Verraten

Buchseite und Rezensionen zu 'Verraten' von Jussi Adler-Olsen
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Verraten"

Seit 2007 erobert die Thriller-Reihe um Carl Mørck, Spezialermittler des Sonderdezernats Q bei der Kopenhagener Polizei, und seinen syrischen Assistenten Hafez el-Assad die Bestsellerlisten der Welt. Im ihrem zehnten und atemberaubend spannenden Fall geraten die beiden tief in ein Netz aus Lügen und Geheimnissen und müssen all ihre Kräfte aufbieten, um dem Morden Einhalt zu gebieten. Werden Carl Mørck und sein Team es rechtzeitig schaffen?

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:608
EAN:9783423283526

Rezensionen zu "Verraten"

  1. Wer hat Carl Mørck verraten?

    Größtenteils gelungener Abschlussband einer spannenden, gut geschriebenen Thrillerreihe mit sympathischen ungewöhnlichen Ermittlern

    Da ist es nun, das Ende der Reihe um das Sonderdezernat Q, der 10. Band, der Abschluss. Es heißt Abschied nehmen von Ermittlern, die dem Leser trotz oder vielleicht wegen all' ihrer Macken ans Herz gewachsen sind: der träge wirkende Chef Carl Mørck, der aber nie locker lässt und unerbittlich und letztlich erfolgreich Fälle löst, sein Assistent 'Assad' mit seinen Kamelwitzen, die etwas durchgeknallte, aber effektiv ermittelnde Rose und der blasse Gordon, der sich immer besser entwickelt.

    Immer wieder wurde in den Vorgängerbänden der Druckluftnagler-Fall erwähnt, der Carl Mørcks Leben so sehr beeinflusst hat und der nie aufgeklärt wurde. Sein Kollege Anker Høyer wurde dabei erschossen und der andere, Hardy, schwerst verletzt. Mørck selber ist immer noch traumatisiert und nun holt ihn der alte Fall wieder ein, aber auf schreckliche Art und Weise: Auf seinem Dachboden wird Høyers Koffer gefunden, den Carl vergessen hatte und in dem man Drogen und sehr viel Geld findet. Mørck wird verhaftet und wegen etlicher Delikte angeklagt. Was es für einen Ermittler bedeutet, mit Kriminellen im Gefängnis mit zu sein, kann man sich vorstellen oder vielleicht auch nicht, denn es wird klar, dass ihm jemand nach dem Leben trachtet.

    Es kommt erschwerend hinzu, dass sich die meisten von ihm abwenden und dass auch die Presse über ihn herfällt. Nur seine Frau Mona und sein Team halten zu ihm. Dazu kommt Merete (die einige aus dem ersten Fall kennen), die einst von Carl Mørck gerettet wurde und die ihm nun aus Dankbarkeit mit ihrem Team hilft. Auch sein ehemaliger Kollege Hardy, der sich inzwischen durch ein Exoskelett notdürftig bewegen kann, ist mit von der Partie. Sie alle versuchen, Carls Unschuld zu beweisen und herauszufinden, wer die Person ist, die hinter dem Ganzen steckt.

    Das erzählt Adler-Olsen in ständig wechselnden Perspektiven, die einerseits Verwirrung stiften, andererseits Spannung erzeugen. Für mich hätten es einige weniger sein dürfen, was die Geschichte gestrafft hätte. Rose geht es wie mir:
    'Denn irgendwie hatte sie nicht nur den Überblick über die vielen Stränge verloren, die Carls Fall umfasste, sie wusste auch nicht mehr, wie sie alle zusammenhingen' (496).

    Wird es das Team, das sich zur Rettung von Mørck zusammengetan hat, schaffen? Das erzählt Adler-Olsen in sehr spannender Art und Weise mit so manchem Action-Kapitel, das den Leser bis zum Schluss in atemloser Spannung hält.

    Warum ich trotzdem 'nur' 4 Sterne gebe? Einmal das oben Erwähnte: die allzu vielen Nebenhandlungen, die den Leser verwirren und die teilweise nichts zur Lösung oder Klärung beitragen, andererseits das Fehlen von etwas, das der Leser sicher erwartet hat: Assad, Rose und Gordon kommen zu wenig vor, gerade die Personen, die der Leser im Laufe der Reihe ins Herz geschlossen hat.

    Fazit
    Mit dem Druckluftnaglerfall schließt sich der Kreis, aber auch mit der tollen Idee zum Schluss, die hier nicht verraten werden soll. Alles in allem viele spannende Lesestunden, manches aber zu verwirrend, manches zu komprimiert, dazu einige kleinere Ungereimtheiten und Übertreibungen, was aber letztlich dem Hauptfall keinen Abbruch tut.

    Ein guter spannender Abschluss einer lesenswerten Thriller-Reihe.

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  1. 3
    09. Mär 2017 

    Spezialkommando

    Zufällig befindet sich Luk Krieger, Mitglied einer Einheit zur Terrorbekämpfung, vor Ort als in einem Berliner Lokal eine Bombe gezündet wird. Sofort beginnen Spezialeinheiten der Polizei mit den Ermittlungen. Dabei wollen sie den Terrorismusexperten Krieger zunächst nicht dabeihaben. Krieger überzeugt die Leitende Kommissarin Cole mit seinen treffenden Analysen. Und schon bald führt eine Spur nach Köln. Das Entsetzliche kann jedoch nicht verhindert werden, in Köln geht eine zweite Bombe hoch. Man hofft allerdings, dem Täter auf der Spur zu sein, doch dieser wirkt sehr gut organisiert und informiert.

    Dieser actionreiche Thriller ist ausgesprochen spannungsgeladen, kurze Kapitel, schnelle Szenenwechsel, man weiß manchmal nicht wo einem der Kopf steht. Fast schon überhöht wirken die beiden zentralen Ermittler Luk Krieger und Anna Cole, einfach zu perfekt vom Aussehen her, von dem Geschick bei den Ermittlungen, von ihrer Charakterstärke und den fehlenden Schwächen. Mit der Schilderung der Anschläge wurde nach Auskunft des Autors eine Idee umgesetzt, die bereits im Jahr 2011 entstanden war und die natürlich vor dem Hintergrund der inzwischen tatsächlich verübten Anschläge eine besondere Aktualität erhalten hat. Die Ereignisse geben dem Buch einen unerwarteten Realitätsbezug. Krieger und Cole machen sich auf den Weg durch Deutschland, um den Attentäter zu stellen und möglicherweise noch Schlimmeres zu verhindern.

    Die Schilderungen des Autors zeichnen sich durch Detailkenntnis aus, die Art und Weise, wie in Behörden gearbeitet wird, erfährt eine Beschreibung, die von einem Insider kommen könnte. Zwar vermisst man manchmal die Aufklärung einiger Hintergründe oder auch eine Information darüber, wie gewisse Dinge durchgeführt wurden. Auch entwicklen die Personen eben weil sie so perfekt sind, nicht so viel Authentizität. Doch viel wird von dem rasanten Fortgang der Entwicklung aufgewogen ebenso von der Unterbreitung einer unerwarteten Wendung, bei der man sich gar keine Gedanken machen möchte, ob Ähnliches auch in der realen Welt geschehen könnte. Man traut einigen zwar einiges zu, aber man wünscht, dass es doch noch ein paar Grenzen geben möge.
    3,5 Sterne

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