege, hilflos und manchmal völlig wirr) und in meiner eigenen Kernfamilie (mit der jüngeren Tochter) gibt es auch erhebliche Probleme, letzteres schon eine ganze Weile und ich konnte damit halbwegs umgehen, aber die Kumulation im Moment macht mich fertig.
Aber ich möchte das Buch ja lesen ....
Und es ist ja nicht lang. Ich versuche dranzubleiben ...
Das ist natürlich eine ungute Kombi, ein Buch über toxische Familien und dann Stress zu Hause ... vielleicht nach dem Motto lesen, nicht nur bei uns tobt der Bär? Woanders noch viel schlimmer? :monocle Ist ein bisschen billiger Trost, aber bei mir funktioniert das manchmal. :think:helo

Möge die Göttin dir Kraft runterwerfen!
 

RuLeka

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30. Januar 2018
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Ich gestehe mal:

Ich bin aufgrund von Familienstress so ungeeignet für ein Buch über eine solche Familienaufstellung, dass ich heute morgen schon darüber nachgedacht habe, ob ich euch bitten soll, dass mir jemand das Buch abnimmt.
Meine Schwiegermutter ist in einer Verfassung, die von uns allen aktuell viel fordert (zur Zeit in der Klinik, von da aus demnächst in Pflege, hilflos und manchmal völlig wirr) und in meiner eigenen Kernfamilie (mit der jüngeren Tochter) gibt es auch erhebliche Probleme, letzteres schon eine ganze Weile und ich konnte damit halbwegs umgehen, aber die Kumulation im Moment macht mich fertig.
Aber ich möchte das Buch ja lesen ....
Und es ist ja nicht lang. Ich versuche dranzubleiben ...
Du bist gerade wirklich in einer schwierigen Situation. Da kann ich Dir nachfühlen. Aufgerieben zwischen den Generationen, und selbst bleibt man auf der Strecke.
Ich wünsche Dir viel Kraft für diese Zeit!
 

alasca

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13. Juni 2022
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Ich habe manchmal die schlechte Angewohnheit, Danksagungen oder Nachworte zuerst oder zwischendurch zu lesen. Dort betont der Autor, dass es sich um einen Roman handelt, der sich auf echte Personen gründet.
Also das Gegenteil dessen, was Autoren sonst so behaupten. Kann mir nicht helfen, ich finde das witzig! :smileeye
 
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RuLeka

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30. Januar 2018
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Ich habe manchmal die schlechte Angewohnheit, Danksagungen oder Nachworte zuerst oder zwischendurch zu lesen. Dort betont der Autor, dass es sich um einen Roman handelt, der sich auf echte Personen gründet.
Der Autor füllt natürlich die Leerstellen mit seiner Phantasie, deshalb Roman. Aber er stützt sich auf Briefe, Tagebücher und Gespräche.
 

Barbara62

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19. März 2020
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Baden-Württemberg
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Ich gestehe mal:

Ich bin aufgrund von Familienstress so ungeeignet für ein Buch über eine solche Familienaufstellung, dass ich heute morgen schon darüber nachgedacht habe, ob ich euch bitten soll, dass mir jemand das Buch abnimmt.
Meine Schwiegermutter ist in einer Verfassung, die von uns allen aktuell viel fordert (zur Zeit in der Klinik, von da aus demnächst in Pflege, hilflos und manchmal völlig wirr) und in meiner eigenen Kernfamilie (mit der jüngeren Tochter) gibt es auch erhebliche Probleme, letzteres schon eine ganze Weile und ich konnte damit halbwegs umgehen, aber die Kumulation im Moment macht mich fertig.
Aber ich möchte das Buch ja lesen ....
Und es ist ja nicht lang. Ich versuche dranzubleiben ...
Alles Gute für dich!
 

Barbara62

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19. März 2020
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Baden-Württemberg
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Ganz klar der Autorin. Die Familie hat das verletzte Schaf ausgesondert. Ich kenne einen Fall, wo es ganz genauso gelaufen ist. Eine Tochter der Familie war ein Opfer des Vaters geworden - die Mutter reagierte, indem sie die Tochter ins Internat steckte - die sich dadurch auch noch bestraft fühlte. Als sie später den Vater angeklagt hat, hat sich die gesamte Familie, alle Geschwister, die Mutter, gegen sie gestellt und sie als verrückt bezeichnet. Diese Frau hat mehrere Psychiatrien durchlaufen und ist nicht arbeitsfähig - was die Familie in ihrem Urteil bestätigt.
Ein schrecklicher Fall. Trotzdem: Bist du dir im Falle von Vigdis Hjort wirklich absolut sicher? Natürlich spricht einiges dafür, dass sie recht hat, aber wir kennen ausschließlich ihre Version. Ich höre eigentlich lieber beide Seiten, bevor ich mir ein Urteil bilde. Insofern blieb bei mir nach der Lektüre Unbehagen zurück, trotz der unbestritten großen Faszination.
Gibt es das Erwiderungsbuch der Schwester eigentlich auf Deutsch? Und wie heißt sie?
 
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alasca

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13. Juni 2022
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Ein schrecklicher Fall. Trotzdem: Bist du dir im Falle von Vigdis Hjort wirklich ganz sicher? Natürlich spricht einiges dafür, dass sie recht hat, aber wir kennen ausschließlich ihre Version. Ich höre eigentlich lieber beide Seiten, bevor ich mir ein Urteil bilde. Insofern blieb bei mir nach der Lektüre Unbehagen zurück, trotz der Faszination.
Gibt es das Erwiderungsbuch der Schwester eigentlich auf Deutsch? Und wie heißt sie?
Wie Vigdis Hjorth ihr Befinden, ihre Probleme und ihr Leben schildert - das ist absolut authentisch, auf keinen Fall erfunden. Natürlich steht Wort gegen Wort, dabei verliert immer diejenige, die die unliebsame Wahrheit sagt.

Die Frage ist doch: WARUM sollte sie lügen? Wohingegen die Gründe, es abzustreiten, auf der Hand liegen.

Die Schwester heißt Helga Flatland, das Buch heißt "Eine moderne Familie". Und reitet auf der Erfolgswelle der Schwester mit.
 

alasca

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13. Juni 2022
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Ich denke darüber nach, ob das Buch gerade deshalb legitim ist, WEIL Stolpe und Lagercrantz Prominente (in Schweden) waren und sind, oder ob es genau deshalb weniger legitim ist. Was wäre gewesen, wenn es um eine völlig Unbekannte ginge? Hätte das Buch dann überhaupt einen Verlag gefunden?
Solche Überlegungen bringen uns in Bezug auf den Roman nicht weiter.

Hätte Theresia Enzensberger einen Verlag für ihre Bücher gefunden, wenn nicht ihr Vater Magnus hieße? Und was ist mit Golo Mann? Klaus Mann? Dafür gibt es so viele Beispiele. Bei Schauspielern noch mehr.

Was das Ganze interessant, aber nicht zur Literatur macht, ist das Krasse in der Familiengeschichte. Schulmans Können macht Literatur daraus.
 

Barbara62

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Die Frage ist doch: WARUM sollte sie lügen? Wohingegen die Gründe, es abzustreiten, auf der Hand liegen.
Die Familie scheint ihr zu unterstellen, dass sie fantasiert und sich in den Mittelpunkt stellen will. Und man nicht bestreiten, dass es solche Fälle schon gab.

Die Indizien sprechen für sie, da bin ich einer Meinung mit dir, aber Indizien sind halt keine Beweise. Bei mir bleibt ein Rest Unbehagen zurück. Warum hat der Vater plötzlich aufgehört? Kann ein Pädophiler wirklich die Finger von den anderen Töchtern lassen?
 

Barbara62

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Baden-Württemberg
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Solche Überlegungen bringen uns in Bezug auf den Roman nicht weiter.
Die Frage nach der Legitimität muss schon erlaubt sein. Und daran schließt sich für mich die Frage an, ob man bei Prominenten mehr darf als bei Lischen Müller oder umgekehrt.
Ich gebe dir aber recht, dass der Roman absolut faszinierend ist. Ich habe schon "Die Überlebenden" mit großer Begeisterung gelesen und bin nun, nachdem ich den zweiten LA durch haben, wieder hin und weg.
 

RuLeka

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30. Januar 2018
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Hätte Theresia Enzensberger einen Verlag für ihre Bücher gefunden, wenn nicht ihr Vater Magnus hieße? Und was ist mit Golo Mann? Klaus Mann? Dafür gibt es so viele Beispiele. Bei Schauspielern noch mehr.

Was das Ganze interessant, aber nicht zur Literatur macht, ist das Krasse in der Familiengeschichte. Schulmans Können macht Literatur daraus.
Schulmann Bücher sind in Schweden Bestseller, weil er aus einer berühmten Familie stammt. Aber das ist in seinem Fall nicht ausschlaggebend. Bücher von Prominenten gibt es auch bei uns wie Sand am Meer und die Schlüssellochperspektive auf Menschen der Öffentlichkeit verkaufen sich gut. Aber solche Bücher landen nach einem kurzen Hype auf dem Ramschtisch.
Was Schulman aus seiner Familiengeschichte macht ist in meinen Augen Literatur und verdient deshalb jede Aufmerksamkeit.
Die Schwester heißt Helga Flatland, das Buch heißt "Eine moderne Familie".
Hab ich vor Jahren gelesen, ohne diesen Hintergrund zu kennen. Meine damalige Rezension steht hier:
Ich habe jetzt noch einmal recherchiert: Es ist Helga Flatland, aber das Buch heißt Fri vilje und ist nicht auf Deutsch erschienen.

Ich habe jetzt noch einmal recherchiert: Es ist Helga Flatland, aber das Buch heißt Fri vilje und ist nicht auf Deutsch erschienen
Damit ist mein obiger Beitrag unnötig.
 

Die Häsin

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11. Dezember 2019
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Rhönrand bei Fulda
Erstmal danke euch allen für den freundlichen Zuspruch!

Was, soweit ich sehe, noch niemand angesprochen hat im Zusammenhang mit dem Großvater, ist seine offensichtliche Genialität. Die streicht ja auch der Autor selbst heraus. Er stellt fest, dass sein Großvater in dem Alter, in dem er (der Autor) gerade ist, bereits brillante literaturtheoretische Abhandlungen geschrieben hat. Und wie der Großvater liest - schräg von einer Ecke zur anderen in Sekundenschnelle, und doch geht ihm kein Wort verloren -, das spricht ebenfalls dafür, dass er intellektuell ein einsames Genie ist.

Das entschuldigt natürlich nicht seine soziale Inkompetenz, seinen völligen Mangel an Empathie, selbst der engsten Familie gegenüber. Aber von "Schuld" sollte man vielleicht bei einem solchen Thema gar nicht erst sprechen. Es wäre auf jeden Fall der Ansatz einer Erklärung dafür, dass er alle seine Mitmenschen ausschließlich in ihrer Beziehung zu ihm selbst definiert, ihnen quasi gar kein Eigenleben zugesteht; alle anderen haben, wenn es nach ihm geht, wie Trabanten um ihn zu kreisen.

Unglaublich armselig ist andererseits, wie er seine eigenen Bücher mit Anmerkungen wie "brillant" und "genial formuliert" versieht und dass er seinen Rivalen konsequent überall verreißt, und das sogar - finde ich geradezu unglaublich - in einem extra zu diesem Zweck geschriebenen Buch (S. 92). Ich wundere mich, dass ihn anscheinend niemand gefragt hat, warum er diesen Autor (Lagercrantz) so ausführlich behandelt, wenn er ihn für eine Niete hält. Darüber müsste man doch kein Buch schreiben. Die Selbstentlarvung, die mit solchen Aktionen verbunden ist (auch die Anmerkungen in seinen eigenen Büchern), entgeht ihm anscheinend völlig - meiner Meinung nach macht er sich damit selbst zur lächerlichen Figur, und dass er das nicht selbst merkt, zeigt einen erstaunlichen Mangel an Menschenverstand. Wie man sieht, schließt geistige Genialität vollkommene Doofheit nicht aus.

Was ich mich frage - er behauptet ja, Opfer eines "sexuellen Attentats" gewesen zu sein. Damit kann doch nicht die Erkenntnis gemeint sein, dass seine Frau ihn betrog? Unter einem sexuellen Attentat würde ich jedenfalls was anderes verstehen. Jetzt bin ich doch recht gespannt.
 

Bartie

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12. Juni 2021
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Ich bin mir nicht sicher, dass hier was fiktionalisiert ist. Alle Figuren werden mit ihren tatsächlichen Namen eingeführt, das spricht mehr dafür, eine wahre Geschichte präsentiert zu bekommen.
Ich bin auch der Meinung, dass die ganze Geschichte wahr ist und lese das Buch so, als wäre alles wirklich passiert.
 
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