Überman: Der Roman

Rezensionen zu "Überman: Der Roman"

  1. Weltuntergang...

    bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 04. Jul 2015 

    »Plötzlich begriff ich, was die minus 211,2 Prozent in meinem Portfolio-Report wirklich bedeuteten: Privatinsolvenz, Gosse und Drogensucht mit nachfolgendem Ausfall der Schneidezähne. Nicht mal das Studium meiner Freundin würde ich noch finanzieren können. Der einzige Ausweg lag darin, mich ebenso schnell wie klammheimlich wieder aus dieser unsäglichen Scheiße zu ziehen – ich musste zum Überman werden!«

    Auch im 3. Band (nach 'Vollidiot' und 'Millionär') hat der notorische Nörgler und Vor-den-Kopf-Stoßer Simon Peters nichts dazugelernt. Nicht nur Fremde, sondern gerne und gerade auch seine Freunde haut er laufend aufs Übelste in die Pfanne, merkt dabei auch nicht, wie gleichgültig er sich seiner Freundin gegenüber verhält. Man kann ihn also gleich wieder so gar nicht leiden.
    Und nachdem er im vorherigen Band tatsächlich zu einigem Geld gekommen ist, hat sein naives Vertrauen in einen Vermögensberater Simon auch noch schneller an den Rand des Bankrotts gebracht als er denken konnte. Und darüber hinaus. Wenn er nicht in der Lage sein sollte, ausstehende Steuern nachzuzahlen und auch sonst einigen Verpflichtungen nachzukommen, wird er zwangsläufig im Gefängnis landen und dabei noch das winzige bisschen verlieren, was ihm geblieben ist. Also muss mal wieder eine fantastische Idee her, die ihn aus seiner Misere befreien kann. Der anstehende und vielbeschworene Weltuntergang scheint da einen Ausweg zu bieten...

    Ehrlich mal: die Luft ist raus. Aus Simon Peters, aus den Gags und überhaupt. Statt froh zu sein, beim letzten Mal so glimpflich davongekommen zu sein, taucht er hier schon wieder auf - und beginnt den Leser zu nerven. Mich jedenfalls. Das hat auch nichts damit zu tun, dass ich innerhalb kürzerer Zeit mehrere Tommy Jaud Bücher gelesen habe - eher damit, dass ich mich ärgere, wenn einem Autor nicht klar ist, dass es mit einer Figur mal irgendwann gut ist. Der Drops ist gelutscht. Und das ganze wird eben nicht besser, wenn der Drops in den Dreck fällt und dann unabgespült wieder in den Mund geschoben wird. Das hinterlässt einen faden Beigeschmack. Flache Witze, ein Charakter, der diesmal unsympathisch bleibt, weil er einfach nichts dazulernt und die Ideen diesmal wenig spritzig. Ich hoffe nur, dass Simon Peters nun bleibt wo er ist und es vielleicht nicht mehr nötig hat, sich durch die Bücherwelt zu nörgeln.

    Gerne wieder ein Buch von Tommy Jaud - aber Simon Peters möge jetzt bitte seinen Frieden gefunden haben...

    © Parden