Zerschunden: True-Crime-Thriller

Buchseite und Rezensionen zu 'Zerschunden: True-Crime-Thriller' von Michael Tsokos
4.5
4.5 von 5 (4 Bewertungen)

Der erste Thriller von Michael Tsokos basiert – wie könnte es anders sein – auf einem authentischen Fall und echten Ermittlungen. Sein Protagonist, Rechtsmediziner Dr. Fred Abel vom BKA, bekommt es mit einem europaweit agierenden Serienmörder zu tun:
Im Umkreis europäischer Flughäfen geschehen Schlag auf Schlag Morde an Frauen, die der Täter mit einer mysteriösen Parole beschriftet. Durch eine spezielle DNA-Analyse gerät der Ex-Soldat Lars Moewig in Verdacht – ausgerechnet ein alter Kumpel des Rechtsmediziners aus gemeinsamen Bundeswehrzeiten, dem Abel so brutale Verbrechen niemals zugetraut hätte. Doch Moewig fehlen die Alibis, und er wird in U-Haft genommen. Während Moewigs kleine Tochter an Leukämie stirbt, versucht Abel fieberhaft, den wahren Täter zu entlarven. Eine atemlose Verfolgungsjagd über den europäischen Kontinent gefährdet nicht nur Abels Leben. Und die Zweifel an der Unschuld seines alten Freundes erdrücken ihn fast.

„Nichts ist so grausam wie die Realität. „Zerschunden“ ist eine fulminante Mischung aus Fakten und Fiktion.“ Sebastian Fitzek

Format:Broschiert
Seiten:432
Verlag: Knaur TB
EAN:9783426517895

Rezensionen zu "Zerschunden: True-Crime-Thriller"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 16. Mai 2016 

    Der Miles-and-More-Killer...

    Wahre Kriminalfälle in fiktive Handlungen gekleidet - kann das denn funktionieren? Nun, Michael Tsokos tritt hier in seinem ersten True-Crime-Thriller den Beweis an und lässt den Rechtsmediziner Fred Abel vom BKA ermitteln. Es beginnt nahezu belanglos mit der Leiche einer alten Frau, die in ihrer Wohnung ermordet wurde. Alles sieht nach dem typischen Fall eines sog. 'Nachläufers' aus - jemand folgt einer wehr- und arglosen Frau bis zu deren Wohnung, schubst sie durch die gerade geöffnete Haustür und fesselt sie dann oder bringt sie, wie in diesem Fall, gleich um. Anschließend wird die Wohnung nach Wertsachen durchsucht. Doch Abel hat gleich ein ungutes Gefühl, als er die Leiche näher betrachtet: auf einem Bein der alten Frau hat der Täter einen Schriftzug hinterlassen: 'Respectez Asia'. Ohne noch wirklich zu wissen, was dahinter steckt, ahnt Abel bereits, dass sich dies noch zu einem großen Fall ausweiten wird.

    Der Täter hat kaum Spuren hinterlassen, so dass kein wirkliches DNA-Profil erstellt werden kann. Doch ein grobes Profil lässt sich durchaus ermitteln, und rasch steht fest, dass es sich bei dem Täter um einen schwarzhäutigen, afrikastämmigen Mann handeln muss. Als der ermittelnde Kommissar das grobe Ergebnis durch die Computerdateien jagt, tätigt das System tatsächlich einen Treffer. Doch Abel traut seinen Ohren nicht, als er den Namen hört - es handelt sich bei dem möglichen Täter um einen alten Freund des Rechtsmediziners aus Militärtagen. Doch nicht allein der Unglaube an die Täterschaft seines Freundes lässt Abel in dem Fall schließlich über die Maßen aktiv werden, sondern vor allem die Tatsache, dass die Tochter seines Freundes im Sterben liegt und sich nichts sehnlicher wünscht als noch einmal ihren Vater zu sehen.

    Die Ermittlungen ziehen sich letztlich quer durch ganz Europa. Der Täter scheint von Land zu Land zu eilen und jeweils in der Nähe der Flughäfen erneut zuzuschlagen. Was treibt den Mann an, wer ist es - und vor allem: wie ist er zu stoppen?

    Die wechselnde Perspektive zwischen dem ermittelnden Rechtsmediziner einerseits und dem Täter andererseits verschafft dem Leser recht eindringliche Einblicke in den Fall. Sowohl die Begleitung der Gedanken, Erinnerungen und überaus brutalen Taten des Serienmörders, der rasch als der Miles-and-More-Killer bezeichnet wird, als auch die z.T. sehr detaillierte Schilderung gerichtsmedizinischen Vorgehens verlangen dem Leser einiges ab. Zart besaitet sollte man da eher nicht sein. Dank des wahren Hintergrundes sowie der langjährigen eigenen Erfahrung des Autors als Rechtsmediziner wird den Schilderungen eine besondere Authentizität verliehen. Aber auch der Humor kommt hier nicht zu kurz - wenn es sich auch zugegebenermaßen meist um eher schwarzen Humor handelt. So zum Beispiel, als sich der Anrufbeantworter des kauzigen Rechtsmediziners aus Bari meldet: 'Dottore Solarino. Wenn Sie bei mir anrufen, sind Sie entweder tot oder haben andere schwerwiegende Probleme.'

    Auch wenn die Identität des Täters für mein Empfinden zu früh gelüftet wurde und das Buch stellenweise durchaus auch einige Längen aufweist, was zulasten der Spannung ging, konnte mich das Gesamtkonzept letztlich überzeugen. Und so werde ich sicher bald auch den zweiten Band um den Rechtsmediziner Fred Abel lesen - nicht zuletzt deswegen, weil dieser Thriller mit einem echt fiesen Cliffhanger endete.

    Für Thrillerfans, die an wahren Gegebenheiten und Hintergründen interessiert sind, in jedem Fall empfehlenswert...

    © Parden

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Dez 2015 

    Gänsehaut

    Der Thriler von Michael Tsokos heißt "Zerschunden", und wird als True-Crime-Thriller bezeichnet. Das Cover des Buches sieht interessant aus. Es macht definitiv neugierig auf den Inhalt, der im Klappentext kurz aber prägnant beschrieben wird.
    Im Buch selbst geht es um den Rechtsmediziner Fred Abel, der in Berlin beim BKA in der Zentrale für Extremdelikte arbeitet. Er hat ein tolles Team, mit dem er sich gut versteht. Als Irina Petrowa ermordet aufgefunden wird, wird Fred Abel hinzugezogen. Obwohl er schon viel erlebt hat an Grausamkeiten ist er doch schockiert. Der Täter hat die alte Frau erwürgt und ausgezogen, und ihr etwas auf den Körper geschrieben, und sie anschließend wieder komplett angezogen. Abel veranlasst mit den Hautfetzen die unter Irina Petrowas Fingernägeln gefunden wurden einen Haplotest. Dieser kann die Tätergruppe ziemlich genau eingrenzen, was bei der Ermittlung des Mörders oft sehr hilfreich ist, denn ansonsten gibt es momentan keine konkreten Beweise, die den Täter überführen könnten. Als das Ergebniss feststeht, stellt sich heraus, dass das Profil auf einen Freund von Abel zutrifft. Sie waren früher gemeinsam beim Militär und haben sich sehr gut verstanden. Um so erstaunter ist Abel, denn er kann seinem langjährigen Freund Lars Moewig so eine Tat nicht zutrauen. Doch leider hat Moewig kein Alibi, schlimmer noch, er befand sich zur Tazeit sogar in unmittelbarer Nähe. Folglich wird er in Untersuchungshaft gesteckt, wo Abel ihn aufsucht um Antworten zu bekommen. Dort bemerkt er, dass Lars sich verändert hat, traut ihm so einen Mord aber dennoch nicht zu. Als Abel nun erfährt, dass Moewigs Tochter im Sterben liegt, muss er alles daransetzen um Moewigs Unschuld zu beweisen. Denn seine Tochter Lilly hat nur noch wenige Tage zu Leben und ihr größter Wunsch ist ihren Vater bei sich zu haben. So beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn Abel muss den echten Mörder finden, denn nur so wird Lars Mooewig entlastet.
    Mir hat dieses Buch sehr, sehr gut gefallen. Ich muss gestehen, dass mir Thriller von deutschen Autoren meist nicht so gut gefallen. Sie sind meist seichter, nicht so spannungsgeladen. Aber Michael Tsokos hat mir mit seinem Buch gezeigt, dass das nicht immer zutrifft. Denn dieses Buch war sehr spannend. Die Hauptstory um den Mord ist sehr facettenreich und spannend beschrieben. Toll ist auch, dass man einen Einblick in die Arbeit in der Rechtsmediziner bekommt. Habe vorher noch nie von der Bestimmung des Haplotypen gehört,fand ich sehr aufschlussreich. Die persönliche Seite von Fred Abel fand auch Platz in der Story, und auch die sagte mir zu. Einziger Wermutstropfen ist und bleibt, dass das Buch ein Ende hat, welches den Leser im unklaren läßt. Mann....wann kommt die Fortsetzung!

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 08. Dez 2015 

    Zerschunden

    Michael Tsokos ist ein ausgewiesener Fachmann auf seinem Gebiet. Als Forensiker und Leiter eines Instituts für gerichtliche Medizin ist er geradezu prädestiniert seine Erfahrungen zu Papier zu bringen. Er tut das zusammen mit dem Schriftsteller Andreas Gößling in einem Thriller der sehr klug Fakten und Fiction mischt.
    Es wechseln sich zwei Perspektiven ab: die eines offensichtlich psychisch gestörten Killers, ein Soziopath, der Lust und Befriedung aus seinen Morden zieht und die von Fred Abel, Gerichtsmediziner, Forensiker beim LKA und charistmatischem Ermittler. In den ersten 150 Seiten liest sich der Part des Fred Abel fast wie ein Sachbuch, die Ermittlungsarbeit, die Tätigkeitsfelder werden exakt und unaufgeregt beschrieben. Das hat eine ganz eigene Faszination und man spürt die enorme Sachkenntnis von Michael Tskokos. Die Täterperspektive, die bereits im Prolog 5 Jahre früher einsetzt, ist kalt und grausam, die Lust des perversen Täters am Quälen und Töten ist zu spüren. Dieser Part hat eine ganz eigene Faszination und ist für mich schwer erträglich.
    Dann aber wird Fred Abel persönlich in einen Fall verwickelt und verlässt sein Institut und beginnt selbst zu ermitteln und nun nimmt die Geschichte Fahrt auf.
    Eine alte Dame wird ermordet aufgefunden, die Leiche ist mit dem Schlagwort „Respectez Asia“ gekennzeichnet, Abels gelingt es aus Resten von Hautpartikeln den sogenannten Haplotyp isolieren. Eine grobe Zuordnung, aber der Computer spuckt tatsächlich eine Übereinstimmung aus. Lars Moewig, Abels Freund aus der gemeinsamen Bundeswehrzeit, der aber psychisch schwer gezeichnet aus dem Afghanistaneinsatz zurückkam und kaum mehr Fuss im Zivilleben fassen konnte. Der Verdacht erhärtet sich, als eine zweite Tote aufgefunden wird, getötet in London, nahe bei Heathrow und wieder war Lars Moewig zur Tatzeit vor Ort und hat kein Alibi. Moewig ist aggressiv, gestört und macht es Abels nicht leicht, Zugang zu ihm zu finden, der Kamerad von einst scheint kaum noch vorhanden. Trotzdem verbürgt sich Abels für seinen früheren Freund und wirft sämtliche Regeln und Vorschriften über Bord und jettet durch Europa um den wahren Täter zu finden. Der einzige Halt in Moewigs Leben ist seine Tochter Lilly, die allerdings mit fortgeschrittener Leukämie in der Charité liegt und ihren Vater noch einmal sehen möchte. Abels hat nicht viel Zeit Moewigs Unschuld zu beweisen.
    Ab jetzt wird für mich die Figur des Fred Abels überzeichnet, er bekommt fast Superheldenzüge. Er kennt überall zufällig die richtigen Leute, bekommt überall sofort Zugang zu Akten und Behörden, die Nennung seines Namens reicht. Er findet Spuren und Hinweise, die erfahrenen Beamten verborgen blieben und zieht sofort die richtigen Schlüsse. Das er daneben noch gut aussieht, ein fast vorbildliches Eheleben führt, über Empathie, Witz und Esprit verfügt und ein breites Wissensspektrum hat ist fast selbstverständlich.
    Aber das ist mein einziger Kritikpunkt. Tempo und Spannung stimmen, die Handlung wird forciert vorangetrieben, die Wechsel der Perspektive bauen noch mehr Psychothrill auf und der Leser, der mit Abel an Lars Moewigs Unschuld glaubt ( wenn ein Verdächtiger so stark in den Mittelpunkt gestellt wird, ist der im Roman meist unschuldig) wird lange auf die Folter gespannt.
    Sehr geschickt das Ende des Romans, der bereits die Fortsetzung anreißt.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 30. Okt 2015 

    interessanter und fesselnder Beginn einer True-Crime Trilogie

    Inhalt:
    Fred Abel ist Rechtsmediziner beim Bundeskriminalamt. Ein alter Freund von ihm wird des Mordes bezichtigt. Er soll der Serienkiller sein, der immer in der Nähe von Flughäfen ältere Frauen umbringt. Dieser bestreitet die Taten und Abel glaubt ihm. Nun heißt es nur den wahren Täter finden, der Europaweit agiert und das schneller als die Tochter seines Freundes an Leukämie stirbt, damit dieser bei ihr sein kann.

    Meine Meinung:
    Michael Tsokos ist mir ein Begriff durch seine Zusammenarbeit mit Sebastian Fitzek bei Abgeschnitten. Die Interviews die es damals mit ihm und Fitzek zu sehen und lesen waren fand ich sehr interessant, vor allem das die Wahrheit viel grausamer ist als ein Thriller zeigen kann. Umso neugieriger war ich dann nun auf seinen True-Crime-Thriller. Ein Buch das sogleich auf meiner Wunschliste und recht bald auch auf meiner Leseliste landete.

    Der Einstieg fiel mir leicht. Der Fall war von Beginn an interessant und fesselte mich von der ersten Seite an. Michael Tsokos hat hier einen Thriller geschrieben der flüssig und vor allem auch verständlich geschrieben ist. Das ist gewiss nicht so leicht, wenn man überlegt das wahre Begebenheiten mit einfließen und man gewiss oft in Fachsprache verfällt.

    Die Figur Fred Abel war mir gleich sympathisch. Das machte das Lesen natürlich leichter. Ein Rechtsmediziner mit Liebe zum Job und viel Gefühl. Vor allem Mitgefühl. Er startet Ermittlungen zum dem Nachläufer Fall um seinen alten Freund aus dem Gefängnis zu holen. Dabei reist er viel hin und her und übergeht auch Vorschriften. Das kommt nur glaubwürdig rüber, weil er eben Rechtsmediziner und kein richtiger Ermittler ist, der sich an die meisten Vorschriften halten muss.
    Andere Figuren gibt es einige. Angefangen beim Freund von Abel, mögliche Täter, Verwandte und so weiter. Doch es bleibt überwiegend überschaubar. Nur in ein zwei Situationen musste ich überlegen wer derjenige nun genau ist und welche Funktion er in der Geschichte hat, aber das kann auch an meiner Müdigkeit gelegen haben.

    Zerschunden ist der Beginn einer Trilogie. Ich wusste zwar schon das es bald einen weiter Teil geben wird, aber das es eine Trilogie wird war mir unbekannt. So endet dieser Band auch mit einem Cliffhanger. Der Fall ist abgeschlossen, doch man ahnt schon wie es weiter geht, auch weil Tsokos in seinem Nachwort einen Einblick auf Band zwei gibt. Das Nachwort finde ich mit am Wichtigsten in diesem Buch. Man erfährt nicht nur mehr über den zweiten Band sondern auch was an der Geschichte r auf wahre Begebenheiten beruhen. Für mich eine gute Auflösung der Geschichte und ein passender Abschluss.