Weil wir längst woanders sind

Buchseite und Rezensionen zu 'Weil wir längst woanders sind' von Rasha Khayat
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Weil wir längst woanders sind"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:206
EAN:9783832164096

Rezensionen zu "Weil wir längst woanders sind"

  1. Leben mit der Lücke

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 28. Jan 2019 

    Basil und seine Schwester Layla haben von Kindheit an eine innige Beziehung zueinander . Beide in Saudi Arabien geboren, die Mutter Deutsche, der Vater Saudi, müssen als Kinder nach Deutschland übersiedeln.
    Nach ihrem Umzug verstirbt der Vater plötzlich, eine Rückkehr in das gewohnte Leben ist aussichtslos. Auch wenn die deutschen Großeltern den Kindern ein liebevolles Aufwachsen ermöglichen, leben sie mit einer „Lücke“, keiner Kultur, keiner Heimat anzugehören.
    Als Layla als junge Frau beschließt, nach Saudi Arabien zurückzukehren um dort zu heiraten ist Basil, der sich an ein westliches Leben gewöhnt hat wie vor den Kopf gestoßen . Zur Hochzeit der Schwester nach Jeddah eingeladen, tritt er diese Reise mit gemischten Gefühlen an.
    Weil wir längst woanders sind beschreibt das Gefühl internationaler Kinder, die sich keiner Heimat zugeordnet fühlen. Die auf der Suche nach kultureller Identität sind.
    Basils erlebt das alte Zuhause aus sehr männlicher Sicht, die Männer mit denen er dort zusammen trifft strotzen nur so von Klischees. Dekadent. Bigott, chauvinistisch, ganz viele Schubladen öffneten sich mir beim Lesen.
    Laylas Sicht der Dinge liest sich ganz anders. In Jeddah meint sie, auch wenn sie Restriktionen unterworfen ist, kann sie dort viel mehr ohne den Belastung leben, es werden nicht die gleichen Erwartungen an sie gestellt, mit denen sie in Europa konfrontiert wäre.
    Die Autorin Rasha Khayat hat ähnliches erlebt wie Layla und Basil. Das Leben mit der „Lücke“ macht daher nachdenklich, leider bleiben mir bei diesem Buch zu viele Aspekte zu plakativ und nicht nachhaltig.
    Der dem Roman nachgesetzte Essay der Autorin "Buddha und Petersilie" hat mich mehr berührt als der gesamte Roman davor, eine authentische autografische Beschreibung