Timisoara! Staffel 1: Folge 2 "Der einsame Hirte"

Buchseite und Rezensionen zu 'Timisoara! Staffel 1: Folge 2 "Der einsame Hirte"' von Silvia Hildebrandt
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Folge 2: "Der einsame Hirte"

Vier Jahre sind seit dem tragischen Unfall, der Attilas Leben veränderte, vergangen. Die drei Freunde haben sich aus den Augen verloren. Doch da bringt ein Zufall sie wieder zusammen. Attila trifft seinen Securitate-Kollegen in einer geheimen Schwulenbar. Da ist mehr zwischen ihnen als nur Freundschaft. Aber dürfen sie eine Beziehung wagen? Viorica sieht ihre Chance darin, ihre Träume endlich wahr werden zu lassen, als Tiberiu sie darum bittet, Attila zu bespitzeln. Auf was für ein gefährliches Spiel lässt sie sich da nur ein...?

Rumänien in den 1980ern. Drei Freunde trotzen den gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit. Der Ungar Attila schwärmt heimlich für seinen Lehrer. Sein bester Freund Tiberiu, Sohn des Chefs der rumänischen Geheimpolizei, möchte sich in der Armee beweisen, sympathisiert aber mit einer Revoluzzergruppe. Und die Roma Viorica wird zur Hochzeit mit einem gewalttätigen Mann gezwungen.

Als ein politischer Skandal die drei auseinanderreißt, müssen sie sich entscheiden, auf welcher Seite sie kämpfen wollen. Für oder gegen den Diktator Ceausescu. Für oder gegen das eigene Glück.

Eine Geschichte über Verschwörung und Revolution, Liebe und Hass, und wie Freundschaft tiefe Gräben überwinden kann.

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:99
Verlag:
EAN:

Rezensionen zu "Timisoara! Staffel 1: Folge 2 "Der einsame Hirte""

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 22. Aug 2019 

    totalitäres Rumänien in den 80ern, kein Ort zum Leben?

    Der zweite Teil der vierteiligen ersten Staffel von Timisoara spielt in den Jahren 1983-86 und erzählt die Geschichte dreier Freunde unter der Herrschaft von Nicolae Ceaușescu in Rumänien. Die Autorin schafft es, die damalige Zeit für den Leser hautnah zum Leben zu erwecken.

    Inhalt:
    Vier Jahre sind seit dem ersten Teil vergangen. Die drei Freunde haben sich aus den Augen verloren und bekommen nun zufällig wieder Kontakt zueinander. Die Roma Viorica ist mit einem gewalttätigen Mann verheiratet, dem sie schließlich entflieht. Sie landet bei ihrem Freund Tiberiu, der ihr einen eher gewöhnungsbedürftigen Job bei der Securitate besorgt, wo der Ungar Attila inzwischen zu einem angesehen Mitarbeiter aufgestiegen ist. Es geht um Verschwörung und Revolutionsgedanken, verbotene Homosexualität, Liebe, Hass und vor allem Freundschaft, die es in dem totalitären System nicht wirklich leicht hat.

    Cover:
    Die Cover der Serie unterscheiden sich nur durch den jeweiligen Titel der Bände, ansonsten sind sie gleich, was leicht für Verwirrung sorgen kann. Die Rückansicht eines Mannes in blauer Uniform, dahinter die alte Fotografie eines Gebäudes. Passend, prägnant und dank des Timisoara-Schriftzugs leicht wiederzuerkennen.

    Setting und Stil:
    Die Autorin ist selbst zu dieser Zeit in Rumänien aufgewachsen und musste deshalb hautnah miterleben, was es heißt unter dem Regime zu leben. Man spürt jeder Seite an, dass sie weiß, worüber sie schreibt und man glaubt ihr, dass die beschriebenen Situationen so stattgefunden haben können. Ein äußerst gelungener Einblick in eine andere Zeit, die sich besser nicht wiederholen sollte. Ein ungeschönter Blick, den man als Leser erst einmal verdauen muss.
    Die Geschichte wird aus Sicht der drei Hauptcharaktere erzählt, die völlig unterschiedliche Sichten auf die damalige Situation präsentieren.

    Charaktere:
    Viorica, Tiberiu und Attila sind Menschen, die das System geprägt hat. Es fällt sehr leicht sich in sie hineinzuversetzen und mit ihnen die doch meist ziemlich unangenehmen Ereignisse zu durchleben. Sie sind sehr unterschiedlich und haben trotzdem dank ihrer Freundschaft eine gemeinsame Basis. Die Möglichkeiten, sich gegenseitig zu helfen, sind beschränkt und dank Tiberius Abwanderung in den Widerstand hart auf die Probe gestellt. Ich bin gespannt, wie sie die nächsten Jahre durchstehen werden, das Ende ist auf jeden Fall sehr ungewiss.

    Geschichte:
    Attila meint sich dank seines hohen Postens bei der Securitate so ziemlich alles erlauben zu dürfen, wenn er sich da mal nicht getäuscht hat. Er hilft seiner alten Freundin Viorica, indem er sie bei sich arbeiten lässt, wobei ich diese Arbeit nicht wirklich einer guten Freundin geben würde. Tiberius plant inzwischen seine eigenen Schritte gegen das Regime und es spitzt sich alles langsam zu. Spannende Geschichten, schonungslose Momente und reichlich Hintergrundwissen über das Leben in Rumänien zu dieser Zeit.

    Fazit:
    Ein lohnenswerter und manchmal auch unangenehmer Ausflug in die Geschichte eines Landes, über das man zur damaligen Zeit hier nicht viel erfahren hat. Man merkt, dass es ein Anliegen der Autorin ist, diese Geschichten zu erzählen und es gelingt ihr, den Leser hautnah an den Ereignissen teilzuhaben. Mir hat der zweite Teil der Serie sehr gut gefallen, ich habe einiges über die damalige Zeit gelernt und einen Einblick in ein anderes Rumänien erhalten, das zum Glück nicht mehr existiert. Ich empfehle das Buch Lesern, die gerne realitätsnahe Geschichten lesen, mehr über Rumänien in den 80ern erfahren wollen und einfach Bücher lieben, die erzählt werden müssen.