Vor dem Fest: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Vor dem Fest: Roman' von Saša Stanišić
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4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Vor dem Fest: Roman"

Es ist die Nacht vor dem Fest im uckermärkischen Fürstenfelde. Das Dorf schläft. Bis auf den Fährmann – der ist tot. Und Frau Kranz, die nachtblinde Malerin, die ihr Dorf zum ersten Mal bei Nacht festhalten will. Ein Glöckner und sein Lehrling wollen die Glocken läuten, das Problem ist bloß: die Glocken sind weg. Eine Füchsin sucht nach Eiern für ihre Jungen, und Herr Schramm, ein ehemaliger Oberst der NVA, kann sich nicht entscheiden, ob er Zigaretten holen soll oder sich in den Kopf schießen. Alle haben sie eine Mission. Alle wollen sie etwas zu Ende bringen, bevor die Nacht vorüber ist.


Keiner von ihnen will den Einbruch ins Haus der Heimat beobachtet haben. Das Dorfarchiv steht aber offen. Doch nicht das, was gestohlen wurde, sondern das, was entkommen ist, quält die Schlaflosen. Die Nacht gebiert Ungeheuer: Alte Geschichten und Erinnerungen, Mythen und Märchen, sind ausgebrochen und ziehen mit den Menschen um die Häuser. Sie fügen sich zum Roman einer langen Nacht, zu einem Mosaik des Dorflebens, in dem Alteingesessene und Zugezogene, Verstorbene und Lebende, Handwerker, Rentner und arbeitslose Halbgötter in Fußballtrikots aufeinander treffen. Und in dem es Herrn Schramm einfach nicht gelingen will, an Zigaretten zu kommen. Wie wird es aussehen das Dorf, wenn das Fest beginnt?


Format:Kindle Edition
Seiten:321
EAN:

Diskussionen zu "Vor dem Fest: Roman"

Rezensionen zu "Vor dem Fest: Roman"

  1. Stilistisch grandios, wie ich

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 07. Apr 2014 

    Stilistisch grandios, wie ich finde, ganz, ganz tolle, ungewöhnliche, beeindruckende Sprache, die aber manchmal ein bisschen übers Ziel hinausschießt, z.B. wenn plötzlich innerhalb der Dialoge und dann auch des Erzähltextes gereimt wird. Da und an andere Stellen dominiert mir der Stil zu sehr. Die meisten Charaktere sind sehr originell und ungeheuer plastisch. Mir hat allerdings ein bisschen die Geschichte gefehlt, der Handlungszusammenhang, die vielen kurzen Kapitel wirken ein bisschen disparat. Und die zahlreichen unterschiedlichen Figuren drohen rauszupurzeln, weil ihnen nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt wird. Literatur, die wirklich schön ist, aber aus meiner Sicht an der Oberfläche bleibt - was sicher auch intendiert war. Zu artifiziell, um zu schmerzen, sozusagen. Trotzdem: eine Wucht, dieses Buch.