Tante Poldi und die sizilianischen Löwen

Buchseite und Rezensionen zu 'Tante Poldi und die sizilianischen Löwen' von Mario Giordano
5
5 von 5 (3 Bewertungen)

Meerblick. Sonne. Ruhe. Mehr will Poldi nicht, als sie kurz nach ihrem sechzigsten Geburtstag von München nach Sizilien zieht. Dabei hat sie aber nicht mit der Familie ihres verstorbenen Exmannes gerechnet. Denn die, Sizilianer durch und durch, wollen Poldi natürlich das Dolce Vita nahebringen. Das war's dann mit der Ruhe.

Als wäre es damit nicht genug: Eines Tages verschwindet Valentino, der Poldi in Haus und Garten ausgeholfen hat, spurlos. Ist er etwa in die Fänge der Mafia geraten? Poldi macht sich auf die Suche - und kreuzt dabei schon bald den Weg des attraktiven Commissario Montana...

Format:Hörbuch-Download
Seiten:0
Verlag: Lübbe Audio
EAN:

Rezensionen zu "Tante Poldi und die sizilianischen Löwen"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 19. Aug 2018 

    Alles Mafia - oder was?

    Meerblick. Sonne. Ruhe. Mehr will Poldi nicht, als sie kurz nach ihrem sechzigsten Geburtstag von München nach Sizilien zieht. Dabei hat sie aber nicht mit der Familie ihres verstorbenen Exmannes gerechnet. Denn die, Sizilianer durch und durch, wollen Poldi natürlich das Dolce Vita nahebringen. Das war's dann mit der Ruhe. Als wäre es damit nicht genug: Eines Tages verschwindet Valentino, der Poldi in Haus und Garten ausgeholfen hat, spurlos. Ist er etwa in die Fänge der Mafia geraten? Poldi macht sich auf die Suche - und kreuzt dabei schon bald den Weg des attraktiven Commissario Montana.

    "Namaste, Sicilia! Und leckt's mi olle am Oasch!"

    Tante Poldi, mit bürgerlichem Namen Isolde Oberreiter, hat es von München nach Sizilien verschlagen. So wirklich hat das Leben mit über sechzig nichts mehr zu bieten, meint sie, da kann sie genauso gut in herrlicher Umgebung ihrer Schwermut frönen, sich täglich zulaufen lassen und auf ihr Ende warten. Sie hat allerdings nicht damit gerechnet, dass ihre Schwägerinnen, allesamt in Sizilien ansässig, eine Kampagne ins Leben rufen, die verhindern soll, dass Poldi sich ins Jenseits säuft. Dazu wird auch ein Neffe eingespannt, der seine Tante regelmäßig besuchen und dort nach dem Rechten schauen soll. Doch bei seinen Besuchen erfährt der wenig erfolgreiche Schriftsteller von einem undurchsichtigen Vermisstenfall. Valentino, ein junger Sizilianer, hat gelegentlich bei Poldi ausgeholfen und ist nun verschwunden. Wer oder was steckt dahinter - die Mafia? In bester Ermittlermanier macht sich Tante Poldi auf die Suche nach Antworten und fördert dabei immer wieder Überrsachendes zutage.

    Der Krimi selbst entwickelt sich recht gemächlich, im Vordergrund steht hier eindeutig die urige Atmosphäre mit einem gelungenen Mix aus bayrischem und sizilianischem Flair. Und natürlich Tante Poldi selbst, die ein wahres Original ist - temperamentvoll, wechselhaft schwermütig und lebenslustig, den Alkohol als zuverlässigen Freund immer im Arm, fluchend wie ein Bierkutscher und stets nur mit schwarzer, hochgetuffter Perücke anzutreffen - ansonsten auch gerne einmal nackert im Haus herumlaufend. Als Poldi im Rahmen der Ermittlungen dem attraktiven Commissario Montana begegnet, kommt auch noch amore ins Spiel, doch natürlich gibt es auch hier ein Auf und Ab und viele Fragezeichen. Immerhin ergänzen die beiden einander in ihren Ermittlungen...

    Unweigerlich wächst einem Poldi beim Hören zusehends ans Herz - authentisch, bodenständig, lebenserfahren, liebenswert. Dabei spielt die Erzählung herrlich mit bayrischen und sizilianischen Klischees, und vor allem die Dialoge sind einfach göttlich. Stellenweise habe ich schon arg lachen müssen. Philipp Moog trägt als Sprecher der ungekürzten Hörbuchfassung (9 Stunden und 12 Minuten) dazu natülich gewaltig bei. Gerade die original bayrisch vorgetragenen Flüche machen so einfach nur Spaß.

    Alles in allem ein gelungener Krimi-Unterhaltungs-Mix mit spannender Handlung, warmherziger Atmosphäre und einem überzeugenden Hauptcharakter. Schön, dass Tante Poldi nicht nur diesen Fall zu lösen hat!

    © Parden

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 06. Okt 2016 

    Die Miss Marple kann fei einpacken, gell?

    Bisher gibt es zwei Bücher, in denen Tante Poldi in Sizilien ihr Unwesen treibt. Ich habe beide erst gelesen und danach auch nochmal als Hörbuch gehört, und ich kann nur sagen: Tante Poldi ist einfach Kult! Hätte ich ja vorher nie gedacht, dass so eine schräge Mischung aus Krimi, Humor, sizilianischem Sommerflair und verschrobener Lebensweisheit funktionieren kann - aber das tut sie, und wie.

    Gerade diese Mischung macht das Buch so erfrischend originell, und das Lesen bzw Hören war für mich eine reine Freude. Ich bin normalerweise immer skeptisch, wenn ein Buch als humorvoll angepriesen wird, aber hier ist der Humor tatsächlich wundervoll ungezwungen und dabei doch total durchgeknallt. Ich habe selten so oft beim Lesen gelacht!

    Tante Poldi denkt im Laufe des Buches öfter darüber nach, dass Sizilien alles auf einmal ist: salzig, bitter, süß und scharf, und gerade deshalb so bombastisch und phänomenal. Und irgendwie gilt das auch für Tante Poldi, denn die vereint viele Gegensätze in sich. Eigentlich ist sie ja nach Sizilien gezogen, um sich mit Meerblick gepflegt zu Tode zu saufen, aber da kommen ihr direkt mehrere Dinge dazwischen: zum einen ist sie trotz Phasen der Schwermut eigentlich ein lebenslustiger Mensch, dann hat sie als Tochter eines Kriminalkommissars quasi den kriminalistischen Jagdinstinkt im Blut - und dann verguckt sie sich auch noch in den Commissario Montana. Poldi zeigt, dass man auch im Alter von 60 Jahren noch tüchtig Pfiff haben kann, und dass man nie zu alt ist für Herzklopfen und Liebeskummer, und das fand ich richtig süß und rührend.

    Tante Poldi ist lauter, bunter, schriller als das Leben. Und dann haut sie manchmal so ganz nebenher eine Lebensweisheit raus, wo man stutzt, darüber nachdenkt und sich dann denkt: Stimmt. Ich fand sie rundum liebenswert, diese bayrisch-sizilianische Kollegin von Miss Marple, und bei allem Humor doch glaubhaft und authentisch. Auch die anderen Charaktere sind großartig geschrieben. Ich hatte immer direkt das Gefühl, denjenigen schon sehr lange zu kennen, denn sie kamen mir alle vor wie direkt aus dem Leben gegriffen!

    Der Kriminalfall ist vielleicht nichts für Hardcore-Krimi-Puristen, aber durchaus gut konstruiert, logisch und auf eher gemächliche Weise spannend. Zwar steht Poldi den Ermittlungen manchmal eher im Weg, indem sie sich resolut weigert, Informationen weiterzugeben, weil sie den Fall selber aufklären will - dafür hat sie aber auch Einfälle und kommt auf Lösungsansätze, auf die die Polizei niemals gekommen wäre.

    Der Schreibstil ist schlicht und einfach eine Wucht. Der Autor kommt auf die schrägsten Vergleiche, Bilder und Metaphern und kann aus den alltäglichsten Situationen etwas machen, über das man sich totlachen könnte. Aber er kann nicht nur lustig schreiben - seine Worte lassen auch das Leben in Sizilien vor dem inneren Auge des Lesers auferstehen, mit ganz viel Atmosphäre und Dolce Vita. Und dann gibt es auch noch Szenen, in denen er geradezu nachdenklich und philosophisch wird, und auch das überzeugt und kann einen schon mal mitten ins Leserherz treffen.

    Das Hörbuch ist eine wunderbare Umsetzung, der Sprecher Philipp Moog bringt die verschiedenen Charaktere mit ihren Eigenheiten perfekt rüber, besonders Poldi und ihren Neffen, der ihre Geschichte aufschreibt und erzählt.

    Fazit:
    Tante Poldi ist eine bayrische Naturgewalt. Energisch und entschlossen reißt sie in ihrer Wahlheimat Sizilien einen Kriminalfall an sich, was dem Commissario schon mal graue Haare beschert. Das ist zum Schreien komisch, dabei aber nicht platt, voller Sommerflair, aber nicht kitschig... Und spannend ist es auch.

    Ganz ehrlich, so eine Mischung aus Dolce Vita, Humor und Mord habe ich noch nie gelesen, und ich hätte auch nicht erwartet, dass es mir so gut gefällt - aber tatsächlich macht Tante Poldi richtig süchtig.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 23. Sep 2016 

    Tante Poldi und die sizilianischen Löwen: Kriminalroman

    Meerblick. Sonne. Ruhe. Mehr will Poldi nicht, als sie kurz nach ihrem sechzigsten Geburtstag von München nach Sizilien zieht. Dabei hat sie aber nicht mit der Familie ihres verstorbenen Exmannes gerechnet. Denn die, Sizilianer durch und durch, wollen Poldi natürlich das Dolce Vita nahebringen. Das war's dann mit der Ruhe.

    Als wäre es damit nicht genug: Eines Tages verschwindet Valentino, der Poldi in Haus und Garten ausgeholfen hat, spurlos. Ist er etwa in die Fänge der Mafia geraten? Poldi macht sich auf die Suche - und kreuzt dabei schon bald den Weg des attraktiven Commissario Montana ...

    Eine urkomische Geschichte, die man unbedingt lesen muß! Tante Poldi würde ich am liebsten adoptieren, sie ist witzig, schlau und sehr liebenswert. Die Geschichte ist locker und unterhalsam geschrieben, die heitere Erzählweise spricht mich absolut an. Ich kann das Buch nur weiter empfehlen, es ist eine Geschichte mit gute Laune Garantie!