Wolfswut: True-Crime-Thriller

Buchseite und Rezensionen zu 'Wolfswut: True-Crime-Thriller' von Andreas Gößling
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

2016 in allen Schlagzeilen - aktueller und authentischer als Andreas Gößlings Thriller kann True Crime nicht sein!

Ein paar harmlos aussehende Fässer in der Garage ihres verstorbenen Vaters verwandeln das Leben von Lotte Soltau in einen Trümmerhaufen: In den Fässern lagern fünf brutal zerstückelte Frauen, teilweise müssen die Verstümmelungen bei lebendigem Leib zugefügt worden sein. Während Lotte noch versucht zu begreifen, wie ihr Vater, ein geselliger, musisch begabter Mann, zu den Taten eines Serienkillers fähig sein konnte, geschieht ein neuer grausiger Mord, diesmal an einem 16-jährigen Jungen. Und die Tat trägt eindeutig die Handschrift des toten Soltau …

Andreas Gößling, mit dem True-Crime-Genre bestens vertraut, verarbeitet den Fall eines deutschen Serienkillers zu einem schockierenden Thriller.

Format:Kindle Edition
Seiten:528
Verlag: Knaur eBook
EAN:

Rezensionen zu "Wolfswut: True-Crime-Thriller"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 01. Apr 2018 

    Beinharter Thriller

    Als Lotte Soltau den Nachlass ihres Vaters sichtet, stößt sie in einem Lagerraum auf eine Anzahl Fässer, in denen sich Körperteile ermordeter Frauen befinden. Wie kommt ihr allseits beliebter, sozial engagierter, geselliger und musisch begabter Vater, Alex Soltau, der ,,beste Paps der Welt“ für Lotte, zu solchen Fässern? Die Ermittlungen ergeben, dass die Frauen bei lebendigem Leib brutal zerstückelt wurden. Offenbar handelt es sich bei allen um einen ähnlichen, dunkelhaarigen, südländischen Frauentyp.
    Hauptkommissarin Kira Hallstein und ihr neuer Kollege Max Lohmeyer ermitteln und stoßen auf erste Spuren im Prostituiertenmilieu. KHK Kira Hallstein ist eine interessante, aber sehr schwierige Persönlichkeit, die es nicht nur ihren Kollegen, sondern auch dem Leser schwer macht, Sympathie aufzubauen. Vor fast 20 Jahren ist ihr Bruder spurlos verschwunden und sie gibt sich bis heute die Schuld daran. Aus diesem Grund verbeißt sie sich auch extrem in jeden Fall, der mit verschwundenen Personen zu tun hat. Max Lohmeyer, ein noch junger Kollege, der aus Bayern zum LKA Berlin gekommen ist, bewundert seine Vorgesetzte, beißt sich aber auch immer wieder an ihrer harschen Art die Zähne aus.
    Der Fall selbst ist rasant und sehr spannend, allerdings werden manche Szenen auch so detailreich und grausam geschildert, dass es für mich die Grenze des Erträglichen weit überschritten hat. Ich muss gestehen, dass ich manche Seiten nur noch überflogen habe, um mir nicht jede brutale Einzelheit der Taten allzu bildlich vorstellen zu müssen.
    Auch wenn mir das Ende etwas zu konstruiert erscheint, handelt es sich insgesamt um einen wirklich spannenden Thriller, der auf einem echten Fall beruht. Und man darf auf eine Fortsetzung mit Kira Hallstein und ihrem Kollegen Max Lohmeyer gespannt sein.
    Aber Achtung: nichts für schwache Nerven!

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 23. Feb 2018 

    Zorn und Wut machen den Menschen zum Tier

    "Zorn ist der Würger der Menschen; er untergräbt jedes Glück. Es gibt nichts Böses, was ein zorniger Mann nicht zu tun imstande wäre." (Mahābhārata)
    Nachdem Tod ihres Vaters Alex Soltau beschaut seine Tochter Lotte Hinterlassenschaften ihres Vaters. Unter anderem gibt es da eine alte Lagerhalle bzw. Garage, in der unter anderem 5 blaue Fässer stehen. Neugierig öffnet Lotte eines der Fässer und stellt mit entsetzen fest, das sich dort Körperteile eines Menschen befinden. Sofort ruft sie die Polizei, da sie annimmt, dass die Fässer jemand anderes dort gelagert hat. Kriminalhauptkommissarin Kira Hallstein und Kollege Max Lohmeyer ermitteln in dem Fall. Wie sich herausstellt, sind in den Fässern verschiedene Körperteile, unterschiedlichen Alters und fast alle von asiatischen Frauen, wahrscheinlich ehemalige Prostituierte. Da der Bauunternehmer, Hobbymusiker und großer Johnny Cash Fan Alex Soltau von allen geschätzt wurde, kann sich niemand vorstellen, das diese Fässer ihm gehören, geschweige den, das er diese Frauen getötet haben soll. Doch ein Blick in die Vergangenheit zeigt, das sein Leben gepflastert ist mit vielen Unfällen und Todesfällen in seinem Freundeskreis. Doch dann ereignen sich Morde neueren Datums und vor allem von männlichen Teenagern, teils nach demselben Muster. Die kann der tote Soltau ja nun nicht mehr getan haben, hat er doch einen Helfer? Für Kira Hallstein wird dieser Fall zur Zerreißprobe, bei ihr kommen Erinnerungen an ihren seit Jahren vermissten 17-jährigen Bruder Tobias wieder hoch. Wurde auch er ein Opfer Soltau´s oder hatte Soltau doch einen Partner, der jetzt weiter mordet?

    Meine Meinung:
    In diesem Buch verarbeitet der Autor den sehr brisanten Fall des 2014 an Krebs verstorbenen Manfred Seel. Auch hier fand die Tochter und ihr Mann Fässer mit Leichenteilen in einer angemieteten Garage. Vermutet wird, das mehr als 6 (wahrscheinlich 10) Menschen auf sein Konto gehen. Der Schreibstil des Autors ist sehr gut, am Anfang bis Mitte des Buches jedoch sehr langatmig, so das ich einige Male versucht war es zu beenden. Doch mein Durchhalten wurde belohnt, den spannend wird, die ganze Geschichte als man die Trophäenbücher Soltau´s entdeckt. Sie geben Einblick in Soltau´s Vergangenheit und seine Taten. Natürlich musste der Autor auch die Charaktere seiner Ermittler etwas nahebringen, doch dies war meiner Meinung nach viel zu ausführlich. Für mich liegt im Grunde der spannendste und fesselndste Teil erst ab Seite 263, der da heißt "Ort ohne Straße". Hier erlebte ich dann auch die nervenaufreibende Spannung, wo die Ermittler dem Täter immer weiter auf die Spur kommen. Auch wenn hier realistisches mit fiktivem gemischt wurde, ist dies ein sehr spannender Thriller, der mir teils sehr an die Substanz ging. Den Andreas Gößling hat hier nicht gespart darzustellen, wie der Täter seine Opfer getötet, gefoltert und zerstückelt hat. Deshalb kann ich dieses Buch auch nur Leser mit wirklich starken Nerven empfehlen. Trotzdem bin ich gespannt auf den nächsten Hallstein/Lohmeyer Fall und gebe 4 von 5 Sterne.