Tod im Abendrot: Der LKA-Präsident ermittelt

Rezensionen zu "Tod im Abendrot: Der LKA-Präsident ermittelt"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 02. Jul 2019 

    Hat mir richtig gut gefallen

    In München, nahe des Flaucher-Biergartens, wurde ein Pärchen aus nächster Nähe mit gezielten Schüssen getötet. Eines der Opfer konnte noch den mysteriösen Hinweis geben, dass der Mörder kein Gesicht hatte. Was hat das zu bedeuten? LKA-Präsident Karl Zimmerschied steht vor einem Rätsel. Daneben wird seine alte Schulfreundin, die Gymnasialdirektorin Sophie von Lavalle, mit einem Video im Darknet erpresst.

    Dieses Buch war das erste, das ich von diesem Autor gelesen habe. Aber es war definitiv nicht das letzte, denn es hat mir richtig gut gefallen.
    Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen und ich war schnell im Geschehen drin. Sehr gelungen fand ich die Mischung aus Krimi und Humor. Ich mag es gerne, wenn die Situationen manchmal durch ein Grinsen oder Lächeln aufgelockert werden. Das wirkt auf mich realistisch.
    Die Charaktere wurden sehr anschaulich beschrieben und besaßen spezielle Eigenschaften und Tiefe. Ich hatte klare Bilder von ihnen vor Augen.
    Zimmerschied fand ich sehr sympathisch. Ich mochte seine Einstellung, dass er selbst ermitteln will, statt nur von oben zu lenken. Seine Gedankengänge konnte ich wunderbar nachvollziehen und ich war in der Lage, mitzurätseln und mitzufiebern. Aber auch die Einblicke ins Private fand ich passend, denn es rundete die Authentizität bestens ab.
    Eine interessante Person war auch der blinde Tommy Hensch, der mit seinen Kenntnissen und Fähigkeiten unterstützend tätig war. Ihn fand ich ebenfalls sehr sympathisch.
    Die Story hat mir richtig gut gefallen. Es gab mehrere Stränge, die jeder für sich interessant waren und die ich gerne verfolgt habe. Ich konnte sie gut auseinanderhalten und folgen. Spannend war, dass Zimmerschied selbst in den Fokus der Ermittlungen geriet. Da konnte ich ihm die Daumen drücken, dass er da heil wieder rauskommt. Am Ende wurde alles aufgelöst und die Story wirkte stimmig und rund.
    Die Spannung war durchgängig vorhanden und dank lebhafter Handlung und überraschender Wendungen war ich von Anfang bis Ende gefesselt und wollte immer weiterlesen.

    Ein toller Krimi, der mir richtig gut gefallen hat. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 20. Mai 2019 

    Zimmerschied auf Abwegen

    Karl Zimmerschied könnte als LKA Präsident eine ruhige Kugel in der Verwaltung schieben. Aber so ganz möchte er nicht auf die richtige Polizeiarbeit verzichten. Ein perfider Doppelmord an der Isar fordert ihn heraus. Offensichtlich völlig grundlos wurde ein junges Paar beim Spaziergang erschossen, die Frau konnte kurz vor ihrem Tod noch den Hinweis auf einen Täter ohne Gesicht geben.

    Aber es ist nicht nur der Beruf, der ihn herausfordert. Seine Frau Roswitha hat sich während eines Bali Urlaubs entschlossen im Land zu bleiben und einen Neuanfang zu wagen, dazu gehört ihre neue Liebe Hans und eine neu eröffnete Oben-Ohne-Bar. Rose – so will sie jetzt genannt werden – möchte gern Karl zu einer Ménage á trois überreden. Das ist aber für den bodenständigen Bayer, der neben seinem Polizeiberuf noch ernsthaft die ererbte Landwirtschaft weiterführt, eine grauenvolle Vorstellung.

    Als dann noch seine alte Schulfreundin, inzwischen Direktorin an einem Gymnasium in einem sehr pikanten privaten Schlamassel um Hilfe bittet, weiß Karl kaum noch an wie vielen Fronten er kämpft

    .
    Der Krimi von Jörg Steinleitner bietet alles, was ich mir für einen humorvollen Krimi wünsche. Der Plot ist durchaus ernsthaft, aber mit so vielen witzigen und ironischen Einfällen aufgelockert, dass ich während des Lesens mehrfach laut auflachen konnte. Im Kreis der Figuren findet man ein breites Charakterspektrum, wie die attraktive Dr. Augustin, die nach einer Entmietung Unterschlupf auf dem Hof von Karl findet, den cholerischen Innenminister mit witzigem fränkischen Dialekt und den IT-Experten Tommy Hensch, der zwar blind ist, aber trotzdem sehr weitsichtig agiert. Der ist auch gleich zu meiner Lieblingsfigur geworden.

    Mit den Szenen, in denen sich Zimmerschied zwecks Recherche im Darknet verliert, sind dem Autor ganz besondere Kabinettstückchen gelungen.

    Ich habe schon immer ein Faible für bayrisch-humorvolle Krimis, die Krimis von Jörg Steinleitner spielen in einer Extra-Liga, weil sich hier Spannung mit intelligentem Humor und ironischem Wortwitz paaren.