Wir standen nicht abseits: Frauen im Widerstand gegen Hitler

Buchseite und Rezensionen zu 'Wir standen nicht abseits: Frauen im Widerstand gegen Hitler' von Frauke Geyken
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Inhaltsangabe zu "Wir standen nicht abseits: Frauen im Widerstand gegen Hitler"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:352
Verlag: Beck C. H.
EAN:9783406659027

Diskussionen zu "Wir standen nicht abseits: Frauen im Widerstand gegen Hitler"

Rezensionen zu "Wir standen nicht abseits: Frauen im Widerstand gegen Hitler"

  1. Bis heute zu wenig beachteter Widerstand

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 02. Mai 2021 

    Überblicksdarstellungen beschränken sich aufgrund der Masse an Informationen oft auf reine Aufzählungen und vernachlässigen dabei strukturelle Fragestellungen. Frauke Geyken dagegen zeigt die wichtigsten Facetten des weiblichen Widerstandes an sieben Beispielen: Frauen, die selber Widerstand geleistet haben (Antje Hasenclever, Cato Bontjes van Beek, Sophie Scholl), die vom Widerstand ihrer Männer wussten und diese dabei unterstützen (Annedore Leber, Rosemarie Reichwein) und Frauen, die nicht informiert waren, „deren späteres Leben aber maßgeblich vom Widerstand bestimmt war“ (Inge Aicher-Scholl, Marie Louise von Scheliha). Dabei werden die Biografien nicht einfach aneinander gereiht, sondern in chronologischen und thematischen Blöcken immer wieder aufgegriffen und durch weitere Namen ergänzt. Gezeigt werden die unterschiedlichen Wege und Definitionen von Widerstand, das Problem der Kompromisse und Anpassungen, um das eigentliche Ziel nicht aufs Spiel zu setzen.

    Ein weiteres Highlight des Buches: Die Beschäftigung mit der „Roten Kapelle“ Nachdem die von der Gestapo unter diesem Namen subsumierten Personen jahrzehntelang als kommunistische Landesverräter verunglimpft wurden, ist die Beschäftigung mit ihnen umso wichtiger – und weit über ein Drittel der Verhafteten der „Roten Kapelle“ waren Frauen. Fast ein Drittel des Buches beschäftigt sich mit der Zeit nach 1945 und den sehr unterschiedlichen Formen des Umgangs der Frauen mit ihrer Vergangenheit, aber auch der Öffentlichkeit mit ihnen.
    Und neu für mich: Inge Scholl erreichte bald die Deutungshoheit über die Geschichte der Gruppe und, dass alle Mitglieder außer Sophie und Hans mehr und mehr aus der Wahrnehmung verschwanden. Das hat mich so neugierig gemacht, dass ich mit Maren Gottschalk, der Autorin einer Sophie Scholl-Biografie Kontakt aufgenommen habe und mir ihr Buch direkt gekauft habe.

    Und damit konnte ich wieder ein wichtiges Buch für mein Projekt #büchergegendasvergessen lesen...