Yadriel und Julian. Cemetery Boys

Buchseite und Rezensionen zu 'Yadriel und Julian. Cemetery Boys' von Aiden Thomas
4.75
4.8 von 5 (4 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Yadriel und Julian. Cemetery Boys"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:400
Verlag: Dragonfly
EAN:9783748801818

Rezensionen zu "Yadriel und Julian. Cemetery Boys"

  1. Spannende Fantasy-Geschichte zum Thema Selbstfindung, Liebe und

    Cover:
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    Das Cover erinnert durch die Farbenpracht und die beiden Totenköpfe unten direkt an den Día de Muertos. Es ist wunderschön und im Laden ein echter Eyecatcher.

    Inhalt:
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    Yadriel ist ein transgender Junge, der auf Jungs steht. Damit ist er zusammen mit seiner veganen Cousine Maritza das "rosa Schaf" in der Familie. Beide sind in einer Familie voller Brujx aufgewachsen, die die Fähigkeit haben, Geister von Toten zu sehen, Menschen zu heilen und die verstörten Geister ins Jenseits zu entlassen. Doch Yadriel wird aufgrund seiner sexuellen Ausrichtung in der Familie nicht anerkannt als "Brujo". Als aus dem Familienclan Miguel spurlos verschwindet, will Yadriel bei der Suche nach ihm beweisen, dass er dazugehört. Dabei beschwört er aus Versehen den Geist von Julian herbei. Eigentlich können sich beide nicht ausstehen, aber es sind noch andere Jugendliche verschwunden und bei der gemeinsamen Suche nach der Wahrheit kommen sich Yadriel und Julian immer näher, geraten aber gemeinsam mit Maritza auch in große Gefahr.

    Mein Eindruck:
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    Mich hat die Geschichte sehr gereizt, denn ich habe vom Día de Muertos schon einiges gehört. In dieser Geschichte taucht man noch stärker in diese Welt ein und erfährt mehr über die Traditionen dieses Feiertages. Auch war dies mein erster Roman mit einem transgender Protagonisten und ich war mir unsicher, ob ich mich entsprechend einfühlen könnte. Ich kann nur sagen: Ich konnte! Aiden Thomas erzählt mitfühlend, packend und immer mit einer Prise Humor die Geschichte der drei Hauptfiguren Yadriel, Julian und Maritza. Alle drei entwickeln sich weiter. Ich habe mitgefiebert, gelacht, war teilweise nachdenklich und gefesselt. Man erfährt erst spät, was mit den verschwundenen Jugendlichen passierte und ich war gespannt, ob es für die beiden Jungs ein Happy End geben würde. Es ist eine Geschichte über Tod und Leben, Freundschaft, Liebe, der Suche nach sich selbst und nach Akzeptanz. Aiden Thomas hat es geschafft, all diese Themen zu einem toll komponierten Roman zu verarbeiten, der an nichts zu wünschen übrig lässt.

    Das einzige, dass erwähnt werden sollte, ist die Tatsache, dass viele spanische Begriffe zwischendurch ohne Fußnote oder Erläuterung verwendet werden. Das macht die Handlung und das Gesagte authentisch und vermittelt so auch den richtigen Flair der Latinx. Ich empfand dies als wohltuend und bereichernd, da ich selber Spanisch verstehe. Zwar sind viele Aussagen sicherlich intuitiv zu verstehen, an einigen Stellen wären Erläuterungen für Menschen mit fehlenden Spanischkenntnissen aber sicher hilfreich.
    Ich freue mich, dass es eine Fortsetzung geben wird!

    Fazit:
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    Eine fantasiereiche, spannende und teils humorvolle Queer-Geschichte rund um den Día de los Muertos"

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  1. 4
    07. Jul 2022 

    Ein außergewöhnliches Jugendbuch

    In seiner traditionellen Familie hat es Yadriel nicht leicht, als er selbst anerkannt zu werden. Als er ein wichtiges Brujo-Ritual kurzerhand allein mit seiner Cousine durchführt, überschlagen sich danach die Ereignisse und auf einmal hat er den Geist von Julian, einem Mitschüler aus der Highschool, an der Backe – als hätte er gerade sonst keine anderen Probleme am Hut.
    Yadriel und Julian ist ein, wie ich finde, wirklich außergewöhnliches Buch, das die Coming-of-Age-Geschichte eines trans Jungen vor dem Hintergrund der Brujx-Kultur und dem Día de los Muertos erzählt. Für mich hat diese einzigartige Kombination von Themen toll funktioniert und Yadriels Geschichte wird mir auf jeden Fall lange im Gedächtnis bleiben.
    Das außergewöhnliche Setting sorgt auf jeden Fall dafür, dass die Entwicklung im Buch kaum vorhersehbar ist und durchweg spannend bleibt. Yadriel und Julian waren mir außerdem gleichermaßen sympathisch, so dass es viel Spaß gemacht, die Geschichte an ihrer Seite zu verfolgen. Einen kleinen Tick mehr Tiefe hätte ich mir ab und zu gewünscht, aber das ist eventuell dem Genre geschuldet und hat der Lesefreude trotzdem keinen Abbruch getan.
    Wer Lust auf ein außergewöhnliches Jugendbuch mit besonderem Setting, ordentlich Spannung und einem Hauch Magie hat, der ist hier auf jeden Fall genau richtig – und eine süße Liebesgeschichte gibt es auch noch obendrein. Von mir gibt es also eine klare Leseempfehlung – und Aiden Thomas werde ich definitiv im Auge behalten.

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  1. 5
    01. Jul 2022 

    Ein absolut empfehlenswerter Fantasy Roman mit queerer Besetzung

    Im Buch geht es um Yadriel, der möchte das traditionelle Ritual durchführen, dass ihn vor den Augen der Santa Muerte zu einem brujo macht. Also jemanden, der die Welt vor maligno schützt, das sind Geister, welche böse geworden sind. Das Problem ist nur, dass er trans ist und seine Gemeinde ihn das Ritual nicht durchführen lassen möchte…
    Daraufhin zieht Yadriel das eben alleine (bzw. mithilfe seiner Lieblingscousine Maritza durch). Und es klappt! Also so gut wie. Es ist halt blöderweise der falsche Geist. Vor ihm steht Julian Diaz, wunderschön und leider tot. Sie beschließen sich zusammenzutun, um aufzuklären, was vor sich geht und wie Julian verstorben ist.

    Die Charaktere im Buch sind ganz wunderbar. Sie wirken sehr echt, haben kleine liebreizende Fehler und sind interessant. Die Liebesgeschichte zwischen Yadriel und Julian ist wirklich zauberhaft. Zu sehen, wie sie sich immer mehr und mehr entwickelt, hat richtig Spaß gemacht. Auch viele der Nebencharaktere haben diverse Identitäten, was die Geschichte noch einmal auffrischt.
    Die Story ist sehr spannend.Sie hat mich wirklich mitgerissen. Der Twist war etwas voraussehbar und doch hat mir das Buch sehr gefallen, weil es von den Charakteren und dem Setting getragen wurde.
    Das Buch spricht einige Missstände offen an. Hier vor allem Rassismus und Transfeindlichkeit. Der Rassismus, den latinx Communitys ertragen müssen und wie sich das konkret auswirkt/ auswirken kann, wird benannt. Genauso wird Transfeindlichkeit angesprochen, welche Yadriel erlebt. Zum einen ganz offene, wie der Fakt, dass er das Ritual für Jungen nicht mitmachen darf, oder subtile, die er jeden Tag durchmachen muss, zum Beispiel dass er misgendert wird.
    Es gibt jedoch viele Stellen, wo gegen Transfeindlichkeit vorgegangen wird, was besonders schön zu lesen ist.
    Die Kultur, welche wir durch Yadriel kennenlernen durften, war super spannend. Man konnte richtig eintauchen in die latinx Gemeinde und vor allem in die fiktionalen Feierlichkeiten um den Dia de Muertos.
    Das Ende selbst war spannend und dann auch sehr euphorisch, weswegen ich das Buch für mich persönlich schon als Wohlfühlbuch einstufen würde.

    Das Buch bekommt eine klare Empfehlung von mir und ist definitiv spannend für Fantasy Fans, vor allem die Fans, die queere Fantasy mögen.

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  1. Ein längst überfälliges Jugendbuch

    Ein Wahnsinns-Cover! In einer Zeit, in der Frida Kahlo wieder eine bekannte Persönlichkeit ist und Totenköpfe längst salonfähig und jenseits von Rockersmbolen angesiedelt sind, ist ein Jugendbuch mit einer Trans-Hauptfigur längst überfällig.
    Wunderbar auch, dass man beim Öffnen des Buches gleich auf einen Einleger über das Pan De Muerto und die Tradition der Totenverehrung in Mexiko trifft. Auch das passende Rezept findet sich hier. Wer den Dia de Muertos noch nicht kannte, ist jetzt auf das Buch vorbereitet.
    Schnell liest man sich in die doch eher fremde Kultur ein. Yadriel, Tito und Maritza, die dem kurvenreichen Schönheitsdeal entspricht, werden schnell zu guten Bekannten. Der Totenkult Mexikos und der damit verbundene Geisterglaube ist uns so fremd, und doch liest man wie selbstverständlich von pfirsichfarbenen Grabsteinen und verfolgt die Begegnung mit dem Geist Tito. Keinen Augenblick kommt der Eindruck auf, diese Welt ist einer Harry Potter Phantasie entsrpungen. Aiden Thomas führt uns von Zimmerarrest zu Geisterbegegnungen, über Fast Food Müll zu Transgender. Das Buch kommt ohne aufgesetzte Gendergerechtigkeit aus. Die Selbstverständlichkeit der sexuellen Orientierung ist heute noch in vielen Kreisen der Gesellschaft aufgezwungen oder aufgesetzt. Von der Anerkennung im Kopf bis zur Normalität im Alltag ist ein weiter Weg, die Jugend hat aber eine Chance in dieser Welt ganz normal zu leben und was heute noch als anders empfunden wird, wird ein Teil werden. Wie in diesem Buch.

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