Verdächtige Geliebte. Ein Japan-Krimi (ADAC Hörbuch-Edition 2015)

Rezensionen zu "Verdächtige Geliebte. Ein Japan-Krimi (ADAC Hörbuch-Edition 2015)"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 24. Mär 2019 

    Die Nachbarin

    Ihr Ex-Mann beginnt sie zu drangsalieren und dann ist er tot. Sie ist die Nachbarin des Mathematikers Ishigami. Als Lehrer ist er nicht ausgelastet, doch jemanden wie die Nachbarin und ihre Tochter hätte er gerne als Familie. Um zu helfen, ersinnt sich Ishigami eine Geschichte, die die Polizei in die Irre führen soll. Als der Tote gefunden wird und die Polizei mit den Ermittlungen beginnt, finden die Beamten nur das Alibi der Nachbarin. Ein Motiv hätte sie und als ehemalige Verwandte gehört sie natürlich zu den ersten Verdächtigen, aber ihre Wege am Todestag sind geklärt und sie hätte nicht am Ort des Geschehens sein können.

    Schon als Studenten hielten Ishigami und Dr. Yukawa nicht viel voneinander. Ihre Denkweisen, der eine als Mathematiker, der andere als Physiker, waren einfach zu unterschiedlich. Und nun arbeitet Dr. Yukawa hin und wieder als Berater für die Polizei, insbesondere wenn ein Freund von ihm, der nebenbei auch Polizist ist, nicht mehr weiter weiß. So versucht Dr. Yukawa auch hier, den Fall zu knacken und die Hintergründe der Tat zu entschlüsseln. Was ist wann, wie und weshalb passiert und wer hat was, wann, wo und wie getan? Scheinbar unmöglich sind die Fragen zu beantworten.

    Kriminalromane japanischer Autoren haben etwas besonderes. Man könnte meinen, die Probleme werden von allen Seiten theoretisch beleuchtet und dann wird ein Fall um die Gedanken geschrieben. So entsteht eine ruhige Spannung, was eigentlich widersinnig erscheint, aber den speziellen Reiz ausmacht. Am Anfang steht die Tat, an der es nichts zu deuteln gibt. Und doch gelingt es dem Autor, den eigentlich für den Leser schon gelösten Fall mit einem Rätsel zu versehen, dass einen bis zum Schluss bei der Stange hält. Unaufdringlich und präzise gelesen von Olaf Baden entfaltet sich der Krimi nicht durch reißerische Aktion, sondern durch hintergründige Gedankenspiele seiner Protagonisten.