Terra: Roman

Rezensionen zu "Terra: Roman"

  1. Handwerklich gut, aber...

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 22. Mai 2020 

    Die wenigste Zeit habe ich mit diesem Buch auf der Erde verbracht, vielmehr befand ich mich auf einem Raumfrachter-Convoi von mehreren Schiffen auf ihrem Flug vom Mars zum Mond. Die vermeintliche Erz-Ladung an Bord entpuppt sich bald als hochbrisante Terraforming-Bomben, die eigentlich dafür vorgesehen waren, Leben auf dem Mars "anzustoßen". Die Crews an Bord bemerken auch schnell, dass diese Entdeckung ihnen gefährlich wird und KIs die Steuerung der Schiffe übernehmen. Noch können sie nicht verstehen, warum sie ausgerechnet diese Fracht zum Mond bringen sollen (hätten sie aufmerksamer ihr Drehbuch gelesen, dann wüssten sie, dass auch ihr Kurs geändert wird).
    Die gute alte Erde ist inzwischen hoffnunglos überbevölkert und eine krude Verschwörungstruppe plant einen Neustart, indem sie den "ganzen alten Mist" über Bord werfen, sprich mit Viren und Bakterien aus den Bomben 11 Milliarden Menschen ausrotten und anschließend den Planeten neu besiedeln wollen. Die "Auserwählten" stehen auf Mars und Mond in ihren Startlöchern.
    Soviel zum Plot. Handwerklich gibt es wenig auszusetzen. Die Story ist witzig und rasant geschrieben, der Anteil an männlichen und weiblichen Protagonisten ausgeglichen. Ein wenig mehr Rechtschreibkorrektur hätte zur Unterstützung unserer Bildungskultur gutgetan, aber Setting und Ansprache (Werbung) haben zumindest mich angesprochen.
    Was ich vermisst habe, war die Ausarbeitung der Probleme der Erde und die wahrscheinlich daraus resultierende Bildung dieser Verschwörungsgruppe. Der Focus lag zu sehr auf den Helden und deren Kampfszenen mit den Bösen.
    Spannend, ohne Frage, aber oberflächlich. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit, die wenigen Hauptfiguren retten natürlich ganz allein die Erde und dieses Geplänkel, wie man sich eine KI individualisiert und so zu seiner ganz persönlichen "Gespielin" macht, war mir zu männertypisch. Gelangweilt habe ich nur noch das Ende herbeigesehnt. Schade, denn die Idee hatte was!