Whiteout

Buchseite und Rezensionen zu 'Whiteout' von Anne von Canal
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5 von 5 (1 Bewertungen)

»Lieber Amundsen, Scott ist tot. Melde dich, Wilson.« Die E-Mail, die Hannas Welt ins Wanken bringt, besteht nur aus einer Zeile und erreicht die Wissenschaftlerin ausgerechnet während einer wichtigen Antarktisexpedition, von der sie neue Erkenntnisse über das Klima der Vergangenheit erwartet. Mit einem Schlag ist die Erinnerung an ihre beste Jugendfreundin Fido wieder da, die vor zwanzig Jahren ohne Erklärung den Kontakt abbrach und damit alle gemeinsamen Zukunftspläne verriet. In der endlosen Weite des Eises lassen die ungeklärten Fragen von damals Hanna immer mehr die Kontrolle verlieren. Als die Spannungen in ihrem kleinen Forscherteam zunehmen und dann auch noch ein Schneesturm den Erfolg ihres Projektes gefährdet, wird die Zeit im Eis endgültig zur Zerreißprobe.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:192
Verlag: Mare Verlag
EAN:9783866482470

Rezensionen zu "Whiteout"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 10. Dez 2017 

    Erinnerungen und Lebenstraum einer Forscherin

    186 Seiten - aber sowas von beeindruckend!
    Hanna ist auf Forschungsreise in der Antarktis. Dort erreicht sie die Nachricht, dass ihre Jugendfreundin Fido, zu der der Kontakt vor 20 Jahren abgerissen ist, tot sein soll. Die Nachricht erhält sie von ihrem Bruder Jan. Als Kinder waren die Drei unzertrennlich, träumten davon Forscher im ewigen Eis zu werden. Amundsen, Scott und Wilson waren ihre Vorbilder und Pseudonyme. Die Nachricht über "Scotts Tod" wirft Hanna aus der Bahn. Sie verhält sich ihrem Team gegenüber unberechenbar, ihre Gedanken gehen zurück in die Jugend. Ereignisse tauchen wieder auf, nach und nach wird der Leser eingeweiht über Fidos lieblose Eltern, das Zuhause der Geschwister, den gemeinsamen Schatten, der die enge Einheit der Drei symbolisierte.
    Nach der Schulzeit ein Urlaub in Frankreich, gleich im Anschluss sollte es nach Hamburg in die gemeinsame WG gehen. Doch plötzlich war Fido weg. Ohne Abschied. Ohne Nachricht. Das war vor eben 20 Jahren...

    Ebenso spannend ist die Handlung innerhalb des Forscherteams, dem Hanna als Leiterin vorsteht: Ein Schneesturm kommt auf, droht alles unter sich zu begraben. Sorgfältige Maßnahmen sind erforderlich, um die vorgesehenen Bohrungen in die Tiefe des Eises durchzuführen. Es menschelt, Gefahren drohen...

    Die beiden Erzählstränge werden wunderbar zu einer Einheit verwoben. Als Whiteout wird die Helligkeit beschrieben, die bei schneebedecktem Boden und gedämpftem Sonnenlicht beobachtet werden kann. Man kann nichts mehr erkennen, ist orientierungslos, alles ist weiß.

    Die Protagonistin versucht, ihre Vergangenheit zu verstehen, das Forschungsprojekt, an dem sie unglaublich hängt (es ist Teil ihres Jugendtraums) droht zu scheitern, sie muss hier und jetzt eine Entscheidung treffen, Klarheit erlangen.
    Dieses Buch wäre ideal für eine Leserunde geeignet. Da steckt wahrscheinlich viel mehr drin, als ich gesehen habe. Ein tolles Buch!