Wüstenblume

Buchseite und Rezensionen zu 'Wüstenblume' von Waris Dirie
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5 von 5 (1 Bewertungen)

Das Leben der aus Somalia stammenden Waris Dirie, das sie in ihrer Autobiographie Wüstenblume beschreibt, liest sich wie ein modernes Märchen vor exotischer Kulisse. Zu einem richtigen Märchen gehört auch eine gehörige Portion Grausamkeit und Gewalt und nicht zu vergessen, das Wichtigste: ein Happy-End.

Geboren wurde Waris in der Wüste Afrikas, zog mit ihrer Familie, einem Nomadenstamm, von Wasserstelle zu Wasserstelle, ständig im Kampf ums tägliche Überleben. Sie hütete die Tiere, und der erste grausame Einschnitt in ihre Welt der Kindheit war ihre Beschneidung mit fünf Jahren. Mit vierzehn wollte sie ihr Vater dazu zwingen, einen viel älteren Mann zu heiraten. Waris rebelliert und sieht keine andere Möglichkeit, als wegzulaufen, um ihrem Schicksal zu entkommen. Sie flieht in die Hauptstadt Mogadischu und bekommt die Chance, als Dienstmädchen mit dem somalischen Botschafter, einem Verwandten ihrer Mutter, nach London zu reisen.

Mit welcher Schlitzohrigkeit es Waris gelingt, nachdem ihr Onkel wieder zurück nach Somalia berufen wird, in London zu bleiben, sich ihr Überleben zu sichern, sogar britische Bürgerin zu werden, liest sich überaus amüsant. Ein Fotograf, der sie entdeckt hat, bekniet sie tatsächlich zwei Jahre lang, Aufnahmen von ihr machen zu dürfen.

Sie hat es ihrer ungeheuren Zähigkeit zu verdanken, die sie schon früh als Nomadenmädchen erlernt hat, daß sie mittlerweile zu den Topmodels der Modebranche gehört. Seit einiger Zeit setzt sie sich vehement als UNO-Sonderbotschafterin gegen die Genitalverstümmelung von Frauen ein, die sie selbst schmerzvoll erlitt. --Manuela Haselberger

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:356
Verlag: Knaur TB
EAN:9783426779781

Rezensionen zu "Wüstenblume"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 01. Dez 2015 

    Vom Kind zur Wüstenblume

    Auf Grund vom Empfehlung habe ich mir dieses Buch gekauft und war einerseits begeistert anderseits entsetzt zu lesen wie junge Mädchen in Regionen des Islams auch heute noch beschnitten,gedemütigt und verstümmelt werden.

    Die 5 jährige Warie wächst in einem Nomadendorf auf wo sie eines Tages auf Grund von Ritualen beschnitten wird. Nach vielen Schmerzen und Qualen überlebt sie das ganze was nicht bei allen Mädchen der Fall ist.
    Als sie dann jedoch mit 13 J. auch noch zwangsverheiratet werden soll mit einem viel älteren Mann flieht sie nach Somalia zu Verwandten. Dort wächst sie dann auf, arbeitet als Dienstmädchen, lernt Englisch und wird schließlich von einem Starfotograf entdeckt. Schließlich wird sie ein bekanntes und gutbezahltes Model, doch ihre Kindheit lässt sie nie los.

    Noch heute kämpft sie gegen dieses grausame Ritual kleine Mädchen zu beschneiden.

    Das 280 Seiten dicke Buch ist sehr gut geschrieben, bei manchen Seiten kamen mir auch fast die Tränen als ich sie las und da ich bis dahin dieses Ritual nicht kannte war diese ganze Thematik für mich neu und ich war wirklich bestürzt das es auch heute teilweise immer noch ausgeübt wird.
    Ich hoffe nur das in Zukunft dieses Ritual weltweit verboten wird.