Was geschah im Hotel California?

Buchseite und Rezensionen zu 'Was geschah im Hotel California?' von Marianne Labisch
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5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Was geschah im Hotel California?"

Diskussionen zu "Was geschah im Hotel California?"

Format:Taschenbuch
Seiten:220
EAN:9783957650092

Rezensionen zu "Was geschah im Hotel California?"

  1. Jeder von uns hat sein eigenes Hotel California!

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 16. Jan 2019 

    H – Halluzinationen
    O – Opferung
    T – Träume
    E – Erinnerungen
    L – Leben

    C – Check out
    A – A(e)ngste
    L – Lieder, die das Leben schreibt
    I – Immortal (Unsterblich)
    F – Fears (Ängste)
    O – Ort des Vergessens
    R – Relaxen
    N – Nightmares (Alpträume)
    I – Intensiv
    A – Am Ende

    Dieses Buch bewegt! Dieses Buch berührt! Dieses Buch lässt Dich Fragen über Dich selber stellen!

    Was hier vielleicht philosophisch und abgedroschen klingt, ist genau das, was mir beim Lesen des Buches „Was geschah im Hotel California?“ passiert ist.
    In jeder der hier versammelten 15 Geschichten geht es um Ängste/Sorgen/Nöte, die jedem von uns bekannt vorkommen (was nicht heißt, dass sie bei jedem vorhanden sind!) und die die Protagonisten der Geschichten IMMER ins Hotel California führen – egal auf welchem Weg.

    Sei es Jesse, der als junger Mann eine Reise beginnt und diese durch den Aufenthalt im Hotel California erst Jahrzehnte später beendet.
    Oder Josh, ein alter Rocker, der sich auf der Bühne des Hotels California mit den verstorbenen Mitgliedern seiner ehemaligen Band vereint und für eine Nacht der Held sein darf, der er im wirklichen Leben nie war.

    Aber auch die Geschichten, in denen man den „Darstellern“ auf Grund ihres egoistischen Verhaltens alles Böse der Welt wünscht und an deren Ende immer die Gerechtigkeit siegt, lassen einen nichts anderes übrig, als begeistert weiter zu lesen.

    Egal welche Geschichte man liest – man kommt nicht drum herum, mit den Helden zu fühlen und sich zu fragen „Wie würde ich in so einer Situation reagieren oder wie würde ich meine „Dämonen“ bekämpfen? Will ich sie überhaupt bekämpfen?“

    Wir treffen allerdings nicht nur Jesse, Josh und die anderen Hauptdarsteller, sondern auch viele bekannte Stars, die bereits verstorben sind. So gibt es ein Wiedersehen mit Jim Morrison, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Marilyn Monroe, Kurt Cobain, Amy Winehouse (ja, der „Club 27“ ist vollständig vertreten *g*)…

    Bevor jetzt hier der Eindruck entsteht, dass das ein Buch für „zwischendurch“ ist: nein, dieses Buch ist für die Ewigkeit! Dieses Buch kann, soll und darf man NICHT an einem Stück lesen. Dazu ist es zu intensiv, voller versteckter Metaphern, denen man sich stellen muss, über die man nachdenken muss! Viele bzw. ALLE Geschichten muss man teilweise mehrfach lesen, um sie annähernd zu verstehen (und selbst dann gelingt es einem nicht immer). Und genau darin steckt die Genialität dieser Ansammlung von Geschichten: man kann, nein – man MUSS!!! – immer wieder darauf zurückgreifen, man MUSS immer mal wieder einchecken im Hotel California.

    Aber Vorsicht: „You can check out any time you like but you can never leave!“
    All das wird gekrönt von großartigen kleinen, künstlerischen Meisterwerken (gezeichnet von Antonia Sanker) und von ebenso großartigen jeweils passend zur Geschichte einleitenden kurzen Lyrik-Texten von Gerd Scherm, die die Atmosphäre und den Inhalt der nachfolgenden Geschichte sehr gut widerspiegeln und bei deren Lektüre ich stets eine Gänsehaut hatte.

    Ein GROSSER Dank geht an dieser Stelle noch an Marianne Labisch, die die Idee zu diesem Buch hatte. Natürlich geht der Dank auch an die anderen beteiligten Autoren, über die wir im Anhang des Buches noch näheres erfahren!
    Ganz großes Kino, ganz großes Buch! Ich freue mich auf weitere Bücher in dieser Art!!!