Totengebet

Buchseite und Rezensionen zu 'Totengebet' von Elisabeth Herrmann
4
4 von 5 (4 Bewertungen)

Ein Mord, eine geheimnisvolle junge Frau in Tel Aviv und Anwalt Joachim Vernau im Visier eines gnadenlosen Killers.


Berlin, 2015. Anwalt Vernau erwacht im Krankenhaus und kann sich an nichts mehr erinnern. Dafür ist er der Held von Berlin: In einer U-Bahnstation hat er mehrere Männer in die Flucht geschlagen, die einen älteren Herrn bedrängt haben. Aber wer ist die junge Frau mit dem Davidstern, die seitdem durch seine Erinnerung geistert? Und was hat sie mit den schrecklichen Morden zu tun, die sich wenig später ereignen? Als Vernau der schönen Unbekannten zu nahe kommt, wendet sich das Blatt: plötzlich steht er unter Mordverdacht. In letzter Sekunde kann er das Land verlassen, sein Ziel: Tel Aviv. In der brodelnden Metropole am Mittelmeer sucht er nach dem einzigen Menschen, der ihn entlasten kann – und wird hinabgezogen in den Strudel eines vergessenen Verbrechens, das sich vor über dreißig Jahren in einem Kibbuz in Israel ereignet hat ...


Format:MP3 CD
Seiten:0
EAN:9783844519242

Rezensionen zu "Totengebet"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 09. Okt 2016 

    Joachim Vernaus schwerster Fall, die Reise in die Vergangenheit

    Hörbuch 2 mp3 CD´s vollständige Lesung Gesamtlaufzeit ca. 13h 41 min. gelesen von Thomas M. Meinhardt

    Israel 1985: Die 17-jährige Rebecca wartet auf ihren Liebsten am Bahnhof in Tel Aviv, sie erwartet ein Kind ausgerechnet von einem deutschen Volontär. Aber er kommt nicht stattdessen taucht überraschend Uri auf, will er sie abhalten den Vater ihres Kindes zu heiraten?
    30 Jahre später Joachim Vernau erwacht im Krankenhaus, was ist passiert? Er kann sich an wenig erinnern, lediglich an eine junge Frau mit einem Davidstern. Sah sie nicht aus wie Rebecca, die damals im Kibbuz in Israel war, wo er als Volontär gearbeitet hatte? Marie-Luise Hoffmann erzählt ihm derweil was an der U-Bahn-Station passiert war, dort wurde ein älterer Mann von mehreren Männern bedrängt und Joachim konnte sie in die Flucht schlagen. Wieder war da diese Frau in seinem Kopf, dabei schweift er in die Vergangenheit nach Israel. Wenig später Rudolf Scholl wird ermordet und die junge Frau taucht wieder auf, sie ist Rachel eine junge Israelin auf der Suche nach einem Geheimnis das schon 30 Jahre zurückliegt. Auf einmal steht Joachim Vernau unter Mordverdacht, er soll Rudolf Scholl ermordet haben. Jetzt kann ihm nur noch eine helfen, Rachel aber die ist verschwunden, Vernau vermutet das sie zurück nach Israel ist und bevor er verhaftet wird kann er gerade rechtzeitig das Land verlassen. Sein nächstes Ziel ist Israel er muss Rachel finden, sie ist die einzige die ihm helfen kann seine Unschuld zu bezeugen, hat sie etwa Scholl ermordet? In Tel Aviv wird Vernau immer mehr mit seiner Vergangenheit konfrontiert, er besucht sein ehemaliges Kibbuz in dem er damals und drei andere Volontäre gearbeitet haben. Rudolf Scholl der jetzt tot ist, Mike Plock der nur knapp einen Anschlag überlebt hat, Daniel der seither verschollen ist und er. Doch seine Vergangenheit lässt ihn nicht los und so recherchiert er was damals passiert ist um Rachel bei der Suche nach ihrem richtigen Vater zu helfen. Hat Uri etwas mit der Geschichte vor 30 Jahren zu tun, ist er der Mörder von Rachels Vater? Vernaus Ermittlungen werden dieses Mal für ihn lebensgefährlich und sein Leben verändern.

    Meine Meinung:
    Das Hörbuch gelesen von Thomans M. Meinhardt auf zwei mp3 CD´s, eingeteilt in je 6 Min. Abschnitte, nicht gekürzt, mit fast 14 Stunden Hörlänge war schon sehr anspruchsvoll. Mir wurde dieser Krimi bei einem Bibliotheksfrühstück vorgestellt und da ich ein großer Israelfan bin war ich neugierig auf diese Geschichte. Im Nachhinein bin ich froh das ich das Hörbuch gewählt hatte, den als Buch hätte ich sicher dieses abgebrochen. Dieser Krimi entwickelt sich nämlich zu einem Roman der mehr in die Vergangenheit Vernaus trieftet, zu der Zeit als er dort Volontär in einem Kibbuz war. Für mich war es der erste Roman von Elisabeth Herrmann und mich hat ihr guter Schreibstil und diese sehr gut recherchierte Geschichte gefallen. Zwar fehlt diesem Buch der Spannungsbogen, er taucht nur ab und zu auf, jedoch die Geschichte ist auch so sehr fesselnd geschrieben. Jedoch kann ich verstehen das sicher mancher Krimifan enttäuscht sein wird, weil zu wenig Blutiges passiert. Der Sprecher hat eine sehr angenehme Stimme, das es einem leicht machte an dem Buch dran zubleiben. Die Autorin selbst hat wohl vor Jahren ebenfalls in einem Kibbuz gearbeitet und Tagebuch geführt, was sie dann auf die Idee brachte dieses Buch zu schreiben. Die Autorin ist mehrfach ausgezeichnet, ihre Bücher um Joachim Vernau wurden bzw. werden derzeit verfilmt mit Jan Josef Liefers in der Hauptrolle. Das Cover zeigt vermutlich die Ansicht eines Kibbuz im Nebel, das durch die Farben geheimnisvoll wirkt. Mit ein paar Schwächen in der Länge des Buches, wo man vielleicht ein wenig das ganze abkürzen hätte können, hat mir dieses sehr gut gefallen und bekommt von mir 4 von 5 Sterne.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 22. Jul 2016 

    Dein Kind

    Joachim Vernau erwacht in einem Krankenbett. Offensichtlich ist er in eine Schlägerei geraten. Aber wirklich an die Ereignisse erinnern kann er sich nicht. Nur das Gesicht einer jungen Frau erscheint vor seinen Augen, das ihm irgendwie bekannt vorkommt. Vernau wollte seinem alten Kumpel Rudi Scholl helfen, der von Jugendlichen angegriffen wurde. Scholl, mit der er damals die Zeit im Kibbuz verbracht hat. Die jungen Männer allerdings drehen den Spieß um und behaupten, Vernau habe Scholl angegriffen. Natürlich will Joachim Vernau die Sache aufklären, doch als Scholl vom Balkon stürzt gerät Vernau sogar unter Mordverdacht. Eine Katastrophe für einen Anwalt. Vernau macht sich auf den Weg nach Israel, wo er die Antwort auf seine Fragen zu finden hofft.

    Wie war Vernau als junger Mann? Mit wenig Geld und dem Willen anzupacken, konnte man in den 1980ern etwas erleben. Man ging in den Kibbuz und bestenfalls öffnete man sich der Kultur und dem Leben dort. Und natürlich auch den Menschen. Vielleicht mochten es die Einheimischen nicht, wenn die Kontakte zu intensiv wurden. Doch wie will man die Völkerverständigung zwischen jungen Menschen verhindern. Als Eltern kann man da nur scheitern. Doch Vernaus Zeit in Israel endet abrupt und für einen aus ihrer Runde mit ungewissem Ausgang. Das Geheimnis aus den vergangenen Tagen muss gelüftet werden. Nur so kann Vernau seinen Ruf wieder herstellen und vielleicht etwas für die Kinder der Kinder von damals erreichen.

    Auf ein spannendes Terrain begibt sich Elisabeth Herrmann mit ihrem neuen Roman um Joachim Vernau und seine Weggefährten, die allerdings dem Aufenthalt in Israel geschuldet, etwas kürzer kommen als gewohnt. Das leichte Bedauern hierüber wird allerdings mehr als wett gemacht durch die verwickelte Geschichte, die sich in Vernaus Vergangenheit verbirgt. Gebannt verfolgt man seinem Weg auch zu sich selbst. Nicht immer ist die Jugend leicht und die Folgen mancher Dummheit sind alles andere als absehbar. Manchmal ist die nachfolgende Generation leidtragend und versucht, die eigene Seele zu heilen, ohne absehen zu können, welche Wirkung sie erzielt.

    Mit ruhigen und doch akzentuierten Worten bringt der Vorleser dem Hörer die eindringlichen und nachdenklichen Worte der Autorin nahe. So wie die Spannung langsam ansteigt, so steigert auch Thomas M. Meinhardt seine Intonation. Eine sehr gelungene Interpretation eines sehr gelungenen Buches.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 28. Jun 2016 

    Ein schwieriger Fall für Joachim Vernau

    Dieses Mal steckt Joachim Vernau echt in der Bredouille. Nicht nur, dass er niedergeschlagen wurde, als er versucht hat seinen Freund den jüdischen Buchhändler Rudolph Scholl zu verteidigen. Nein, man beschuldigt ihn auch noch diesen selbst angegriffen zu haben. Als Rudolph kurze Zeit später ums Leben kommt, bezichtigt man ihn des Mordes. Das Schlimmste an allem ist, dass Vernau sich durch seine Amnesie so richtig an nichts erinnern kann. Und dann war da noch diese Frau an seinem Krankenbett, keiner hat sie gesehen, keiner kennt sie. Und doch hat er sie schon einmal gesehen in einem früheren Leben ' Rebecca? Oder war es doch Rachel? Einige Dinge fallen ihm ein ' auch das es sich um Rachel handeln muss, jedoch sind alle Notizen und Hinweise auf Rachel verschwunden. Je mehr Vernau versucht zu ermitteln, desto tiefer gerät er in den Schlamassel hinein. Ihm bleibt nichts anderes übrig. Kurz bevor er verhaftet wird, verschwindet er nach Israel um Rachel zu finden. Hier treten nicht nur alte Erinnerungen zutage, sondern auch ein alter Vermisstenfall seines Freundes, der nie aufgeklärt wurde.

    Marie Luise, seine ehemalige Partnerin, ist als treue Seele natürlich zur Stelle und versucht in Berlin die Wogen zu glätten und Spuren zu finden.

    Wie es mit Vernau weitergeht, ob er des Mordes weiterhin verdächtigt wird, was sonst noch alles geschieht, empfehle ich jedem selbst zu lesen.

    Elisabeth Herrmann hat auch hier wieder alle Register gezogen. Ihr ist ein äußerst spannendes Buch gelungen, das sich wieder einmal mit der Vergangenheit und der Gegenwart auseinandersetzt. Gekonnt lässt sie Vernau agieren, dabei ahnt der Leser nie, in welche Richtung es geht.

    Für mich ist auch dieser Fall ein klassischer Vernau. Bei ihm läuft nichts geplant, er stolpert von einem Desaster in das nächste hinein und hat dann wieder zu tun, alles in Ordnung zu bringen. Eine absolut klare Leseempfehlung an alle und verdiente 4 Sterne dafür.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 10. Mär 2016 

    Was vor 30 Jahren geschah

    Totengebet von Elisabeth Herrmann ist ein Kriminalroman und im Goldmann Verlag erschienen

    Der Anwalt Joachim Vernau steht unter Mordverdacht. Ihm wird vorgeworfen den Juden Rudolph Scholl ermordet zu haben. Er und Scholl kennen sich, sie waren vor etwa 30 Jahren gemeinsam in einem Kibbuz, zusammen mit 2 anderen Deutschen teilten Sie sich eine Baracke. Vernau kann sich nicht mehr an alles erinnern, er weiß aber, dass ihn eine junge Frau aufgesucht hat, eine Jüdin, die nun spurlos verschwunden ist. Vernau begibt sich daher um seine Unschuld zu beweisen nach Tel Aviv. Er muss die alten Geschichten wieder lebendig werden lassen, denn mit ihnen scheint alles zusammenzuhängen.

    Totengebet ist ein Kriminalroman der mir gut gefallen hat. Er besticht nicht unbedingt damit, dass eine rasante Geschichte aufgebaut wird. Er ist eher still, und baut nur langsam Spannung auf. Aber die Fakten die so nach und nach gestreut werden ergeben eine stimmige Story, und sind interessant. Auch die vielen Verdächtigungen die im Laufe des Buches möglich erscheinen, machen das Buch sehr reizvoll. Das Ende brachte mir persönlich allerdings wenig überraschende Elemente. Dennoch war es spannend zu lesen wie Vernau nach Tel Aviv reist und dort die Hinweise zusammenpuzzelt. Joachim Vernau ist vielen aus anderen Büchern von Elisabeth Herrmann bekannt. Der Anwalt und seine splinige Kollegin/ Freundin Marie-Louise haben mir immer sehr gut gefallen. In Totengebet spielt die Interaktion zwischen den beiden eine eher untergeordnete Rolle, finde ich sehr schade. Gerade das Geplänkel der beiden, die Kommunikation ließen mich oft schmunzeln. Ich hoffe sehr, dass das Gespann in weiteren Teilen wieder miteinander zu tun haben wird. Rachel Cohen, die Tochter von Rebecca, ist das Bindeglied zwischen den deutschen jungen Männern aus der Zeit im Kibbuz. Sie wirbelt eine Menge durcheinander indem sie, nun 30 Jahre später, an die Männer herantritt. Rachel weiß sie will, sie kommt sehr resolut rüber. Elisabeth Herrmann hat mit ihr eine zentrale Figur geschaffen, durch die sie die Geschichte enorm lenkt.

    Ich möchte Totengebet allen Herrmann Fans ans Herz legen, da der Teil sicherlich für das Verständnis weiterer Teile von Vorteil ist, mit der Einschränkung das er meiner Meinung nach an die vorherigen Bände nicht anknüpfen kann. Für Leser ohne Vorkenntnisse ist dieser Teil ohne Probleme zu lesen, man kommt auch ohne das Vorwissen gut in die Geschichte. Der Krimi hat durchaus Unterhaltungswert.