Wie aus dem Nichts: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Wie aus dem Nichts: Roman' von Sabine Kornbichler
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Dana kann von ihrem Versteck aus hören, wie ihr Freund Alex erschossen wird. Starr vor Angst beobachtet die Inhaberin einer Alibi-Agentur, wie ein Mann mit Fuchsmaske kurz darauf die Wohnung verwüstet und dann einfach wieder verschwindet. Zunächst ist Dana überzeugt, dass Alex sterben musste, weil er als Enthüllungsjournalist zu viele Fragen stellte, doch die polizeilichen Ermittlungen ergeben schnell, dass er nicht der war, der er vorgab zu sein ...

Format:Kindle Edition
Seiten:368
Verlag: Piper ebooks
EAN:

Rezensionen zu "Wie aus dem Nichts: Roman"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 18. Mai 2019 

    Schöpft sein Potential nicht voll aus

    Ich mag Krimis, bei denen weniger die Brutalität der Tat, sondern vielmehr die Psychologie der Charaktere im Mittelpunkt steht.

    Ich will wissen, wie sie ticken, was sie bewegt, warum sie genau so handeln und nicht anders – und dazu bietet diese Geschichte mehr als genug Anlass, was mich zunächst sehr positiv stimmte. Denn allzu schnell stellt unsere Heldin fest, dass sie sich nicht einmal auf das verlassen kann, was sie felsenfest zu wissen glaubte, und das kommt für sie wortwörtlich wie aus dem Nichts und sorgte bei mir für eine wohlige Grundspannung.

    Dieser Aspekt der Geschichte – die komplette Umkehr dessen, was bis eben noch die unumstößliche Wahrheit war –, ist für mich das stärkste Element des Buches.

    Der Schreibstil liest sich angenehm locker und unterhaltsam, so dass einer vergnüglichen Lektüre nichts im Wege zu stehen schien.

    Auch die Person der Dana Rosin wirkte auf mich erst sehr vielversprechend.

    Sie ist Inhaberin einer Alibi-Agentur und verschafft Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen Ausreden. Dabei wertet sie nicht, der untreue Ehemann ist ihr als Kunde genauso willkommen wie jemand, der einfach nur eine persönliche Auszeit braucht. Das wirft natürlich Fragen auf: Ist das ethisch vertretbar, was bewegt sie dazu, sich ausgerechnet so ihren Lebensunterhalt zu verdienen – und steht das im Zusammenhang mit dem Mord? Eine einfallsreiche Grundidee mit Spannungspotential!

    Leider erschien mir die Protagonistin im Laufe des Buches zunehmend farblos, und auch meine Sympathie für sie schwand mehr und mehr, da sie sich in ihrer Charakterisierung erschöpfend im Kreise dreht. Auch die anderen Charaktere vermochten mich immer weniger zu überzeugen, wie zum Beispiel die Kommissare, die ich anfangs sehr interessant fand.

    Ich konnte deren Verhalten ab einem gewissen Punkt nicht mehr nachvollziehen.
    Ich möchte hier noch nicht zu viel verraten, aber sie handeln in ihren Ermittlungen teilweise geradezu nachlässig und ein paar Entwicklungen erschienen mir etwas konstruiert.

    Der Spannungsbogen entwickelt sich recht langsam, so dass mich vor allem die Frage nach der logischen Auflösung bei der Stange hielt, bleibt dafür aber konstant erhalten. Nein, gelangweilt habe ich mich nun nicht, im Großen und Ganzen habe ich “Wie aus dem Nichts” sogar ganz gerne gelesen – aber mir fehlte das Gefühl, jetzt unbedingt direkt und sofort weiterlesen zu müssen. Ich habe für das Buch keinen Schlaf verloren, wie ich das sonst oft mache, wenn ich einen Krimi lese.

    FAZIT

    Dana Rosin hat eine Alibi-Agentur, die Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen Ausreden verschafft. Als ihr Freund Alex, ein Enthüllungjournalist, in ihrem Beisein ermordet wird, gerät alles aus den Fugen, woran sie bisher geglaubt hat…

    Für mich war “Wie aus dem Nichts” ein klarer Fall von “Kann man gut lesen, muss man aber nicht unbedingt!” – ein netter Krimi für zwischendurch, trotz verschiedener Schwächen.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 17. Nov 2016 

    Lügen haben kurze Beine ...

    Für Dana Rosin startet der Tag mit einem mulmigen Gefühl. Ihr neuer Freund Alex Wagatha wird sich in einer Stunde mit seiner Noch-Freundin Biggi treffen, um ihr das Ende der Beziehung mitzuteilen. Als es verfrüht an der Tür klingelt, bittet Alex Dana, sich auf der Empore im Wohnzimmer zu verstecken, um Biggi nicht noch zusätzlich durch ihren bloßen Anblick zu verletzen. Von ihrem Versteck hört Dana erst eine Konversation, dann erneutes Klingeln, nicht zuzuordnende Geräusche und dann ist es unvermittelt still. Als dann ein Mann mit einer Fuchsmaske in das Wohnzimmer tritt, erleidet Dana unsagbare Ängste – ist das ein Einbrecher? Doch glücklicherweise entdeckt der Fuchsmann Dana nicht und sie wagt sich einige Minuten nachdem dieser die Wohnung verlassen hat aus ihrem Versteck. Sie macht eine unglaubliche Entdeckung: Alex und Biggi wurden vom Fuchsmann brutal ermordet, hingerichtet mit Schüssen.

    Mit ausgeprägten Feinsinn hat die Autorin Sabine Kornbichler ein imposantes, psychologisch tiefgreifendes Netz gewebt. Den hohen Spannungsbogen hält sie gekonnt aufrecht und lässt ihren Plot raffinierte und unvorhersehbare Wendungen nehmen. Bis kurz vor Schluss habe ich den Täter nicht erkennen können und so einige der Figuren im Verdacht gehabt. Perfekt kreierte Charaktere, darunter einige Nervensägen, aber viel mehr auch mir bereits liebgewordene Figuren, die ich nun nach Beendigung des Buches erst einmal vermissen werde. Und die ich mir durchaus in einer etwaigen Nachfolgegeschichte würde vorstellen können. Sabine Kornbichler schreibt in einem lesenswerten Stil, ihre Dialoge sind realitätsnah und dadurch ist das Lesen noch einmal interessanter, als es die Geschichte selbst bereits macht. Das Tempo, das die Autorin verwendet ist atemraubend.

    Sehr gerne vergebe ich diesem Buch seine wohlverdienten fünf von fünf möglichen Sterne und empfehle es unbedingt weiter. Für Leser von hochwertigen, psychologisch untermauerten Kriminalromanen ist „Wie aus dem Nichts“ fast schon ein Muss zu lesen. Denn die Autorin hat hier einen Krimi verfasst, der durchaus Thrillerqualitäten in sich birgt und mich als Leserin wahrlich gefesselt hat.