Veilchens Rausch

Buchseite und Rezensionen zu 'Veilchens Rausch' von Joe Fischler
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Nach einer rauschhaften Feier auf der Innsbrucker Umbrüggler Alm wird eine Kellnerin tot im Wald aufgefunden. Zunächst deutet alles auf einen tragischen Unfall hin. Doch der Wirt will beobachtet haben, wie sich der Landeshauptmann mit dem Opfer gestritten hat ... Aber wieso hätte ausgerechnet der liebe Herr Freudenschuss die Kellnerin umbringen sollen? Hat sie etwas über den Landesvater gewusst, das nicht an die Öffentlichkeit dringen sollte?

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:300
Verlag: Haymon Verlag
EAN:9783709978894

Rezensionen zu "Veilchens Rausch"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 15. Dez 2017 

    Tirols Ausverkauf

    Oberstleutnant Valerie Mauser soll eigentlich eine Therapie machen, eigentlich müsste sie nach den überstandenen Katastrophen relativ glücklich sein. Sie hat ihre komische Familie und keine Arbeit im Moment. Da ihr Dezernat aber arg geschrumpft ist, darf sie dann doch in dem Mordfall auf der Alm ermitteln. Eine junge Aushilfskellnerin wurde tot aufgefunden. Keiner ist bereit, etwas Sachdienliches auszusagen. Dass der Landeshauptmann einen Streit mit der jungen Frau hatte, scheint eine erste heiße Spur zu sein. Bevor Valerie Mauser jedoch richtig einsteigen kann, wird erstmal wieder aufs Abstellgleis geschoben und der Kollege Geyer bringt alles durcheinander. Das geht so natürlich nicht.

    Bereits zum vierten Mal bündeln Stolwerks Veilchen und Valeries Seelenmensch ihre Kräfte und wieder stoßen sie auf eine Sache, die ziemlich groß zu sein scheint. Denn es gab ein Treffen auf der Alm, ein Treffen der Reichen, der Schönen und des Geldadels. Was gab es dort in der Tiroler Provinz zu verhandeln? Unverhofft betritt auch Valeries Mutter die Bühne des Geschehens. Will sie sich bei ihrer Tochter einschmeicheln? Für Valerie schwer zu ertragen, dass sie ihre gerade wiedergefundene Tochter Luna so gut mit der Oma versteht. Und Mamas neuer Freund? Er schwafelt von Immobilien und dem großen Geld. Hoffentlich sind Luna und ihr Verlobter schlau und schätzen den Wert ihres Hofes als Heimstatt, indem sie ihn behalten.

    Mit Valerie Veilchen Mauser, der einzigen Kommissarin mit einem blonden Afro, kann man einfach nichts falsch machen. Sie und ihr Seelenmensch Stolwerk sind ein tolles Ermittlerteam, von dem man gerne immer wieder liest. Mal um Mal schlittert sie in Fälle, die es in sich haben. Kompliziert und einfach zugleich. Logisch und doch überraschend. Daneben die Verbindung Veilchens zu ihrer unkonventionellen Familie, die sich weiterentwickelt und auch dann mit neuen Facetten aufwartet, wenn man eigentlich meint, da könne nicht mehr viel kommen.

    Diese Krimireihe macht Freude und hat wirklich jede Aufmerksamkeit verdient. Da könnte doch glatt mal ein Regisseur die Kamera befehlen und neben dem Alpenpanorama auch Veilchens Welt einfangen.

    4.5 Sterne

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 15. Okt 2017 

    Veilchen in Bestform

    Valerie Mauser ist eine Polizistin mit Ecken und Kanten. Mehr Ecken als ihrer Karriere gut tun, deshalb ist ihr ehemaliger Mitarbeiter auch jetzt ihr Vorgesetzter, was sich nicht sonderlich gut auf die Stimmung auswirkt.
    Da wird auf der Umbrüggler Alm eine junge Serviererin ermordet. Ausgerechnet nach einem Abend, an dem die Innsbrucker Society ausgiebig die Gewinne der TYROVALUE feiern. Die Firma ist wegen ihrer Immobilienspekulation nicht unumstritten und Victoria Schwarz nützt den Kellnerinnen Job um Flugblätter der „Occupartie“ einer NGO, unter die Gäste zu werfen. Das kann Landeshauptmann Freudenschuss nicht dulden und befördert die junge Frau sehr unsanft nach draußen. Freudenschuss ein Mörder? So scheint es, jedenfalls schießen sich alle auf ihn ein. Nur Valerie „Veilchen“ Mauser hat Bedenken.
    Joe Fischler hat mit Veilchen, der unangepassten Polizistin mit Temperament und Gerechtigkeitssinn, eine Figur geschaffen, die ich nicht nur originell, sondern auch sehr sympathisch finde. Sicher liegt es auch daran, dass ich als Leserin auch viel über ihr private Seite erfahre. Aber darüber verliert sich nie der Faden des Krimis und der Spurensuche. Nur geht Veilchen eben nicht immer sehr regelkonform vor.
    Was ich aber hier besonders gut geschildert fand, ist die Verflechtung von Politik und Geschäftemacherei. Wenn ein Vorteil winkt, ist jeder dabei und dann wird schon mal die Rechtsauffassung sehr weit ausgelegt. Das ist realistisch, man wird überall Vorbilder für die TYROVALUE finden. Geldgier, Eitelkeit und Machtwillen, das entlarvt Joe Fischler in seinem Krimi und verliert dabei nie aus den Augen, dass sein Buch auch unterhalten will.
    Das ist meiner Meinung nach auch hervorragend gelungen. Ein sehr spannender Krimi, mit durchaus kritischer Haltung, aber auch dem Quäntchen Ironie und Humor, die das lesen sehr vergnüglich macht.