Zack Herry / Der Schrei des Engels: Thriller

Rezensionen zu "Zack Herry / Der Schrei des Engels: Thriller"

  1. Tick Tack Zack

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 19. Jan 2020 

    Helene Svensson, eine junge Sozialarbeiterin wird von mehreren Männern vergewaltigt und schwer verletzt zurückgelassen. Kurz darauf geht ein Video von Helene online. Als die Polizei zum vermeintlichen Tatort kommt, gerät sie unter schweren Beschuss. So wird die Sonderermittlungseinheit hinzugezogen und Zack Herry muss verdeckt ermitteln. So gerät Zack an Augeas Longfellow, den „König“ des Viertels, der ihm ein Ultimatum stellt: wenn Zack nicht binnen 24 Stunden Helene findet, eröffnet Augeas die Jagd auf ihn und die verletzte Frau.
    Stallhagen, Stockholm, ein Bezirk im Ausnahmezustand. Für eine Nacht und einen Tag wird der „Stall“ zum Kriegsgebiet. Mittendrin der schwedische Herkules, der den Stall des Augeas ausmisten muss. (Bei dieser Analogie zur griechischen Mythologie leuchten meine Augen vor Freude!) Zwischen rivalisierenden Drogenhändlern, Asylwerbern, den Verzweifelten, Vergessenen, Elenden muss sich Zack gemeinsam mit seiner Partnerin Deniz im wahrsten Sinne durchschlagen. Es ist ein politischer Brennpunkt, der Ausländerhass schwelt, die Gefahr für Zack wächst von innen und außen. Dabei bedient sich das Autorenduo Mons Kallentoft und Marcus Lutteman in diesem vierten Band der „Herkulesserien“ eines ganz besonderen Mittels. Tick, tack, die Zeit läuft erbarmungslos: Gleichsam in Echtzeit jagen, kämpfen, hetzen, treten, schlagen wir mit Zack durch Stallhagen. Sehen zu wie die Zeit abläuft. Der Leser hat gemeinsam mit Zack einen Wissensvorsprung. So wissen wir, dass Helene und Zack ein belastendes Geheimnis verbindet. Und es wäre keine griechische Tragödie, hätte nicht auch noch Olympia Karlsson wieder einmal ihre Finger mit im Spiel. Wir rasen mit Zack auf ein dramatisches Ende zu, die Lösung liegt auf der Hand. Jetzt wird sie auch erstmals ausgesprochen.

  1. Der Vorort

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 14. Jul 2019 

    Sie arbeitet in einem Vorort Stockholms, sie setzt sich für die ein, die in der Gesellschaft zu kurz kommen. Und gerade in diesem Vorort wird sie verschleppt und grausam zugerichtet. Doch es besteht die Hoffnung, dass sie noch lebt. Als die örtliche Polizei nicht weiterkommt, wird Zack Herry von der Sondereinsatzgruppe in den Vorort geschickt. Seine Zeit ist knapp, denn die Verletzungen der jungen Frau sind schwer und der Clanführer des Vororts gibt ihm nur 24 Stunden, dann wird Zack selbst der Gejagte sein.

    Nach dem Tod seiner Freundin Mera hat sich Zack eigentlich nur oberflächlich wieder gefangen. Bis ins Letzte aufgeklärt ist der Mord noch nicht. Und nun muss er sich mitten hinein begeben in diesen Vorort, der der normalen Polizei nicht mehr zugänglich scheint. Die Straßen werden von teilweise rivalisierenden Gangs beherrscht. Und deren Mitglieder werden immer jünger. Für die junge Sozialarbeiterin Helene muss es wie ein Kampf gegen Windmühlen gewesen sein. Doch sie tat ihr möglichstes, dennoch ist sie es, die irgendwo gefangen gehalten wird. Zack kennt Helene aus seiner Kindheit. Sie teilen ein Geheimnis. Kann er überhaupt der Richtige sein, der sich zu ihrer Rettung aufmacht? Natürlich übernimmt Zack den Einsatz, um seine Jugendfreundin zu retten.

    Es gibt diese Vororte nicht nur in Schweden und ihre Beschreibung kann nur deprimieren. Wie sooft fragt man sich, was falsch gelaufen ist und wie man es wieder auf die Reihe kriegt. Und man hat keine Antwort, was eigentlich das Schlimmste an der Sache ist. Auch Zack Herry kann das Problem der verlorenen Bewohner der Vorstädte nicht lösen. Er macht sich auf seine schwedische Freundin zu suchen. Hätte sei einen Migrationshintergrund, wäre dann solch ein Aufwand getrieben worden? Minutengenau und mit wechselnden Schauplätzen werden die ungefähr 24 Stunden geschildert, die Zack bleiben, um die junge Sozialarbeiterin zu finden. Brutal geht es zu in der Welt dieser Vorstadt, das muss man als Leser schon aushalten. Denn dem Autoren-Duo ist es gelungen, einen ausgesprochen spannenden und bitteren Kriminalroman zu schreiben, in dem Zack Herry vagen Spuren folgt und Hinweise findet, die seine eigene Welt berühren. Am meisten durchgerüttelt wird man allerdings von den düsteren Beschreibungen der Geschehnisse in einem Vorort, der wie ein fremdes Land wirkt. Eine packende Reihe, deren vierter Band mit einem fiesen Cliffhanger endet.